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  4. Was wir wissen, glauben wir Joh 20,24-29
Wer mal an der Liebe eines geliebten Menschen zweifelte, weiß:
Wirklicher Zweifel ist mehr als die religiöse Koketterie von
Intellektuellen. Er ist die Mutter der Verzweiflung. Der Zweifel
des heiligen Thomas ist eine schreckliche Not. Sie hat nichts mit
denen zu tun, die arrogant die „Naivität“ der Glaubenden belächeln
und damit kokettieren, „sie hätten da so ihre Zweifel“. Die übrigen
Apostel haben den Herrn gesehen. Thomas bleibt außen vor. Er gehört
nicht mehr dazu. Die Einsamkeit seines Zweifels muss schrecklich
gewesen sein. Aber Wissen und Glaube sind keine Gegensätze. Streng
genommen wissen wir nur das, was sichtbar und erkennbar ist und was
wir selbst gesehen und erkannt haben. Das allermeiste, wovon wir
sagen, dass wir es wissen, haben wir anderen geglaubt. Den Eltern
und Freunden, den Wissenschaftlern und Journalisten, den Politikern
und den Zeugen. Entweder, weil nicht wir, sondern sie es gesehen
und erkannt haben, oder weil es prinzipiell unsichtbar ist. Er
wisse, dass England eine Insel sei, schreibt C.S. Lewis, obwohl er
es selbst nicht gesehen, sondern anderen geglaubt habe. Alle
wirklich großen Dinge, die uns bewegen, sind unsichtbar: Liebe,
Würde, Glück, Himmel. Wir müssen sie anderen glauben. Selbst das,
was wir sehen, müssen wir glauben. Zu Thomas sagt Jesus: „Du
glaubst [nicht: du weißt], weil du gesehen hast.“ Glaube ist
Welterkenntnis. Den Schritt ins Vertrauen kann uns keiner abnehmen.
Wer prinzipiell alles bezweifelt, ist der Verzweiflung nahe. Wir
können die Liebe nicht anfassen. Sie fasst uns an. Wenn wir ihr
glauben. (Wdh. vom 3. Juli 2019) Fra' Georg Lengerke
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„Was wir wissen, glauben wir Joh 20,24-29“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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