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Passage Archiv
50 Episoden
52 Minuten
Jane Austen, die berühmte englische Schriftstellerin, würde am 16. Dezember 250 Jahre alt. Die Faszination für ihr Werk ist bis heute ungebrochen. Nicht nur die romantischen Liebesgeschichten ziehen uns in ihren Bann, sondern auch die humorvollen und entlarvenden Porträts der Figuren. Aber Jane Austen kann noch mehr: Sie ist eine Pionierin des Feminismus und Vorreiterin der modernen Erzählkunst. Sie ist eine Autorin des literarischen Kanons und eine populärkulturelle Ikone. Jane Austen, sagt Barbara Straumann, Professorin für Englische Literaturwissenschaft, habe einen ähnlichen Status wie Shakespeare und Dickens. Und für Adriana Altaras, Theaterregisseurin und Autorin, ist Jane Austen fast wie eine Freundin: «Ich träume, wenn ich Jane Austen lese, es amüsiert mich, es entspannt mich. Immer, wenn ich harte Zeiten habe, gefallen mir ihre Bücher ganz besonders.»
56 Minuten
In den 1920ern und 30ern hatte Chicago eine blühende schwarze Klassikszene. Deren Schlüsselfiguren waren weiblich: Komponistinnen und Musikerinnen, Veranstalterinnen und Musikjournalistinnen. Musik war für sie auch ein Mittel zu feministischem und schwarzem Empowerment. Nora Holt, Estella Bonds, Maude Roberts George, Florence Price: Sie drückten der schwarzen Klassikszene Chicagos ihren Stempel auf. In einer Stadt, in der immer wieder Rassenunruhen tobten, musizierten und komponierten sie, gründeten Vereinigungen wie die «National Association of Negro Musicians» und vergaben Stipendien. Manche zogen hinter den Kulissen die Strippen, manche standen im Scheinwerferlicht. So wie die Komponistin Florence Price: 1933 spielt das Chicago Symphony Orchestra ihre erste Sinfonie – das erste Werk einer Afroamerikanerin, das von einem der grossen Orchester der USA aufgeführt wird. Erstsendung: 15.11.2024
57 Minuten
In der europäischen Klassikszene gibt es viele asiatische Musikerinnen und Musiker. Willkommen sind sie nicht immer: Sie haben mit rassistischen Klischees zu kämpfen, werden ausgegrenzt und diskriminiert. Wenn es um Jobs geht, haben sie Nachteile. Ein Tabuthema, über das viele Betroffene schweigen. Sie spielen perfekt, aber ohne Gefühl: Das ist nur eins der Klischees, mit dem asiatische Musikerinnen und Musiker konfrontiert sind. Viele von ihnen erleben Rassismus in westeuropäischen Profiorchestern und Musikhochschulen. Er äussert sich in offener Diskriminierung und Nachteilen bei Auswahlverfahren. Auch auf der Bühne werden rassistische Klischees reproduziert, in Opernhits wie «Madama Butterfly» und «Turandot». Antiasiatischer Rassismus ist tief verwurzelt in der Klassikszene. Trotzdem wird nur selten darüber gesprochen. Zu gross ist die Angst der Betroffenen.
56 Minuten
Der Luzerner Pius Strassmann geht in seiner Lyrik den Dingen nach, die unter der Oberfläche liegen. Die schweizerisch-amerikanische Multiinstrumentalistin Marena Whitcher reagiert auf seine Poesie mit musikalischen Klangwelten – im gemeinsamen Live-Auftritt in der «Passage» von der «BuchBasel». Sei es die Natur, seien es Alltagssituationen, sei es ein flüchtiger Gedanke – für den Lyriker Pius Strassmann kann vieles den Anlass bieten zur literarischen Auseinandersetzung. Seine Texte sind stark reduziert, strahlen eine federnde Leichtigkeit aus und vermitteln eine betörende gedankliche Tiefe. Marena Whitchers Kunst ist geprägt durch eine grosse Lust am Experimentieren. Sie verflicht Elemente aus Pop, Jazz und der Filmmusik. In der gemeinsamen Performance von Marena Whitcher und Pius Strassmann verschmelzen die musikalische und die dichterische Stimme zu einem neuen Ganzen.
54 Minuten
Um die Familie zu entlasten, kommt die 2-jährige Cécile 1945 aus dem Bergdorf Törbel zu einer Pflegemutter nach Zürich – für ein paar Monate. Daraus werden Jahre, dann Jahrzehnte. Die Geschichte eines Walliser Pflegekindes und den verzweifelten Kampf eines Bergbauern gegen städtische Behörden. Cécile wuchs als einziges Kind einer Walliser Bergbauernfamilie als Pflegekind in Zürich auf. Zu Lebzeiten ihrer Eltern wird wenig über die Hintergründe gesprochen. Sie erinnert sich aber daran, dass ihr Vater sie einmal abholen wollte. Nach dem Tod der Eltern kommen Akten zum Vorschein, die ein neues Licht auf ihre Geschichte werfen. Gemeinsam mit ihrer Mutter versucht die Feature-Autorin das Geschehene zu rekonstruieren. Sie suchen nach Akten, besuchen Orte der Kindheit und sprechen mit Familienangehörigen und begegnen damit auch einem Stück Schweizer Zeitgeschichte.