Armin Arbeiter ist Kriegsberichterstatter und war zum
Zeitpunkt des Interviews Redakteur für Sicherheits-, Außen- und
Verteidigungspolitik beim Kurier. Mittlerweile arbeitet er bei
der NZZ. Seine Arbeit führt ihn dorthin, wo aus politischen
Entwicklungen konkrete Realität wird: in Krisengebiete, an
Frontlinien und zu den Menschen, die dort leben.
Sein Weg beginnt beim österreichischen Bundesheer. Als junger
Milizsoldat erlebt Armin den Abzug des österreichischen
Kontingents von den Golanhöhen. Die Diskrepanz zwischen dem, was
er selbst vor Ort erlebt, und dem, was darüber geschrieben wird,
prägt seinen weiteren Weg: Er will Journalist werden und selbst
dorthin gehen, wo die Geschichten entstehen.
2017 reist er auf eigene Kosten auf die Philippinen und gelangt
während der Kämpfe um Marawi in die schwer zerstörte Stadt.
Später berichtet er über die Proteste in Hongkong, die Situation
an der türkisch-griechischen Grenze und schließlich über den
Krieg in der Ukraine.
Am 23. Februar 2022 erreicht er gemeinsam mit dem Fotografen Jürg
Christandl Kiew. Wenige Stunden später beginnt die russische
Invasion. Während Hunderttausende Menschen aus Kharkiv fliehen,
fahren die beiden in die entgegengesetzte Richtung.
Armin erzählt, wie er Risiken einschätzt, warum Angst für ihn
kein Zeichen von Schwäche ist und weshalb ihm seine militärische
Ausbildung bis heute hilft, in gefährlichen Situationen
handlungsfähig zu bleiben. Er spricht über Artilleriebeschuss,
bewaffnete Polizeikontrollen, Frontstellungen, Feldspitäler,
Drohnenkrieg und Begegnungen mit Soldaten und Zivilisten.
Doch die schwierigste Situation dieser Reise hat nichts mit
Beschuss zu tun.
Als Armin und Jürg einen Platz in einem Evakuierungskonvoi aus
Kharkiv erhalten, bitten zwei Eltern sie, ihren dreijährigen Sohn
mitzunehmen. Sie dürfen das Kind nicht mitnehmen. Armin
entscheidet sich trotzdem zu fahren.
Bis heute bezeichnet er diesen Moment als die schwerste
Entscheidung seines Lebens.
Wir sprechen darüber, wo Mut endet und unnötiges Risiko beginnt,
wie man Angst kanalisiert, warum Schlaf Teil professioneller
Einsatzfähigkeit ist und weshalb ein Journalist in einem Krieg
Nähe zulassen muss, ohne seine professionelle Distanz zu
verlieren.
Es geht außerdem um die psychische Belastung nach Einsätzen,
wiederkehrende Albträume, Resilienz, den Umgang mit Tod und Leid
und die Frage, wie man nach solchen Erfahrungen wieder in einen
normalen Alltag zurückkehrt.
Eine Folge über Kriegsberichterstattung, Verantwortung und
Entscheidungen unter Lebensgefahr – und darüber, warum
Professionalität nicht bedeutet, keine Angst zu haben.
Fearless Patched erzählt von Menschen, die Verantwortung
übernehmen, wenn Entscheidungen Konsequenzen haben.
Armin Arbeiters gesammelte Artikel beim Kurier:
https://kurier.at/author/armin.arbeiter
KAPITEL:
(00:00) Intro
(01:33) Was erwartet euch in dieser Folge?
(03:00) Vorstellung Armin
(12:30) Bundesheer und Golan-Einsatz
(27:12) Ich werde Journalist
(44:38) Objektivität
(47:15) Kriegsberichterstatter in Marawi (Philippinen)
(01:00:35) Impact: Krieg, Tod,
(01:13:05) Proteste in Hongkong 2019/2020
(01:32:22) Beginn des Ukrainekrieges: Weg nach Charkiw
(02:14:18) Dramatische Flucht
(02:23:55) Umgang mit psychischen Belastungen
(02:34:45) Wieder zurück an die ukrainische Front
(02:59:45) Zurück in die “Normalität”
(03:08:20) Wie haltet man die Objektivität
(03:14:00) Demut und Ausgleich
(03:20:22) Schlussworte
#fearlesspatched #podcast #heldendesalltags #truestories
#dokumentationen #mentalestärke #öbh #bundesheer #ukrainekrieg
Unabhängiges Projekt. Unabhängige Inhalte.
„Fearless Patched“ entsteht ohne großes Studio – getragen von
echten Gesprächen und Erfahrungen.
Wenn dir gefällt, was du hörst:
Folge dem Podcast, bewerte ihn oder teile ihn.
Unterstütze das Projekt:
Steady (Community & exklusive Inhalte)
PayPal (freie Unterstützung)
Neue Folgen alle zwei Wochen, mittwochs.
Weitere Infos: fearless-patched
Kommentare (0)
Melde dich an, um einen Kommentar zu schreiben.