Dolomitenstadt Podcast Archiv
155 Episoden
29 Minuten
Im Jahr 2022 starben in Österreich 1.276 Menschen durch Suizid, dreimal so viele wie im Straßenverkehr. Und doch ist Suizid die am meisten tabuisierte Todesursache. An- und Zugehörige erleiden eine der schmerzvollsten Erfahrungen, die Menschen überhaupt machen können. Die Zahl der Suizidversuche übersteigt die tatsächlich durch Suizid verstorbenen Personen um ein Zehn- bis Dreißigfaches. Das macht sprachlos – und deshalb redet Evelin Gander darüber mit Martin Huber, Psychiater und Primararzt am BKH Lienz, und Barbara Kunzer von der Selbsthilfe Osttirol.
41 Minuten
Robert Mayer galt bis zu einem schweren Unfall als Nachwuchshoffnung im Profifußball, lief als Parasport-Leichtathlet Weltrekord-Zeiten über verschiedene Distanzen und forderte bei den Paralympics in London 2012 Oscar Pistorius. Der Lienzer lernte durch den Parasport seine Frau Anna kennen, die ebenfalls mehrfache Medaillengewinnerin ist und trainiert heute junge Fußballer. Zudem, ist Mayer einer der Protagonisten der Initiative „Auf den zweiten Blick“, die Behinderung im Rahmen eines spektakulären Fotokunst-Projekts buchstäblich in einen anderen Fokus rückt.
35 Minuten
Zusammen mit einer Freundin machte sich Jana Schöllhorn im Oktober 2023 auf den Weg nach Neuseeland. Nun reist Jana seit drei Monaten allein von einer kleinen Stadt in die nächste und arbeitet nebenbei beispielsweise in der Gastronomie oder als Gärtnerin. Wie Weihnachten weit weg von der Familie ist, die Partyszene sich von daheim unterscheidet und der Alltag als arbeitende Reisende in Neuseeland ist, erzählt Jana im Podcast.
42 Minuten
Wenn Katharina Geistlinger und Martha Krumpeck öffentlich auftreten, ist meist die Polizei nicht weit und nicht selten kocht der Volkszorn über, weil die beiden Protagonistinnen der Letzten Generation als menschliches Hindernis den Straßenverkehr blockieren und so mit drastischen Mitteln vor einer herannahenden Klimaapokalypse warnen. Im Podcastgespräch mit Gerhard Pirkner schildern die „Klimakleberinnen“ ihren Werdegang und ihre Motive. Sie erklären auch, warum ziviler Widerstand auch drastisch sein darf und muss. „Wir sind die Bugwelle für die gemäßigteren Kräfte, die hinter uns kommen. Das ist nicht unpopulär, sondern lebensnotwendig. Es ist Zeit, in den Überlebensmodus zu schalten.“
45 Minuten
Niedergeschlagene Stimmung und Freudlosigkeit, Interessensverlust, Antriebsminderung: das sind die Hauptsymptome einer Depression. Aber mal ehrlich, hat das nicht jeder schon mal erlebt? Woran erkennt man eine Depression? Und warum scheuen sich Betroffene, sich helfen zu lassen? In diesem Podcast spricht Evelin Gander mit Psychiater Martin Schmidt und Wolfgang Rennhofer von der Selbsthilfe Osttirol über Auswege aus einer Krankheit, von der ein Fünftel der Bevölkerung einmal im Leben betroffen ist.
53 Minuten
Der Literaturwissenschaftler, Autor und Philosoph Gerald Krieghofer ist auch Zitatforscher! Es sind vor allem die großen Namen, Genies und Denkerinnen, denen Sätze untergeschoben werden, die ihnen nie über die Lippen kamen. Nicht böswillig, aber schlampig. Dieser Schlampigkeit hat Krieghofer den Kampf angesagt. Er betreibt seit Jahren Aufklärungsarbeit wie ein beharrlicher Sherlock Holmes der Literaturgeschichte. Silvia Ebner spricht mit ihm über „Kuckuckszitate“ und wie man sie als falsch entlarvt.
44 Minuten
Eine Frau radelt durch die staubigen Straßen von Kathmandu. Sie hat sechs der vierzehn Achttausender dieser Erde bestiegen und erklärt bescheiden: „Aber nur drei davon ohne Flaschensauerstoff.“ Die Rede ist von Billi Bierling. Als Nachfolgerin der legendären Himalaya-Chronistin Liz Hawley führt Bierling die „Himalayan Database“ und kennt die Bergsteiger-Szene rund um die höchsten Gipfel der Erde wie keine Zweite. Wie sie in Kathmandu in einem winzigen Zimmer lebt, warum sie nach 20 Jahren eine Waschmaschine gekauft hat, wohin ihre letzte Bergtour mit Gerlinde Kaltenbrunner führte und wie der Expeditionstourismus das Leben der Menschen in Nepal verändert – all das kommt im Podcastgespräch mit Anja Kofler zur Sprache.
52 Minuten
Klaus Scherer war für das Erste Deutsche Fernsehen ARD jahrelang Korrespondent in Asien und den USA, hat preisgekrönte Dokumentarfilme gedreht und präsentiert nun ein Sachbuch über Hass im Netz. „Kugel ins Hirn“ heißt der plakative Titel, geschuldet einem Web-Posting, in dem ein Facebook-User einem Arzt und Abgeordneten den Tod wünscht. Im Gespräch der evangelischen Pfarrerin Margit Leuthold und Bilbiothekarin Anja Kofler bricht Scherer eine Lanze für Journalismus als faktenbasiertes Handwerk und erklärt, warum er nicht an eine Spaltung der Gesellschaft glaubt.
1 Stunde 4 Minuten
Gabriel Wibmer, ist 21 Jahre alt und lebt wie seine Cousins Fabio und Johannes Wibmer – die drei stammen aus dem selben Dorf – einen Traum auf zwei Rädern. Gabriel begann mit fünf Jahren mit dem Motocross-Fahren, stieg mit sieben auf das Trial-Motorrad um und entdeckte mit zwölf Jahren das Downhill-Mountainbiken. Wie sein älterer Cousin Fabio ist er ein mittlerweile ein Star der Trial-Freeride Szene und erreicht mit seinen YouTube-Videos ein Millionenpublikum. Im Podcast mit Silvia Ebner spricht Gabriel über die Faszination seines Sports, über Glück, Talent und das Risiko extremer Stunts auf zwei Rädern.
44 Minuten
Andreas Jäger ist einer der bekanntesten Wetterexperten Österreichs. Sein aktuelles Buch trägt den Titel: „Die Alpen im Fieber.“ Im Gespräch mit Anja Kofler plaudert der Meteorologe über seine Sicht auf die Welt und speziell auf die Alpen als Lebensraum im (Klima-)Wandel. Seine Prognose: Wenn wir nicht rasch handeln, ist die alpine Landschaft bereits 2050 nicht mehr wiederzuerkennen. Das Argument, der Einzelne könne nichts an dieser Entwicklung ändern, lässt Jäger nicht gelten. Wir alle können maßgebliche Beiträge zur CO2-Reduktion leisten, davon ist er überzeugt.
31 Minuten
Sie ist tatsächlich eine Ausnahmeerscheinung, die eloquente junge Frau mit einer persönlichen Abenteuergeschichte, die gut aus einem Science-Fiction-Film stammen könnte. Carmen Possnig lebte mit zwölf weiteren Menschen – zehn Männer, zwei Frauen – ein Jahr lang unter extremsten Bedingungen in der Antarktis, auf einer Forschungsstation die so abgeschieden war, wie der Mond oder der Mars. Die Chance der „Reserveastronautin“ , tatsächlich in ein Raumschiff zu steigen ist hoch. Mit Anja Kofler plaudert die Wissenschaftlerin über ihre Erlebnisse in der arktischen Abgeschiedenheit und ihre Pläne für eine galaktische Zukunft.
56 Minuten
Zweieinhalb Monate lang lebten acht Frauen – Seglerinnen, Alpinistinnen und eine Kamerafrau – gemeinsam auf dem 15-Meter-Segelboot „Northabout“ und segelten von Frankreich nach Grönland um eine senkrecht hochragende „Bigwall“ erstmals zu besteigen. Schlechtes Wetter begleitete das Team, Packeis versperrte den Weg in den Scoresby Sund, den größten Fjord der Welt. Ob ihr Vorhaben Erfolg hatte und welche Abenteuer bis zur Heimkehr zu bestehen waren, erzählt Fotografin und Filmemacherin Ramona Waldner in diesem Podcast.
31 Minuten
Susanne Mair zählt seit ihrer Jugend zu den Fixsternen im Laufsport und hatte Olympia-Ambitionen, bevor sie von einer schweren Verletzung gestoppt wurde. Sie kämpfte sich zurück, krönte ihre Karriere mit einem Weltrekord und war Anfang September unter den umjubelten Frauen, die erstmals die Extremstafette Dolomitenmann in Lienz absolvierten. Dennoch ist das Laufen für Susanne nur noch „zeitintensives Hobby“. Ihre Leidenschaft gehört der Forschung, erzählt sie im Gespräch mit Silvia Ebner.
1 Stunde
Martin Stuchtey ist Experte in Sachen Kreislaufwirtschaft und verfasste das viel beachtete Sachbuch „A Good Disruption – Redefining Growth in the Twenty-First Century“. Seine These: Unser Wirtschaftswachstum wird falsch gemessen. Die Natur wird falsch eingewertet und mit rasender Geschwindigkeit verbraucht. Ist das Unheil, das durch Erderwärmung, Klimawandel und Artensterben mittlerweile zum Greifen nahe scheint, überhaupt noch abzuwenden? Um diese Fragen dreht sich dieser Podcast, in dem Stuchtey Optimist bleibt. Denn: „Es ist zu spät, um Pessimist zu sein.“
33 Minuten
Die Gletscher in den Ostalpen sind dem Tod geweiht. Mit dieser Realität müssen wir leben. Doch die eisfreien Flächen liefern der Wissenschaft wertvolles Terrain, um die Entwicklung von Pflanzengemeinschaften von Null an zu beobachten. Die Innsbrucker Botanik-Professorin Brigitta Erschbamer hat sich auf die Folgen des Klimawandels auf die Botanik im Hochgebirge spezialisiert. Was die Pflanzenpioniere, die diese kargen Landschaften erobern, können müssen, welchen Einfluss der Mensch auf sie hat und warum die Forschung in diesen Höhen für uns alle von Bedeutung ist, erklärt die Ausnahmewissenschaftlerin im Podcast-Gespräch mit Lisa Prantl.