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  4. Vergebliche Liebesmüh? Joh 6,24-35
In seinem Heimatort Kreuzberg an der Ahr steht neulich ein Freund
von mir neben einem Schulkameraden vor seinem zerstörten Haus.
„Alles Ersparte steckt da drin“, sagt der Schulfreund. „Jetzt ist
alles fort. Was soll ich jetzt machen?“ Wenn die unmittelbare Not
gelindert und gerettet ist, was zu retten war, und sich das ganze
Ausmaß der Zerstörung zeigt, stellt sich die Frage: War das die
Mühe wert? Und welche Mühe lohnt sich noch.“

Als Jesus die Leute nachreisen, wirft er ihnen vor, es ginge
ihnen nur um das Essen aber nicht um seine Bedeutung. Die Leute
wollen Wunder erleben, aber nicht ihre Bedeutung verstehen. Sie
wollen große Gefühle haben, aber nicht große Entscheidungen
treffen. Sie wollen die Gabe, aber nicht ihren Geber.

„Müht euch nicht ab für die Speise, die verdirbt, sondern für die
Speise, die für das ewige Leben bleibt und die der Menschensohn
euch geben wird!“ erwidert Jesus. Anders gesagt: Müht Euch nicht
nur um vergängliche Lebensmittel; sondern müht Euch um das
unvergängliche Leben, das sie vermitteln!

Ist also die Mühe um das zerstörte oder das zu bauende Haus
vergeblich? Das wäre sie, wenn das Haus unser Ein und Alles wäre.
Aber sie ist nicht vergeblich, wenn darin geliebt und geschenkt,
versorgt und gepflegt, geweint und getröstet, um das Gute
gerungen und im Guten durchgehalten wurde.

Alle echte Liebe ist Anteil an der Liebe Gottes. Und die ist es,
sagt Jesus, die uns nährt. Die ist es, die er uns gibt. Wir
sollen uns um die Liebe mühen, von der die Welt lebt – und um
ihre Zeichen und Orte, selbst wenn sie vergehen.

Deshalb dürfen wir nicht müde werden, die Zeichen und Orte jener
Liebe wieder aufzubauen, die bleibt. Sie ist nicht tot zu
kriegen, weil der unsterblich Liebende nicht tot zu kriegen ist.
Sie ist alles Ersparte und jede Mühe wert. Es gibt keine
„vergebliche Liebesmüh‘“.

Fra’ Georg Lengerke
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„Vergebliche Liebesmüh? Joh 6,24-35“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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