Archivradio – Geschichte im Original Archiv
1015 Episoden
31 Minuten
Für die Süddeutschen ist das Schweizer Radio im Krieg eine wichtige Informationsquelle. Radio Beromünster sendet in deutscher Sprache und berichtet auch über den Kriegsverlauf, ohne direkte Gegenpropaganda zum Deutschen Reich. Im Ausschnitt ist eine Reportage aus dem April 1945 zu hören, die im Mai ausgestrahlt wurde. Es geht um die Situation an der Nordgrenze der Schweiz. Hier haben sich viele Flüchtlinge versammelt, die das Land auf dem Rückweg in ihre Heimat durchreisen wollen oder die in der Schweiz Asyl suchen. Während der Reportage trifft auch eine Gruppe deutscher Soldaten an der Grenze ein, die auf der Flucht vor den anrückenden französischen Truppen Schutz suchen.
2 Minuten
Der Krieg findet auch im Rundfunk statt. Wichtig sind die Lageberichte der Wehrmacht. Anfangs sind sie noch von Erfolgsmeldungen geprägt und bleiben nah an der Realität. Erst als sich das Blatt wendet, lässt man das wahre Ausmaß der Niederlagen lieber unerwähnt. Im Jahr 1940 ist die Wehrmacht noch auf dem Vormarsch. Der Lagebericht vom 29. Mai 1940 meldet den Sieg gegen das britische Expeditionsheer.
4 Minuten
24.9.1939 | Der Rundfunk soll im „Dritten Reich“ möglichst breite Teile der Bevölkerung ansprechen. Es gibt lange Reportagen und Interviews verschiedener Berufsgruppen, Vereine oder NS-Organisationen. Regionen und Städte werden porträtiert, wichtige Feiern oder Ereignisse. Ein Beispiel ist der Bericht von der Reichsgartenschau in Stuttgart 1939.
27 Minuten
Zur 12. Funkausstellung in Berlin skizziert Reichssendeleiter Eugen Hadamovsky die Ideen für den deutschen Rundfunk in seiner Rede an die Mitarbeiter der Reichs-Rundfunk-Gesellschaft am 2. Juli 1935.
12 Minuten
Abgeordnete der NSDAP schlagen in der Reichstags-Wandelhalle den Journalisten Helmuth Klotz blutig. Der war zunächst auf Hitlers Seite gewesen, später aber ins linke Lager gewechselt.
2 Stunden 21 Minuten
Die Sitzung behandelt einen Gesetzentwurf zur Tilgung der Schulden des Reichs, also der Reparationszahlungen. Reichskanzler Brüning drängt auf rasche Verabschiedung des Gesetzes.
1 Stunde 29 Minuten
9.5.1932 | Reichsfinanzminister Hermann Dietrich spricht von den bankrotten Betrieben im Osten des Reichs und plädiert für einen Ausbau des freiwilligen Arbeitsdiensts.
6 Minuten
Die Deutschnationale Volkspartei (DNVP) ist empört, dass die Rede von Reichskanzler Heinrich Brüning am Vortag „offenbar“ auf Schallplatten aufgenommen und noch während der Reichstagssitzung im Rundfunk ausgestrahlt wurde – ohne Zustimmung des Ältestenrats! Doch Parlamentspräsident Löbe steht zu seiner Entscheidung.
2 Stunden 34 Minuten
Brüning betont, dass er nicht zur Verfügung stünde, kämen die Nationalsozialisten an die Macht. Er unterstützt die Wiederwahl Paul von Hindenburgs zum Reichspräsidenten.
57 Minuten
Im Zentrum der Debatte steht die Rede des SPD-Abgeordneten Rudolf Breitscheid. Er setzt sich mit Adolf Hitlers Buch "Mein Kampf" auseinander und zeichnet eine düstere Zukunft für die parlamentarische Demokratie. Der SPD-Mann kritisiert auch die KPD, weil sie ihren Hauptfeind in den Sozialdemokraten sähe statt in den Nationalsozialisten.
1 Stunde 26 Minuten
Die Neuwahl des Reichspräsidenten steht an. Joseph Goebbels (NSDAP) beschreibt Hindenburg als Witzfigur und nutzt die Aussprache für eine "Abrechnung" mit der Regierung. Goebbels wird des Saals verwiesen. Der Rest der Debatte ist von Tumulten geprägt. Kurt Schumacher spricht von einem hohen Grad der Verachtung und "Dummheit" der Nationalsozialisten.
21 Minuten
In seiner Rede über die Notverordnungen schlägt Heinrich Brüning milde Töne an. Er dankt allen Fraktionen für die "Vornehmheit", die sie ihm bei aller Kritik entgegengebracht hätte – auch dem "Führer", der dem Parlament gar nicht angehört.
5 Minuten
15.10.1931 | Laut Eduard Dingeldey (DVP) sind den Beamten die einschneidenden Gehaltskürzungen nicht vermittelbar. Ursache der Belastung seien die Reparationszahlungen an die Siegermächte des Ersten Weltkriegs.
5 Minuten
Der NSDAP-Abgeordnete Wilhelm Frick fordert für das deutsche Volk "Lebensraum für seine bei einer artgemäßen Führung des Reiches sich von selbst ergebende wachsende Volkskraft". Mehrfach nutzt er das Wort der "Kriegsschuldlüge".
19 Minuten
Das Parlament tagt ohne NSDAP weiter. Reichsinnenminister Joseph Wirth weist das "Gerede vom Bürgerkrieg" zurück. Er spricht auch den Rundfunk an. Solle man ihn als politisches Instrument einsetzen? Wenn ja, würde er, Wirth, die Zensur am liebsten selbst in der Hand haben.
Archivradio – Geschichte im Original
Das Archivradio macht Geschichte hör- und die Stimmung vergangener Jahrzehnte fühlbar. Historische Tonaufnahmen und Radioberichte vom Ersten Weltkrieg bis (fast) heute.