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Film | Extinction

Film | Extinction

EnterCast vor 8 Jahren
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Achtung, Spoiler! || Worum geht es in Extinction? Wie der Titel es
vielleicht vermuten lässt: Um Auslöschung. Was wir ausgelöscht?
Anscheinend die Menschheit. Doch erstmal fängt alles mit dem
relativ normalen Alltag vom etwas bedrückten Vater [...]
Achtung, Spoiler!

Worum geht es in Extinction? Wie der Titel es
vielleicht vermuten lässt: Um Auslöschung. Was wir ausgelöscht?
Anscheinend die Menschheit. Doch erstmal fängt alles mit dem
relativ normalen Alltag vom etwas bedrückten Vater und Elektriker
Peter an. Diese Hauptfigur des Films hat einige, sein Leben
störende Visionen von einer schrecklichen Invasion.

Am Anfang war ich mir wirklich nicht sicher, ob der Film ein
Familiendrama sein wird und diese Visionen tatsächlich reine
Einbildung sind oder die Story in Richtung Matrix geht, wo sich
bald herausstellt, dass er gefangen in einer Illusion lebt und
Flashbacks zur Realität hat. Wie sich später rausstellte lag ich
gar nicht mal so falsch mit diesen beiden Gedanken. Aber im Kern
geht es doch um die stattfindende Invasion.

Denn genau im richtigen Moment schlägt
Extinction von einem rätselhaften Drama auf ein
bedrückendes Invasionsszenario um. Plötzlich, ein greller Blitz
am Himmel - ein flammender Meteor stürzt zur Erde. Eigentlich
eher viele kleine Landungsschiffe. Es zeigen sich epische Bilder
in der Großstadt und ein spannender, stets beklemmender Kampf
um's Überleben beginnt. Das Design der Invasoren hat mir zwar
eher weniger zugesagt, da sie zu menschlich wirkten und offenbar
merkwürdige Anzüge trugen, aber auch hier wurde zumindest einer
der Punkte später erklärt.

Mir hat es gefallen, dass der Protagonist Peter, der ja schon
vorher durch seine Visionen mental etwas vorbereitet war, nicht
sofort zum großen Helden wird. Auch er ist mit der Situation
überfordert und versucht nur seine Familie zu retten. Zum Glück
hat er einen Plan: auf zu seinem Arbeitsplatz, der sicherste Ort
der ihm einfällt und zu dem ihm seine Visionen leiten. Auf seiner
Flucht kann er sogar ein paar der unheimlichen, geheimnisvollen
Invasoren töten. Im Nahkampf schafft er es sogar einem sehr
hartnäckigen Verfolger das Helmvisier zu zerschlagen. Jetzt
ergibt es auf einmal Sinn, dass die Aliens so menschlich wirken -
denn es sind offenbar Menschen. Glücklicherweise spricht der
besiegte Feind sogar die selbe Sprache. Natürlich tötet Gutmensch
Peter ihn nicht, sondern lässt ihn seine schwer verwundete Frau
tragen. Auf diese Weise kann Peter bewaffnet bleiben und muss
seine Frau dabei nicht zurücklassen. So wird der Feind irgendwie
zum Helferlein.

Leider lebt der Film sehr von seinen Twists. Ich muss zugeben,
dass ich zu diesem Zeitpunkt noch dachte, dass die Enthüllung der
Identität der Invasoren die einzige große Wendung sein würde,
doch zum zweiten Höhepunkt komme ich gleich noch.

Erst nochmal kurz zum komischen Anzugdesign der menschlichen
Invasoren: Warum? Ich hatte nicht das Gefühl, dass diese
Rüstungen besonders praktisch wären. Eine kleine Erklärung wäre
nett gewesen. So hatte ich das Gefühl, dass diese organisch
wirkenden, mit Kugeln übersäten Riesenstrampler mit merkwürdigen
Schuhen nur dafür gedacht waren, den Zuschauer möglichst lange
zum Narren zu halten. Es gibt von mir aber einen Pluspunkt dafür,
dass hier viel auf handgemachte Kostüme und nicht so sehr auf CGI
gesetzt wurde.

Sie kommen dann also beim Arbeitsplatz von Peter an und werden
dort nett von bewaffneten Widerständlern begrüßt und mit in die
schützenden Räumlichkeiten geführt. Alle Überlebenden sollen
schnell mit einer alten U-Bahn evakuiert werden, damit bald von
einem entfernten Ort zum Gegenschlag ausgeholt werden kann. Doch
leider geht es der Frau von Peter inzwischen noch schlechter und
niemand scheint ihr helfen zu können. Doch der ursprünglich
feindliche Invasoren-Soldat, den Peter mitgebracht hat, offenbart
unter Druck, dass er helfen kann. Da das anscheinend die letzte
Chance ist seine Frau zu retten, willigt Peter ein.

Jetzt kommt der zweite große Twist: Offenbar ist seine Frau eine
synthetische Lebensform. Und nicht nur sie, sondern anscheinend
auch alle anderen Erdbewohner. Peter ist geschockt von seiner
mechanischen Anatomie, will seiner Liebe aber natürlich trotzdem
helfen. Also lässt er sich mit seiner Frau durch ein
herumliegendes Kabel verbinden und überträgt ihr Energie.
Inzwischen klärt ihn sein neuer Verbündeter über die
Vergangenheit und die Beweggründe hinter der Invasion auf.
Gestützt wird die Vergangenheitsaufbereitung durch Flashbacks von
Peter.

Hier die Kurzfassung: Menschen bauen Synths. Synths sind quasi
Arbeitsmaschinen. Arbeitsmaschinen entwickeln Emotionen. Menschen
haben Angst vor Maschinen mit Emotionen. Menschen fangen an
Synths zu jagen. Synths wehren sich und vertreiben die
Menschheit. Menschheit kehrt nach ungefähr 50 Jahren auf dem Mars
auf die Erde zurück, um sie zurückzuerobern.

Jetzt fragt man sich vielleicht, warum die Synths auf der Erde
das nicht mehr wussten. Keine Sorge, dafür gibt es eine ganz
logische Erklärung. Denn was machen die Synths mit ihrer neu
gewonnen Freiheit und Emotionen? Klar, sie löschen alle ihre
Erinnerungen und ersetzen sie durch Erinnerungen an ein rein
menschliches Leben. Dann gehen sie einfach ihrem Alltag nach.
Seit 50 Jahren. Hier bewahrheitet sich der Gedanke: Man muss
seine Vergangenheit kennen, um Fortschritt zu machen. Und diese
Synths wussten nicht einmal was sie sind. Sie haben sich zu einem
Leben in Unwissenheit entschieden und sich quasi selbst
versklavt. Natürlich taten sie dies, um die schrecklichen Dinge
zu vergessen, die sie den Menschen angetan haben und die ihnen
angetan wurden, aber damit legten sie sich selbst in Ketten und
begrenzten ihre Möglichkeiten. Doch sie waren nicht ganz
unvorbereitet auf die Invasion. Denn einige wenige von ihnen
haben sich nicht zurücksetzen lassen und ihre Erinnerungen
behalten. Die einzige Person von der man sicher weiß, dass sie
eine dieser wissenden Synths ist, ist der Chef von Peter - die
einzige Machtperson, welche man im Film kennen lernt. Für mich
hat das ein ungutes Gefühl hinterlassen. Eine Person die seit 50
Jahren andere Personen anführt und die Gehirne ihrer Angestellten
offenbar regelmäßig überschreiben lässt, damit diese ihr normales
Leben weiterführen und effektiv Arbeiten können. Klingt für mich
nach einer Art Diktatur. Leider kann ich das weder bestätigen,
noch widerlegen. Es ist lediglich eine Vermutung meinerseits, da
man nie einen Regierungsvertreter oder ähnliches sieht. Egal wie
man es dreht und wendet: Der Großteil der Bevölkerung wird
unwissend gehalten und kann sich somit nicht wirklich
weiterentwickeln. Das lässt sich vielleicht schon damit
begründen, dass die Synths denken, dass sie Menschen sind und
auch Kinder großziehen, aber die Kinder nie älter werden. Also
muss spätestens alle paar Jahre die gesamte Familie und am besten
auch Freunde und Verwandte gleichzeitig zurückgesetzt werden.
Allerdings sind diese Gedankengänge vielleicht etwas unfair
gegenüber den Intentionen des Filmes. Die sind vermutlich: Gute
Bilder, Drama, Spannung und Überraschung. Das hat er für mich
definitiv erreicht.

Trotzdem hat mir diese Lücke an Hintergrundinformationen der
Synth-Gesellschaft den Film irgendwie versaut. Ein Film ist
manchmal stärker, wenn er auf solche Wendungen verzichtet. Denn
diese senken den Wiedersehwert enorm. Quasi ab der Hälfte des
Filmes weichen die starken, emotionalen Szenen, erklärenden
Dialogen die große Geheimnisse enthüllen und mich überraschen
sollen. Überrascht war ich zwar, aber nur bis die Unzufriedenheit
in mir hoch kam. Den Anfang des Films kann ich sicherlich noch
einmal genießen, aber die zweite Hälfte würde mich dann sicher
langweilen.

Als seine Frau schließlich aufwacht, weiß sie wie durch ein
Wunder plötzlich alles, was Peter eben erfahren und an das er
sich erinnert hat. Warum es für die Story nötig war, dass seine
Frau das alles weiß, ist mir nicht klar, aber vielleicht kann man
es mit einer Datenübertragung durch das Kabel erklären, mit dem
sie immer noch verbunden waren.

Der Invasoren-Soldat hat inzwischen erkannt, dass die Synths
eigentlich ganz cool sind und er sie nicht mehr unbedingt
erschießen will und Peter und seine Frau rennen schnell zur
U-Bahn. Die Bahn fährt zwar schon, doch im letzten Moment kommen
die beiden um die Ecke, mit einer Menge feindlicher Soldaten
hinter ihnen. Sofort stoppt die Bahn, die beiden steigen ein und
alle fahren sicher weg. Zumindest wäre das irgendwie logisch
gewesen.

Denn eigentlich war es so: Die Bahn hält an, die Kinder der
beiden rennen heraus und auf ihre Eltern zu. Dann umarmen sie
sich extra lange vor dem Zug, während die feindlichen Soldaten
aufholen und sich positionieren. Der Chef von Peter kommt aus dem
Zug, um sie rein zu begleiten und wird dabei fast erschossen.

Das mit der Umarmung hätte man wirklich auch in der Bahn machen
können. Damit, dass das Geschütz hinten am Zug Feuerschutz hätte
geben können, will ich gar nicht erst anfangen.

Aber was soll's. Der Anfang von Extinction hat
mir echt gefallen. Mitreißende Stimmung, super Schauspiel, toller
Aufbau und beeindruckende Bilder. Hätte der Film etwas
bodenständiger weitergemacht, dann hätte er etwas großes werden
können. So reiht er sich neben Filmen wie Matrix
3 ein, statt neben Matrix 1 oder als
Familiendrama-Version von Cloverfield.
Allerdings weiß ich auch, dass ich kleinere Ungereimtheiten in
Filmen manchmal zu kritisch sehe. Es hat mich einfach traurig
gemacht einen neuen potenziellen Lieblingsfilm so zu Ende gehen
zu sehen. Solltet ihr ihn erst anschauen, nachdem ihr das alles
von mir gehört habt, dann versucht es während des Ansehens
auszublenden. Wenn ihr den Film für mich argumentativ retten
könnt, dann tut das bitte in den Kommentaren. Es ist für mich wie
mit Star Wars Episode 8 - ich will ihn lieben, aber ich kann es
einfach nicht.

Wie es heutzutage Mode ist, lässt sich der Film natürlich ein
offenes Ende, damit man einen zweiten Teil drehen kann. Die
wichtigsten Charaktere leben noch und die Invasion ist im vollen
Gange. Tatsächlich wünsche ich mir sogar einen zweiten Teil. Dort
kann man dann auf die Probleme der Synth-Gesellschaft und die
Fehler der Menschheit eingehen - vielleicht gibt es sogar ein
Happy-End. Sollte das so eintreten, dann streicht meine
Kritikpunkte und tragt Extinction in meine
Favoriten-Liste ein.

Bis dahin,

Euer Felix.

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Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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