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  4. 200411 Karsamstag Botschaft an unsere Grabwächter Mt 27,62-65
Vorgestern Abend kam die Polizei. Wir haben die Heilige Messe vom
Gründonnerstag mit Fußwaschung gerade gefeiert und sind in der
Anbetung der beginnenden Ölbergnacht. Der Livestream läuft noch.
Wir sind zu fünft. Es klingelt. Agnes macht auf. Zwei Beamte stehen
in der Tür. Offenbar hatten uns Nachbarn denunziert, bei uns seien
angeblich 20 Leute zu einer unerlaubten Versammlung. Wir stehen im
Flur – ich noch im Messgewand, die Polizisten haben ihre Mienen
erstaunlich gut im Griff –, erklären, wer wir sind, was wir hier am
Gründonnerstag machen und dass wir hier wohnen. Die Polizisten,
sachlich und von dienstlicher Freundlichkeit, schauen durch alle
Zimmer, hinter die Türen und auf die Balkone und gehen wieder. Es
gibt nicht viele Wohnungen, von denen man ins Fenster der Kapelle
sehen kann. Ich will auch gar nicht wissen, wer das war, ob sie
gesehen haben, dass wir die Heilige Messe feiern, ob es böser
Wille, Misstrauen oder Panik war, weshalb sie die Polizei gerufen
haben. Ich finde es auch sinnvoll, dass die Polizei die Einhaltung
der Regeln zur Eindämmung der Ansteckung überwacht. So wie ich es
ehrlichgestanden sinnvoll fand, dass Pilatus eine Wache ans Grab
gestellt hat. Das kann den Christen nur recht gewesen sein. Schlimm
wird es, wo ein Nachbar zum Grabwächter des anderen wird. Wo die
Angst vor dem Tod zur Angst vor dem Leben wird, da hört das Leben
auf. Wo aber Menschen aufhören zu leben, um nur nicht zu sterben,
da hat der Tod schon gewonnen. Es ist Ostern, liebe Nachbarn!
Morgen öffnet sich das Grab. Da könnt Ihr machen, was Ihr wollt.
Ihr werdet Euch mit uns noch wundern. Fra' Georg Lengerke
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„200411 Karsamstag Botschaft an unsere Grabwächter Mt 27,62-65“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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