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  4. 200223 Feinde haben und lieben Mt 5,38-48
Viele Christen haben kein Problem mit der Feindesliebe. Aber nicht
etwa deshalb, weil sie keine Feinde hätten oder ihnen die Liebe der
Feinde leichtfiele. Sondern weil sie sich sicher sind, dass Jesus
ausgerechnet ihre Feinde nicht gemeint haben kann. Eine Frau sagte
mir neulich, die streitsüchtige Nachbarin sei zwar eine blöde Kuh
(das habe sie ihr neulich auch mal gesagt). „Feindin“ sei aber doch
ein zu starkes Wort. Nur das Miststück zu lieben könne keiner
erwarten. Jesus sagt nicht, wir sollten unsere Feinde nett finden
oder Freude an ihnen haben. Wir sollen auch nicht ihre Nähe suchen
oder gerne bei ihnen sein. Von uns ist nicht mehr oder weniger
gefordert, als dass wir ihr Gutes wollen und das uns Mögliche tun,
damit sie jene Gutheit finden und in ihr wachsen können, zu der sie
als Menschen ursprünglich gerufen sind. Das wird möglich, wo wir
glauben, dass auch der verkommenste und böseste Mensch von Gott
geliebt ist. Und zwar so sehr, dass dieser Gott ein Mensch wird und
selbst in die Verlorenheit geht, in der sich alle Menschenrache an
ihm austobt. Gott liebt den Sünder und hasst die Sünde. Für ihn
darf auch mein Feind um Himmels willen nicht verloren geht. Die
Feindesliebe duldet keine Verharmlosung. Weder vom Geliebten noch
vom Liebenden. Die Netten lieben kann jeder. Feindesliebe ist der
Ernstfall der christlichen Liebe, der Mitliebe mit Gott. Ich bitte
Dich, Herr, nicht um Gefühle der Liebe für den, der an mir schuldig
wurde. Sondern nur darum, dass ich ihn Dir überlassen kann und Dir
die Liebe glaube zu ihm und zu mir. Und vergib mir, wo ich der
Feind meines Feindes war. Amen. Fra' Georg Lengerke
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„200223 Feinde haben und lieben Mt 5,38-48“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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