Radio Folkwang Archiv
32 Episoden
1 Stunde
Clowns, Artisten und Seiltänzerinnen, aber auch Tontechnikerinnen, Pferdepfleger und Kassiererinnen – als Fotograf hielt Wolf Harhammer in den 1970er und 80er Jahren die harte Arbeit fest, die mit einem Leben im Zirkus verbunden ist. Wir sprechen mit seiner Tochter, der Künstlerin Anna Holtz, sowie der Kuratorin Sonja Palade über Harhammers Arbeitsweise und die Ausstellung seiner Arbeiten im Museum Folkwang. Zirkusforscherin und Kulturveranstalterin Mirjam Hildbrand wirft einen Blick hinter die Kulissen der Zirkuswelt und berichtet jenseits romantischer Vorstellungen über die heutige Ausbildung an Zirkusschulen und den Zirkus als Kunstform zwischen Theater und Performance.
59 Minuten
Das Internet ist für den niederländischen Künstler Rafaël Rozendaal Thema und Medium seiner Arbeit, ebenso wie Atelier und Ausstellungsraum. Von interaktiven Websites über zufallsgenerierte Musik bis hin zu NFTs lotet er die Möglichkeiten digitaler Arbeitsweisen und Präsentationsformen aus. In dieser Folge werfen wir einen Rückblick auf Rozendaals Ausstellung im Museum Folkwang, die seine virtuelle Kunst zurück in den Museumsraum brachte.
1 Stunde 18 Minuten
Ausgehend von der Ausstellung Helen Frankenthaler – Malerische Konstellationen, die von Dezember 2022 bis März 2023 im Museum Folkwang zu sehen war, nähern wir uns der Künstlerin des Abstrakten Expressionismus auf unterschiedlichen Wegen an: In Ausstellungsrundgängen mit den Maler:innen Ina Gerken und Jacco Olivier sprechen wir darüber, was sie von Helen Frankenthaler für ihre eigene Arbeit gelernt haben. Kuratorin Nadine Engel hebt in einem Vortrag die Rolle von Künstlerinnen im Abstrakten Expressionismus hervor, und die Jazz-Band hilde lässt sich von Frankenthalers abstrakter Malerei zu Kompositionen und Improvisationen inspirieren. Mit welchen Techniken hat Helen Frankenthaler gearbeitet? Wie lassen sich ihre Arbeiten in Musik übersetzen oder mit Musik beantworten? Und was hat die 1928 geborene Malerin jungen Künstler:innen heute noch zu sagen?
1 Stunde 8 Minuten
Spricht man vom Ruhrgebiet, denken viele noch immer zunächst an Industrie. Dabei ist die Region reich an programmatischen Theater-, Museums- und Kirchenbauten, die Städten wie Essen oder Gelsenkirchen ein urbanes Gesicht verleihen sollten. Im Projekt Stadt_Bauten_Ruhr hat ein interdisziplinäres Team der Technischen Universität Dortmund und des Museum Folkwang ausgehend von den Beständen des Baukunstarchivs NRW Kultur-, Sakral- und Bildungsbauten der Nachkriegsmoderne in den Blick genommen. Im Podcast sprechen die Architekt:innen, Stadtplaner:innen und Kunsthistoriker:innen darüber, wie Gebäude wie das Musiktheater im Revier, die Mercatorhalle in Duisburg oder das Bürgerhaus in der Essener Oststadt die Identität der Städte und ihrer Bewohner:innen geprägt haben.
49 Minuten
Anlässlich ihrer Ausstellung Planet Earth: 21st Century im Museum Folkwang spricht Daniela Comani über ungeschriebene Bücher und Postkarten von virtuellen Orten. Die Künstlerin befasst sich in ihren Arbeiten mit Fragen nach Gender und Identität, Geschichte und Geschichten. In Fotografien und Texten nähert sie sich berühmten Bauwerken, Klassikern der Literatur und historischen und politischen Ereignissen an. Viele ihrer Arbeiten entwickelt Daniela Comani aus ihrem eigenen Archiv, das aus Bildern, Zeitungsausschnitten und Videostills besteht und das sie seit mehr als dreißig Jahren zusammenstellt.
57 Minuten
Artist Anouk Kruithof talks about the importance of change in art and life, out-of-office messages sent from the jungle, non-hierarchical archives, and her approach to photography.
Kruithof‘s transmedial work crosses boundaries between technology and nature, the digital and the physical. Her recent video installation Universal Tongue in the collection of Museum Folkwang is a huge research based project about dance as a cultural phenomenon, brought together and edited in collaboration with an international and interdisciplinary team of ethnologists, film-makers and composers.
1 Stunde 9 Minuten
Die Natur ist eines der beliebtesten Themen künstlerischer Auseinandersetzung. Doch die Vorstellung davon, was Natur bedeutet, hat sich über die Jahrhunderte sehr verändert. Zunehmend gerieten der wissenschaftliche Blick auf Naturphänomene und die Bedrohung der Umwelt durch den Menschen in den Fokus der Kunst. Welche Perspektiven auf Natur nehmen Künstler:innen heute ein? Und in welchem Verhältnis stehen bildgebende Verfahren in den Naturwissenschaften zu künstlerischen Bildstrategien? Darüber sprechen wir mit einem Bildhauer und einer Kunstwissenschaftlerin.
1 Stunde 15 Minuten
Passend zu den Sommerferien geht Radio Folkwang auf Reisen: Wir folgen Künstlern wie Paul Gauguin, Henri Matisse und Lothar Baumgarten in die Südsee, nach Nordafrika und in den Amazonas. Abenteuerlust und Entdeckerfreude stehen in einem spannungsreichen Verhältnis zu kolonialen Sichtweisen und der Gefahr der Exotisierung. Doch wir schlagen in der Folge auch unbekanntere Wege ein und sprechen über die Reisen von Leonard Freed, der als US-Amerikaner die Bundesrepublik der Nachkriegszeit fotografierte, und Françoise Saur, die auf Reisen nach Algerien an den Ort ihrer Kindheit zurückkehrt. Studiogast Christoph Westermeier berichtet von künstlerischen Impulsen für seine Arbeit aus China und dem Allgäu.
1 Stunde 11 Minuten
Religiöse Darstellungen finden sich in der Sammlung Folkwang in Objekten der Archäologie und Weltkunst ebenso wie in modernen Kunstwerken. Einige stammen aus sakralen Kontexten und erfüllten einst religiöse Funktionen, andere spiegeln Themen aus der Gegenwart der Künstler:innen wider. Die Geschichten der Hebräischen Bibel regten zahlreiche Künstler:innen zur Reflexion über das Menschsein an. Islamische Kalligrafien, wie sie zum Beispiel auf Fliesen zu finden sind, sollen angesichts eines Bilderverbots göttliche Ordnung und Harmonie ausdrücken. Der niederländische Künstler Johan Thorn-Prikker wollte mit seinen großformatigen Kartons und Glasmalereien zeitgemäße christliche Kirchenausstattungen schaffen. Wir sprechen über islamische und christliche Kunst und werfen einen Blick auf buddhistische Plastik und ihre Rezeption in Europa.
1 Stunde 7 Minuten
Diese Folge widmet sich einem Ort, an dem wohl alle im letzten Jahr viel Zeit verbracht haben: dem eigenen Zuhause. Wie wir wohnen, sagt viel darüber aus, wie wir uns in der Welt einrichten. Was macht ein Zuhause aus? Ist es gemütlich oder spießig, Heimat oder Zwischenstation, privater Rückzugsort oder Statussymbol? Von der bürgerlichen Wohnstube des 19. Jahrhunderts bis zur Gleichförmigkeit der Reihenhäuser in amerikanischen Vorstädten, von der dörflichen Nachbarschaft bis zur globalisierten Welt des Internets betrachten wir Kunstwerke, die sich mit Wohnorten, Innenräumen und Häuslichkeit befassen.
57 Minuten
Auch in der Gegenwart bleibt die menschliche Seele Thema in der Kunst: Arnulf Rainer versetzt sich in seinen Werken in psychische Ausnahmezustände, um kulturelle Traditionen zu überwinden. Die Fotografin Sarah Jones ruft in ihren lebensgroßen Bildern therapeutischer Sprechzimmer die Atmosphäre der Psychoanalyse wach. Doch wir nehmen in dieser Folge auch die Möglichkeiten von Kunsttherapie als empowernder Strategie in den Blick. Die Kunsttherapeutin Kerstin Schoch ist noch einmal zu Gast und berichtet von aktuellen Projekten, mit denen sie der Stigmatisierung psychischer Erkrankungen entgegenwirken und transdisziplinäre Forschung voranbringen möchte.
50 Minuten
In dieser Folge geht es um das Verhältnis von Kunst und Psychologie. Wir betrachten Grafiken von Caspar David Friedrich und Edvard Munch und werfen einen kritischen Blick auf den Topos vom Künstler als Außenseiter, Leidenden und Melancholiker. Unser Gast Kerstin Schoch gibt einen Einblick in die Arbeitsweisen der Kunsttherapie.
1 Stunde 13 Minuten
Zum Welttag des Buches blättern wir durch Künstlerbücher. Liebevoll gestaltet und in kleiner Auflage erschienen sind sie ein selten ausgestellter Bestandteil unserer Sammlung. Künstler wie Pablo Picasso und Pierre Bonnard, Robert Indiana und Otto Piene bebildern Gedichte oder antike Mythen. Jim Dine gestaltet eine opulente Box für eine Theaterfassung von Oscar Wildes Dorian Gray. Bei Peter Wegner wird das Buch selbst zum Objekt, und Hans-Peter Feldmann möchte mit Fotos der Stadt Essen im Offset-Druck das Künstlerbuch demokratisieren. Zu Gast ist der Kurator unserer Grafischen Sammlung und erläutert Drucktechniken wie Lithografie und Radierung.
1 Stunde 13 Minuten
In dieser Folge geht es um Kunstwerke, die Menschen bei der Arbeit zeigen. Vincent van Gogh malte Bäuerinnen bei der Ernte und Hafenarbeiter beim Beladen der Schiffe. Paul Gauguin idealisierte die Arbeit bretonischer Tangsammlerinnen zur naturverbundenen Lebensweise. Doch Kunstwerke bilden auch gewandelte Sichtweisen auf Arbeit ab: Von der Technisierung, die den Menschen eins mit der Maschine werden lässt, über Haushalt und Care-Arbeit bis zu den dystopischen Callcenter Units des niederländischen Künstlerkollektivs Atelier van Lieshout. Außerdem sprechen wir über das Museum als Arbeitsplatz: Welche Berufsgruppen sind beteiligt, damit eine Ausstellung zustande kommt?
22 Minuten
Was ist Wahrheit? Was ist Wirklichkeit? Wie werden beide durch Bilder transportiert? Über diese und weitere Fragen sprechen Studentinnen der TU Dortmund in dieser Podcast-Ausgabe. Von Grete Sterns Fotomontagen bis zum javanischen Schattenspiel beleuchten sie den Wahrheitsanspruch und die Konstruktion von Wirklichkeit in künstlerischen Werken.