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  4. Elektronische Patientenakte? "Ich bin auch am Anmeldeprozess gescheitert" - Andreas Strausfeld (Bitmarck)
Wer sich vor 2025 freiwillig für die elektronische Patientenakte
(ePA) entschieden hat, war Teil einer digitalen Minderheit. "Das
haben tatsächlich nur sehr wenige gesetzlich Versicherte gemacht",
berichtet Andreas Straußfeld. Gerade einmal ein Prozent der
Versicherten ließ sich ihm zufolge proaktiv freischalten.
Straußfeld ist CEO von Bitmarck. Das Unternehmen ist neben IBM
einer der beiden technologischen Anbieter für die elektronische
Patientenakte. Diese wird wiederum seit Januar 2025 für alle
gesetzlich Versicherten eingeführt. Das passiert in Form des
Opt-out-Modells. Wer nicht widerspricht, bekommt automatisch
eine.   Bitmarck arbeitet für die elektronische
Patientenakte ePA mit der österreichischen Firma Rise zusammen.
Gemeinsam beliefern sie rund 80 gesetzliche Krankenkassen und 14
private Versicherer. Technisch basiert alles auf einem Standard.
Unterschiede sieht man höchstens im Logo im App-Store.  Doch
obwohl die Datenbasis täglich wächst, läuft nicht alles glatt. Der
erste Zugang zur ePA-App ist für viele Nutzerinnen und Nutzer ein
echter Hürdenlauf. "Das ist ein sehr komplizierter Prozess, mit
Postident und was man dann alles tun muss", gibt Strausfeld zu.
"Ich bin auch am Anmeldeprozess gescheitert, mit meiner
Krankenkasse." Besser werde es erst nach dem ersten Login, sagt der
Bitmarck-CEO. Dabei wurde das System von Grund auf neu entwickelt –
mit Cloudtechnologie, standardisierten Schnittstellen und
Zertifizierung durch die Gematik, der Gesellschaft für
Telematikanwendungen der Gesundheitskarte, die im deutschen
Gesundheitswesen für die technologische Infrastruktur
verantwortlich ist. Bei sensiblen Gesundheitsdaten ist Sicherheit
das A und O. "Die Daten liegen auf Bitmarck-eigenen Systemen in
eigenen Rechenzentren in Deutschland", sagt Strausfeld. In den
Pilotregionen funktioniere das System bereits überraschend gut.
"Täglich wandern 1600 bis 2000 Dokumente in die Akten, wir sehen
60.000 Logins pro Tag." Trotzdem sind bisher nicht alle Praxen
bereit, der bundesweite Rollout wurde deshalb auf April verschoben.
Strausfeld sieht in der elektronischen Patientenakte auf mittlere
Sicht das Fundament einer künftigen digitalen
Gesundheitsversorgung. Ziel sei nicht nur mehr Transparenz: "Je
größer die Datenmengen, desto klarer die Erkenntnisse - für die
Gesamtheit, aber auch für den einzelnen Versicherten." Welche
Neuerungen es geben wird und ob der Zugang für alle einfacher wird,
erzählt Andreas Strausfeld in der neuen Folge von "So techt
Deutschland". Sie haben Fragen für Frauke Holzmeier und Andreas
Laukat? Dann schreiben Sie eine E-Mail an
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