Read, Read, Read Archiv
10 Episoden
57 Minuten
In den USA ein Star, in Deutschland noch eine Entdeckung: Nnedi Okorafor prägt den Begriff „Africanfuturism“ und hat für ihre Bücher fast jeden großen Preis der spekulativen Fiktion gewonnen. Im Gespräch mit Hadnet Tesfai – und mit einem Publikum, das an diesem letzten Festivalabend des 24. ILB ganz nah dran ist – erzählt Okorafor von Figuren, die sie seit Jahren begleiten, und von Geschichten, die nicht loslassen.
49 Minuten
Vier Tage, 600.000 Soldaten, 90.000 Tote – die Völkerschlacht bei Leipzig gilt bis heute als größte Schlacht der Menschheitsgeschichte. Andreas Platthaus stellte im Gespräch mit Jens Bisky auf dem 13. ILB sein Buch „1813“ vor, in dem es u.a. um den Größenwahn Napoleon Bonapartes geht, dem selbst Goethe erlag. Angesichts aktueller Kriege und bröckelnder Weltordnung gewinnt der Blick zurück ungeahnte Aktualität.
1 Stunde 2 Minuten
„Schreiben hat mit dem Leben selbst zu tun“, sagt Arundhati Roy 2009 in Berlin. Nicht nur mit Preisen, Festivals oder Bestsellerlisten, sondern mit der Wirklichkeit, in der wir leben. Im Gespräch mit Gabriele von Arnim, spricht sie über zerstörte Landschaften, verdrängte Menschen und die Frage, wem ein Land eigentlich gehört. Und darüber, wie Literatur unsere Wahrnehmung verändern kann.
51 Minuten
Warum akzeptieren wir eigentlich ein System, das wir selbst oft für absurd halten? David Graeber spricht im Archivgespräch von 2016 über sein Buch „Bürokratie. Die Utopie der Regeln“. Er legt dar, dass Bürokratie viel mehr ist als ineffiziente Verwaltung: Sie organisiert Macht und stabilisiert bestehende Verhältnisse. Und er erklärt, warum ausgerechnet die Kritik daran oft den Falschen überlassen wird.
47 Minuten
Doris Lessing wollte eine einfache Abenteuergeschichte schreiben, doch ‚einfach‘ gibt es bei ihr nicht. Im Gespräch aus dem Archiv von 2006 dreht sich alles um ihren Band „The Grandmothers“. Ein Jahr bevor sie den Literaturnobelpreis verliehen bekam, spricht sie mit Alberto Manguel über das Älterwerden, über weibliche Sexualität und spekulative Fiktionen (Science Fiction wollte sie es nicht nennen). Ein überraschend witziges Gespräch mit einer Autorin, deren Werk weit über „The Golden Notebook“ hinausreicht.
48 Minuten
David Van Reybrouck zeigt, wie politische Müdigkeit, Frustwahlen und das Gefühl, nicht gehört zu werden, Demokratien ins Wanken bringen. Und er erklärt, warum ein uraltes Verfahren frischen Wind in festgefahrene politische Systeme bringen könnte. Eine Folge für alle, die im Wahljahr 2026 wissen wollen, ob unsere Demokratie neue Werkzeuge braucht, um nahende Krisen zu überstehen.
1 Stunde 9 Minuten
Wir leben in einer Apokalypse, sagt László Krasznahorkai. In der vierten Folge spricht der Literaturnobelpreisträger 2025 mit seinem Lektor Hans Jürgen Balmes und der Kritikerin Verena Auffermann über endlose Sätze, göttliche Punktsetzungen, Katastrophen, Trost und Streifzüge durch Manhattan. Eine Folge mit Archivaufnahmen vom ilb 2017 und 2018 für alle, die verstehen wollen, warum Krasznahorkais Literatur uns gerade jetzt etwas zu sagen hat.
57 Minuten
In unserer dritten Folge stellt Niall Ferguson sein Buch "Doom" vor. Die Deutschlandpremiere fand am Eröffnungsabend des 21. ilb statt und wurde von Jörg Thadeusz moderiert. Ferguson fragt, warum Gesellschaften und Regierungen selten adäquat auf Katastrophen reagieren. Er beleuchtet dabei die politischen, sozialen und technologischen Dimensionen und argumentiert, dass Desaster in erster Linie durch menschliches Versagen und institutionelle Fehlleistungen entstehen, und nicht allein durch den Einbruch von Unglück und Tragödien.
52 Minuten
In der zweiten Folge präsentieren wir ein Gespräch zwischen Werner Herzog und dem Schriftsteller Jan Brandt vom ilb 2023. Ausgehend von seinen Memoiren „Jeder für sich und Gott gegen alle“ erzählt Herzog vom Marsch zu seiner kranken Freundin Lotte Eisner, vom „Fitzcarraldo“-Wahnsinn und davon, warum Poesie manchmal stärker wirkt als Fakten.
47 Minuten
In der ersten Episode geht es um Liebe und Verlust, um Zerbrechlichkeit und die Angst um die eigenen Eltern. Chimamanda Ngozi Adichie spricht mit Enuma Okoro – beide mehrfach ausgezeichnete Autorinnen – über Adichies Roman „Dream Count“, über starke Frauen, ihre Mutter und den Tod. Ein intimes Gespräch über Liebe, Trauer und Angst, aufgenommen im März 2025.