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Wir reisen in die 90er Jahre. Was waren die 90er für eine Zeit in
Südkorea? Es war eine Zeit des schnellen Wandels. Die
Demokratisierung des Landes Schritt voran, man holte die
technische Entwicklung auf, das Internet war das neue Tor zur
Welt, es entstanden erste Multiplex-Kinos und große
kapitalistische Unternehmen wurden zu den großen Playern in der
Filmwelt. 1993 wurde der bis dato erfolgreichste Film der
südkoreanischen Filmgeschichte veröffentlicht. Seopyeonje von
Regisseur Im Kwon-taek, ein Film über eine Familie von Pansori
Musiker*innen. Der Film dreht sich nicht nur diese traditionelle
Kunstform und die Frage, wie weit Menschen gehen, um
künstlerische Perfektion zu erlangen. Seopyeonje ist auch ein
Film über sozialen Umbruch. Er spielt in den 60er Jahren, als die
klassischen koreanischen Künste noch unter den Spätfolgen der
Kolonialzeit litten und zugunsten des westlichen Einflusses auf
die Popkultur verdrängt wurden. Der Entstehungszeitpunkt des
Films in den 90er Jahren war ebenfalls eine Zeit des Umbruchs:
Mit Kim Young-sam hatte zum ersten mal seit Jahrzehnten wieder
ein Zivilist das Amt des Präsidenten inne. Südkorea war auf der
Suche nach einer Identität in der globalisierten Welt und durch
Seopyeonje konnte man sich auf seine traditionsreiche Geschichte
besinnen - was den großen Erfolg des Films erklärt. 2003 
wurde Pansori von der UNESCO in die Liste der Meisterwerke des
immatriellen Erbes der Menschheit aufgenommen. In der Folge
argumentieren Fiona Caesar (Project K) und ich, dass der Film
daran wohl nicht ganz unbeteiligt war.

E-Mail: kinokorea@gmx.de

Twitter: @kinokorea

Instagram: @kinokorea_podcast

Letterboxd: kim_chi

Homepage des Korean Film Festivals

Links und Literatur:

Seopyeonje (1993) - der ganze Film auf dem Kanal des Korean Film
Archive

Chung Sun-ill, Im Kwon-taek (2007)

Südkorea: Comeback des Pansori-Gesangs (Arte Doku)
Episode melden

„Seopyeonje (1993)“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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