Neulich hatte ich bereits über das storygetriebene Survival-Game
Subnautica gesprochen. Auch in meinem heutigen Spiel geht es um das
Überleben in einer gefährlichen Umgebung, nur dass diese bei
Hellion nicht so bunt und lebendig ausfällt. [...]
Neulich hatte ich bereits über das storygetriebene Survival-Game
Subnautica gesprochen. Auch in meinem heutigen
Spiel geht es um das Überleben in einer gefährlichen Umgebung,
nur dass diese bei Hellion nicht so bunt und
lebendig ausfällt. Außerdem gibt es keine verfolgbare Story und
stattdessen einen Online-Multiplayer. Jetzt könnte man denken,
dass wir es hier nur mit einem ganz normalen Survival-Vertreter
zu tun haben. Dem ist nicht so.
Ebenfalls war kürzlich Star Citizen mein Thema
und Hellion wurde vor einiger Zeit von einem
Streamer, dessen Video ich auf YouTube gesehen
hatte, als Star Citizen-Killer betitelt.
Selbstverständlich ist das nicht viel mehr als Clickbait, denn
obwohl beide Spiele im Weltraum stattfinden und es betretbare
Raumschiffe gibt, so gehen diese SciFi-Kollegen in fundamental
andere Richtungen. Trotzdem hat mich Hellion mit
seinem Grad an Realismus und dem Basenbau als Spielkern
angesprochen und so konnte ich es kaum erwarten es
auszuprobieren.
Wenn man Hellion startet, dann bekommt man
erstmal ein kleines Intro-Video gezeigt, in welchem es darum
geht, warum man gleich alleine im Weltall aufwachen wird und um's
Überleben kämpfen muss. Doch das ist eher nebensächlich. Dann
könnt ihr euch entscheiden, ob ihr im Multiplayer spielen möchtet
oder lieber offline bleiben wollt. Ich persönlich präferiere den
Singleplayer, weil ich hier nicht auf Server zugreifen muss, die
vielleicht bald mitsamt meiner Basis verschwinden. Dafür bleibt
mir natürlich die Erfahrung verwehrt mit anderen Spielern
zusammenzuarbeiten oder gegen diese zu Kämpfen. Das volle
Erlebnis bekommt man also nur Online. Für die entspannte Runde
zwischendurch reicht es offline aber allemal.
Nun wacht man also in einer Kryo-Kapsel aus einem langen Schlaf
auf und stellt schnell fest, dass die eigene Situation derzeit
nicht wirklich angenehm ist. Ihr tretet durch die ersten paar
Schleusen der Raumstation und schwebt plötzlich durch einen Raum
dessen Schwerkraft ihr erst wieder aktivieren müsst. Dann
versucht ihr den Strom und die Lebenserhaltung der Station
halbwegs in Gang zu bringen und stellt dann fest, dass eure
Ressourcen und Möglichkeiten an Bord eher begrenzt sind. Als
neuer Spieler, der sich vorher keine Tutorials angesehen hat,
dürfte man bis zu diesem Punkt bereits eine Weile brauchen. Doch
spätestens dann stellt man vermutlich äußerst schnell fest, dass
die Station auf der man sich befindet nicht nur äußerst unsorgsam
(oder gar nicht) gewartet wurde, sondern dass diese auch
außerordentlich klein ist. Auf so einem kleinen Ding lässt es
sich weder lange noch entspannt leben. Also auf in die Weiten des
Alls! Vielleicht findet man dort ja was Nützliches. Zum Glück
gibt es auf der Station noch mehr als genug Teile von
Raumanzügen, die man sich nun zügig überstülpt. Eine Schleuse
scheint nach außen zu führen, doch sobald man diese, mithilfe
eines Hebels, manuell dazu zwingt sich zu öffnen, wird man
zusammen mit der Luft in das Vakuum gesaugt. Das kann man so
machen, aber falls man Sauerstoff sparen möchte, dann könnte man
auch mithilfe eines Terminals die gesamte Luft der Station
vorrübergehend in Tanks speichern und dann einfach sanft nach
draußen gleiten. Vor eurer kleinen Station findet ihr
standardmäßig ein kleineres Raumschiff und ein
Luftschleusen-Modul. Außerdem ist es spätestens jetzt an der Zeit
die Steuerung zu verinnerlichen, damit euch weder Luft noch
Treibstoff ausgehen, bevor es zu spät ist. Die möglichst
realistische Mechanik der Fortbewegung in der Schwerelosigkeit
ist übrigens, meiner Meinung nach, sowohl der härteste, als auch
der interessanteste Teil dieses Survival-Games. Wenn man sich
bereits mit derartiger Fortbewegung in Spielen auskennt, dann
wird es vermutlich nicht so schwer. Als Neuling erfordert es
Übung und Anstrengung bis man sich irgendwann selbst souverän
durch's all schießt.
Sterben gehört übrigens in den meisten Fällen zum Spiel dazu.
Online noch mehr als im Singleplayer. Dadurch lernt man das
Handwerk des Überlebens auf die harte Tour und stirbt mit der
Zeit immer seltener. Das Spiel fordert dabei stets ein gewisses
Maß an Aufmerksamkeit. Man muss darauf achten, dass einem die
Ressourcen nicht ausgehen, dass das Helmvisier geschlossen ist,
wenn man einen Weltraumspaziergang macht und dass man weiß wie
man die Systeme und Komponenten bedient und verwaltet. Eine
gewisse Affinität dazu Probleme zu lösen und Schwierigkeiten zu
überwinden sollte man mitbringen. Ansonsten kommt vermutlich
wenig Spaß auf und man fühlt sich eher gestresst und ist
frustriert, wenn mal etwas nicht klappt. Also nicht vergessen:
Spaß haben und entspannt bleiben. Nicht verzagen und auch gerne
mal im Internet nachsehen, wenn man mal irgendetwas nicht weiß.
Man könnte fast denken, dass ich mich mit meiner Spieleauswahl
gerne regelmäßig selbst quäle, doch sei eines gesagt: es geht
auch in diesem Spiel um die hart erarbeiteten Erfolgserlebnisse.
Ihr könnt nun also das erste Modul an eure Station andocken -
auch das erfordert anfangs etwas Übung und Geduld. Habt ihr das
geschafft, so könnt ihr euer Zuhause in Zukunft verlassen ohne es
gleich komplett zu dekompressieren oder Unmengen an wertvoller
Luft zu verlieren. Vorher empfiehlt es sich jedoch an Bord des
Schiffes zu gehen und mit diesem kleinen Arbeitstier eure Station
aus der Umlaufbahn des Trümmerfelds herauszubringen, in welchem
ihr euch derzeit befindet. Tut ihr das nicht, so rast regelmäßig
Weltraumschrott in eure Station und ihr müsst unnötigerweise Zeit
und Ressourcen in die Reparatur stecken.
Ab jetzt kann es wirklich los gehen. Ihr könnt erstmal damit
anfangen eurem kleinen Raumschiff einen Namen zu geben und ein
Logo dafür auswählen - das ist nicht nötig, aber nett. Dann fangt
ihr an per Warp-Antrieb das Sternsystem zu erkunden und
Ressourcen, Gegenstände und Module zu finden und zu eurer Station
zu bringen. Diese lasst ihr wachsen und fügt durch die Module
nützliche Funktionen, wie einen Lagerraum, verbesserte
Stromversorgung oder eine Crafting-Werkstatt hinzu. Die
Warp-Sprünge können übrigens eine Weile dauern, was einem die
Möglichkeit gibt entspannt ein paar Dinge an Bord des
Raumschiffes zu ordnen und vorzubereiten. Auch ein größeres
Raumschiff könnt ihr finden und sogar Asteroiden-Mining
betreiben, um an Ressourcen zu kommen. Vermutlich werdet ihr auch
die ein oder andere Station finden, erkunden und nützliche Dinge
von ihr mitnehmen, wenn ihr nicht gerade von automatisierten
Geschütztürmen bedrängt werdet. Im Multiplayer bietet
Hellion durch andere Spieler natürlich mehr
Möglichkeiten und auch Gefahren.
Essen und Trinken müsst ihr in der aktuellen Version übrigens
nicht. Da sich das Spiel allerdings noch in der Entwicklung
befindet kommen immer wieder neue Mechaniken und Verbesserungen
dazu.
Wie bei vielen Survival-Games üblich spielt man so lange bis man
entweder all das im Spiel erreicht hat, was man erreichten wollte
und das Überleben an sich kein Problem mehr darstellt oder bis
man merkt, dass man theoretisch an einem Punkt ist an dem man
fähig ist alles zu erreichten, es aber einfach eine enorme Menge
Zeit in Anspruch nehmen würde. Wie bereits angedeutet: Im
Multiplayer trägt sich das Spiel vermutlich länger.
Hellion stellt sich mit seinem passend
gewählten, tristen Stil, solider Grafik, der realitätsnahen
Physik und dem herausfordernden Ressourcen-Management, sowie mit
der gebotenen Immersion und den gegebenen
Individualisierungsmöglichkeiten auf eine gute, eigenständige
Position auf dem Weltraum-Survival-Markt. Mit genug Zeit,
Frusttoleranz, Geduld und Spaß an Survival kann man viel Freude
an Hellion haben. Da auch weiterhin durch
Updates Features dazukommen, das Gameplay verbessert und Bugs
beseitigt werden, freue ich mich darauf auch zukünftig eine gute
Zeit mit Hellion zu verbringen, eine immer
größere Station zusammenzusetzen und dafür zu sorgen, dass mir
weder Sauerstoff, noch Treibstoff ausgeht.
Bis bald,
Euer Felix.
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