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Acht Milliarden: Der Auslands-Podcast des SPIEGEL Archiv

422 Episoden
32 Minuten
Jan-Werner Müller ist einer der weltweit renommiertesten Politologen. Ein Gespräch über Kamala Harris, die Gefahr durch J.D. Vance und die Frage, wie sich die USA »Orbanisieren« könnten.

Die letzten Wochen waren wohl selbst für die stresserprobten US-Demokraten außergewöhnlich. Erst wird das TV-Duell zwischen US-Präsident Joe Biden und seinem Herausforderer zur Katastrophe für die Demokraten. Dann weigert sich Biden anfangs Konsequenzen zu ziehen und das Rennen zu verlassen, nur um kurz darauf doch das Feld zu räumen und keine zweite Amtszeit anzustreben. Nun scheint sich die Partei hinter Vize-Präsidentin Kamala Harris zu versammeln.

In dieser Folge von »Acht Milliarden« ist der Politikwissenschaftler Jan-Werner Müller zu Gast. Er hat das Standardwerk »Was ist Populismus« vorgelegt. Müller lehrt und forscht an der Universität Princeton zu Politischer Theorie und Ideengeschichte. Mit Host Juan Moreno erläutert Müller, warum die bis vor Kurzem so siegessicheren Republikaner jetzt doch nervös werden, und warum Trumps Vize, J.D. Vance, eine echte Gefahr für die Demokratie in den USA darstellt. Womöglich sogar mehr als Trump.

»Interessant ist doch, wen sich Vance als Vorbild ausgesucht hat: Viktor Orbán in Ungarn«, so Müller. Das Aushöhlen der Institutionen, der systematische Umbau des Staates mit Sympathisanten, das alles sieht Müller als sehr reale Gefahr, sollte Trump im November gewählt werden.

 

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28 Minuten
Der Druck auf Joe Biden wird immer größer. Mehr und mehr Weggefährten fordern den US-Präsidenten auf, den Weg für einen jüngeren Kandidaten, eine jüngere Kandidatin freizumachen. Bisher sperrt sich Biden gegen den Gedanken. Doch Medienberichten zufolge, scheint ihn die Situation zu belasten. Die New York Times berichtet, dass Vertraute des US-Präsidenten zu erkennen gegeben hätten, dass Biden über einen Rückzug nachdenke.

In dieser Folge von »Acht Milliarden« spricht Host Juan Moreno mit US-Korrespondent René Pfister über die Frage, wie die USA überhaupt in diese Situation kommen konnten. Wird das Land zwischen einem 79-jährigen verurteilten Straftäter mit schwierigem Leumund und einem 81-Jährigen, mit offensichtlichen kognitiven Schwierigkeiten, wählen müssen?

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20 Minuten
Podcast-Tipp: Die Schüsse von Pennsylvania haben die Welt erschüttert. Ob die Gewalt in den USA nach dem Anschlag eskaliert und wie Donald Trump sich nun inszeniert, erklärt SPIEGEL-Redakteur Mathieu von Rohr im Gespräch mit Lara Schulschenk bei Shortcut. 

Neue Folgen von Shortcut gibt es von Montag bis Freitag auf Spiegel.de, YouTube und überall, wo es Podcasts gibt. 

 

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26 Minuten
Nach der krachenden Wahlniederlage im letzten Monat löste Frankreichs Präsident Emmanuel Macron das Parlament auf und kündigte Neuwahlen an. Die Rechtspopulisten um Marine Le Pen hatten rund 10 Millionen Stimmen erhalten. Eine Klatsche für den Mann im Élysée-Palast. »Es ist zwar bis heute nicht klar, warum er das getan hat, aber Macron löste das Parlament auf. Er wolle Klarheit, hieß es. Und die bekam er«, erklärt SPIEGEL-Korrespondentin Britta Sandberg.

In dieser Folge von »Acht Milliarden« spricht Host Juan Moreno mit Sandberg über die verrückten fünf Wochen, die Frankreich gerade erlebt hat. Denn statt Klarheit hat Macron eine katastrophale Situation geschaffen. Das Land könnte unregierbar werden. Wenige Wochen vor Beginn der Olympischen Spiele in Paris.

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30 Minuten
Debakel mit Ankündigung: Die Tories verlieren die Parlamentswahlen. SPIEGEL-Korrespondent Steffen Lüdke über den künftigen Labour-Premier Keir Starmer und ein Land, das nach 14 Jahren Tory-Regierung nach Veränderung schreit.

Es ist das passiert, was die Demoskopen vorhergesagt haben: In Großbritannien wird es zu einem Machtwechsel kommen. Die konservativen Tories verlieren ihre Macht, Labour Party mit Parteichef Starmer kann sich über eine absolute Mehrheit freuen.

In dieser Ausgabe von »Acht Milliarden« spricht Host Juan Moreno mit Steffen Lüdke, SPIEGEL-Korrespondent in London, über das katastrophale Abschneiden der Tories und den designierten Premier, Keir Starmer, der im Wahlkampf kaum über konkrete Politik gesprochen hat. »Die Briten wüssten vermutlich selbst gern, wer dieser Mann eigentlich ist«, so Lüdke.

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22 Minuten
Es sollte der Moment werden, in dem Joe Biden den Amerikanern zeigt, dass er fit für eine zweite Amtszeit ist. Es wurde ein Debakel. SPIEGEL-Korrespondent René Pfister über 90 Minuten, die das Ende einer Präsidentschaft besiegeln könnten.

Die Demokraten hatten auf ein frühes TV-Duell zwischen den beiden Präsidentschaftskandidaten Joe Biden und Donald Trump gedrängt. Es sollte der große Befreiungsschlag werden. US-Präsident Joe Biden wollte die TV-Debatte nutzen, um anzugreifen. Immer wieder hatten Republikaner Biden vorgeworfen, er sei zu alt für das Amt, verwirrt, könne seine Gedanken kaum zu Ende bringen. Die Demokraten hofften auf einen starken Auftritt des 81-Jährigen. Es wurde ein Desaster.

In dieser Ausgabe von »Acht Milliarden« spricht Host Juan Moreno mit René Pfister, Bürochef des SPIEGEL in Washington. Pfister beschreibt einen historischen Abend, der womöglich das Ende der Präsidentschaft Biden einläuten könnte – trotz des Kontrahenten Donald Trump, der gelogen habe, »dass sich die Balken biegen«, so Pfister.

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31 Minuten
Wie ist Krieg wirklich? SPIEGEL-Reporter Christoph Reuter über Soldaten im Bunker, den Alltag zwischen Schüssen und den Schrecken, den eine KI im Krieg verbreiten könnte.

Mitte Mai war vor einer großen russischen Offensive die Rede. Die ukrainische Armee meldete den Rückzug aus einigen Dörfern in der Region Charkiw. Die Lage war angespannt. Es war der Moment, in dem SPIEGEL-Reporter Christoph Reuter beschloss, an die Frontlinie zu fahren, um »ein Gefühl für die Situation zu bekommen und die Lage heute mit der vor einem Jahr zu vergleichen«, so Reuter.

In dieser Ausgabe von »Acht Milliarden« mit Host Juan Moreno beschreibt Reuter das dystopische Leben im Frontgebiet. Wo Reuter im letzten Jahr noch in Geschäften einkaufen konnte, ist heute nur noch Zerstörung. Das Leben existiert nur noch in den Dämmerstunden. »Die Drohnen haben den Krieg völlig verändert, kein Fahrzeug, kein Panzer, nicht mal ein Mensch ist vor ihnen sicher«, beschreibt Reuter die Situation. Alles, was man bisher über klassische Kriegsführung gelernt habe, sei mit dieser neuen Technologie hinfällig. Die Russen hätten zwar viel mehr Ausrüstung und Soldaten zur Verfügung, durch den Einsatz von Drohnen, habe sich aber alles verändert. Die Stimmung in der Ukraine ist aber, so Reuters Eindruck, deutlich besser, als noch vor einem Jahr.

 

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28 Minuten
Es sind unerhörte Vorwürfe: Auf der Militärbasis Sde Teiman sollen Palästinenser systematisch misshandelt worden sein. Ministerpräsident Benjamin Netanyahu spricht jedoch von der »moralischsten Armee der Welt«.

Es waren schreckliche Bilder, die im Dezember letzten Jahres im Internet kursierten: Zu sehen waren Aufnahmen von Massenfestnahmen im Norden des Gazastreifens. Fast komplett entkleidete Männer, mit gefesselten Händen und verbundenen Augen, auf dem Boden kniend, eingesperrt in einem improvisierten Gefängnis in einem Fußballstadion in Gaza-Stadt und beim Abtransport auf Militärlastwagen. Man habe sie "wie Vieh" behandelt, berichteten die Festgenommene.

Da die israelische Regierung internationalen Journalisten den Zugang zum Gazastreifen verwehrt, tat sich Thore Schröder, Israel-Korrespondent des SPIEGEL, mit der SPIEGEL-Mitarbeiterin Ghada Alkurd zusammen. Sie arbeitet als freie Mitarbeiterin für westliche Medien. Es gelang ihr, mit einer Reihe ehemaliger Gefangener zu sprechen.

Thore Schröder spricht in dieser Ausgabe von »Acht Milliarden« mit Host Juan Moreno über die Ergebnisse der großen SPIEGEL-Recherche.

"Wir haben natürlich alles versucht, um diese Aussagen der Häftlinge zu überprüfen, darum habe ich auch mit israelischen Whistleblowern und Menschenrechtsaktivisten gesprochen", so Schröder. Am Ende erhärteten sich in seinen Augen die Vorwürfe: Israels Armee hat gefangene Palästinenser systematisch geprügelt, gefoltert und zum Teil so schwer verletzt, dass sie Amputationen erlitten oder sogar an den Misshandlungen starben.

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32 Minuten
Christoph Giesens Urgroßvater wurde in Auschwitz ermordet, das wusste der SPIEGEL-Korrespondent. Dann erreichte ihn ein Brief aus den USA an seinem Wohnort Peking. Seitdem hat er eine neue Familie in Amerika und denkt darüber nach wie wichtig es sein kann, einen Plan B zu haben – und wie es ist, mit der ständigen Angst zu leben, heimatlos zu werden. In dieser Folge erzählt Christoph Giesen seine Geschichte. 

Link zur Sendung:

Christoph Giesens Familiengeschichte im SPIEGEL: »Die Optimisten sind in Auschwitz gelandet«

 

 

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46 Minuten
Taiwans Abgeordnete prügeln sich, Zehntausende Menschen demonstrieren und China spricht von Schädeln, die eingeschlagen werden, sollte sich das Land nicht dem Willen der Volksrepublik beugen – und seine separatistischen Tendenzen aufgeben. 

Was genau passiert gerade in Taiwan? Wie groß ist die Freundlichkeit, wenn man von chinafreundlichen Parteien spricht, wie sehr spaltet Xi Jinpings Reich die Gesellschaft? Und was steht in Taiwan auf dem Spiel – für das Land, die Region und die demokratische Welt?

Darüber spricht SPIEGEL-Experte Cornelius Dieckmann in dieser Folge von Acht Milliarden. 

Links zur Sendung: 

»Die Demokratie ist tot«

Hallo Peking, Taiwan existiert

Wie gefährlich sind Chinas Militärmanöver um Taiwan?

Die zornige Jugend Taipehs

Militärische Drohkulisse vor Taiwan

Protestsong ›Island's Sunrise‹ der Band Fire Ex – inklusive Parolender Demos von 2014 (YouTube)

Peking droht Unabhängigkeitsbefürwortern in Taiwan mit Blutvergießen AFP (YouTube)

Taiwan lawmakers brawl over parliament reforms | REUTERS

 

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35 Minuten
Der Schweigegeld-Prozess gegen Donald Trump offenbart zwei Versionen des Ex-Präsidenten: Den bekannten Krakeeler und den alten Mann, der vor Gericht einschläft. Doch Amerika bekommt nur den Wüterich zu Gesicht. Trumps Narrative haben in den USA so längst die Realität ersetzt. Aber wie weit sind wir in Europa, in Deutschland von diesem Zustand entfernt? 

SPIEGEL-Korrespondent Marc Pitzke hat wochenlang jeden Tag am Gericht in New York verbracht. Dort konnte er Richter, Geschworene und den Angeklagten Donald Trump aus nächster Nähe beobachten. Im Podcast berichtet er von seinen Eindrücken und über den Niedergang seiner Wahlheimat USA. 

Links zur Sendung: 

Das letzte Gefecht des Trump-Verteidigers

Parade der Trump-Höflinge

»Was ich tat, geschah auf Anweisung von Mr Trump«

Politik und Porno

Trumps Fahnenträger

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31 Minuten
Israels Verteidigungsminister Yoav Gallant kritisiert seinen Premier Benjamin Netanyahu überraschend deutlich. Er fordert einen Plan für den Gazastreifen – ohne israelische Militärmacht. Die Folge: Offener Streit in der israelischen Regierung. 

Ändert sich etwas, wenn die Kritik an der israelischen Kriegsführung von innen kommt, statt von außen? Wie werden die propalästinensischen Proteste im Ausland in Israel wahrgenommen? Und kann es tatsächlich einen Plan dafür geben, was mit dem Gazastreifen passiert, wenn die Kämpfe irgendwann beendet sind? Darüber spricht SPIEGEL-Korrespondent Thore Schröder in dieser Folge. 

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45 Minuten
Wladimir Putin tritt seine fünfte Amtszeit als russischer Präsident an. Einziger Punkt auf seiner Agenda: der Krieg. Russlands militärische Macht ist inzwischen einziges Leitbild für Putins Politik und die Gesellschaft seines neuen Russlands. Und der Krieg als Prozess legitimiert auch Putins Herrschaft selbst.

Was kann man von den nächsten sechs Jahren Präsidentschaft erwarten? Wie tief und umfassend reicht die Indoktrination in die russische Gesellschaft? Und wer wehrt sich noch gegen den Putinismus? Darüber spricht Christina Hebel, SPIEGEL-Korrespondentin in Moskau, in dieser Folge. 

Links zur Sendung:

Drei Erkenntnisse aus Putins Krönungszeremonie

Putins Propaganda im Lehrplan

Putins zweite Atomdrohung in einer Woche

Putins Kriegsbeuteschau »Hier ist ein Panzer der lieben Deutschen«

Putins Vereidigungszeremonie (YouTube)

Steven Seagal bei Putins Vereidigungszeremonie (YouTube)

Parade und Rede zum Tages des Sieges 2024 (YouTube)

 

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25 Minuten
Mekong-Probleme sind transnationale Probleme – der drittlängste Strom Asiens fließt durch sieben Staaten. Und alle wollen von ihm profitieren: von seiner Wasserkraft, seinem Artenreichtum und von seinen Sedimenten. Darunter leidet das riesige Ökosystem massiv – und mit ihm die Menschen, die an und von dem Fluss leben. 

Der Mekong entspringt im Hochland von Tibet und nimmt dann seinen Lauf durch China, Myanmar, Laos, Thailand und Kambodscha, bis er in Vietnam ins Südchinesische Meer mündet. Maria Stöhr, Asienkorrespondentin für das SPIEGEL-Projekt ›Globale Gesellschaft‹, berichtet über ihre Recherchen zum Zustand des Flusses. 

Links zur Sendung: 

Als der Mekong blau wurde

Riesiger Stachelrochen im Mekong gerettet (YouTube)

 

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41 Minuten
Das Richtige gesagt, das Falsche getan: Benjamin Netanyahu hat immer vor Iran gewarnt, aber den Feind und seine Stellvertreter wie die Hamas und die Hisbollah durch politische Fehler gestärkt. »Und jetzt haben wir eine extrem angespannte und wahnsinnig gefährliche Lage zwischen Israel und Iran, die jederzeit explodieren kann«, sagt Israel-Experte Richard C. Schneider im SPIEGEL-Auslandspodcast Acht Milliarden. 

Links zur Sendung:

Der Mann, der immer schon warnte

Netanyahus Botschaft an das israelische Volk am 13. April 2024 (youtube)

Videobotschaft der Eltern von Hamas-Geisel Hersch Goldberg-Polin (The Independent via youtube)

Yitzhak Rabins statement nach dem Bomebnaschlag von Bueons Aires 1994 (AP via youtube)

 

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