RegalGeflüster Archiv
264 Episoden
5 Minuten
In „Abschied(e)“ öffnet Julian Barnes einen literarischen Raum für Erinnerung, Verlust und das Abschiednehmen. Ausgangspunkt ist eine Krankheit, die für ihn tödlich sein kann, aber nicht sein muss – und der Wunsch, das eigene Leben zu ordnen: Was zählt wirklich, welche Zeit war prägend, und wie zuverlässig ist Erinnerung überhaupt? Der Roman verbindet Rückschau und fiktive Erzählung. Besonders in der ersten Hälfte führt die Erinnerung zurück nach Oxford, in die Studienzeit und in die enge Freundschaft zu Stephen und Jean. Nach vierzig Jahren kommt es zu einer schicksalhaften Wiederbegegnung. Abschied erscheint dabei als ein Mittelding zwischen Gehen und Bleiben – als roter Faden eines essayistisch angelegten, nachdenklichen, melancholischen und zugleich humorvollen, mutmachenden Buches. RegalGeflüster findest Du auf allen gängigen Podcast-Portalen – inklusive YouTube.
5 Minuten
In dieser Folge von RegalGeflüster geht es um „Wenn die Kraniche nach Süden ziehen“ von Lisa Ridzén. Im Mittelpunkt steht Bo, 89 Jahre alt, der nach einem arbeitsreichen Leben nun auf häusliche Pflege angewiesen ist. Seine Frau lebt dement in einem Pflegeheim und erkennt ihn nicht mehr. Halt gibt ihm vor allem sein Hund Sixten, der nachts auf der Küchenbank schläft. Doch Sixten braucht Auslauf, und wenn Bo mit ihm in den Wald geht, stürzt er manchmal. Bos Sohn Hans will ihm deshalb den Hund wegnehmen – und genau daran entzündet sich ein Konflikt, der weit zurückreicht: Distanz, alte Verletzungen, Missverständnisse, aber auch verlässliche Fürsorge. In kurzen Kapiteln blickt der Roman auf die letzten sechs Monate in Bos Leben und verhandelt Themen wie Selbstbestimmung, Einsamkeit im Alter, Generationenbeziehungen, Loslassen sowie Schuld und Vergebung. RegalGeflüster findest Du auf allen gängigen Podcast-Portalen – inklusive YouTube.
5 Minuten
5 Minuten
In „Tage des Lichts“ erzählt Megan Hunter ein ganzes Frauenleben – konzentriert auf sechs Tage, die zu Meilensteinen werden. Im Mittelpunkt steht Ivy: England, 1938, Ivy ist 19 und träumt von einer besonderen Zukunft. Doch am Ostersonntag endet eine Nacht am Fluss in einer Tragödie. Ein sonderbares Licht fesselt Ivy so sehr, dass sie nicht bemerkt, wie ihr Bruder ertrinkt. Das Mysterium dieses Lichts und seine spirituelle Bedeutung begleiten sie fortan. Statt den eigenen Weg zu suchen, heiratet Ivy schnell, bekommt Kinder und lebt angepasst. Jahre später kehrt Frances zurück, die Freundin des verstorbenen Bruders – und mit ihr eine Anziehung, die nicht sein darf und doch unausweichlich scheint. Ein Roman über Sehnsucht, Schuld und den Mut, das eigene Herz nicht zu verraten. RegalGeflüster findest Du auf allen gängigen Podcast-Portalen – inklusive YouTube.
5 Minuten
Eine stürmische Schäreninsel, ein Geburtstag und zwei Halbschwestern, die sich längst voneinander entfernt haben: In „Die Insel meiner Schwester“ von Sara B. Elfgren wird aus einer scheinbar persönlichen Einladung ein beklemmendes Kammerspiel. Mirjam reist trotz eigener Krise zu Nias 40. Geburtstag auf Tallholmen – den Ort, der früher ihr gemeinsames Sommerparadies war. Doch Nia lebt dort mit ihrem Mann Konrad, der sie psychisch und körperlich misshandelt und sie so manipuliert, dass Hilfe von außen kaum durchdringt. Als ein heftiger Sturm aufzieht, wird die Insel zur Falle, die Spannung zieht an, und der Roman entwickelt sich zunehmend wie ein Thriller. Im Mittelpunkt stehen destruktive Beziehungen, häusliche Gewalt und die Frage, wie weit Loyalität und Liebe tragen können – auch wenn es wehtut. Notrufkontakte für Betroffene sind im Anhang enthalten. RegalGeflüster findest Du auf allen gängigen Podcast-Portalen – inklusive YouTube.
4 Minuten
In dieser Folge von RegalGeflüster geht es um „Niemands Töchter“ von Judith Hoersch. Der Roman erzählt eine berührende Familiengeschichte über Mütter und Töchter und fragt danach, wie Schweigen, Verlust und verdrängte Vergangenheit die eigene Identität formen. Im Zentrum stehen mehrere Frauen und zwei Zeitebenen: West-Berlin in den 1980er Jahren und Berlin im Jahr 2019. Alma wächst in der Eifel auf und spürt, dass um ihre Herkunft etwas nicht ausgesprochen wird. Isabell lebt Jahrzehnte später mit einer schmerzhaften Leerstelle, die ihre Gegenwart beeinflusst. Als sich ihre Wege kreuzen, verbinden Polaroids, Erinnerungen und offene Fragen die Generationen miteinander. Erzählt wird in kurzen, zeitlich verschachtelten Kapiteln, wie ein Puzzle, das sich erst nach und nach schließt. RegalGeflüster findest Du auf allen gängigen Podcast-Portalen – inklusive YouTube.
5 Minuten
In dieser Folge von RegalGeflüster geht es um „Der letzte Sommer der Tauben“ von Abbas Khider. Im Mittelpunkt steht der vierzehnjährige Noah, dessen Leben sich schlagartig verändert, als das Kalifat die Macht übernimmt. Was vorher Alltag war, wird plötzlich riskant: In der Familie zeigen sich die neuen Regeln in ganz konkreten Details – im Geschäft des Vaters, im geschlossenen Café des Onkels, in der Freiheit der Frauen und in den Entscheidungen der Geschwister. Noahs Tauben werden dabei zum Symbol für Halt, Kontinuität und den Wunsch nach Freiheit. Der Roman erzählt in kurzen, dichten Kapiteln von Willkür, Gewalt und dem Verlust der Kindheit – und findet dabei dennoch Zartheit und feinen Humor. Eine nachdenklich stimmende Buchempfehlung für alle, die literarische Geschichten über Freiheit, Mut und Alltag unter Druck suchen. RegalGeflüster findest Du auf allen gängigen Podcast-Portalen – inklusive YouTube.
5 Minuten
In dieser Folge von „RegalGeflüster“ geht’s nach Leipzig – ins Graphische Viertel, zwischen Antiquariat, Bücherleidenschaft und dunklen Geheimnissen. „Das Antiquariat am alten Friedhof“ von Kai Meyer erzählt im Wechsel zwischen 1930 und 1945: Vier junge Männer gründen den „Club Casaubon“ und werden zu Bücherdieben, spezialisiert auf kostbare, okkulte Bände. Als Eva, Eddies rätselhafte Schwester, in den Kreis drängt, gerät die Freundschaft unter Druck. Fünfzehn Jahre später kehrt Felix Jordan in das zerstörte Leipzig zurück, arbeitet als Bibliothekar für die Amerikaner und wird in ein Netz aus Verrat und tödlichen Geheimnissen gezogen. Eine Mordserie mit Verbindung zu okkulten Schriften führt zurück in die Vergangenheit – und zum Club. Eine Folge für alle, die Zeitgeschichte, Krimispannung und die Welt der Bücher gern zusammen erleben. RegalGeflüster findest Du auf allen gängigen Podcast-Portalen – inklusive YouTube.
5 Minuten
In dieser Folge von RegalGeflüster geht es um „Der andere Arthur“ von Liz Moore: ein feinfühlig erzählter Roman über Einsamkeit, Verlust und die stille Kraft von Beziehungen. Im Mittelpunkt steht Arthur Opp, ein ehemaliger Literaturprofessor, der sich seit über einem Jahrzehnt in seinem Haus in Brooklyn von der Welt zurückgezogen hat. Als Yolanda als Haushaltshilfe in sein Leben tritt und sich zugleich eine alte Bekanntschaft meldet, gerät seine starre Ordnung ins Wanken. Parallel kämpft der 17-jährige Kel um Schulabschluss und Sportstipendium – und ringt mit Erwartungen, Zukunftsplänen und der Sorge um seine Mutter. Der Roman erzählt abwechselnd aus den Perspektiven von Arthur und Kel und zeigt, wie unerwartete Begegnungen neue Wege öffnen können. RegalGeflüster findest Du auf allen gängigen Podcast-Portalen – inklusive YouTube.
5 Minuten
Berlin, Hungerwinter 1946/47: Schnee, Ruinen, zu wenig zum Leben – und kurz vor Weihnachten ein Fall, der keine Ruhe gibt. In „Die weiße Nacht“ von Anne Stern startet der erste Fall für Lou und König. Kommissar Alfred König, kriegsversehrt und von vielem gezeichnet, trifft auf Lou Faber, eine junge Fotografin. Als Lou eine Frauenleiche im Schnee findet und ihre Fotos unfreiwillig Teil der Ermittlungen werden, entwickelt sich ein Sog aus Angst, Intuition und unausgesprochenen Verbindungen. Während weitere Leichen auftauchen und der Druck steigt, führt die Spur in eine finstere Vergangenheit – und mitten hinein in eine Stadt, in der Neubeginn kaum spürbar ist. Eine dichte, spannende Mischung aus historischem Setting und klassischer Ermittlungsarbeit. RegalGeflüster findest Du auf allen gängigen Podcast-Portalen – inklusive YouTube.
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In „Dämmerung“ von Kjell Westö führt dich der Roman nach Helsinki/Helsingfors in die Jahre 1940/41 – in eine Zeit, in der Frieden nur „Zwischenfrieden“ ist. Im Zentrum stehen Molly, eine junge Schauspielerin, und Henry, Journalist und Kriegsberichterstatter. Während Molly mit ihrer Theatergruppe unterwegs ist und Erfolge feiert, trägt Henry die Bilder des Krieges mit sich weiter. Zurück in Helsingfors prallen zwei Erfahrungen aufeinander: Henrys Albträume, Frust und das Ringen um ungeschönte Berichte – und eine Öffentlichkeit, die vieles nicht mehr hören will. Der Roman zeigt, wie Trauma, Zensur und gesellschaftlicher Druck in eine Beziehung hineinwirken. „Dämmerung“ ist damit nicht nur eine elegische Liebesgeschichte, sondern auch ein eindringliches Anti-Kriegs-Buch über Schrecken, Leiden und Sinnlosigkeit des Krieges. RegalGeflüster findest Du auf allen gängigen Podcast-Portalen – inklusive YouTube.
4 Minuten
In dieser Folge von „RegalGeflüster“ geht es um „Das Signal“ von Ursula Poznanski: ein Psychothriller, der Domestic Noir mit digitalen Twists verbindet. Im Zentrum steht Viola Decker, die nach einem Unfall im Krankenhaus aufwacht – ohne Erinnerung an das Geschehen und ohne ihr linkes Bein. Zurück im abgelegenen alten Haus gerät sie in eine beklemmende Situation: eine strenge, wortkarge Pflegerin, ein Mann namens Adam, der sich in Widersprüche verstrickt, und immer wieder Dinge, die plötzlich verschwinden. Viola bleibt wachsam und organisiert winzige GPS-Tracker. Was als pragmatische Hilfe beginnt, wird zum gefährlichen Spiel um Wahrheit, Lügen und die Frage, ob sie paranoid wird oder tatsächlich in Lebensgefahr schwebt. RegalGeflüster findest Du auf allen gängigen Podcast-Portalen – inklusive YouTube.
5 Minuten
In dieser Folge von RegalGeflüster geht es um „Trag das Feuer weiter“ von Leïla Slimani, den Abschluss einer Trilogie, die Familien- und Gesellschaftsgeschichte eng miteinander verbindet. Im Mittelpunkt stehen die Schwestern Mia und Inès, die in den 1980er und 1990er Jahren in Rabat in einer privilegierten Familie aufwachsen: Vater Mehdi leitet eine Bank, Mutter Aïcha ist Gynäkologin. Doch hinter der liberalen Fassade wirken religiöse Zwänge, patriarchale Rollenmuster und staatliche Kontrolle. Später führt das Leben der Schwestern nach London und Paris, wo sie Alltagsrassismus begegnen, während die Familie durch staatliche Willkür erschüttert wird. Der Roman erzählt außerdem von Mias Ringen um Freiheit und Identität – und stellt die Frage, was Herkunft, Erinnerungen und Geheimnisse in Menschen weiterbrennen lassen. RegalGeflüster findest Du auf allen gängigen Podcast-Portalen – inklusive YouTube.
4 Minuten
Eine abgelegene Insel in Japan, ein zehnseitiges Haus und ein studentischer Detektivclub, der zu nah an ein altes Verbrechen herangeht: In dieser Folge von RegalGeflüster geht es um „Die Morde im Dekagon-Haus“ von Yukito Ayatsuji. Der Roman setzt auf klassische Krimi-Dramaturgie mit Prolog und Epilog und zieht die Spannung Schritt für Schritt an, bis die Handlung unaufhaltsam auf ihr Finale zusteuert. Während auf der Insel die Lage eskaliert und die Studierenden ohne Telefon oder Netz von der Außenwelt abgeschnitten sind, wird gleichzeitig auf dem Festland recherchiert – ein Aufbau, der beim Hören und Lesen richtig Sog entwickelt. Dazu kommt der besondere Reiz, selbst mitzurätseln: Das Buch lädt ausdrücklich dazu ein, sich an der Detektivarbeit zu beteiligen. RegalGeflüster findest Du auf allen gängigen Podcast-Portalen – inklusive YouTube.
5 Minuten
In dieser Folge von RegalGeflüster geht es um „Unser Schmerz ist unsere Kraft“ von Gamze Kubaşık und Semiya Şimşek, unter Mitarbeit der Journalistin Christine Werner. Das erzählende Jugendsachbuch ab 14 bringt zwei Perspektiven zusammen, die selten so unmittelbar zu hören sind: die Stimmen zweier Töchter, deren Väter vom rechtsextremen Terrornetzwerk NSNSU ermordet wurden. In Gedächtnisberichten, Telefonaten und Chats entsteht eine Tagebuch-Dokumentation, die zeigt, wie ein normales Jugendleben von einem Tag auf den anderen zerreißt – und wie zusätzlich die Vorverurteilung durch Polizei und Medien alles verschärft. Mit Fotos und Dokumenten wird die Geschichte nahbar und authentisch. Gleichzeitig ist das Buch ein Plädoyer fürs Wachbleiben: gegen das Vergessen, für Aufklärung und für eine Zukunft ohne Ausgrenzung.