Anmeldung Registrierung
Auto Hell Dunkel
Erweiterte Suche

Stichtel

Im meinem Profil erfährst du mehr über mich und meine Podcast-Vorlieben.

Registriert vor 2 Jahren
Meine Kommentare

vor 2 Wochen

#258 (Sommergespräch mit Jan Josef Liefers)

Das Geschwätz des ach so intellektuellen Liefers ist nur schwer zu ertragen. Hinter vermeintlicher Souveränität und Allgemeinplätzen wird eine Person deutlich, die mit der AFD und deren Siegeszug offensichtlich kaum etwas zu tun hat. Eine Auseinandersetzung mit dieser gesichert rechtsradikalen Truppe ist nicht zu erkennen. Die Krönung liegt in der Schilderung der Dreharbeiten des Zeh-Drehbuches in einem Ort in Sachsen-Anhalt. Nur nette, freundliche Menschen – keine Glatzen, keine Springerstiefel. Dafür Hilfsbereitschaft und eine grundsätzlich positive Erinnerung an diese Drehtage. Herr Liefers hat in der „heilen Welt“ gedreht? Mitnichten! Vielmehr zeigen die AFD-Wähler (noch) eine weichgespülte Fassade. Die rassistischen und rückwärtsgewandten Einlassungen und Zielstellungen der AFD sind längst tief in das Bewusstsein seiner Wähler eingegangen. Das nette Bild nach außen sollte nicht durch Argumente, Erinnerungen oder Hinweise gestört werden. Denn dann zeigt der AFD-Wähler seine weniger sympathische Seite. Auch einem Liefers sollte klar sein, dass Radikalität optisch wohl kaum zu erkennen ist. Unabhängig davon wurde sicher auch in diesem Ort die AFD mit über 40 % gewählt. Er ist ein langsam alter, weißer Mann, durch seine Schauspielerei in Münster für eine breite Masse Publikum für seichte Unterhaltung akzeptiert. Was hatte er erwartet, sofern er auf jedes politische Statement verzichtet hat. Schon mit der „falschen“ Hautfarbe wären seine Erlebnisse wohl andere gewesen. Das diese Menschen mit Ihrer Wahl für die AFD deren Wahlprogramm akzeptieren – kein Hinweis darauf. Kein Wort dazu, dass diese Menschen bereit sind, die rassistischen Ungeheuerlichkeiten der AFD zu tolerieren. Was für ein Künstler ist Liefers, dass er die kulturpolitischen Ausfälle der AFD, durch deren Wähler unterstützt, mit keinem Wort erwähnt. Das ist nicht souverän, das ist gedankenlos. Was mich ebenfalls gestört hat – weder Precht noch Lanz haben etwas mehr Tiefe in der Diskussion angemahnt. Dieser Podcast fällt in seiner Qualität deutlich von vielen anderen dieser Reihe ab.