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Chaosradio Archiv
293 Episoden
1 Stunde 57 Minuten
Die Einführung von Fingerabdrücken in den geplanten elektronischen Personalausweis (ePA) ist vor kurzem beschlossen worden. Konzeptionelle Fehler aus dem Paßgesetz werden also nun im Scheckkartenformat wiederholt. Wir kennen das schon vom biometrischen ePass: kein Sicherheitszuwachs, aber hohe Kosten. Anders als noch beim Reisepaß ist mit dem ePA nun allerdings jeder Bürger in Deutschland gezwungen, ein elektronisches Ausweisdokument mit gespeichertem biometrischen Merkmal zu beantragen. Da auch dauerhaft hier lebende Ausländer eine elektronische Karte bekommen, wird also nun endlich der Traum von der vollerfaßten Bevölkerung wahr. Der neue ePA soll übrigens zusätzlich auch gegen Phishing und andere Formen von Internetbetrug helfen, das hoheitliche Dokument wird also zum Wirtschaftsgut. Da kann es nicht mehr lange dauern, bis die Wirtschaft auch die Fingerabdrücke für die Geschäftsabschlüsse verwenden möchte. Technische Lösungen für biometrische Systeme zur Identitätsabsicherung im Internet werden derzeit bereits am Markt erprobt. Die erkennungsdienstliche Behandlung bei ePA ist vorerst für die Fingerabdrücke allerdings freiwillig. Was technisch geplant ist und wohin die biometrische Reise geht, erzählen wir dem geneigten Zuhörer.
1 Stunde 55 Minuten
Der technische Fortschritt hat es möglich gemacht: wo früher noch der Modellbaupilot zitternd und wackelig sein zerbrechliches Balsaholz-Spielzeug fernsteuerte, schweben heute Quadrocopter GPS-gesteuert wie angenagelt in der Luft. Eine Kombination aus modernen Elektromotoren, Lithium-Akkus und cleveren Algorithmen hält die Selbstbau-Drohnen in der Luft, und das ist erst der Anfang. Chaosradio zeigt wohin die Reise geht, auch was die Auswirkungen auf die Privatsphäre angeht und wie die Technologie für Überwachungsstaat und Militär verwendet wird. Links: * Motodrone Competition http://www.motodrone.org * WP: Quadrocopter http://de.wikipedia.org/wiki/Quadrocopter * Universal Aerial Video Platform (UAVP) http://ng.uavp.ch/moin * Mikrokopter http://www.mikrokopter.de/ucwiki/
1 Stunde 51 Minuten
In der 137. Ausgabe von Chaosradio bei Fritz geht es um den so genannten Hackerparagraphen. IT-Sicherheitsforscher sind durch die aktuelle Fassung des § 202c StGB (Strafgesetzbuch) von großer Rechtsunsicherheit betroffen, da nach dem Wortlaut des Paragraphen viele ihrer alltäglichen Vorgehensweisen rechtswidrig geworden sind. Doch nicht nur die Arbeit von Systemadministratoren und IT-Security-Beratern wurde eingeschränkt, auch Schulungen von Mitarbeitern, die Berufsausbildung und die akademische Lehre und Forschung sind betroffen. Dabei ist jedem Computerfachmann klar: Nur durch die praktische Nutzung von sog. "Hackertools" und vergleichbarer Software und dem gezielten Ausnutzen von Schwachstellen kann das Wissen um Angriffsmethoden erlangt und erweitert werden. Der Gesetzgebers wollte durch den § 202c StGB zwar nur den Zugang zu Schadsoftware und Angriffswerkzeugen beschränken, erreicht aber durch die ungeschickte Formulierung genau das Gegenteil: eine Kriminalisierung von Softwareherstellern und -benutzern. Warum das ein echter Standortnachteil für die deutsche Forschung und Wirtschaft ist, und wie IT-Sicherheitsforschung heute eigentlich praktisch funktioniert, erklären wir im Chaosradio. Für eine intensivere Auseinandersetzung mit dem Thema hat der CCC seine Stellungnahme zum § 202c StGB an das Bundesverfassungsgericht öffentlich gemacht. Links: * WP: Hackerparagraph http://de.wikipedia.org/wiki/Hackerparagraph * Stellungnahme des CCC anläßlich der Verfassungsbeschwerde gegen den § 202c StGB: Derzeitige und zukünftige Auswirkungen der Strafrechtsänderung auf die Computersicherheit http://www.ccc.de/202c/202cStellungnahme.pdf?language=de
1 Stunde 52 Minuten
Seit dem "offiziellen" Start des WWW vor gut 15 Jahren hat sich der "Browser" vom Web-Anzeigeprogramm zum eigenen Betriebssystem entwickelt. Der Urvater des Web, Tim Berners-Lee, wollte ursprünglich nur Textseiten untereinander verlinken. Kurz darauf kamen die Bilder dazu und heute ist der Browser nach dem Betriebssystem das wichtigste Stück Software auf deinem Rechner. Mit dem Einzug der Techniken des "Web 2.0" können nun fast sämtliche Aufgaben statt "nativ" auf dem Desktop auch im Browser erledigt werden. Von Online-Banking über Office-Anwendungen bis hin zu komplexen Spielen geht der Trend zur Browser-ware - mit allen Problemen, die denkbar sind... Lange Zeit bremste der Internet-Explorer als Platzhirsch die Weiterentwicklung von offiziellen Webstandards. Mit Aufkommen der alternativen Browser kam Bewegung in den Markt - zuletzt hatte Firefox dem Internet Explorer ordentlich Marktanteile abgefuchst. Wir möchten mit über aktuelle Entwicklungen bei den Browsern sprechen und von euch wissen, ob Browser-basierte Anwendungen die Zukunft sind.
1 Stunde 54 Minuten
Jeder von uns trägt etliche Plastikkarten mit sich herum, um damit Bargeld, Essen oder einen Rabatt zu bekommen. Im Chaosradio möchten wir aufklären, was sich hinter den Karten verbirgt. Und was auf dem Magnetstreifen von EC-Karten drauf ist, welche Daten die Mensa beim Essen kaufen von uns sieht und wie sicher das ganze ist. Ihr dürft in euren Taschen nach Plastikkarten kramen und wir tun unser bestes um herauszufinden, mit was für einem Exemplar ihr es zu tun habt.
1 Stunde 54 Minuten
Für Datenschützer sind sie ein Horrorszenario - für Freiberufler und Studierende ein tägliches Arbeitswerkzeug: Soziale Netzwerke a la StudiVZ, Orkut oder Xing haben durch Datenpannen und die Furcht vor dem "gläsernen Netzbürger" einen schlechten Ruf bekommen. Das Kiffer-Foto von der letzen Party, das Dessous-Foto, welches eigentlich nur für die beste Freundin gedacht war, widerliche Männer-Communities, die sich an den "schärfsten" Frauenfotos ergötzen und die Furcht, dass der spätere Arbeitgeber mal etwas genauer ins Netz schaut und die peinlichen Partyfotos aus jungen Jahren entdeckt, sorgen für einen unangenehmen Beigeschmack. Allerdings gibt es eine Generation, die ohne soziale Netzwerke gar nicht mehr leben kann. Die Jobsuche, Freizeitgestaltung, das Uni-Seminar bis hin zum Dating läuft über 'Social Networks'. Kann sich eine "Generation Netz" irren? Sind diese Plattformen wirklich hilfreich, unersetzlich oder gar lebensnotwendig? Wie schlimm ist es wirklich, wenn persönlichste Daten gespeichert und vernetzt werden. Aber vielleicht gebt ihr alle gar keine persönlichen Daten an? Welchen Sinn ergibt dann aber so ein System? In den Reihen des CCC ist eine lebhafte Debatte ausgebrochen, was der beste Umgang mit Social Networks ist: Soll man davon warnen? Oder begeistert sein? Zur Vorsicht aufrufen? Und von den Nutzern dafür belächelt werden? Diskutiert mit uns! Im Chaosradio auf Fritz.
1 Stunde 59 Minuten
Filesharing ist wie Schwarzfahren - meist geht es gut, manchmal erwischt es einen doch. Die Musikindustrie beauftragt Firmen, die den Tauschbörsennutzern auf die Finger schauen und irgendwann flattert einem ein Brief einer Anwaltskanzlei ins Haus, der zur Zahlung einer hohen Summe auffordert. Aus Angst davor machen viele Internetnutzer mittlerweile einen Bogen ums Filesharing. Ihr auch? Oder vertraut ihr darauf, dass es euch schon nicht treffen wird? Wie arbeiten diese "Sheriffs des Internet", wie groß ist das Risiko erwischt zu werden und wie kann man den Kopf möglicherweise noch aus der Schlinge ziehen.
1 Stunde 56 Minuten
Diesen Mittwoch, am 27. Februar 2008, entscheidet das Bundesverfassungsgericht über die Zulässigkeit staatlichen Schnüffelns in privaten Computern – die so genannten heimlichen Online-Durchsuchung, vulgo Bundestrojaner. Das Urteil wird mit großer Spannung erwartet, da die Hohen Richter bereits während der mündlichen Verhandlung die Absicht des Gerichts bekräftigt haben, die digitale Intimsphäre eines Menschen, in die auch der Staat nicht hineinschnüffeln darf, für das Internet-Zeitalter zu definieren. Was die Richter der drohenden staatlichen Verwanzung unserer Rechner entgegenzusetzen haben, werdet Ihr live beim Chaosradio 132 erfahren. Kommt der Bundestrojaner, und wenn ja, welche Voraussetzungen müssen vorliegen, damit Eure Festplatte durchsucht werden darf? Die Reporter des Chaos Computer Club werden bei der Verkündigung des Urteils anwesend sein und noch am Abend zu den Hintergründen und Auswirkungen – auch für eure PCs – Bericht erstatten und mit den Hörern debattieren.
1 Stunde 55 Minuten
Seit dem 1. Januar 2008 müssen Internet- und Telefonanbieter alle möglichen Verbindungsdaten für sechs Monate speichern. Selbst wer glaubt, nichts zu verbergen zu haben, will sich vielleicht trotzdem nicht permament vom Staat über die Schulter schauen lassen. Viele gut gemeinte Ratschläge wie E-Mail-Verschlüsselung oder den Tausch von Prepaid-Karten kursierten seit die Vorratsdatenspeicherung aktuell ist. Wir möchten klären, wann man sich wirklich anonynm in Netz bewegt oder telefoniert. Und wie man es mit Hausmitteln oder etwa Gebastel den staatlichen Schnüfflern etwas schwieriger machen kann. Selbstverständlich mit euch live am Telefon.
1 Stunde 56 Minuten
Die Zukunft ist heutzutage schon Bestandteil der Gegenwart - so scheint es. Doch trotzdem gibt es immer wieder lustige und abenteuerliche Erlebnisse, besonders wenn man mit moderner Technik in Berührung kommt und sich so recht des Eindrucks nicht erwehren kann, dass man für einen kurzen Moment die Zukunft gelebt hat. Wir sind auf Spurensuche nach diesen besonderen Momenten: dem Moment, in dem man begriffen hat, dass eine bestimmte Technologie sich durchsetzen wird oder eine gänzlich andere Verwendung findet als gemeinhin geglaubt wird; dem Moment, in dem man die Dimension von Computer- und Telefonnetzen neu erlebt; dem Moment, wo man Technik zu wahrhaft dekadenten Installationen kombiniert. Diese Blicke in die Zukunft möchten wir mit Euch teilen und freuen uns auf rege Beteiligung durch unsere Hörer.
2 Stunden
Die Big Brother Awards sind eine Negativ-Auszeichnung für Firmen, Politiker und Behörden, die sich ganz besonders um die Verletzung des Datenschutzes und der Privatsphäre verdient gemacht haben. Der Chaos Computer Club ist Teil der Jury, die dieses Jahr unter fast 500 Vorschlägen die Preisträger in acht Kategorien ausgewählt hat. Im Chaosradio stellen wir Euch die diesjährigen Preisträger vor und möchten eure Vorschläge hören: Wer sind die größten Datenkraken, bei wem sind Eure Daten in besonders schlechten Händen? Links: * Big Brother Awards Deutschland http://www.bigbrotherawards.de/ * Big Brother Awards 2007 http://www.bigbrotherawards.de/2007
2 Stunden
In einer gigantischen Operation hat das Bundeskriminalamt einen Berliner Soziologen und sein gesamtes Umfeld über mehr als ein Jahr hinweg komplett überwacht. Der Verdachtsgrund: Ein paar Stichworte aus seinen Arbeiten, die mit denen aus Bekennerschreiben einer Gruppe von Brandstiftern übereinstimmen sollen. Die von der Überwachung Betroffenen – insgesamt mehr als 30 Menschen – haben jetzt teilweisen Einblick in ihre Akten bekommen. Vor dem Hintergrund der Diskussion über das neue BKA-Gesetz und Computer-Wanzen berichtet nun erstmalig einer der von der Überwachung Betroffenen über das, was er in seinen Akten fand. Das für viele so abstrakte Thema "Vollüberwachung" gewinnt plötzlich eine sehr konkrete Dimension. Telefonabhören, Kameras vor der Tür, GPS-Wanzen, Handy-Bewegungsprofile, Ausforschung von Freundin, Bekannten und Nachbarn - all das ist real und keine paranoide Phantasterei. Chaosradio 128 gibt Gelegenheit die Befugnisse der Strafverfolgungsbehörden am konkreten Beispiel mit fachkundigen Experten und einem Betroffenen zu diskutieren und aus erster Hand zu erfahren, welche Auswirkungen diese Maßnahmen schon jetzt im Alltag haben. Zu Gast sind der Rechtsanwalt Sönke Hilbrans, der Politologe Volker Eick und als Betroffener Martin.
1 Stunde 56 Minuten
Ganz harmlos kommt es daher: ein kleines Trojanerchen hüpft in den heimischen PC, kopiert ein paar Dateien und verschwindet dann wieder spurlos. Ungefähr so stellt das Innenministerium in einer dem CCC bekannt gewordenen Stellungnahme den Einsatz der staatlichen Schnüffelsoftware zum Einsatz gegen Terrorverdächtige dar. Die Veröffentlichung der Stellungnahme erregte berkenswerte Aufmerksamkeit der Medien, der Chaos Computer Club wurde zum gefragtesten Ansprechpartner. Grund genug, das Thema von Chaosradio aus aktuellem Anlass zu ändern und über die aktuellen Erkenntnisse aus dem Hause Schäuble zu sprechen. Und was ihr über den Einsatz von staatlicher Schnüffelsoftware denkt.
2 Stunden 2 Minuten
Als Apple Mitte der 1990er Jahre nach gut 20 Jahren des Ruhm und Erfolgs in ein schleichendes Siechtum überging und vom Erfolg von Microsofts Windows-Betriebssystem förmlich überrollt wurde, sah es für den Erfinder des Personal Computers nicht sehr gut aus. Neben einer vollkommen verkackten Hardware.Strategie machte vor allem das Herz seiner Systeme schlapp: das gute alte Mac OS war an die Grenzen der Expansionsmöglichkeit gekommen und konnte den Herausforderungen der Zeit nichts mehr bieten. Zahlreiche Projekte wie Pink und Copland waren gescheitert. Nach einem Krisenjahr 1996 entschloss sich das Unternehmen nach langem Abwägen zum Kauf der Firma NeXT ihres ehemaligen Gründers Steve Jobs, der dann auch bald die Führung des Unternehmens übernahm. Der eigentliche Grund des Zukaufs war das Betriebssystem NeXTStep, das die Versäumnisse Apples egalisieren sollte. Eine Weile unter einer Reihe von Codenamen geführt, erblickte schliesslich im Jahre 2001 die endgültige Version des Betriebssystem das Licht der Welt. Mac OS X hat seitdem die Computer-Landschaft erheblich verändert und Apple zurück in eine Spitzenposition in der Betriebssystementwicklung gebracht. Dabei ist Mac OS X auch fest verwurzelt in der UNIX-Tradition. Chaosradio schaut dem Betriebssystem ein wenig unter die Haube und diskutiert mit Euch die Strategie der wohl umstrittensten Computerfirma auf dem Markt.
2 Stunden 56 Minuten
Nach den Amokläufen von Erfurt und Emstetten wurde die Ursache für den Gwaltausbruch schnell bei Ego-Shootern gesucht und gefunden. Eine emotionale Diskussion über mehr Verbote bis hin zur Internet-Zensur war die Folge. Die Fakten blieben dabei auf der Strecke. Im Chaosradio wollen wir klären, welche Mechanismen zum Jugendmedienschutz in Deutschland existieren und mit euch diskutieren, ob diese sinnvoll sind und funktionieren. In welchem Alter sind Kinder und Jugendliche "reif fürs Netz" und was können Eltern tun, damit Kinder von der Vielfalt im Internet nicht überfordert werden?