Kreisky Forum Talks Archiv
399 Episoden
45 Minuten
Peter Michael Lingens im Gespräch mit Elfriede Hammerl, Nikolaus Kowall, Wolfgang Petritsch und Sonja Schneeweiss
ZEITZEUGE EINES JAHRHUNDERTS
Die Familiengeschichte Peter Michael Lingens‘ ist aufs Engste mit der Geschichte des 20. Jahrhunderts verzahnt. Sein Buch „Zeitzeuge eines Jahrhunderts“ ist ein Plädoyer gegen den Neoliberalismus, von dem er fürchtet, dass er die EU sprengen und einen neuen Faschismus herbeiführen könnte. Der inhaltliche Bogen spannt sich von den familiären Wurzeln in einer in einer Industriellendynastie über das intellektuelle Milieu im Verband sozialistischer Studenten der Zwischenkriegszeit, in dem seine Mutter sich bewegte, bis hin zu den prägenden Stationen seiner journalistischen Karriere in wichtigen Medien des Landes. Dabei führt uns Lingens durch die politischen Skandale der 70er und 80er bis hin zu den geopolitischen und wirtschaftlichen Bedrohungen unserer Gegenwart, wie sie sich insbesondere in der Präsidentschaft Donald Trumps und der Aggression Wladimir Putins manifestierten.
Bei der Buchpräsentation im Bruno Kreisky Forum spricht Peter Michael Lingens mit Christian Kern und Elfriede Hammerl über prägende Ereignisse seiner Familiengeschichte, seiner Zeit als Journalist und über aktuelle Probleme und Herausforderungen für Österreich und Europa.
Peter Michael Lingens, Jahrgang 1939, war Berichtsaalberichterstatter des Kurier, Herausgeber von profil und Wochenpresse/Wirtschaftswoche, Co-Chefredakteur des Standard und ist derzeit Kommentator der Wochenzeitung Der Falter.
Elfriede Hammerl ist Journalistin, Kolumnistin, u.a. beim profil, und Schriftstellerin
Nikolaus Kowall, Wirtschaftswissenschafter, Gründungsmitglied der Sektion 8 Wolfgang Petritsch, Diplomat, Präsident des Österreichischen Instituts für internationale Politik (oiip) Sonja Schneeweiss, Wirtschaftswissenschafterin, Europasprecherin des BSA (Bund sozialdemokratischer AkademikerInnen, Intellektueller und KünstlerInnen
In Zusammenarbeit mit dem Böhlau Verlag
ZEITZEUGE EINES JAHRHUNDERTS
Die Familiengeschichte Peter Michael Lingens‘ ist aufs Engste mit der Geschichte des 20. Jahrhunderts verzahnt. Sein Buch „Zeitzeuge eines Jahrhunderts“ ist ein Plädoyer gegen den Neoliberalismus, von dem er fürchtet, dass er die EU sprengen und einen neuen Faschismus herbeiführen könnte. Der inhaltliche Bogen spannt sich von den familiären Wurzeln in einer in einer Industriellendynastie über das intellektuelle Milieu im Verband sozialistischer Studenten der Zwischenkriegszeit, in dem seine Mutter sich bewegte, bis hin zu den prägenden Stationen seiner journalistischen Karriere in wichtigen Medien des Landes. Dabei führt uns Lingens durch die politischen Skandale der 70er und 80er bis hin zu den geopolitischen und wirtschaftlichen Bedrohungen unserer Gegenwart, wie sie sich insbesondere in der Präsidentschaft Donald Trumps und der Aggression Wladimir Putins manifestierten.
Bei der Buchpräsentation im Bruno Kreisky Forum spricht Peter Michael Lingens mit Christian Kern und Elfriede Hammerl über prägende Ereignisse seiner Familiengeschichte, seiner Zeit als Journalist und über aktuelle Probleme und Herausforderungen für Österreich und Europa.
Peter Michael Lingens, Jahrgang 1939, war Berichtsaalberichterstatter des Kurier, Herausgeber von profil und Wochenpresse/Wirtschaftswoche, Co-Chefredakteur des Standard und ist derzeit Kommentator der Wochenzeitung Der Falter.
Elfriede Hammerl ist Journalistin, Kolumnistin, u.a. beim profil, und Schriftstellerin
Nikolaus Kowall, Wirtschaftswissenschafter, Gründungsmitglied der Sektion 8 Wolfgang Petritsch, Diplomat, Präsident des Österreichischen Instituts für internationale Politik (oiip) Sonja Schneeweiss, Wirtschaftswissenschafterin, Europasprecherin des BSA (Bund sozialdemokratischer AkademikerInnen, Intellektueller und KünstlerInnen
In Zusammenarbeit mit dem Böhlau Verlag
1 Stunde 8 Minuten
Wilhelmine Goldmann, Ferdinand Lacina & Lucile Dreidemy im Gespräch
„ROTE BANDITEN“
Geschichte einer sozialdemokratischen Familie
Wilhelmine Goldmann gehört zu den VertreterInnen jener Generation, die erst spät angefangen hat, Fragen zu stellen. Die Geschichte ihrer Familie, vor allem die folgenschweren Auswirkungen des österreichischen Bürgerkriegsjahres 1934, blieb ihr lange verborgen. Es bedurfte mühsamer Recherchearbeit, um sie an die Oberfläche zu holen. Das Ergebnis ist eine über das Private hinausgehende Erzählung einer österreichischen Arbeitergeschichte. Am Beispiel ihrer Eltern macht Wilhelmine Goldmann die Entwicklung der Arbeiterklasse aus tiefem Elend zu Bildung und Wohlstand sichtbar. Ausgangspunkt ist der Industrieort Traisen im südlichen Niederösterreich. Den Eltern der Autorin war trotz Schulerfolgen eine höhere Bildung verschlossen. Immerhin konnte der Vater eine Lehre als Schriftsetzer abschließen, die Mutter erkämpfte sich einen Platz in der Handelsschule. Schon in ihrer Jugend begannen beide, sich politisch zu engagieren. Als überzeugte SozialdemokratInnen kämpften sie für Gerechtigkeit und Bildung und verteidigten im Schicksalsjahr 1934 die demokratische Republik gegen die Dollfuß-Diktatur. Nach 1945 nahm Goldmanns Vater seine politische Tätigkeit in Traisen wieder auf, engagierte sich am Wiederaufbau der Republik und wurde 1961 zum Bürgermeister von Traisen gewählt. Die schmerzliche Erfahrung des Jahres 1934 hat nicht nur das Leben seiner Generation geprägt, sie ist bis heute Konfliktstoff in der österreichischen Innenpolitik. Den Hass der „Bürgerlichen“ auf die „Sozis“ hat die Autorin auch in ihrem Berufsleben verspürt und sich immer gefragt: Wo kommt er her? Ihre Familiengeschichte ist der eindringliche Versuch einer historischen Klärung, der bis heute in beiden politischen Lagern ausgewichen wird, weshalb das Trauma des Bürgerkrieges immer wieder wie eine klaffende Wunde aufbricht.
Wilhelmine Goldmann: Nach dem Studium an der Wirtschaftsuniversität Wien war sie 20 Jahren in der Arbeiterkammer Wien tätig, in der Folge wirkte sie 16 Jahre lang als Managerin in Führungspositionen der ÖIAG, beim Postbus und in der ÖBB Personenverkehr AG. Danach war sie Aufsichtsrätin in verschiedenen Unternehmen, Kuratoriumsvorsitzende der Salzburger Festspiele und Universitätsrätin an der Kunstuniversität Graz.
Ferdinand Lacina: Ökonom, war seit seiner Jugend in der Sozialdemokratie aktiv. Er war u.a. Bundesminister für Finanzen (1986-1995), BM für öffentliche Wirtschaft und Verkehr (1984-86), Staatssekretär im Bundeskanzleramt (1982-84) und Kabinettschef von Bundeskanzler Kreisky (1980-82).
Lucile Dreidemy: Historikerin, ist Senior Lecturer am Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien, Redaktionsmitglied der Zeitschrift »zeitgeschichte« und Ko-Initiatorin der Forscher*innengruppe New Cold War Studies. Sie ist Austrofaschismus-Expertin, hat das Buch „Mythos Dollfuss » geschrieben und ist auch Mitglied der Historikerkommission zur Neugestaltung des Dollfuss Museums.
„ROTE BANDITEN“
Geschichte einer sozialdemokratischen Familie
Wilhelmine Goldmann gehört zu den VertreterInnen jener Generation, die erst spät angefangen hat, Fragen zu stellen. Die Geschichte ihrer Familie, vor allem die folgenschweren Auswirkungen des österreichischen Bürgerkriegsjahres 1934, blieb ihr lange verborgen. Es bedurfte mühsamer Recherchearbeit, um sie an die Oberfläche zu holen. Das Ergebnis ist eine über das Private hinausgehende Erzählung einer österreichischen Arbeitergeschichte. Am Beispiel ihrer Eltern macht Wilhelmine Goldmann die Entwicklung der Arbeiterklasse aus tiefem Elend zu Bildung und Wohlstand sichtbar. Ausgangspunkt ist der Industrieort Traisen im südlichen Niederösterreich. Den Eltern der Autorin war trotz Schulerfolgen eine höhere Bildung verschlossen. Immerhin konnte der Vater eine Lehre als Schriftsetzer abschließen, die Mutter erkämpfte sich einen Platz in der Handelsschule. Schon in ihrer Jugend begannen beide, sich politisch zu engagieren. Als überzeugte SozialdemokratInnen kämpften sie für Gerechtigkeit und Bildung und verteidigten im Schicksalsjahr 1934 die demokratische Republik gegen die Dollfuß-Diktatur. Nach 1945 nahm Goldmanns Vater seine politische Tätigkeit in Traisen wieder auf, engagierte sich am Wiederaufbau der Republik und wurde 1961 zum Bürgermeister von Traisen gewählt. Die schmerzliche Erfahrung des Jahres 1934 hat nicht nur das Leben seiner Generation geprägt, sie ist bis heute Konfliktstoff in der österreichischen Innenpolitik. Den Hass der „Bürgerlichen“ auf die „Sozis“ hat die Autorin auch in ihrem Berufsleben verspürt und sich immer gefragt: Wo kommt er her? Ihre Familiengeschichte ist der eindringliche Versuch einer historischen Klärung, der bis heute in beiden politischen Lagern ausgewichen wird, weshalb das Trauma des Bürgerkrieges immer wieder wie eine klaffende Wunde aufbricht.
Wilhelmine Goldmann: Nach dem Studium an der Wirtschaftsuniversität Wien war sie 20 Jahren in der Arbeiterkammer Wien tätig, in der Folge wirkte sie 16 Jahre lang als Managerin in Führungspositionen der ÖIAG, beim Postbus und in der ÖBB Personenverkehr AG. Danach war sie Aufsichtsrätin in verschiedenen Unternehmen, Kuratoriumsvorsitzende der Salzburger Festspiele und Universitätsrätin an der Kunstuniversität Graz.
Ferdinand Lacina: Ökonom, war seit seiner Jugend in der Sozialdemokratie aktiv. Er war u.a. Bundesminister für Finanzen (1986-1995), BM für öffentliche Wirtschaft und Verkehr (1984-86), Staatssekretär im Bundeskanzleramt (1982-84) und Kabinettschef von Bundeskanzler Kreisky (1980-82).
Lucile Dreidemy: Historikerin, ist Senior Lecturer am Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien, Redaktionsmitglied der Zeitschrift »zeitgeschichte« und Ko-Initiatorin der Forscher*innengruppe New Cold War Studies. Sie ist Austrofaschismus-Expertin, hat das Buch „Mythos Dollfuss » geschrieben und ist auch Mitglied der Historikerkommission zur Neugestaltung des Dollfuss Museums.
46 Minuten
IN KOOPERATION MIT BUCH WIEN & FALTER Radio
Robert Misik im Gespräch mit Milo Rau DIE RÜCKEROBERUNG DER ZUKUNFT
«Milo Rau ist ein Genie.» Die Welt
Der neue Intendant der Wiener Festwochen im Gespräch im Kreisky Forum!
Kritiker haben ihn schon den „einflussreichsten“ (Die Zeit) und den „kontroversesten“ (New York Times) Theaterkünstler unserer Zeit genannt – den aus der Schweiz stammenden Autor und Regisseur Milo Rau. Anfang dieses Jahres wurde er in einem spektakulären Mutanfall der Verantwortlichen zum neuen Intendanten der Wiener Festwochen gekrönt. Im dichten Stakkato haut er auch Bücher raus. Eben wurde die „Rückeroberung der Zukunft“ ausgeliefert. Milo Rau wirbelt durch die Welt, gefühlt ist er jede Woche auf einem anderen Kontinent. „Rückeroberung der Zukunft“, basiert auf den Zürcher Poetikvorlesungen des Vorjahrs. Poetik legt er da gleich in voller Breite aus, als Poetik von Solidarität, von gemeinschaftlichen Erfahrungen, Poetik des Kooperativen. Milo Rau ist all das: Künstler, Kämpfer, Denker. „Man kann nicht einsam denken“, sagt er. Ein ehrliches, herrliches, selbstironisches und kluges Buch.
Milo Rau, geboren 1977 in Bern, studierte Soziologie, Germanistik und Romanistik in Paris, Zürich und Berlin. Er ist fester Teil des „Literaturclubs“ im Schweizer Fernsehen, Intendant der Wiener Festwochen und Hauskünstler des NTGent. Seine Theaterinszenierungen und Filme waren bislang in über 30 Ländern zu sehen, werden zu den wichtigsten nationalen und internationalen Festivals eingeladen und vielfach ausgezeichnet, zuletzt mit dem Europäischen Theaterpreis und dem Schweizer Filmpreis. Legendär etwa die „Zürcher Prozesse“ oder die „Moskauer Prozesse“ und „Hate Radio“.
Moderation: Robert Misik, Autor und Journalist
Robert Misik im Gespräch mit Milo Rau DIE RÜCKEROBERUNG DER ZUKUNFT
«Milo Rau ist ein Genie.» Die Welt
Der neue Intendant der Wiener Festwochen im Gespräch im Kreisky Forum!
Kritiker haben ihn schon den „einflussreichsten“ (Die Zeit) und den „kontroversesten“ (New York Times) Theaterkünstler unserer Zeit genannt – den aus der Schweiz stammenden Autor und Regisseur Milo Rau. Anfang dieses Jahres wurde er in einem spektakulären Mutanfall der Verantwortlichen zum neuen Intendanten der Wiener Festwochen gekrönt. Im dichten Stakkato haut er auch Bücher raus. Eben wurde die „Rückeroberung der Zukunft“ ausgeliefert. Milo Rau wirbelt durch die Welt, gefühlt ist er jede Woche auf einem anderen Kontinent. „Rückeroberung der Zukunft“, basiert auf den Zürcher Poetikvorlesungen des Vorjahrs. Poetik legt er da gleich in voller Breite aus, als Poetik von Solidarität, von gemeinschaftlichen Erfahrungen, Poetik des Kooperativen. Milo Rau ist all das: Künstler, Kämpfer, Denker. „Man kann nicht einsam denken“, sagt er. Ein ehrliches, herrliches, selbstironisches und kluges Buch.
Milo Rau, geboren 1977 in Bern, studierte Soziologie, Germanistik und Romanistik in Paris, Zürich und Berlin. Er ist fester Teil des „Literaturclubs“ im Schweizer Fernsehen, Intendant der Wiener Festwochen und Hauskünstler des NTGent. Seine Theaterinszenierungen und Filme waren bislang in über 30 Ländern zu sehen, werden zu den wichtigsten nationalen und internationalen Festivals eingeladen und vielfach ausgezeichnet, zuletzt mit dem Europäischen Theaterpreis und dem Schweizer Filmpreis. Legendär etwa die „Zürcher Prozesse“ oder die „Moskauer Prozesse“ und „Hate Radio“.
Moderation: Robert Misik, Autor und Journalist
57 Minuten
„Aus Kreiskys Wohnzimmer“
Philipp Blom im Gespräch mit Cathrin Kahlweit
AUFKLÄRUNG IN ZEITEN DER VERDUNKELUNG
Das neue Buch von Philipp Blom ist der Aufruf zu einer neuen Klarheit des Denkens. Denn die Probleme von morgen können wir nicht mit der Denkweise und Philosophie von gestern bekämpfen. Wenn die wichtigsten politischen und philosophischen Errungenschaften der Aufklärung – Demokratie, Menschenrechte, evidenzbasiertes Denken – überleben sollen, müssen wir eine Lebensweise und ein Verständnis der Welt entwickeln, die dem menschlichen Wohlergehen verpflichtet sind und von planetarischer Gerechtigkeit getragen werden.
In existenziellen Krisen der Menschheit ist das Ethos der Aufklärung notwendiger denn je. In seinem kämpferischen Essay zeigt Philipp Blom: Es sind mit theologischem Schutt behaftete Ideen, die von der gemäßigten Hauptströmung der Aufklärung transportiert wurden und unser Denken und Handeln bis heute prägen. Jetzt ist es Zeit für die wahre, radikale Aufklärung!
Philipp Blom, geboren 1970 in Hamburg, studierte Philosophie, Geschichte und Judaistik in Wien und Oxford. Er lebt als Schriftsteller und Historiker in Wien. Zu den bekanntesten Büchern des vielfach ausgezeichneten Bestseller-Autors zählen Der taumelnde Kontinent, Die zerrissenen Jahre, Die Welt aus den Angeln, Was auf dem Spiel steht sowie zuletzt Die Unterwerfung. Neben seinen historischen und literarischen Werken ist Philipp Blom journalistisch tätig, moderiert die Sendung Punkt Eins auf dem österreichischen Kultursender Ö1, macht Filme wie die mehrfach preisgekrönte Dokumentarserie Der taumelnde Kontinent und kuratiert Ausstellungen in Europa und den USA.
Cathrin Kahlweit, Journalistin und Publizistin
Philipp Blom im Gespräch mit Cathrin Kahlweit
AUFKLÄRUNG IN ZEITEN DER VERDUNKELUNG
Das neue Buch von Philipp Blom ist der Aufruf zu einer neuen Klarheit des Denkens. Denn die Probleme von morgen können wir nicht mit der Denkweise und Philosophie von gestern bekämpfen. Wenn die wichtigsten politischen und philosophischen Errungenschaften der Aufklärung – Demokratie, Menschenrechte, evidenzbasiertes Denken – überleben sollen, müssen wir eine Lebensweise und ein Verständnis der Welt entwickeln, die dem menschlichen Wohlergehen verpflichtet sind und von planetarischer Gerechtigkeit getragen werden.
In existenziellen Krisen der Menschheit ist das Ethos der Aufklärung notwendiger denn je. In seinem kämpferischen Essay zeigt Philipp Blom: Es sind mit theologischem Schutt behaftete Ideen, die von der gemäßigten Hauptströmung der Aufklärung transportiert wurden und unser Denken und Handeln bis heute prägen. Jetzt ist es Zeit für die wahre, radikale Aufklärung!
Philipp Blom, geboren 1970 in Hamburg, studierte Philosophie, Geschichte und Judaistik in Wien und Oxford. Er lebt als Schriftsteller und Historiker in Wien. Zu den bekanntesten Büchern des vielfach ausgezeichneten Bestseller-Autors zählen Der taumelnde Kontinent, Die zerrissenen Jahre, Die Welt aus den Angeln, Was auf dem Spiel steht sowie zuletzt Die Unterwerfung. Neben seinen historischen und literarischen Werken ist Philipp Blom journalistisch tätig, moderiert die Sendung Punkt Eins auf dem österreichischen Kultursender Ö1, macht Filme wie die mehrfach preisgekrönte Dokumentarserie Der taumelnde Kontinent und kuratiert Ausstellungen in Europa und den USA.
Cathrin Kahlweit, Journalistin und Publizistin
54 Minuten
Oliver Rathkolb im Gespräch mit Manfred Matzka
SCHAUPLÄTZE DER MACHT Geheimnisse, Menschen, Machenschaften
Wenn Wände sprechen könnten, wüssten wir, was sich in der einstigen Döblinger Präsidentenvilla, im Palais Trautson, im Kriegsministerium am Stubenring, in der Herrengasse, im Winterpalais des Prinzen Eugen, am Ballhausplatz, in hinteren Winkeln der Hofburg, im Vorwärts-Haus und im Palais Todesco alles abspielte. Denn wo Macht und Menschen zusammenkommen, sind kuriose Persönlichkeiten ebenso nah wie große Skandale, absurde Intrigen, finstere Klüngel, revolutionärer Elan und schicksalhafte Begegnung.
Mit Manfred Matzka, der Österreichs politischen Betrieb von innen kennt wie wenig andere, blicken wir nun hinter die Architektur der Macht – und begegnen jenen oft ganz speziellen Charakteren, die von hier aus mal besser, mal schlechter gewaltet und geschaltet haben. Geschichten kommen an das Licht der Öffentlichkeit, die es in der Regel nicht tun: fundiert recherchierte, spannende und erhellende Einblicke, Zusammenhänge und Analysen, durchaus auch politisch subjektiv.
Manfred Matzka, Jurist, langjähriger Präsidialchef des Bundeskanzleramtes, Minister- und Kanzlerberater, ist ein fundierter Kenner des politischen Tagesgeschäfts in Österreich. Er arbeitete 40 ahre im Bundesdienst, lange auch als Kabinettschef, wurde von der Politik als Insider akzeptiert und respektiert und hält mit seiner stets ebenso gut begründeten wie pointierten Meinung nicht hinter dem Berg. Er ist Autor der Bestseller „Die Staatskanzlei“ sowie „Hofräte, Einflüsterer, Spindoktoren“.
Oliver Rathkolb ist Professor am Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien. Seit 2004 ist er Herausgeber der Fachzeitschrift „zeitgeschichte“. Er ist Vorsitzender des Hauses der europäischen Geschichte (Europäisches Parlament/Brüssel) und Mitglied des wissenschaftlichen Beirats des Kreisky Forums. Zahlreiche Publikationen zur Zeitgeschichte, zuletzt „Schirach. Eine Generation zwischen Goethe und Hitler“ (Molden-Verlag 2020, auch ins Englische und Französische übersetzt) sowie die mehrfach herausgegebene und ausgezeichnete Monographie „Die Paradoxe Republik. Österreich 1945-2015″(Paul Zsolnay Verlag Wien 2015; englische Übersetzung: Berghahn Books New York -Oxford 2021)
In Zusammenarbeit mit dem Brandstätter Verlag
SCHAUPLÄTZE DER MACHT Geheimnisse, Menschen, Machenschaften
Wenn Wände sprechen könnten, wüssten wir, was sich in der einstigen Döblinger Präsidentenvilla, im Palais Trautson, im Kriegsministerium am Stubenring, in der Herrengasse, im Winterpalais des Prinzen Eugen, am Ballhausplatz, in hinteren Winkeln der Hofburg, im Vorwärts-Haus und im Palais Todesco alles abspielte. Denn wo Macht und Menschen zusammenkommen, sind kuriose Persönlichkeiten ebenso nah wie große Skandale, absurde Intrigen, finstere Klüngel, revolutionärer Elan und schicksalhafte Begegnung.
Mit Manfred Matzka, der Österreichs politischen Betrieb von innen kennt wie wenig andere, blicken wir nun hinter die Architektur der Macht – und begegnen jenen oft ganz speziellen Charakteren, die von hier aus mal besser, mal schlechter gewaltet und geschaltet haben. Geschichten kommen an das Licht der Öffentlichkeit, die es in der Regel nicht tun: fundiert recherchierte, spannende und erhellende Einblicke, Zusammenhänge und Analysen, durchaus auch politisch subjektiv.
Manfred Matzka, Jurist, langjähriger Präsidialchef des Bundeskanzleramtes, Minister- und Kanzlerberater, ist ein fundierter Kenner des politischen Tagesgeschäfts in Österreich. Er arbeitete 40 ahre im Bundesdienst, lange auch als Kabinettschef, wurde von der Politik als Insider akzeptiert und respektiert und hält mit seiner stets ebenso gut begründeten wie pointierten Meinung nicht hinter dem Berg. Er ist Autor der Bestseller „Die Staatskanzlei“ sowie „Hofräte, Einflüsterer, Spindoktoren“.
Oliver Rathkolb ist Professor am Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien. Seit 2004 ist er Herausgeber der Fachzeitschrift „zeitgeschichte“. Er ist Vorsitzender des Hauses der europäischen Geschichte (Europäisches Parlament/Brüssel) und Mitglied des wissenschaftlichen Beirats des Kreisky Forums. Zahlreiche Publikationen zur Zeitgeschichte, zuletzt „Schirach. Eine Generation zwischen Goethe und Hitler“ (Molden-Verlag 2020, auch ins Englische und Französische übersetzt) sowie die mehrfach herausgegebene und ausgezeichnete Monographie „Die Paradoxe Republik. Österreich 1945-2015″(Paul Zsolnay Verlag Wien 2015; englische Übersetzung: Berghahn Books New York -Oxford 2021)
In Zusammenarbeit mit dem Brandstätter Verlag
47 Minuten
Monika Halkort in conversation with Munira Khayyat
A LANDSCAPE OF WAR
What worlds take root in war? This talk takes us to the southern border of Lebanon where resistant ecologies thrive amid perennial gusts of war. In frontline villages armed invasions, indiscriminate bombings and scattered landmines have become the conditions within which everyday life is waged. Here, multi-species partnerships such as tobacco-farming and goat-herding carry life through seasons of destruction. Neither green-tinged utopia nor total devastation, these survival collectives make life possible within an insistently deadly region. Sourcing an anthropology of war from where it is lived decolonizes distant theories of war and brings to light creative practices forged in the midst of ongoing devastation. Like other unlivable worlds of the Anthropocene, war is a place where life must go on.
Munira Khayyat teaches anthropology at New York University Abu Dhabi. She is the author of A Landscape of War: Ecologies of Resistance and Survival in South Lebanon (University of California Press 2022). Her writing has appeared in American Ethnologist, Public Culture, JMEWS, Cultural Anthropology, Anthropology News, HAU and a number of edited volumes. Khayyat was a Member of the School of Social Science at the Institute for Advanced Study in Princeton (2018-19). Before joining NYUAD, she taught at the American University in Cairo (2013-23) and the American University of Beirut (2011-13). She holds a PhD in Cultural Anthropology from Columbia University.
Monika Halkort is a researcher and lecturer at the School for Transformation at the University of Applied Arts in Vienna. Her research focuses on the political and moral ecology of techno-scientific infrastructures and their historical entanglements with colonial knowledge regimes. Next to her academic work, she is a regular contributor to the Ö1 programs Radiokolleg and Diagonal.
A LANDSCAPE OF WAR
What worlds take root in war? This talk takes us to the southern border of Lebanon where resistant ecologies thrive amid perennial gusts of war. In frontline villages armed invasions, indiscriminate bombings and scattered landmines have become the conditions within which everyday life is waged. Here, multi-species partnerships such as tobacco-farming and goat-herding carry life through seasons of destruction. Neither green-tinged utopia nor total devastation, these survival collectives make life possible within an insistently deadly region. Sourcing an anthropology of war from where it is lived decolonizes distant theories of war and brings to light creative practices forged in the midst of ongoing devastation. Like other unlivable worlds of the Anthropocene, war is a place where life must go on.
Munira Khayyat teaches anthropology at New York University Abu Dhabi. She is the author of A Landscape of War: Ecologies of Resistance and Survival in South Lebanon (University of California Press 2022). Her writing has appeared in American Ethnologist, Public Culture, JMEWS, Cultural Anthropology, Anthropology News, HAU and a number of edited volumes. Khayyat was a Member of the School of Social Science at the Institute for Advanced Study in Princeton (2018-19). Before joining NYUAD, she taught at the American University in Cairo (2013-23) and the American University of Beirut (2011-13). She holds a PhD in Cultural Anthropology from Columbia University.
Monika Halkort is a researcher and lecturer at the School for Transformation at the University of Applied Arts in Vienna. Her research focuses on the political and moral ecology of techno-scientific infrastructures and their historical entanglements with colonial knowledge regimes. Next to her academic work, she is a regular contributor to the Ö1 programs Radiokolleg and Diagonal.
1 Stunde 2 Minuten
Rosie Collington in conversation with Therese Guttmann
THE INFLUENCE OF THE CONSULTING INDUSTRY ON BUSINESSES, GOVERNMENTS AND ECONOMIES
There is an entrenched relationship between the consulting industry and the way business and government are managed today.
Based on her book co-authored with Mariana Mazzucato, in this talk, Rosie Collington will explore how our economies’ reliance on companies such as McKinsey, Boston Consulting Group and Deloitte stunts innovation, obfuscates corporate and political accountability and impedes our collective mission of halting climate breakdown – and what an alternative system looks like.
Rosie Collington is a political economist based at University College London’s Institute for Innovation and Public Purpose, where she is also completing her PhD. Alongside her academic research, she writes for and has appeared on various international media outlets including Al Jazeera, BBC Radio 4 and The Guardian.
Therese Guttmann is a socio-economist at the Ecological Economics Institute of the Vienna University of Economics and Business Administration and conducts research on socio-ecological change. After studying economics, she worked as a consultant at Volkshilfe Austria and as a researcher at AIT.
In cooperation with WIENER VORLESUNGEN
THE INFLUENCE OF THE CONSULTING INDUSTRY ON BUSINESSES, GOVERNMENTS AND ECONOMIES
There is an entrenched relationship between the consulting industry and the way business and government are managed today.
Based on her book co-authored with Mariana Mazzucato, in this talk, Rosie Collington will explore how our economies’ reliance on companies such as McKinsey, Boston Consulting Group and Deloitte stunts innovation, obfuscates corporate and political accountability and impedes our collective mission of halting climate breakdown – and what an alternative system looks like.
Rosie Collington is a political economist based at University College London’s Institute for Innovation and Public Purpose, where she is also completing her PhD. Alongside her academic research, she writes for and has appeared on various international media outlets including Al Jazeera, BBC Radio 4 and The Guardian.
Therese Guttmann is a socio-economist at the Ecological Economics Institute of the Vienna University of Economics and Business Administration and conducts research on socio-ecological change. After studying economics, she worked as a consultant at Volkshilfe Austria and as a researcher at AIT.
In cooperation with WIENER VORLESUNGEN
1 Stunde 9 Minuten
Helene Maimann und Doron Rabinovici im Gespräch
DER LEUCHTENDE STERN
Wir Kinder der Überlebenden
Unsere Eltern hatten ein extremes Leben hinter sich : als Kämpfer in Spanien, in der Résistance, in den Armeen der Alliierten, als Überlebende im Untergrund oder in einem KZ, im Exil in Moskau oder in einem Lager in Sibirien. Andere standen auf Schindlers Liste. Sie waren jüdisch oder kommunistisch oder beides. Nach dem Zweiten Weltkrieg wird die Welt eine andere, das stand für sie fest. Ihre Kinder gingen vom Rand der Gesellschaft in ihre Mitte. Viele zählen heute zur kulturellen und politischen Avantgarde. Die Historikerin Helene Maimann ist eine von ihnen. Sie erzählt von ihrer Prägung, aber auch von den Konfrontationen mit der Welt der Eltern, von Hoffnungen und vom Scheitern und von den Freunden Elizabeth T. Spira, Robert Schindel, André Glucksmann, Edek Bartz, Arik Brauer u.a.
Helene Maimann, in Wien geboren, ist Historikerin, Autorin und Filmemacherin. Sie kuratierte mehrere große Ausstellungen zur österreichischen Zeitgeschichte und wurde u. a. mit dem Karl-Renner- Publizistikpreis (2011), dem Käthe-Leichter-Staatspreis für Frauenforschung (2017) und dem Axel-Corti-Preis (2019) ausgezeichnet.
Doron Rabinovici, in Tel Aviv geboren, in Wien aufgewachsen, ist Schriftsteller und Historiker. Sein Werk umfasst Kurzgeschichten, Romane und wissenschaftliche Beiträge. Sein jüngster Roman „Die Einstellung“ erschien 2022 im Suhrkamp-Verlag. Für sein Werk wurde er u.a. mit dem Anton-Wildgans-Preis und dem Ehrenpreis des österreichischen Buchhandels für Toleranz in Denken und Handeln ausgezeichnet.
In Zusammenarbeit mit dem Zsolnay Verlag
DER LEUCHTENDE STERN
Wir Kinder der Überlebenden
Unsere Eltern hatten ein extremes Leben hinter sich : als Kämpfer in Spanien, in der Résistance, in den Armeen der Alliierten, als Überlebende im Untergrund oder in einem KZ, im Exil in Moskau oder in einem Lager in Sibirien. Andere standen auf Schindlers Liste. Sie waren jüdisch oder kommunistisch oder beides. Nach dem Zweiten Weltkrieg wird die Welt eine andere, das stand für sie fest. Ihre Kinder gingen vom Rand der Gesellschaft in ihre Mitte. Viele zählen heute zur kulturellen und politischen Avantgarde. Die Historikerin Helene Maimann ist eine von ihnen. Sie erzählt von ihrer Prägung, aber auch von den Konfrontationen mit der Welt der Eltern, von Hoffnungen und vom Scheitern und von den Freunden Elizabeth T. Spira, Robert Schindel, André Glucksmann, Edek Bartz, Arik Brauer u.a.
Helene Maimann, in Wien geboren, ist Historikerin, Autorin und Filmemacherin. Sie kuratierte mehrere große Ausstellungen zur österreichischen Zeitgeschichte und wurde u. a. mit dem Karl-Renner- Publizistikpreis (2011), dem Käthe-Leichter-Staatspreis für Frauenforschung (2017) und dem Axel-Corti-Preis (2019) ausgezeichnet.
Doron Rabinovici, in Tel Aviv geboren, in Wien aufgewachsen, ist Schriftsteller und Historiker. Sein Werk umfasst Kurzgeschichten, Romane und wissenschaftliche Beiträge. Sein jüngster Roman „Die Einstellung“ erschien 2022 im Suhrkamp-Verlag. Für sein Werk wurde er u.a. mit dem Anton-Wildgans-Preis und dem Ehrenpreis des österreichischen Buchhandels für Toleranz in Denken und Handeln ausgezeichnet.
In Zusammenarbeit mit dem Zsolnay Verlag
58 Minuten
Raimund Löw im Gespräch mit Michael Thumann
REVANCHE
Wie Putin das bedrohlichste Regime der Welt geschaffen hat
Kaum einer kennt Russland besser als Michael Thumann, der seit über 25 Jahren aus Osteuropa für die ZEIT berichtet. Mit "Revanche“ hat er ein atemberaubend geschriebenes Buch vorgelegt, das Russlands Absturz in eine zunehmend totalitäre Diktatur und den Weg in Putins imperialistischen Krieg aus nächster Nähe nachzeichnet. Das Motiv des Diktators und seiner Getreuen: Revanche zu nehmen für die demokratische Öffnung nach 1991 und die vermeintliche Demütigung durch den Westen. Putins Herrschaft radikalisiert sich weiter. Es ist zum bedrohlichsten Regime der Welt geworden.
Raimund Löw spricht mit Michael Thumann über Russlands Politik und Gesellschaft in Zeiten des Krieges, über „Planet Putin“ und was diesen trägt und bewegt.
Michael Thumann ist Außenpolitischer Korrespondent der ZEIT und lebt in Moskau. Seit den 1990er Jahren berichtet er für die ZEIT aus Russland, Osteuropa und dem Nahen Osten. Seine Artikel, Podcasts und Bücher über Russland als Vielvölkerstaat und den neuen Nationalismus Putins haben unseren Blick auf dieses Land erweitert. Russland kennt er schon aus Studienzeiten, als er unter anderem an der Moskauer Lomonossow-Universität studierte.
Raimund Löw, Journalist, Autor, Historiker, ist Leiter des Falter Radio. Davor berichtete er seit den 1980er-Jahren für den ORF als Auslandskorrespondent, u.a. aus Moskau, Brüssel, Washington und Peking.
In Zusammenarbeit mit Falter Radio
REVANCHE
Wie Putin das bedrohlichste Regime der Welt geschaffen hat
Kaum einer kennt Russland besser als Michael Thumann, der seit über 25 Jahren aus Osteuropa für die ZEIT berichtet. Mit "Revanche“ hat er ein atemberaubend geschriebenes Buch vorgelegt, das Russlands Absturz in eine zunehmend totalitäre Diktatur und den Weg in Putins imperialistischen Krieg aus nächster Nähe nachzeichnet. Das Motiv des Diktators und seiner Getreuen: Revanche zu nehmen für die demokratische Öffnung nach 1991 und die vermeintliche Demütigung durch den Westen. Putins Herrschaft radikalisiert sich weiter. Es ist zum bedrohlichsten Regime der Welt geworden.
Raimund Löw spricht mit Michael Thumann über Russlands Politik und Gesellschaft in Zeiten des Krieges, über „Planet Putin“ und was diesen trägt und bewegt.
Michael Thumann ist Außenpolitischer Korrespondent der ZEIT und lebt in Moskau. Seit den 1990er Jahren berichtet er für die ZEIT aus Russland, Osteuropa und dem Nahen Osten. Seine Artikel, Podcasts und Bücher über Russland als Vielvölkerstaat und den neuen Nationalismus Putins haben unseren Blick auf dieses Land erweitert. Russland kennt er schon aus Studienzeiten, als er unter anderem an der Moskauer Lomonossow-Universität studierte.
Raimund Löw, Journalist, Autor, Historiker, ist Leiter des Falter Radio. Davor berichtete er seit den 1980er-Jahren für den ORF als Auslandskorrespondent, u.a. aus Moskau, Brüssel, Washington und Peking.
In Zusammenarbeit mit Falter Radio
45 Minuten
Georg Lennkh im Gespräch mit Canan Atilgan
NORDAFRIKA ZWISCHEN STAGNATION UND TURBULENZ
Nordafrika ist geprägt von fragiler Staatlichkeit, politischer Unsicherheit sowie sozialen und wirtschaftlichen Problemen. Der Arabische Frühling vor einer Dekade gilt allgemein als gescheitert, während der Ruf nach sozialem, wirtschaftlichem und politischem Wandel anhält. Die COVID-19-Pandemie und der Ukraine-Krieg trafen die wirtschaftlich und sozial ohnehin fragilen Länder besonders hart und fungieren als Brandbeschleuniger für die vielen Herausforderungen. Parallel dazu prägen Konflikte wie in der Westsahara oder in Libyen und zwischenstaatliche Streitigkeiten die geopolitischen Dynamiken.
Die gesamte Region steht vor einer beispielslosen Geopolitisierung, in der regionale und globale Rivalitäten ausgefochten und Einflusssphären abgesteckt werden. Diese geopolitische Dynamik hat Konsequenzen für die Gestaltungsmacht Europas in seiner direkten Nachbarschaft. Wie kann Europa langfristige und nachhaltige Wege finden, um in der eigenen Nachbarschaft relevant zu bleiben und die Zukunft mitzugestalten?
Canan Atilgan leitet seit Mai 2022 die Abteilung Naher Osten und Nordafrika in der Hauptabteilung Europäische und Internationale Zusammenarbeit der Konrad-Adenauer-Stiftung in Berlin. Zuvor leitete sie vier Jahre lang als Direktorin das Regionalprogramm Politischer Dialog Südliches Mittelmeer mit Sitz in Tunis und von 2011 bis 2015 das Regionalprogramm Südkaukasus in Tiflis. Zu ihren Stationen in der Konrad-Adenauer-Stiftung gehörten außerdem Büroleitungen in Thailand, den Palästinensischen Gebieten und Jordanien. Zwischen 2005 und 2007 war sie Koordinatorin für Europapolitik in der Stiftungszentrale in Berlin. Sie promovierte in Politikwissenschaften mit Schwerpunkt internationale Beziehungen.
Georg Lennkh, ehem. österreichischer Sonderbotschafter für Afrika, Vorstandsmitglied des Kreisky Forums
NORDAFRIKA ZWISCHEN STAGNATION UND TURBULENZ
Nordafrika ist geprägt von fragiler Staatlichkeit, politischer Unsicherheit sowie sozialen und wirtschaftlichen Problemen. Der Arabische Frühling vor einer Dekade gilt allgemein als gescheitert, während der Ruf nach sozialem, wirtschaftlichem und politischem Wandel anhält. Die COVID-19-Pandemie und der Ukraine-Krieg trafen die wirtschaftlich und sozial ohnehin fragilen Länder besonders hart und fungieren als Brandbeschleuniger für die vielen Herausforderungen. Parallel dazu prägen Konflikte wie in der Westsahara oder in Libyen und zwischenstaatliche Streitigkeiten die geopolitischen Dynamiken.
Die gesamte Region steht vor einer beispielslosen Geopolitisierung, in der regionale und globale Rivalitäten ausgefochten und Einflusssphären abgesteckt werden. Diese geopolitische Dynamik hat Konsequenzen für die Gestaltungsmacht Europas in seiner direkten Nachbarschaft. Wie kann Europa langfristige und nachhaltige Wege finden, um in der eigenen Nachbarschaft relevant zu bleiben und die Zukunft mitzugestalten?
Canan Atilgan leitet seit Mai 2022 die Abteilung Naher Osten und Nordafrika in der Hauptabteilung Europäische und Internationale Zusammenarbeit der Konrad-Adenauer-Stiftung in Berlin. Zuvor leitete sie vier Jahre lang als Direktorin das Regionalprogramm Politischer Dialog Südliches Mittelmeer mit Sitz in Tunis und von 2011 bis 2015 das Regionalprogramm Südkaukasus in Tiflis. Zu ihren Stationen in der Konrad-Adenauer-Stiftung gehörten außerdem Büroleitungen in Thailand, den Palästinensischen Gebieten und Jordanien. Zwischen 2005 und 2007 war sie Koordinatorin für Europapolitik in der Stiftungszentrale in Berlin. Sie promovierte in Politikwissenschaften mit Schwerpunkt internationale Beziehungen.
Georg Lennkh, ehem. österreichischer Sonderbotschafter für Afrika, Vorstandsmitglied des Kreisky Forums
24 Minuten
Tessa Szyszkowitz in conversation with Thomas de Waal
BERG-KARABACH: THE CLOSING DOWN OF AN ENCLAVE
After the military victory of Azerbaidschan over Armenia a mass exodus of Armenian refugees fleeing Berg-Karabach reflects the changing realities of this 200-year-old conflict. More than half of the population has fled. On September 19, Azerbaijan used military force to retake the Armenian-populated territory of Nagorny Karabakh, crossing a red line drawn for it by both the European Union and the United States. The fact that Western actors were blindsided strengthens the supposition that Aliyev cleared his military assault in advance with Moscow—which then failed to condemn Baku—and is coming into closer alignment with Russia. That is all the more relevant as the next big issue is the planned transport route across Armenia to Azerbaijan’s exclave of Nakhchivan. Russia, Azerbaijan, and Turkey all have a shared interest in imposing their own version of what the latter two call the Zangezur Corridor with as little Armenian control of the route as possible—and perhaps by force. Azerbaidschan has given orders to close down the enclave by January 1 2024.
In this Online talk Kaukasus-expert Thomas de Waal will explain the deep implications of the end of Berg-Karabach for the international policy arena.
Thomas de Waal, is a senior fellow with Carnegie Europe, specializing in Eastern Europe and the Caucasus region. He is the author of numerous publications about the region. He is best known for his 2003 book Black Garden: Armenia and Azerbaijan Through Peace and War.
Tessa Szyszkowitz, is an Austrian journalist and author. She writes for Austrian and German publications such as Falter & Tagesspiegel, she is also a Distinguished Fellow of the Royal United Services Institute in London.
BERG-KARABACH: THE CLOSING DOWN OF AN ENCLAVE
After the military victory of Azerbaidschan over Armenia a mass exodus of Armenian refugees fleeing Berg-Karabach reflects the changing realities of this 200-year-old conflict. More than half of the population has fled. On September 19, Azerbaijan used military force to retake the Armenian-populated territory of Nagorny Karabakh, crossing a red line drawn for it by both the European Union and the United States. The fact that Western actors were blindsided strengthens the supposition that Aliyev cleared his military assault in advance with Moscow—which then failed to condemn Baku—and is coming into closer alignment with Russia. That is all the more relevant as the next big issue is the planned transport route across Armenia to Azerbaijan’s exclave of Nakhchivan. Russia, Azerbaijan, and Turkey all have a shared interest in imposing their own version of what the latter two call the Zangezur Corridor with as little Armenian control of the route as possible—and perhaps by force. Azerbaidschan has given orders to close down the enclave by January 1 2024.
In this Online talk Kaukasus-expert Thomas de Waal will explain the deep implications of the end of Berg-Karabach for the international policy arena.
Thomas de Waal, is a senior fellow with Carnegie Europe, specializing in Eastern Europe and the Caucasus region. He is the author of numerous publications about the region. He is best known for his 2003 book Black Garden: Armenia and Azerbaijan Through Peace and War.
Tessa Szyszkowitz, is an Austrian journalist and author. She writes for Austrian and German publications such as Falter & Tagesspiegel, she is also a Distinguished Fellow of the Royal United Services Institute in London.
60 Minuten
Herbert Lackner und Heinz Fischer im Gespräch
ALS SCHNITZLER MIT DEM KANZLER STRITT
Kunst im Spannungsfeld Freiheit – Politik – Publikum
Wie Rechtsradikale wegen Schnitzlers „Reigen“ die Wiener Kammerspiele verwüsteten – warum die Kirche wegen eines Besuchs von Josephine Baker Bußgottesdienste veranstaltete – warum Österreichs Regierung 1933 die Bücherverbrennung in Deutschland bejubelte – wie Stefan Zweig aus Österreich vertrieben wurde – welche Autoren schon früh zu den Nazis überliefen – wer das miefige Kulturklima der Nachkriegsjahre zu verantworten hatte – wie Valie Export, Hermann Nitsch, Peter Turrini und viele andere um ihr Werk kämpfen mussten.
Herbert Lackner beschreibt in seinem neuen Buch das Ringen von Autor:innen, Musiker:innen und Künstler:innen um ihre Freiheit – eine politische Kulturgeschichte Österreichs.
Bei der Erstpräsentation im Bruno Kreisky Forum spricht Herbert Lackner mit Heinz Fischer über Kunst im Spannungsfeld Freiheit – Politik – Publikum.
Herbert Lackner, geboren in Wien, studierte Politikwissenschaft und Publizistik, war stellvertretender Chefredakteur der „Arbeiter Zeitung” und danach 23 Jahre lang Chefredakteur des Nachrichtenmagazins profil. Er ist Autor zahlreicher zeithistorischer Beiträge in profil und Die Zeit. Zuletzt sind seine zeithistorischen Bestseller Als die Nacht sich senkte, Die Flucht der Dichter und Denker, Rückkehr in die fremde Heimat sowie Die Medizin und ihre Feinde im Carl Ueberreuter Verlag erschienen.
Heinz Fischer, geboren in Graz, Jurist und Politikwissenschaftler, war 12 Jahre lang österreichischer Bundespräsident (2004-2016). Zuvor hatte er verschiedene politische Ämter inne: So war er Abgeordneter der SPÖ im Nationalrat, Klubobmann, Wissenschaftsminister und Präsident des Österreichischen Nationalrates (1990-2002). Seit 2018 ist er Co-Vorsitzender des Ban Ki-Moon Centre for Global Citizens.
In Zusammenarbeit mit dem Carl Ueberreuter Verlag
ALS SCHNITZLER MIT DEM KANZLER STRITT
Kunst im Spannungsfeld Freiheit – Politik – Publikum
Wie Rechtsradikale wegen Schnitzlers „Reigen“ die Wiener Kammerspiele verwüsteten – warum die Kirche wegen eines Besuchs von Josephine Baker Bußgottesdienste veranstaltete – warum Österreichs Regierung 1933 die Bücherverbrennung in Deutschland bejubelte – wie Stefan Zweig aus Österreich vertrieben wurde – welche Autoren schon früh zu den Nazis überliefen – wer das miefige Kulturklima der Nachkriegsjahre zu verantworten hatte – wie Valie Export, Hermann Nitsch, Peter Turrini und viele andere um ihr Werk kämpfen mussten.
Herbert Lackner beschreibt in seinem neuen Buch das Ringen von Autor:innen, Musiker:innen und Künstler:innen um ihre Freiheit – eine politische Kulturgeschichte Österreichs.
Bei der Erstpräsentation im Bruno Kreisky Forum spricht Herbert Lackner mit Heinz Fischer über Kunst im Spannungsfeld Freiheit – Politik – Publikum.
Herbert Lackner, geboren in Wien, studierte Politikwissenschaft und Publizistik, war stellvertretender Chefredakteur der „Arbeiter Zeitung” und danach 23 Jahre lang Chefredakteur des Nachrichtenmagazins profil. Er ist Autor zahlreicher zeithistorischer Beiträge in profil und Die Zeit. Zuletzt sind seine zeithistorischen Bestseller Als die Nacht sich senkte, Die Flucht der Dichter und Denker, Rückkehr in die fremde Heimat sowie Die Medizin und ihre Feinde im Carl Ueberreuter Verlag erschienen.
Heinz Fischer, geboren in Graz, Jurist und Politikwissenschaftler, war 12 Jahre lang österreichischer Bundespräsident (2004-2016). Zuvor hatte er verschiedene politische Ämter inne: So war er Abgeordneter der SPÖ im Nationalrat, Klubobmann, Wissenschaftsminister und Präsident des Österreichischen Nationalrates (1990-2002). Seit 2018 ist er Co-Vorsitzender des Ban Ki-Moon Centre for Global Citizens.
In Zusammenarbeit mit dem Carl Ueberreuter Verlag
1 Stunde 3 Minuten
Robert Misik im Gespräch mit Susan Neiman
LINKS IST NICHT WOKE
Es ist eines der meistdiskutierten und auch umstrittensten Bücher des Herbstes. „Links ist nicht woke“, von Susan Neiman. Kampf gegen Diskriminierungen jeder Art ist zentral für das linke Denken und Engagement. Und auch, dass die, die bisher eher ungehört waren, eine starke Stimme bekommen. Doch Susan Neiman hat Einwände, wenn nur mehr jede Subgruppe ihre eigene Agenda verfolgt, ein Gegeneinander und eine Kompromisslosigkeit einzieht und die Möglichkeit zu breiten Allianzen mutwillig zerstört wird. Aber ist das mehr als eine Kritik an Stilfragen, an Übertreibungen und vereinzelten Verrücktheiten, die es innerhalb der Linken sowieso immer gab?
Seit sie denken kann, ist Susan Neiman erklärte Linke. In ihrer von Leidenschaft und Witz befeuerten Streitschrift untersucht sie, wie zeitgenössische Stimmen, die sich als links bezeichnen, ausgerechnet die Überzeugungen aufgegeben haben, die für den linken Standpunkt entscheidend sind: ein Bekenntnis zum Universalismus, der Glaube an die Möglichkeit des Fortschritts und die klare Unterscheidung zwischen Macht und Gerechtigkeit. Als Philosophin überprüft sie dabei die identitätspolitische Kritik an der Aufklärung als rassistisch, kolonialistisch, eurozentristisch und stellt fest: Die heutige Linke beraubt sich selbst der Konzepte, die für den Widerstand gegen den weltweiten Rechtsruck dringend gebraucht werden.
Susan Neiman, Einstein Forums Potsdam
Robert Misik, Autor und Journalist
Susan Neiman, 1955 in Atlanta, Georgia, geboren, war Professorin für Philosophie an den Universitäten Yale und Tel Aviv, bevor sie im Jahr 2000 die Leitung des Einstein Forums in Potsdam übernahm. Bei Hanser Berlin erschienen von ihr zuletzt Warum erwachsen werden? (2015) und Von den Deutschen lernen (2020). Sie lebt in Berlin.
Susan Neiman: Links ist nicht woke übersetzt aus dem Englischen von Christiana Goldmann; Carl Hanser Verlag, August 2023, 22,- €
LINKS IST NICHT WOKE
Es ist eines der meistdiskutierten und auch umstrittensten Bücher des Herbstes. „Links ist nicht woke“, von Susan Neiman. Kampf gegen Diskriminierungen jeder Art ist zentral für das linke Denken und Engagement. Und auch, dass die, die bisher eher ungehört waren, eine starke Stimme bekommen. Doch Susan Neiman hat Einwände, wenn nur mehr jede Subgruppe ihre eigene Agenda verfolgt, ein Gegeneinander und eine Kompromisslosigkeit einzieht und die Möglichkeit zu breiten Allianzen mutwillig zerstört wird. Aber ist das mehr als eine Kritik an Stilfragen, an Übertreibungen und vereinzelten Verrücktheiten, die es innerhalb der Linken sowieso immer gab?
Seit sie denken kann, ist Susan Neiman erklärte Linke. In ihrer von Leidenschaft und Witz befeuerten Streitschrift untersucht sie, wie zeitgenössische Stimmen, die sich als links bezeichnen, ausgerechnet die Überzeugungen aufgegeben haben, die für den linken Standpunkt entscheidend sind: ein Bekenntnis zum Universalismus, der Glaube an die Möglichkeit des Fortschritts und die klare Unterscheidung zwischen Macht und Gerechtigkeit. Als Philosophin überprüft sie dabei die identitätspolitische Kritik an der Aufklärung als rassistisch, kolonialistisch, eurozentristisch und stellt fest: Die heutige Linke beraubt sich selbst der Konzepte, die für den Widerstand gegen den weltweiten Rechtsruck dringend gebraucht werden.
Susan Neiman, Einstein Forums Potsdam
Robert Misik, Autor und Journalist
Susan Neiman, 1955 in Atlanta, Georgia, geboren, war Professorin für Philosophie an den Universitäten Yale und Tel Aviv, bevor sie im Jahr 2000 die Leitung des Einstein Forums in Potsdam übernahm. Bei Hanser Berlin erschienen von ihr zuletzt Warum erwachsen werden? (2015) und Von den Deutschen lernen (2020). Sie lebt in Berlin.
Susan Neiman: Links ist nicht woke übersetzt aus dem Englischen von Christiana Goldmann; Carl Hanser Verlag, August 2023, 22,- €
51 Minuten
Tessa Szyszkowitz in Konversation mit Katja Hoyer
WER DIESSEITS UND JENSEITS DER MAUER SITZT
Über die Geschichtsschreibung der DDR wird immer noch heftig gestritten. Oder schon wieder.
Die Historikerin Katja Hoyer, die in Ostdeutschland aufgewachsen ist und heute in London arbeitet, hat mit „Diesseits der Mauer, eine neue Geschichte der DDR 1949-1990“ eine Kontroverse ausgelöst: Ihr Versuch, noch einmal das „verschwundene Land“ auf die Bühne zu holen, stößt auf Begeisterung, aber auch auf Gegenwehr. Seit die DDR mit der BRD vereinigt wurde, gehört die Geschichte nicht mehr den Ostdeutschen. Hoyer schildert den deutschen Sozialismus aus der Sicht derer, die ihn selbst erlebt haben. Sie beschönigt nicht die Diktatur, aber sie beschreibt einen Alltag und gesellschaftliche Errungenschaften, an die sich manche gerne erinnern.
Katja Hoyer, 1985 in der DDR geboren, lebt heute in London. Sie forscht am King’s College London und ist Fellow der Royal Historical Society. Als Kolumnistin der Washington Post schreibt sie regelmäßig über deutsche und europäische Gesellschaft und Politik, in BBC und Spectator kommentiert sie historische Themen. Ihr erstes Buch „Blood and Iron. The Rise and Fall of the German Empire 1871-1918“ war laut Financial Times eines der besten Bücher des Jahres 2021.
Tessa Szyszkowitz, in Stuttgart geboren, lebt seit 2010 in London. Die Journalistin und Autorin war davor Korrespondentin in Moskau, Brüssel und Jerusalem. Sie ist Kolumnistin für Weltpolitik im Falter, Kuratorin der Reihe Philoxenia im Kreiskyforum und Distinguished Fellow im Royal United Services Institute in London.
WER DIESSEITS UND JENSEITS DER MAUER SITZT
Über die Geschichtsschreibung der DDR wird immer noch heftig gestritten. Oder schon wieder.
Die Historikerin Katja Hoyer, die in Ostdeutschland aufgewachsen ist und heute in London arbeitet, hat mit „Diesseits der Mauer, eine neue Geschichte der DDR 1949-1990“ eine Kontroverse ausgelöst: Ihr Versuch, noch einmal das „verschwundene Land“ auf die Bühne zu holen, stößt auf Begeisterung, aber auch auf Gegenwehr. Seit die DDR mit der BRD vereinigt wurde, gehört die Geschichte nicht mehr den Ostdeutschen. Hoyer schildert den deutschen Sozialismus aus der Sicht derer, die ihn selbst erlebt haben. Sie beschönigt nicht die Diktatur, aber sie beschreibt einen Alltag und gesellschaftliche Errungenschaften, an die sich manche gerne erinnern.
Katja Hoyer, 1985 in der DDR geboren, lebt heute in London. Sie forscht am King’s College London und ist Fellow der Royal Historical Society. Als Kolumnistin der Washington Post schreibt sie regelmäßig über deutsche und europäische Gesellschaft und Politik, in BBC und Spectator kommentiert sie historische Themen. Ihr erstes Buch „Blood and Iron. The Rise and Fall of the German Empire 1871-1918“ war laut Financial Times eines der besten Bücher des Jahres 2021.
Tessa Szyszkowitz, in Stuttgart geboren, lebt seit 2010 in London. Die Journalistin und Autorin war davor Korrespondentin in Moskau, Brüssel und Jerusalem. Sie ist Kolumnistin für Weltpolitik im Falter, Kuratorin der Reihe Philoxenia im Kreiskyforum und Distinguished Fellow im Royal United Services Institute in London.
57 Minuten
Robert Misik im Gespräch mit Helene Schuberth und Helfried Carl
POLITIK VON UNTEN
Österreich steht vor der Gefahr einer endgültigen Orbanisierung, doch ausgerechnet in diesem Moment taumelt die Sozialdemokratie in eine schwere Krise. Nach der rumpelnden Lösung ihrer Führungsfrage wird die große, traditionelle demokratische und soziale Reformpartei SPÖ ihre Identität zu klären haben. Die Sozialdemokratie muss glaubwürdige Schutzmacht der Schwächsten sein und Anwältin der ganz einfachen, normalen Leute, die nicht mit goldenen Löffeln im Mund geboren wurden – aber auch Bollwerk von Demokratie, Liberalität und Modernisierung.
Robert Misik, jahrzehntelanger Kenner der österreichischen und der europäischen Sozialdemokratie, beschreibt, wie es zur Sklerose der progressiven Parteien gekommen ist, wie sehr die Identitätskrise des »Dritten Weges« noch nachwirkt und wie in eine orientierungslose Apparatschikpartei wieder Leben hineinkommen kann.
Robert Misik, geboren 1966, ist Journalist und politischer Schriftsteller und schreibt regelmäßig für die Berliner »tageszeitung«, »Die Zeit«, die »Neue Zürcher Zeitung« und den Wiener »Falter«. Zahlreiche Preise, etwa der Bruno-Kreisky-Förderpreis, 2010 Journalist des Jahres in der Kategorie Online, 2009 Österreichischer Staatspreis für Kulturpublizistik. Autor zahlreicher Bücher, zuletzt erschienen im Picus Verlag »Was Linke denken«, »Ein seltsamer Held«, »Herrschaft der Niedertracht«, »Die neue (Ab)normalität« und »Putin. Ein Verhängnis«.
Helene Schuberth, Chefökonomin des ÖGB
Helfried Carl, Diplomat, seit 2019 Partner des von ihm mitbegründeten Innovation in Politics Institute in Wien
In Zusammenarbeit mit dem Picus-Verlag
POLITIK VON UNTEN
Österreich steht vor der Gefahr einer endgültigen Orbanisierung, doch ausgerechnet in diesem Moment taumelt die Sozialdemokratie in eine schwere Krise. Nach der rumpelnden Lösung ihrer Führungsfrage wird die große, traditionelle demokratische und soziale Reformpartei SPÖ ihre Identität zu klären haben. Die Sozialdemokratie muss glaubwürdige Schutzmacht der Schwächsten sein und Anwältin der ganz einfachen, normalen Leute, die nicht mit goldenen Löffeln im Mund geboren wurden – aber auch Bollwerk von Demokratie, Liberalität und Modernisierung.
Robert Misik, jahrzehntelanger Kenner der österreichischen und der europäischen Sozialdemokratie, beschreibt, wie es zur Sklerose der progressiven Parteien gekommen ist, wie sehr die Identitätskrise des »Dritten Weges« noch nachwirkt und wie in eine orientierungslose Apparatschikpartei wieder Leben hineinkommen kann.
Robert Misik, geboren 1966, ist Journalist und politischer Schriftsteller und schreibt regelmäßig für die Berliner »tageszeitung«, »Die Zeit«, die »Neue Zürcher Zeitung« und den Wiener »Falter«. Zahlreiche Preise, etwa der Bruno-Kreisky-Förderpreis, 2010 Journalist des Jahres in der Kategorie Online, 2009 Österreichischer Staatspreis für Kulturpublizistik. Autor zahlreicher Bücher, zuletzt erschienen im Picus Verlag »Was Linke denken«, »Ein seltsamer Held«, »Herrschaft der Niedertracht«, »Die neue (Ab)normalität« und »Putin. Ein Verhängnis«.
Helene Schuberth, Chefökonomin des ÖGB
Helfried Carl, Diplomat, seit 2019 Partner des von ihm mitbegründeten Innovation in Politics Institute in Wien
In Zusammenarbeit mit dem Picus-Verlag