Früher Völkerschau, heute Tieroase: Der Basler «Zolli» wird 150

Früher Völkerschau, heute Tieroase: Der Basler «Zolli» wird 150

Der Basler Zoo, liebevoll «Zolli» genannt, feiert in diesem Jahr sein 150-jähriges Bestehen und ist damit der bei weitem älteste Zoo der Schweiz. «Kulturplatz» schaut zurück auf eine bewegte Geschichte und fragt, wie heute ein Zoo gestaltet wird und w ...
29 Minuten

Beschreibung

vor 1 Monat
Der Basler Zoo, liebevoll «Zolli» genannt, feiert in diesem Jahr
sein 150-jähriges Bestehen und ist damit der bei weitem älteste Zoo
der Schweiz. «Kulturplatz» schaut zurück auf eine bewegte
Geschichte und fragt, wie heute ein Zoo gestaltet wird und was
seine Funktionen sind. Blick in die Geschichte 21 sogenannte
Völkerschauen hat der Zoo Basel von 1879 bis 1935 veranstaltet.
Menschengruppen aus den afrikanischen Kolonien wurden in
Kulissendörfern inszeniert und führten scheinbar landestypische
Tänze und Spiele auf. Ein entwürdigendes Schauspiel, womit der
lange defizitäre Basler Zoo seine Finanzen aufbesserte. Aber auch
darüber hinaus war der Zoo mit den Kolonien verbunden, da von dort
der Nachschub an exotischen Tieren kam. Nach dem Zweiten Weltkrieg
wurde der Zoo Basel zum Pionier im Züchten von Tieren mit dem
weltweit ersten Panzernashorn, das in einem Zoo zur Welt kam und
dem Gorillababy Goma. Der Zoo Basel wird mehr und mehr auch zur
wissenschaftlichen Institution, die sich für Bildung, Forschung und
Artenschutz einsetzt. Zooarchitektur – Von Gittergehegen zu
Wohlfühlräumen Galt im 19. Jahrhundert beim Bauen für Tiere noch
das Credo des Sichtbarmachens und Zeigens, geht es heute mehr ums
geschickte Verbergen. Die ersten Zoos stellten exotische Tiere wie
in einem Warenhaus aus: In kleinen, nebeneinander gereihten Käfigen
hinter Gittern. Mit der Eröffnung von Hagenbecks Tierpark 1907
veränderte sich das: Gitter wurden durch Gräben ersetzt, die
abenteuerliche Wildnis mit gewaltigen Kunstfelsen imitiert. Mit der
Architekturmoderne kamen auch ikonografische Bauten aus Glas und
Beton hinzu. Die heutige Erlebnisarchitektur in Zoos arbeitet
weltweit mit Immersionstechniken. Und auch in Basel reihen sich
schon längst nicht mehr Gehege an Gehege; vielmehr werden
Themenlandschaften kreiert. Der ganz normale Alltag der Zoobewohner
In vielen Filmen sprechen, singen oder tanzen Tiere zu Klassikern
der Musikgeschichte. Sie spielen die Hauptrolle – auch in Zoos, wie
etwa im Animationsfilm «Madagascar». Doch wie sieht der Alltag der
Zootiere in Basel aus? Hier beobachten emsige Erdmännchen den
Himmel, der aufgedrehte Wildesel läuft sein Revier ab und Flamingos
kommen aus dem Schnattern nicht mehr raus. Spezialgäste aus Land,
Luft und Wasser bilden das illustre Ensemble. Zootierarzt und
Zoodirektor im Gespräch Christian Wenker ist seit über 20 Jahren
Tierarzt im Basler Zoo. Hier betreute er über 7000 Patienten. Ist
auch mit schwierigen Situationen konfrontiert, wenn Tiere sterben.
Was macht das mit ihm und wie sieht er seinen Job in der
Rückblende? Was sind heute die wichtigen Funktionen eines Zoos und
wohin will sich der Basler Zoo noch entwickeln? Braucht es
unbedingt Expansion, mehr Platz und mehr Tiere? Zoodirektor Olivier
Pagan nimmt Stellung.

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