Jeder Mensch hat eine Angewohnheit, eine Eigenschaft, die er oder
sie gerne ändern möchte. Manche haben schon ein Leben lang so
vieles versucht: Sie haben Bücher gelesen, Videos angeschaut,
sich Rat geholt und wurden mit Ratschlägen überhäuft. Doch
geholfen hat am Ende nichts.
Und trotzdem lassen wir nicht los. Wir beginnen zu kämpfen,
werden härter, strikter, legen uns selbst Regeln auf, verurteilen
uns, maßregeln uns — nur damit sich unser Verhalten endlich
ändert. Dabei wäre es im Grunde doch so einfach: Man müsste es
einfach lassen oder einfach tun, je nachdem, worum es geht.
So kämpfen wir manchmal ein Leben lang gegen etwas, das wir
selbst tun und das doch eigentlich ganz in unserer Macht zu
liegen scheint. Aber gerade dabei haben wir das Wesentliche
vergessen und verloren: dass es überhaupt nicht ums Kämpfen geht.
Dass es nicht darum geht, zu siegen, schon gar nicht gegen sich
selbst, und den Kampf gegen sich zu gewinnen. Sondern dass das
Leben ein großer Übungsprozess ist.
Im Zen-Buddhismus heißt es, das Leben sei unser Dojo. Ein Dojo
ist der Ort, an dem man Zen praktiziert. Das Leben selbst ist
also der Ort, an dem ich übe, an dem ich Spiritualität übe. Nicht
nur auf dem Meditationskissen, nicht nur in der Kirche, nicht nur
im Meditationshaus, in das ich gerne einkehre, und auch nicht nur
in den stillen Augenblicken eines Sonnenuntergangs oder in dem,
was mich sonst innerlich anspricht.
Es geschieht direkt im Leben. Genau dort, wo ich mich vielleicht
selbst verfehle, wo ich nicht erreiche, was ich mir wünsche,
obwohl es gut wäre und obwohl alle sagen, dass es gut wäre, wenn
ich es täte. Dort findet es statt. Aber erst dann, wenn ich
aufhöre zu kämpfen und stattdessen beginne zu üben, kann ich das
Leben auf eine ganz neue Weise verstehen.
_______________________
Wenn dir diese Impulse geholfen haben, dann abonniere gerne
meinen wöchentlichen Newsletter für noch tiefere Einblicke und
schriftliche Inspirationen.
https://foxly.link/x1FWXF
Kommentare (0)
Melde dich an, um einen Kommentar zu schreiben.