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Archivradio – Geschichte im Original Archiv

1016 Episoden
7 Minuten
Senator Robert Kennedy gilt als möglicher Präsidentschaftskandidat der Demokraten. Am 4. Juni hatte er im Hotel Ambassador eine Rede gehalten. Noch im Hotel feuert Sirhan Sirhan, ein christlicher Palästinenser, mehrere Schüsse auf Kennedy und seine Begleiter. Kennedy stirbt am 6. Juni – fünf Jahre nach dem Mord an seinem Bruder John.
22 Minuten
Kaum im Amt, steht der erste Grüne Außenminister Joschka Fischer vor kriegsentscheidenden Fragen. Auf dem Sonderparteitag der Grünen in Bielefeld rechtfertigt er den ersten Kriegseinsatz der Bundeswehr mit Verweis auf "Nie wieder Auschwitz". Hintergrund: Angesichts ethnischer Säuberungen bereitet die NATO einen Militäreinsatz vor. Joschka Fischer sieht keine Alternative. Doch die Grünen – mit ihrer pazifistischen Tradition – tun sich schwer, den Kurs ihres Außenministers mitzutragen. Auf einem außerordentlichen Parteitag kommt es zur Zuspitzung. Noch bevor Joschka Fischer mit seiner Rede beginnt, wird er mit einem Farbbeutel beworfen; sein Trommelfell reißt. Er wird kurz behandelt, redet dann aber trotzdem . Unter massivem Personenschutz rechtfertigt er seinen Standpunkt auch mit Verweis auf die deutsche Geschichte: "Nie wieder Auschwitz". Im Anschluss bekommt er die Zustimmung des Parteitags.
5 Minuten
Am 15.6.1983 provoziert der CDU-Politiker und Familienminister Heiner Geißler im Bundestag die Gegner der Nachrüstungspolitik mit der These: "Der Pazifismus der 30er-Jahre hat Auschwitz erst möglich gemacht". Die komplette Rede Heiner Geißlers gibt es ebenfalls im SWR2 Archivradio, aber vor allem dieser Satz ist hängengeblieben – und Geißler bekam dafür heftige Kritik, auch aus den Reihen der FDP, die ja mit der Union zusammen regierte. Noch am selben Tag äußert sich die FDP-Abgeordnete Hildegard Hamm-Brücher im Süddeutschen Rundfunk.
1 Stunde 3 Minuten
"Der Pazifismus der 30er-Jahre – der sich in seiner gesinnungsethischen Begründung nur wenig von dem unterscheidet, was wir in der Begründung des heutigen Pazifismus zur Kenntnis zu nehmen haben – dieser Pazifismus der 30er-Jahre hat Auschwitz erst möglich gemacht." Mit diesem Satz provozierte der CDU-Politiker Heiner Geißler die Friedensbewegung, die sich gegen die Stationierung von Pershing-Raketen in der Bundesrepublik stark machte. Die Diskussion um den gescheiterten NATO-Doppelbeschluss und die Stationierung von Pershings hatte die Friedensbewegung massiv mobilisiert. Friedensbewegte einstige SPD-Anhänger liefen zu den Grünen über, die im März 1983 in den Bundestag einzogen. Sie saßen also erst ein paar Wochen im Parlament, als Heiner Geißler (CDU) diese Rede hielt. Er beginnt mit einer etwas bemühten Begründung, warum ausgerechnet er als Bundesfamilienminister zum NATO-Doppelbeschluss Stellung nimmt. Mehrfach spricht er die grünen Abgeordneten Otto Schily und Joschka Fischer an, die wegen ihrer häufigen Zwischenrufe vom Parlamentspräsidenten Richard Stücklen gerüffelt werden. Etwa ab 00:17:00 kommt Geißler auf den Pazifismus und Auschwitz zu sprechen.
20 Minuten
Als Konsequenz des NATO-Doppelbeschlusses und der gescheiterten Abrüstungsgespräche mit Moskau werden auch in Deutschland atomare Mittelstreckenraketen stationiert, neben Bitburg ist die Mutlanger Heide bei Schwäbisch Gmünd als Standort für die Raketen ausgewählt. Im September 1983 wird sie zum zentralen Protestort der Friedensbewegung, die die Stationierung verhindern will. Die Blockade beginnt am 1. September. Am nächsten Tag geht die Blockade weiter. Bestätigt fühlen sich die Atomwaffengegner durch den Abschuss eines südkoreanischen Flugzeugs durch das sowjetische Militär. Am 3. September endet das Friedenscamp – zumindest ist es so geplant. Doch es kommt anders. Eine Reihe von Demonstranten bleibt noch mehr als eine Woche in Mutlangen, bis das Lager am 12. September aufgelöst wird. Die Proteste in Mutlangen schweißen die Friedensbewegung zusammen – die Stationierung der Pershingraketen können sie nicht verhindern. Die kommen im November 1983 in Mutlangen an. | http://swr.li/mutlangen-friedenscamp
19 Minuten
Innerhalb der SPD gehörte Erhard Eppler dem linken Flügel an. Im Grunde dem Flügel, der den Ansichten der 1980 gegründeten Partei der Grünen sehr nahestand.
38 Minuten
Ende der 1970er-Jahre fühlen sich die NATO-Länder in Europa bedroht durch die Stationierung neuer sowjetischer Raketen in Osteuropa. In Deutschland wirbt Außenminister Hans-Dietrich Genscher von der FDP vor dem Bundestag deshalb für den NATO-Doppelbeschluss. Er sieht einerseits vor, Europa mithilfe der USA nachzurüsten. Andererseits sollen neue Verhandlungen mit der Sowjetunion zu einer Entspannung führen. Am 11. Dezember 1979, einen Tag vor der Abstimmung über den NATO-Doppelbeschluss in Brüssel, spricht Genscher zu den Abgeordneten des deutschen Bundestages.
12 Minuten
Die Große Koalition beschließt, das Grundgesetz um eine Notstandsverfassung zu ergänzen. Im Fall von Staatskrisen und Katastrophen soll die Regierung die Möglichkeit erhalten, die Grundrechte einzuschränken. Die Außerparlamentarische Opposition der 68er-Bewegung ebenso wie führende Intellektuelle protestieren gegen die Notstandsgesetze. Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger verteidigt sie.
1 Stunde 42 Minuten
Im Mai 1993 nehmen die Fraktionsvorsitzenden im Bundestag Stellung zur umstrittenen Änderung des Asylrechts. Es äußern sich Wolfgang Schäuble von der CDU/CSU, Hans-Ulrich Klose für die SPD, Hermann Otto Solms von der FDP und Gregor Gysi (PDS).
9 Minuten
1987 fand die Volkszählung endlich statt. Die war eigentlich schon für 1983 geplant worden , wurde aber gestoppt, weil das Bundesverfassungsgericht datenschutzrechtliche Bedenken hatte. 1987 ist die Aufregung schon deutlich abgeebbt. Die breite Bevölkerung trägt die Volkszählung mit, doch die Grünen sind nach wie vor dagegen und rufen zum Boykott auf. Dies hat zur Folge, dass einige Parteitage zunächst nicht genehmigt werden. Gleichzeitig gibt es im Vorfeld der Volkszählung Angriffe auf Volkszähler. Die anderen Parteien sehen die Verantwortung dafür bei der Boykott-Kampagne der Grünen, zum Beispiel, als es am 15. Mai 1987 zu einem Brandanschlag auf das Büro der Volkszählung in Heilbronn kommt. Eine Woche später, am 21. Mai, diskutiert der Bundestag über den Boykottaufruf der Grünen, über die Sabotageakte in verschiedenen Bundesländern und die Frage, ob es zwischen beidem einen Zusammenhang gibt – ob die Grünen also für die Angriffe auf Volkszähler mitverantwortlich sind.
5 Minuten
Der SPD-Angeordnete Philipp Scheidemann (1865 – 1939) fordert im Berliner Reichstag die Kriegsparteien zum Friedensschluss auf. Er verurteilt die Hinhalte- und Durchhaltepolitik der Regierung und fordert, "auf das zu verzichten, was wir gar nicht besitzen". Die Rede wurde von Scheidemann 1920 nachträglich aufgenommen. | Erster Weltkrieg
6 Minuten
28 Jahre nach der Gründung des Bundeslands Rheinland-Pfalz gibt es im Januar 1975 Volksabstimmungen in einigen Landesteilen. Die Menschen dürfen abstimmen, ob sie weiter Teil des Bundeslands bleiben oder Nordrhein-Westfalen bzw. Hessen angehören wollen. Die Wahlbeteiligung ist niedrig. Die Bevölkerung scheint das anfangs umstrittene Bundesland angenommen zu haben.
14 Minuten
Fast 22 Jahre lang war Peter Altmeier Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz. Am 18. Mai 1969 tritt er zurück und macht damit Platz für einen Jüngeren: Helmut Kohl. Der ist gerade einmal 39 Jahre alt und steht für einen Generationswechsel in der CDU. Landtagspräsident Otto van Volxem gibt Anweisungen zum Procedere der Wahl und trägt danach das Ergebnis vor: 96 Abgeordnete haben sich an der Wahl beteiligt, 57 stimmten für Kohl, 38 gegen ihn. Es gab eine Enthaltung. Anschließend wird Helmut Kohl vereidigt. In seiner ersten Rede beschreibt Helmut Kohl den Generationswechsel in der Landespolitik und erinnert an die schlimmen Jahre im Dritten Reich und im Zweiten Weltkrieg.
12 Minuten
Nach dem Krieg sollten das Saarland und Rheinland-Pfalz ein gemeinsames Bundesland bilden. Das war zumindest der Plan der US-amerikanischen Besatzungsmacht. Es kam anders, als Frankreich die Kontrolle über die linksrheinischen Gebiete übernahm. Zum 10-jährigen Bestehen des Bundeslands Rheinland-Pfalz beleuchtet der Südwestfunk die Entwicklung in einer Chronik. Der wichtigste Zeitzeuge ist Hermann Heimerich. Er war vor dem Krieg Oberbürgermeister von Mannheim und noch einmal von 1949 bis zu 1955. Unmittelbar nach dem Krieg war er von Mai bis Juli 1945 Oberregierungspräsident der Provinzialregierung Mittelrhein-Saar.
4 Minuten
Als 1947 unter der französischen Besatzung das Land Rheinland-Pfalz entstand, war Mainz schon als Landeshauptstadt vorgesehen. Die Stadt war aber so zerstört, dass keine geeigneten Regierungsgebäude zur Verfügung standen. Deshalb diente zunächst Koblenz als provisorische Hauptstadt. Am 24. Juli 1950 konnte die Regierung dann umziehen. Mainz wurde Landeshauptstadt und das wurde groß gefeiert, wie damals Peter von Hof berichtete.
Archivradio – Geschichte im Original

Archivradio – Geschichte im Original

Das Archivradio macht Geschichte hör- und die Stimmung vergangener Jahrzehnte fühlbar. Historische Tonaufnahmen und Radioberichte vom Ersten Weltkrieg bis (fast) heute.