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Randnotizen und Randale Archiv

2 Episoden
52 Minuten
Wird unsere Sprache immer brutaler? 

In dieser Folge von Randnotizen und Randale sprechen wir darüber, was Sprache mit Macht zu tun hat: im Klassenzimmer, in der Straßenbahn, bei Lesungen und in der Kommentarspalte.

Daniel erzählt von der akzeptierenden Grundhaltung in der offenen Jugendarbeit und vom Stammtisch, Lisa-Viktoria von queeren Familien im Kinderbuch und davon, warum ihr zum Erscheinen ihres feministischen Romans erst einmal eine Auskunftssperre empfohlen wurde. Und von ihrem Mathe-Trauma.

Von Ödön von Horváths “Jugend ohne Gott” über Ingrid Brodnigs “Wider die Verrohung” bis zu Robert Misiks “Erziehung zur Grausamkeit” geht es um die Normalisierung von ehemals Unsagbarem, um Ragebait und um die Frage, wem unsere digitale Wut eigentlich nützt. Wir reden über Sprachdebatten und die Grenzen dessen, was sich mit einem guten Argument lösen lässt.

Wann müssen wir widersprechen? Wann dürfen wir uns schützen? Und warum bleibt das Dagegenhalten so oft an denen hängen, die ohnehin schon angegriffen werden? Und: Ist Lisa-Viktoria tatsächlich feig oder will Daniel bloß provozieren?

Content Notes:

Wir sprechen über Rassismus, Sexismus und Queerfeindlichkeit, über Demütigung und Machtmissbrauch in der Schule sowie über Rechtsextremismus und Hass im Netz. Stalking, Doxxing und die Angst vor Übergriffen werden thematisiert. Diskriminierende Aussagen werden teilweise wiedergegeben und kritisch eingeordnet.

Spoiler zu Ödön von Horvaths “Jugend ohne Gott”, einschließlich der Erwähnung eines Mordes.

Literatur und Quellen zur Folge

“Jugend ohne Gott”, Ödön von Horvath (1937)

“Wieder die Verrohung. Über die gezielte Zerstörung öffentlicher Debatten”,  Ingrid Brodnig, Brandstätter (2024)

“Erziehung zur Grausamkeit. Die Massenpsychologie des neuen Faschismus”, Robert Misik, Suhrkamp (2026)

“Die Kunst des Widerstands. Von Marx bis Kafka, von Orwell bis Butler”, Robert Misik, Brandtdstätter (2026)

“Gefährliche Beziehungen”, Robert Misik, in: Datum (Oktober 2026)

“Gefängishefte”, Antonio Gramsci.

“Helle Sterne, dunkle Nacht”, Lisa-Viktoria Niederberger, Achse (2024)

“LAHEA”, Lisa-Viktoria Niederberger, Otto Müller (2026)

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56 Minuten
Eine solidarische Inselgesellschaft, ein heimliches Gefängnis und Menschen, die das Patriarchat zurückhaben wollen:

In unserer ersten Folge sprechen wir anhand von Lisa-Viktorias Romandebüt LAHEA über Gewalt, Radikalisierung, Haft und die Frage, ob Wegsperren ein gesellschaftliches Problem lösen kann.

Daniel bringt seine Perspektive aus der Sozialen Arbeit ein, Lisa-Viktoria die aus dem Schreiben einer Utopie (wenn es denn wirklich eine ist?), die ziemlich tiefe Risse bekommt.

Wie geht eine Gesellschaft mit Menschen um, die anderen Gewalt antun? Was kann Haft leisten und was wird durchs Wegsperren bloß aus dem Blick geschafft?

Wir reden über Prävention, Resozialisierung von Straftäter*innen und den Schutz von Betroffenen. Darüber, warum eine gute Gesellschaft schwierige Fragen nicht einfach in einer Höhle verstecken sollte und suchen die Grenze zwischen gerechter Strafe und Rache.

Ein bisschen Leonardo DiCaprio ist auch dabei.

Hinweis: Die Folge enthält deutliche Spoiler zu LAHEA und Gespräche über sexualisierte und körperliche Gewalt sowie Haft.

Besprochenes Buch:

„LAHEA“, Roman von Lisa-Viktoria Niederberger, Otto Müller Verlag (2026)

Popkulturelle Abstecher:

Der Mann mit der eisernen Maske (1998)

Star Wars: Episode V – Das Imperium schlägt zurück (1980)

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