hr2 Hörspiel Archiv
35 Episoden
1 Stunde 14 Minuten
Ein „toller Hund“ ist Auslöser dieser herrlich verschlungenen Geschichte. Mit dabei: Ein Student, der aus Liebeskummer sein Studium an den Nagel hängt, ein ehrbarer Schneidergeselle, der beinahe auf den Hund kommt - und zwei junge Damen, die für reichlich Wirbel sorgen. Das Theaterstück „Der tolle Hund“ von Ernst Elias Niebergall aus dem Jahr 1894 wurde 1953 von Wolf Schmidt für den Hessischen Rundfunk als Hörspiel bearbeitet - natürlich in echt Darmstädter Mundart. Text: Ernst Elias Niebergall Mit: Willi Umminger, Else Knott, Rudi Schmitt, Irene Marhold u. v. a. Regie/Bearbeitung: Wolf Schmidt hr 1953 | ca. 73 Min. (Audio verfügbar bis 23.05.2026)
1 Stunde 5 Minuten
Ein Professor der Mathematik - technikfeindlich und weltfremd - erhält im Rahmen eines Forschungsauftrags eine neuartige Apparatur in sein Zuhause. Zunächst verblüfft über die Möglichkeiten, scheint die Maschine bald ein Eigenleben zu entwickeln. Mit jeder weiteren erstaunlichen Leistung wird dem Professor das sogenannte „Elektronengehirn“ unheimlicher. Wie stellte man sich in den 1960er-Jahren Künstliche Intelligenz vor? Im Hörspiel „Aufzeichnungen eines ordentlichen Menschen“ aus dem Jahr 1967 nimmt Heinz von Cramer einiges lustvoll vorweg. Die heutigen technischen Möglichkeiten waren in den 1960ern natürlich noch in weiter Ferne - doch die Ambivalenz dieser neuen Technologie ist bereits deutlich spürbar. Mit: Willy Trenk-Trebitsch, Maria Donnerstag, Erwin Scherschel, Claus Villinger. Regie: Heinz von Cramer Produktion: hr/SR/SDR/SWF 1967 | ca. 65 Min. (Audio verfügbar bis 09.05.2026)
1 Stunde 22 Minuten
Hinter den Kulissen einer Filmproduktionsfirma sollen der gestandene Autor Halliday und der Debütant Shep gemeinsam ein Drehbuch schreiben. Die Arbeit kommt nur schleppend voran, da beide sie aus völlig unterschiedlichen Motiven angenommen haben. Halliday ist bereits am Ende seiner Kräfte, doch er braucht das Geld für das Drehbuch, um seinen letzten großen Roman fertigstellen zu können. Als er jedoch gegen seinen Willen zu einer Reise an die Drehorte des Films überredet wird, beginnt sein persönlicher, vom Alkohol getriebener, Absturz. Ein satirisch-tragischer Blick hinter die Kulissen der Traumfabrik Hollywood. Nach dem Roman von Oscar-Preisträger Budd Schulberg. Mit: Wolfgang Büttner, Walter Andreas Schwarz, Kurt Haars, Käte Jaenicke u. v. a. Bearbeitung & Regie: Karl Ebert hr/SDR 1956 | ca. 82 Min. (Audio verfügbar bis 25.04.2026)
1 Stunde 34 Minuten
„Mademoiselle Molière“ ist eine Komödie über das Leben des großen Schauspielers und Dramatikers Molière. Allerdings ist das Stück nicht biografisch korrekt, sondern vielmehr eine lustvolle Träumerei. Im Mittelpunkt stehen Molière und Armanda, eine junge Frau, die sich von einer bigotten Klosterschülerin zu einer durchtriebenen Intrigantin entwickelt. Dass „Mademoiselle Molière“ ursprünglich als Filmstoff angedacht war, lässt sich hören: Schnitte und Zeitsprünge formen ein Mosaik aus pointierten Einzelszenen, das zu einem geistreichen Vergnügen verschmilzt. Mit: Dieter Brammer, Hans Caninenberg, Peter Fricke, Lola Müthel u.v. a. Regie: Mathias Neumann Komposition: Jean-Baptiste Lully hr 1961 | 93 Min. (Audio verfügbar bis 18.04.2026)
1 Stunde 3 Minuten
Das possenreiche und hochironische Stück spielt zur Zeit der Christenverfolgung im antiken Rom. Der sanftmütige Schneider Androklus ist schwach an Körperkraft, aber stark im Glauben und liebt vor allem die Tiere - sehr zum Missfallen seiner Frau. Als er eines Tages zusammen mit anderen Christen in die Arena des römischen Kolosseums getrieben wird, um den Märtyrertod zu erleiden, trifft er auf einen Löwen, dem er einst einen Dorn aus der Tatze gezogen hat. Hat sein Glaube etwas bei dem Tier bewirkt? George Shaw verbindet meisterhaft verschiedene Lesarten des Christentums und des Glaubens zu einer komischen Geschichte, die durchaus zum Nachdenken anregt. Mit: Heini Göbel, Herbert Böhme, Friedrich Schoenfelder, Karl Lieffen Bruren u.v.a. Regie: Jürgen Petersen hr 1956 | 63 Min. (Audio verfügbar bis 04.04.2026)
1 Stunde 2 Minuten
Ein bissiges Stück über die Medienlandschaft. „Wir brauchen einen Knüller“, sagt der Direktor einer Bukarester Tageszeitung. Und er kriegt ihn, ohne es zu ahnen: In seinem Revolverblatt ist versehentlich ein wissenschaftlicher Artikel über Alexander den Großen erschienen, der ein turbulentes Spiel von Verwechslungen, Verdächtigungen und Erpressungen auslöst. Der gerissene Zeitungsmann, der Geschäfte machen will, und ein skrupelloser Industriekapitän, der seine lichtscheuen Unternehmungen bedroht sieht, raufen sich um den ahnungslosen Autor des ominösen Artikels - einen schüchternen Privatdozenten, der sich nur für Alexander den Großen interessiert. Die drei treiben sich gegenseitig an den Rand des Ruins und gehen schließlich doch als Gewinner aus allen Verwirrungen hervor. Mit: Hans Timerding, Harald Mannl, Hans Goguel, Otto Stern u.v.a. Regie: Theodor Steiner Produktion: hr 1959 | ca. 62 Min. (Audio verfügbar bis 11.04.2026)
1 Stunde 15 Minuten
„Großer Ring mit Außenschleife“ - eine Geschichte der besonderen Art über Arbeitskampf und Protest. Franz Lehmhuhn hätte man Protest niemals zugetraut, denn der glückliche Familienvater ist mit seiner Arbeit als Straßenbahnfahrer eigentlich sehr zufrieden. Doch seine Ruhe findet ein jähes Ende: Bei einer Betriebsuntersuchung wird eine winzige Narbe entdeckt - ein Überbleibsel eines früheren Unfalls. Aufgrund neuer Bestimmungen wird ihm die Eignung als Fahrer abgesprochen und er wird degradiert. Damit beginnt der kafkaeske Absturz von Franz Lehmhuhn, der schließlich in einer leidenschaftlichen Aktion gipfelt: Er entführt seinen alten Wagen aus dem Depot und fährt seine gewohnte Strecke - den Großen Ring mit Außenschleife. Doch kann diese Fahrt ein gutes Ende nehmen? Heinz Oskar Wuttigs bissige Hörspielsatire über den „kleinen Mann“, den nur ein grotesker Zufall retten kann, fand einige Jahre später sogar ihren Weg auf die Kinoleinwand. Mit: Heinz Stoewer, Harry Gondy, Lotte Koch, Jürgen Breidenstein, Wolfgang Schön-Siener u.v. a. Regie: Hanns-Ludwig Wiechmann hr / SDR 1954 | 75 Min. (Audio verfügbar bis 23.03.2026)
1 Stunde 14 Minuten
"Es ist schwer, seinem Verlobten zu gestehen, dass man heiraten wird - und zwar einen anderen." Diese Erkenntnis stammt aus dem Munde von Valerie King, einem Broadway-Star wie aus dem Bilderbuch: schön, erfolgreich, gewissenlos, temperamentvoll. Sie spielt mit Männern, als stünde sie auf der Bühne. Doch als sie ihrem langjährigen Verehrer unüberlegt einen Heiratsantrag macht, hat dieser genug. Er setzt alle Hebel in Bewegung, um Valerie ihre wahren Gefühle vor Augen zu führen - und den Mann zu finden, der tatsächlich zu ihr passt. Autor Louis Verneuil konnte ab den 1920er-Jahren auf dem Broadway einige Erfolge feiern - so auch mit dem leichtfüßigen Lieben und lassen, dessen Moral in der Erkenntnis liegt, dass Liebe zwar ein Spiel ist, aber das gefährlichste, schwierigste und ernsteste, das es gibt. Mit: Leopold Biberti, Anne-Marie Blanc, Willy Buser und vielen anderen. Funkbearbeitung & Regie: Werner Hausmann hr / SRG DRS 1961 | 73 Min. (Audio verfügbar bis 16.03.2026)
59 Minuten
Können Menschen ohne Illusionen leben? Wird nicht das Zusammenleben schier unerträglich, sobald die geheime Absprache nicht mehr besteht, sich gegenseitig den Samariterdienst mitfühlender, liebenswürdiger Schwindeleien zu erweisen? In das vorgegaukelte Idyll der Zufriedenheit und Eintracht der Pension „Oertel“ platzt der junge Anwalt Dr. Möller: Binnen zwei Tagen hat er alle Träume zerstört und steht fassungslos vor den Trümmern eines vielfältigen kleinen Glücks, das nur mühselig wieder zusammengesetzt werden kann. Mit: Otto Stern, Willi Umminger, Lothar Ostermann und anderen. Regie: Rudolf Rieth hr 1952 | 60 Min. (Audio verfügbar bis 09.03.2026)
1 Stunde 6 Minuten
Der Präsident eines Landes lässt die Minister zusammenkommen; sie sollen ihm über den Zustand des Landes und die Stimmung der Bevölkerung berichten. „Alles ist hervorragend“, beschwichtigen sie. „Keine Probleme, so gut wie noch nie.“ Doch nach Jahren der Ruhe spürt der Präsident eine Veränderung - etwas stimmt nicht. Es überrascht ihn daher nicht, als Antonio, der letzte verbliebene Dichter des Landes, widerspricht. Der Präsident lässt sich auf ein Experiment ein: Mit verbundenen Augen soll der Dichter ihn durchs Land führen, damit er hört, wie es wirklich um seine Untertanen steht. Danach wird für den Präsidenten nichts mehr so sein, wie es war. Mit: Kurt Erhardt, Erik Schumann, Lieselotte Rau und vielen anderen Regie: Ulrich Lauterbach hr/SDR 1957 | 66 min (Audio verfügbar bis 03.02.2026)
57 Minuten
Das „Halbhalbe und das Ganzganze“ von Safiye Can ist den Opfern des rechtsextremistischen Anschlags von Hanau gewidmet, der vor fünf Jahren am 19. Februar 2020 stattfand. Aus rassistischen Motiven erschoss ein Attentäter neun Menschen, seine Mutter und sich selbst. In „Das Halbhalbe und das Ganzganze“ stehen migrantische Perspektiven aus der Region um Hanau im Mittelpunkt: Die Autorin Safiye Can stammt aus der Nachbarstadt Offenbach und ist seit Jahren in der Bildungsarbeit aktiv; am Hiphop-Soundtrack des Hörspiels sind mehrere Hanauer Künstler*innen beteiligt, die sich in ihren Songs klar gegen Rassismus positioniert haben. Und schließlich werden O-Töne der Hinterbliebenen des Anschlags aus dem Feature „Der letzte Tag“ von Sebastian Friedrich zitiert. Regie: Andrea Geißler Mit: Kristin Hunold und Murat Dikenci hr 2022| 57 Min. (Audio verfügbar bis 19.02.2026)
1 Stunde 19 Minuten
„Fisch zu viert“ von Wolfgang Kohlhaase und Rita Zimmer ist ein echtes Kammerspiel: Drei Schwestern und ihr treuer Diener Rudolf leben seit Jahren zusammen unter einem Dach. Doch das einst harmonische Miteinander beginnt zu bröckeln, denn Rudolf weiß mehr über die Schwestern, als diesen lieb ist. Als Rudolf plötzlich Forderungen stellt, entspinnt sich ein tödliches Intrigenspiel, das in einem grotesken Finale gipfelt. Das Stück behandelt mit bissigem Humor Themen wie Gier, Moral und Macht - und hält Sie bis zur letzten Minute in Atem. Mit Adelheid Seeck, Elisabeth Wiedemann, Gisela Zoch und Richard Lauffen Regie: Gert Westphal hr/BR 1970 | 80 Min. (Audio verfügbar bis 01.01.2026)
54 Minuten
Der erste Teil von Monika Helfers autofiktionaler Familiengeschichte. Josef und Maria Moosbrugger leben mit ihren Kindern am Rande eines Bergdorfes im österreichischen Vorarlberg. Sie sind die Armen, die am Rand der Gesellschaft stehen - sie sind die Bagage. Wie ein Mal tragen die Familienmitglieder das Stigma, „die Bagage“ zu sein, ihr Leben lang mit sich herum. Es scheint, als würde das Unglück an ihnen haften, doch ihre Schicksale ähneln denen vieler anderer. Es ist die Zeit des Ersten Weltkriegs. Zwar ist die Front in weiter Ferne, doch der Krieg findet seinen Weg auch in das kleine Haus der Bagage: Vater Josef Moosbrugger wird eingezogen und muss seine Familie zurücklassen. Der Bürgermeister soll sich um seine Familie kümmern, was der machtbewusste Mann nur allzu gern verspricht - denn Maria ist eine wunderschöne Frau. Doch die Familie ist wehrhaft und stark, und gemeinsam schaffen sie es, die kargen Winter zu überstehen. Bearbeiterin und Regisseurin Elisabeth Weilenmann hat ein eindrucksvolles Hörspiel geschaffen: behutsam, fein im Ton und doch sehr intensiv und erschütternd. Mit: Dörte Lyssewski, Andrea Wenzl, Christoph Luser, Andreas Lust, Hannes Wegener u.v.a. Regie & Bearbeitung: Elisabeth Weilenmann Komposition: Fatima Dunn hr/ORF/SRF 2024 | 54 Min. (Audio verfügbar bis 23.12.2025) Weiter geht es mit dem zweiten Teil „Vati“, auch hier in der ARD Audiothek.
54 Minuten
In "Vati" führt Monika Helfer die Erzählung ihrer Familiengeschichte fort, die mit „Die Bagage“ begann. Im Zentrum steht nun ihr Vater, Josef Helfer, der ausdrücklich wollte, dass seine Kinder ihn „Vati“ nennen - eine liebevolle Geste eines Mannes, der anders wirken und anders sein wollte als die vielen autoritären Vaterfiguren der deutschsprachigen Nachkriegsliteratur. Der Rückblick in die Vergangenheit folgt keiner linearen Erzählweise, sondern ist eine Collage aus Erinnerungen, Anekdoten und Reflexionen. Im Hörspiel, wie auch in der Romanvorlage, springt die Geschichte vor und zurück. Doch um den schweigsamen Vater bleibt eine Leerstelle zurück und ist, wie ein Traum, an den man sich erinnern will, nie ganz zu fassen. Trost und Zusammenbruch liegen nah beieinander. „Vati“ war 2021 für den Deutschen Buchpreis nominiert. Mit großem Gespür für die Vorlage hat Regisseurin Elisabeth Weilenmann den Roman als Hörspiel adaptiert: Die Figuren werden mit wenigen Strichen kontrastreich gezeichnet, und trotz der tragischen Schicksale gibt es Momente großer Freude und Hoffnung. Mit: Dörte Lyssewski, Karl Markovics, Damyan Andreev, Andrea Wenzl, Christoph Luser, Andreas Lust u.v.m. Regie: Elisabeth Weilenmann Komposition: Fatima Dunn hr/ORF/SRF 2024 | 54 Min. (Audio verfügbar bis 23.12.2025) Weiter geht es mit dem dritten Teil „Löwenherz“, auch hier in der ARD Audiothek.
50 Minuten
In „Löwenherz“ widmet sich Monika Helfer, nach „Die Bagage“ und „Vati“, einem weiteren Kapitel ihrer persönlichen Familiengeschichte. Wer war Richard, ihr sechs Jahre jüngerer Bruder, der sich im Alter von 30 Jahren das Leben nahm? Nach dem Tod der Mutter wachsen die Geschwister getrennt auf und haben nur selten Kontakt. Richard bleibt schwer greifbar, er driftet durchs Leben - humorvoll, aber ohne Ehrgeiz. Ein eigenwilliger junger Mann, der sich vor Verantwortung gern drückt. Als er plötzlich in die ungewohnte Rolle des Vaters schlüpft, gibt ihm das für eine Weile Halt. Immer wieder gelingt es dem charmanten Richard, sich in skurrile Situationen zu manövrieren, aus denen er stets wieder entkommt. „Löwenherz“ schmückt die Biografie des Bruders nicht aus, sondern nähert sich behutsam seinem Leben und dem Verhältnis zur großen Schwester an. In ihrer einfühlsamen Inszenierung der Romanvorlage zeichnet Regisseurin Elisabeth Weilenmann ein facettenreiches Bild des Bruders. Hinweis: In diesem Hörspiel wird das Thema Suizid behandelt. Falls Sie Hilfe benötigen, ist die TelefonSeelsorge jederzeit erreichbar: Suizidpr舸ention - TelefonSeelsorgeョ Deutschland Mit: Dörte Lyssewski, Sarah Viktoria Frick, Mara Romei, Emanuel Fellmer, Johannes Silberschneider u.v.m. Regie: Elisabeth Weilenmann Komposition: Fatima Dunn hr/ORF/SRF 2024 | 50 Min. (Audio verfügbar bis 23.12.2025)