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  4. 200410 Karfreitag Corona Jesu – unsere Krankheit Jes 52,13-53,12
Lange rätselte man über die Darstellung des Gekreuzigten auf dem
Isenheimer Altar von Matthias Grünewald (1516). Erst in neuerer
Zeit erkannte man, dass die gemalten Wunden nicht Geiselspuren,
sondern die Symptome der Mutterkornvergiftung darstellen. Die daran
erkrankten Patienten des Isenheimer Spitals sollten im 16. Jh. im
Gekreuzigten den erkennen, von dem Jesaja sagt: „Er hat unsere
Krankheit getragen und unsere Schmerzen auf sich geladen“. Der
Gekreuzigte geht an die Stelle eines jeden leidenden und sterbenden
Menschen in der Welt – bis heute. Wie müsste eine Darstellung des
Gekreuzigten aussehen, der die Wundmale der Pandemie trägt? Bei
einem unsichtbaren Virus ist das schwierig. Aber es gibt doch ein
Zeichen, das mich an die Krankheit erinnert. Der Virus hat seinen
Namen von seiner Kranzform. Daher „corona“, was lateinisch „Kranz“
oder „Krone“ heißt. Jesus wird von den Soldaten eine „corona
spinea“, eine Dornenkrone aufgesetzt (Joh 19,5). Der Gefolterte als
Witzfigur, als Karikatur eines Königs. Ohne es zu bemerken sagt
Pilatus über ihn ein prophetisches Wort: „Ecce homo – Seht der
Mensch“. Das ist auch vom Menschen schlechthin gesagt: So steht es
um Euch. So geht ihr miteinander und Euch selbst um. So steht es um
Eure Souveränität. Feine Könige seid Ihr! Heute ist es der Virus
mit dem Namen Corona, der unserer Souveränität, unserer
Selbstsicherheit, unserem Glauben, alles in der Hand zu haben,
spottet. Der Dornengekrönte trägt unsere Krankheiten bis vor den
Thron dessen, von dem die königliche Würde eines jeden Menschen
kommt. Einmal wird der uns die „corona vitae“, die „Krone des
Lebens“ verleihen (Offb 2,10). Fra' Georg Lengerke
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„200410 Karfreitag Corona Jesu – unsere Krankheit Jes 52,13-53,12“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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