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  4. Frauenhand und Männerbeine Mk 5,21-43
Riesige nackte Männerfüße in Sandalen. Adern unter
braungebrannter Haut. In den Hautfalten und unter den Fußnägeln
Straßenstaub. Man sieht alle Details bis zu den Waden auf dem
wandgroßen Bild in der Krypta von Magdala am See Genezareth.

Zwischen den vielen Füßen, etwas über dem Boden, eine schmale und
elegante aber blasse und früh faltige, irgendwie blutleere
Frauenhand. Die Frau selbst ist verborgen. Sie muss zu Boden
gegangen sein. Entweder aus Erschöpfung oder weil nur dort unten
ein Durchkommen war: Mit dem Zeigefinger berührt sie den Saum des
Gebetsschals des Mannes in der Mitte.

Ein Funke springt über. Etwas ist geschehen. Der Blutfluss ist
versiegt.

Die Geschichte könnte hier zuende sein. Aber Jesus will die Frau
sehen: Im Gedränge der Vielen die eine, zu Boden gegangene Frau.
Sie ist der ganz und gar erschöpfte Mensch. Und schon die
Kirchenväter sahen in ihr die verausgabte, ausblutende Kirche.

Die Lebenskraft entweicht ihr. Die vielen Helfer, so erfolglos
wie teuer, haben alles nur noch schlimmer gemacht.

Doch es genügt nicht, nur geheilt zu werden und anonym zu
bleiben. Keiner soll sich die Heilung im Gedränge erschleichen.
Jesus will die Frau sehen. Nicht, weil er sie nicht kennt.
Sondern weil sie ihn nicht kennt. Das Angesehenwerden gehört zur
Heilung dazu, weil auch das Ansehen erneuert werden soll.

Wir Christen heißen nach dem, der uns Gottes Angesicht zeigt und
unser Angesicht vor sich ruft. Er will uns nicht unerkannt
entkommen lassen. Und zwar um unseretwillen.

Angesichts seiner werden wir und wird die Kirche nicht verbluten.
Seine Lebenskraft wird die unsrige sein, damit wir sie den
Menschen zuwenden, die mit uns zusammen hören wollen: „Dein
Glaube hat Dich gerettet. Geh in Frieden! Du sollst von Deinem
Leiden geheilt sein.“

(Eine legale Darstellung des Bildes in Internet findet sich in
dem Kiosk von Magdala unter
 https://magdala-gift-shop.myshopify.com/products/encounter-magdala-encounter-chapel-mural-canvas-replica
)

Fra’ Georg Lengerke
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„Frauenhand und Männerbeine Mk 5,21-43“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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