Ich liebe Sci-Fi-Filme. Noch mehr liebe ich es, wenn diese sich
selbst und die von ihnen angesprochenen Thematiken ernst nehmen.
Arrival tut das - zum Ende hin vielleicht sogar zu sehr. [...]
Achtung, Spoiler!
Ich liebe Sci-Fi-Filme. Noch mehr liebe ich es, wenn diese sich
selbst und die von ihnen angesprochenen Thematiken ernst nehmen.
Arrival tut das - zum Ende hin vielleicht sogar
zu sehr.
Der Filmeinstieg ist eher traurig und menschlich, statt
außerirdisch. Man lernt die Protagonistin Louise und deren
Tochter kennen, die leider an einer Krankheit starb. Dann
begleiten wir die Mutter in ihrem Alltag als Dozentin für
Sprachen, als während ihrer Vorlesung merkwürdige Flugobjekte
rund um die Welt gesichtet werden. Nun die folgende Zeit im
Schnelldurchlauf: Aliens greifen vorerst nicht an; Louise wird
als Sprachwissenschaftlerin von der amerikanischen Regierung, mit
dem Physiker Ian, zu einem der minimalistischen, schwarzen UFOs
gebracht; die beiden nehmen Kontakt mit den Aliens auf; ihre
Symbolsprache wird langsam entschlüsselt; Kommunikation ist
irgendwann grundlegend möglich; Länder kooperieren plötzlich
nicht mehr miteinander bei der Entschlüsselung der Sprache;
Botschaften der Aliens werden falsch verstanden; Krieg gegen
Aliens wird von einigen Ländern erklärt (aber noch nicht
umgesetzt); Louise klärt (mit Hilfe von Ian) das Missverständnis
auf und rettet die Welt, indem sie den General eines anderen
Landes auf seiner Privatnummer anruft und ihm die letzten Worte
seiner toten Frau wiedergibt. Sowohl die Privatnummer, als auch
die Worte hat sie aus einem Gespräch mit ihm, das sie in der
Zukunft gehalten haben wird. Sie sieht die Zukunft, Vergangenheit
und Gegenwart, weil sie die Sprache der Aliens verstanden hat,
welche im Übrigen ein großes Geschenk der Außerirdischen an die
Menschheit darstellt..
Das ist zwar wirklich sehr heruntergebrochen und wird filmisch
wunderbar dargestellt, doch ist es letztendlich leider auch etwas
hanebüchen. Zum Schluss wird man mit einem merkwürdigen Gefühl
hinterlassen. Irgendwie ist alles ein wenig paradox und die
Love-Story (welche im Verlaufe des Filmes nur ganz seicht
gestreift wird) nimmt zum Schluss viel zu schnell Fahrt auf,
wirkt aber eher melancholisch und nicht ganz angenehm.
Ich möchte dem Film einige Dinge zugute halten: die stimmigen,
spannenden Bilder, eine angenehme Geschwindigkeit, gutes
Schauspiel und tolle Sounds (auch wenn diese vielleicht manchmal
zu laut sind). Leider scheint Arrival schlauer
sein zu wollen, als es letztendlich ist. Hierüber kann man
natürlich streiten. Der eine sagt, dass man die Art von
Wahrnehmung, welche Louise am Ende des Filmes beherrscht, als
Mensch nur schwer erfassen kann und sie filmisch gut genug
umgesetzt ist, um ein Verständnis dessen zu ermöglichen. Jemand
anders meint vielleicht eher, dass der Film den Fokus mehr auf
reale Werte hätte setzen können. Zusammenhalt und Konflikte in
der Menschheit sind ein großes Thema im Film, werden aber leider
irgendwann von der Wahrnehmungserweiterung unserer Protagonistin
und den damit verbundenen Zeitreiseparadoxa überdeckt. Das erhöht
den Wow-Faktor, schmälert aber den Wiedersehwert und sagt im
Grunde aus, dass es auf unserer Erde kein Mittel gibt, durch das
man weltweiten Frieden und Verständnis erreichen kann, sondern
wir Aliens und deren Mittel brauchen, um dieses Ziel zu
erreichen. Da ich aber nicht das Gewicht der Welt auf diesen Film
legen will und ich durchaus gut unterhalten war, möchte ich
abschließend sagen, dass man den Film vielleicht nicht ganz so
ernst nehmen sollte, wie er sich selbst nimmt - dann hat man
einen gut gemachten, spannenden Sci-Fi-Thriller.
Bis bald,
Euer Felix.
P.S.: Irgendwann merkt man, dass die Tochter, von der man dachte,
dass sie am Anfang des Filmes starb, eigentlich das noch
ungeborene Kind von Louise und Ian ist, welches sie erst noch
bekommen werden.
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