Holger ruft an Archiv
264 Episoden
25 Minuten
Die Landesanstalt für Medien (LfM) in NRW hat dafür gesorgt, dass das Pornoportal xHamster gesperrt wird. Hielt aber nicht lange – dann umging xHamster einfach die Sperre. Und nun? Holger Klein spricht mit LfM-Direktor Tobias Schmid über Sinn und Unsinn solcher Sperren – und ob sie überhaupt nutzen, um Jugendliche vor Pornos zu schützen.
32 Minuten
Vor zwei Wochen hat das Hackernetzwerk „Anonymus“ Russland den "Cyberkrieg" erklärt und dazu aufgerufen, dabei mitzumachen. Ist das vernünftig? Was passiert da seit Beginn des realen Krieges im Netz? Und sind auch deutsche Journalist:innen bedroht? Holger Klein ruft jemanden an, der sich auskennt: CCC-Sprecher Linus Neumann.
19 Minuten
In der Ukraine herrscht Krieg, die Konfrontation zwischen Russland und dem Westen droht zu eskalieren. Wie verändert sich die Arbeit von Satirikern in solchen angespannten Situationen? Was ist die Rolle von Humor in ernsten Zeiten? Der Satiriker Tim Wolff, der unter anderem für das „ZDF Magazin Royale“ arbeitet, spricht mit Holger Klein darüber, welchen Einfluss das auf das Geschäft des Witzemachens hat: „Es ist noch mehr Arbeit, weil: Aus einer besonders ernsten Situation in etwas Komisches zu kommen, ist natürlich besonders schwer." Und: "Das sind Zeiten besonderer Aufmerksamkeit, in der sowohl das Seriöse, als auch das teilseriöse Komische mehr Aufwand, präziseren Blick brauchen."
31 Minuten
„Wir haben einen Krieg, und dieser Krieg ist auch ein Informationskrieg“, sagt Tamina Kutscher. Die Chefredakteurin der Internetplattform „Dekoder“ spricht mit Holger Klein darüber, wie die staatlichen russischen Medien den Konflikt darstellen, und welche Chance Menschen in Russland haben, sich aus anderen, unabhängigen Quellen zu informieren. Die russische Propaganda lasse sich auf die einfache Formel bringen: „Russland ist die belagerte Festung. Diesem Narrativ wird im Grunde genommen alles mögliche untergeordnet. Das ist die Strategie, durch den äußeren Feind das System Putin zu konsolidieren.“
19 Minuten
Wer in China über die Olympischen Spiele berichten will, kann sich nur in einem kleinen Radius um die zugewiesenen Hotels und die Austragungsstätten bewegen, strikt getrennt vom Rest des Landes. Offiziell begründet die chinesische Führung dies mit der Corona-Pandemie. Aber die Einschränkungen kämen dem Regime gut zupass, um kritische Berichterstattung zu erschweren, sagt Tamara Anthony, die Leiterin des ARD-Büros in Peking. Auch Anthony arbeitet in den zwei Olympia-Wochen in der „Bubble“, dieser abgeschotteten Blase inmitten des Landes, das auf der Rangliste der Pressefreiheit von Reporter ohne Grenzen auf dem unrühmlichen 177. von 180 Plätzen liegt. Die einzigen Chines*innen, auf die sie in dieser Zeit trifft, sind Angehörige des Personals, Sicherheitsleute oder sogenannte Freiwillige. Im Podcast spricht Holger Klein mit Tamara Anthony, ARD-Studioleiterin in Peking, über ihre Arbeit während der Olympischen Winterspiele.
36 Minuten
Die Reichelt-Affäre bei Axel Springer nimmt kein Ende: Die "Financial Times" hat in dieser Woche einen Bericht vorgelegt, die Springer-Chef Mathias Döpfner und die Führungsetage des Hauses schwer belasten. Wie die FT-Journalisten Erika Solomon und Olaf Storbeck berichten, sollen die Verfehlungen von Ex-"Bild"-Chefredakteur Julian Reichelt intern schon früher bekannt gewesen sein als bislang angenommen. Der Vorstand soll versucht haben, Affären und Machtmissbrauch Reichelts zu decken, statt sie aufzuklären. Reichelt soll sogar Informationen über die laufenden Untersuchungen zugespielt bekommen haben, sodass er Zeugen identifizieren konnte, die eigentlich anonym bleiben sollten. Springer-Chef Döpfner witterte offenbar eine Kampagne gegen das Verlagshaus. Er soll eine Kanzlei engagiert haben, um gegen angebliche Verschwörer zu ermitteln. Julian Reichelt habe, so zeigen die Recherchen, eigens eine Liste mit Personen zusammengestellt, die ihm und dem Springer-Verlag schaden wollten: Der Satiriker Jan Böhmermann soll darauf ebenso gestanden haben wie Ex-Bild-Chef Kai Diekmann. Im Podcast mit Holger Klein erzählt FT-Korrespondent Olaf Storbeck, warum es beim Springer-Vorstand trotz aller Enthüllungen "immer noch nicht knallt", weshalb er sogar Verständnis dafür habe, dass Döpfner eine Verschwörung gegen sein Haus witterte und warum all das vermutlich keine strafrechtlichen Konsequenzen nach sich ziehen wird.
20 Minuten
Anfeindungen und auch körperliche Übergriffe sind inzwischen traurige Normalität geworden für viele Journalist*innen, die von Demonstrationen berichten, die sich gegen die Corona-Maßnahmen wenden. "Haut ab!"- und „Lügenpresse“-Rufe sind noch die harmloseren Ausfälle gegenüber Pressevertreter*innen – Sophia Maier kennt das aus eigener Erfahrung. Seit knapp zwei Jahren ist die „Stern TV“-Reporterin regelmäßig bei Demos unterwegs. Die Bedingungen, unter denen sie dort arbeitet, haben sich stetig verschlechtert. Um trotz der Drohungen und Einschüchterungen ihren Job machen zu können, wird sie von einem Sicherheitsdienst begleitet. Allein will sie sich den unberechenbaren Situationen nicht mehr aussetzen. Im Podcast mit Holger Klein erzählt Sophia Maier, warum sie trotzdem weiter von Demos berichtet, weshalb sie sich von der Polizei nicht hinreichend geschützt fühlt und was Medienhäuser tun sollten, um ihre Mitarbeiter*innen zu unterstützen.
37 Minuten
12.300 Euro und 1.000 Euro Verfahrenskosten, so viel soll die Türkei dem Journalisten Deniz Yücel zahlen. Das hat in dieser Woche der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte entschieden. Die Summe soll Yücel dafür entschädigen, dass er von Februar 2017 an ein Jahr lang in der Türkei im Gefängnis sitzen musste. Vier Jahre nach seiner Entlassung ist die Freude des gebürtigen Flörsheimers über das Urteil getrübt. Ihn wurmt es, dass das Gericht kein politisches Motiv für seine Inhaftierung feststellen wollte. Und er sorgt sich um die Journalist*innen, Kulturschaffenden und Politiker*innen, die anders als er noch immer in Haft sind — in dem Land, das auf der Rangliste der Pressefreiheit von Reporter ohne Grenzen auf Platz 153 von 180 steht. Mit Holger Klein spricht Deniz Yücel diese Woche über seine Arbeit, seine Haft und die Zeit danach. Der Korrespondent der „Welt“ und Präsident des deutschen PEN-Zentrums erläutert, warum das Urteil des Menschenrechtsgerichtshofs eigentlich auch ein Erfolg für die Türkei ist, warum der türkische Präsident Erdogan seiner Ansicht nach wie ein Gangster tickt und warum es in der Türkei fast keine freien Medien mehr gibt.
33 Minuten
Bei den Tumulten in Kasachstan zu Beginn des neuen Jahres, hatten Nachrichtenredaktionen ein Problem: Sie kamen nur schwer an verlässliche Informationen. Das Internet in Kasachstan blockiert, unabhängige Medien unterdrückt und kaum Auslandskorrespondent*innen vor Ort, die die Lage einschätzen könnten. Händeringend suchen Newsrooms - auch deutsche - nach Berichterstatter*innen im Land. Das ist diese Woche Thema im Podcast. Holger Klein spricht mit Christian-Zsolt Varga, Redakteur bei n-ost. Das internationale Journalistennetzwerk setzt sich für stärkeren Auslandsjournalismus ein und hat aktuell das "Kazakhstan Helpdesk" initiert, um Journalist*innen dabei zu helfen an unabhängige Informationen zu kommen. Varga erklärt, warum Länder wie Kasachstan so genannte „Blindspots“ sind, was sich bei der Auslandsberichterstattung ändern muss und welche Rolle dabei die grenzüberschreitende Vernetzung der Redaktionen spielt.
29 Minuten
Der Auftrag für ARD und ZDF soll neu formuliert werden. Unter anderem wird darüber gestritten, welchen Stellenwert Unterhaltung in Zukunft haben soll. Klaudia Wick von der Deutschen Kinemathek sieht mögliche Einschränkungen kritisch.
21 Minuten
Für eine sexistische Beleidigung in seiner Zeitschrift "Tichys Einblick" muss Roland Tichy 10.000 Euro Schmerzensgeld an die SPD-Politikerin Sawsan Chebli zahlen. Ist das gerecht? Hilft das? Ein Gespräch mit der Medienanwältin Tanja Irion.
22 Minuten
Warum hat die Politik die problematischen Seiten von Telegram erst jetzt entdeckt, obwohl sie lange schon sichtbar sind? Und würde es etwas bringen, den Dienst stärker zu reglementieren – oder gar abzuschalten, wie manche fordern? Im Podcast spricht Holger Klein mit Andrej Reisin über die Debatte um Telegram.
42 Minuten
Zahlreiche Fotos und Videos, die schweren sexuellen Missbrauch von Kindern zeigen, stehen jahrelang im Internet. Ermittlungsbehörden löschen die Dateien nicht, obwohl sie es offenbar könnten. Im Podcast spricht Holger Klein mit Daniel Moßbrucker über dessen Recherchen in pädokriminellen Foren.
19 Minuten
Für die Medien war Angela Merkel schwer zu fassen - sie gilt sprachlich als ungelenk und wenig charismatisch. Aber wie wird es mit Olaf Scholz? Im Podcast spricht Holger Klein mit Hendrik Wieduwilt darüber, warum Merkel ausgerechnet in Krisenzeiten die Nähe zu den Medien nutzte, wo ihr Nachfolger Olaf Scholz noch Nachholbedarf hat und warum seine Auftritt bei "Bild"-TV und "Joko und Klaas" ein guter Schachzug waren.
29 Minuten
Ein Schäferhund will die frühere Villa von Madonna verkaufen? Hä? Das kann doch nur eine Ente sein! Redaktionsleiter Frederik von Castell erzählt von seiner Recherche und davon, wie hilfreich seine Erfahrung als Faktenchecker und Datenjournalist für seine Übermedien-Arbeit ist.