Ursula liest über Feste, Natur und allerlei Leben Archiv
10 Episoden
4 Minuten
Eine Tasse Gartenkräutertee, schon sitzen wir am Tisch und merken bald, dass der gemeinsame Moment nach einer Verlängerung ruft. Dabei kommt mir der verinnerlichte Kalenderspruch zu gute, der in der Küche meiner Kindheit hing – und da auch gelebt wurde: FÜNF SIND GELADEN ZEHN SIND GEKOMMEN GIESS WASSER ZUR SUPPE HEISS ALLE WILLKOMMEN
4 Minuten
Es regnet kräftig. Ich sitze auf dem Balkon und wundere mich, warum die anderen Balkone leer sind. Ein Glas Wein, ein paar Chips. Ein Apéro zur Feier des schönen Wetters. Ein Donner, langsam rollte er von links nach rechts. Die Tropfen werden weniger. Bleib Regen- bleib! Welche Wohltat nach einer Woche in der Großstadt mit über 30 Grad.
14 Minuten
Wer sind eigentlich die Antagonisten, die Gegenspieler, beim Feiern von Festen? Bei der Entscheidung alles stehen und liegen zu lassen und Gemeinsamzeit möglich zu machen? Meine innere Gastgeberin ist ziemlich impulsiv. Sie spricht Einladungen aus, bevor sie das Dafür und Dagegen wirklich abgewogen hat. Tja, und dann können die Antagonisten zetern und wüten, die Gastgeberin stellt sich stur, findet oft - nicht immer - einen Weg die angedachte Einladung um zu setzen. Pünktlich zwei Stunden bevor die Party beginnt stolpert mir die Panik in die Küche: "Nix ist fertig! Und es gibt viel zu wenig zu Essen!" Die Organisatorin erinnert mich an die Platten und den Suppentopf am Balkon, die Schale mit Gebäck neben dem Brotkorb, das Eingemachte. Egal, ich beschließe beim türkischen Bäcker zwei Brote mehr zu kaufen, auch wenn wir diese die nächste Tage dann mal wieder selber essen werden.
5 Minuten
Ein Barbesuch in der Berliner Innenstadt. Die Bar ist schick, voll und laut, wir dürfen uns unseren Platz nicht aussuchen. Hinter der Bar wird produziert, hier bin ich "Consumer". Wenige Tage später im Kiezeck nahe meinem Haus. Ich öffne die Tür, mich empfängt ein nettes Lachen. Ich fühl mich hier wollkommen und in Ruhe gelassen. Inzwischen arbeiten hier fünf Menschen an Laptop, auf ziemlich kleinem Raum. Dennoch ist es richtig gemütlich.
6 Minuten
Eine Freundin ruft an, sie ist gerade im Kiez unterwegs, fragt ob ich Zeit für einen gemeinsamen Kaffee habe. Soeben habe ich meiner Tochter versprochen zum Spielplatz zu gehen, also einigen wir uns auf "Kaffee am Spielplatz". Auch für unsere Familienweihnacht hat sich irgendwann ein Ortswechsel angeboten: wir sind nicht mehr richtig Kinder, die Eltern leben in Trennung. So beginnen wir uns in einer immer anderen Stadt zu treffen. Neuer Ort, neue Spielform. Und zu unserer Hochzeit möchten wir auch Menschen aus unserer alten Heimat einladen, was für diese bis zu 900 km Weg bedeutet. Reicht es, sie dan vor einer vornehmen Kulisse mit auf dem Foto zu haben, wen wir nicht wirklich dazu kommen uns mit ihnen zu unterhalten? Es reicht uns nicht...
6 Minuten
Kirchlich taufen oder nicht? Diese Frage stellen wir uns. Singend reisen wir in der Osterzeit durch die Jahrhunderte. Und woher weiß der Osterhase eigentlich, wo die Kinder gerade sind? Was verbindet Ramadan und die christliche Fastenzeit?
4 Minuten
Achtzehnter Geburtstag wider Willen. Zwei Jahre später Einzug in der ersten Wohnung, eine Freundin kündigt sich an. Doch was hat das Picknick mit dem Art Deco Stuhl zu tun?
6 Minuten
Vom Winterkoller geplagt sehne ich mich nach Frühling. Erstes Grün in Knöchelhöhe, Berliner Wunderlauch mit froststarren Fingern geerntet und der erste Frühlingskräutersalat und der Frühling kommt weiter auf leisen Sohlen. Erste hellgrüne Blätter auf Augenhöhe und schließlich das raschelnd grüne Laub der Sommerlinde. Ein langer Spaziergang durch den Frühling.