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92 Episoden
25 Minuten
Frühe Soziologin, engagierte Friedensaktivistin, Bildungsreformerin - und doch beinahe vergessen: Hanna Meuter zählte zu den ersten Frauen mit Doktorat in Soziologie. 1926 stellte sie in Wien ihre Habilitationsforschung vor, doch die Universität Köln verweigerte ihr die akademische Laufbahn, weil man ihr als Frau die akademische Kompetenz absprach. 1933 wurde sie im Zuge der NS-Machtübernahme als politisch unzuverlässig aus dem Dienst als Bibliothekarin entlassen. Im Verborgenen analysierte sie daraufhin, wie das NS-Regime Angst, Denunziation und Gewalt in das Alltagsleben trägt. Rosemarie Burgstaller spricht mit dem Historiker Clemens Pfeffer über eine kritische Intellektuelle, deren Werk gerade wiederentdeckt wird. Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 24.09.2026.

Gestaltung: Rosemarie Burgstaller
25 Minuten
Philosophie im Dialog mit Psychiatrie und Psychotherapie

Was bedeutet es, psychisch gesund oder krank zu sein? Wer entscheidet darüber und nach welchen Kriterien? - Krankheitskonzepte kritisch zu reflektieren und ethische Fragen nach Zwang, Autonomie, Würde und Verantwortung in der Behandlung zu thematisieren, betrachtet die Philosophie der Psychiatrie als ihre Aufgabe. Dabei zeigt sich: Philosophische Denkwerkzeuge helfen der Psychiatrie, ihre eigenen Grundannahmen zu hinterfragen und damit Behandlungen zu verbessern. Umgekehrt profitiert auch die Philosophie von diesem interdisziplinären Dialog, da sie existenzielle Fragen des Menschseins wie Identität, Bewusstsein oder das Leib-Seele-Problem an menschlichen Grenzerfahrungen überprüfen kann. Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 23.09.2026.

Gestaltung: Sabrina Adlbrecht
25 Minuten
Als 1938 nach dem sogenannten Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich viele Rektoren an den Unis ausgetauscht wurden, war das an der Tierärztlichen Hochschule nicht notwendig. Rektor Franz Benesch war schon vor dem "Anschluss" dafür bekannt, dem Nationalsozialismus sehr nahe zu stehen. Und auch die antisemitische Gewalt begann nicht 1938: Nationalsozialistische Studenten organisierten im Mai 1933 eine Gewaltaktion, bei der sie jüdische Studierende verprügelten. Im Zuge der Aufarbeitung der NS-Geschichte der Vetmeduni hat die Historikerin Lisa Rettl die Biografien vertriebener Studenten recherchiert und Nachfahren aus Israel nach Wien eingeladen, die mehr über die Geschichte ihrer Väter und Großväter erfahren wollen. Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 22.09.2026.

Gestaltung: Katharina Gruber
25 Minuten
Wie in der Schweiz ein verseuchter Fluss saniert wird

Vor 10 Jahren nahm ein beispielloses Unglück seinen Anfang, das seither den Schweizer Nationalpark im Kanton Graubünden beschäftigt. Am Rand des Schutzgebietes steht eine Staumauer aus den 1960er Jahren, sie bildet den Lago di Livigno in Italien. Bei einem Zwischenfall bei Sanierungsarbeiten gelangte PCB-haltiger Staub in den Fluss Spöl, der durch den Nationalpark fließt. Polychlorierte Biphenyle (PCBs) sind langlebige und hochgiftige Stoffe, die sich in der Nahrungskette anreichern: in Wasser und Kies, Kleinstlebewesen, Fischen und Vögeln. Nach jahrelangen Verhandlungen wird der Spöl saniert. Während die Schuldfrage vor Gericht noch nicht geklärt ist, werden Bachforellen umgesiedelt, das Flussbett ausgebaggert, belastetes Sediment vor Ort gereinigt oder entsorgt. Eine Reportage aus den Schweizer Bergen am 10. Jahrestag der Katastrophe. Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 21.09.2026.

Gestaltung: Lukas Tremetsberger
25 Minuten
Die Netzwerke der Täter:

Betäubt, missbraucht, gefilmt - vom eigenen Partner, oft unter Beteiligung Dritter. Der Fall Gisèle Pelicot löste weltweit Entsetzen aus. Doch mittlerweile zeigt sich: Pelicot ist kein Einzelfall, sondern die Spitze des Eisbergs. Auch der Femizid in Marchtrenk, der letzte Woche Österreich schockierte, scheint diesem Muster zu entsprechen. Ein aktueller Bericht über ein Gewaltphänomen, das laut Europol massiv zunimmt. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 17.09.2026.

Gestaltung: Daniela Derntl
25 Minuten
Lange wurde er als grobschlächtiger Eiszeitmensch dargestellt, schlicht und ohne kulturelle Begabung. Doch das Bild des Neandertalers hat sich in den letzten 20 Jahren deutlich gewandelt: Er konnte kochen, entfernte Karies mit Steinbohrern und verwendete Klebstoff, um Werkzeugteile miteinander zu verbinden. Die Palette der Kulturtechniken ist durchaus mit jener des modernen Menschen zu vergleichen. Wie man durch die moderne Archäogenetik weiß, haben Neandertaler und Homo sapiens auch Nachkommen gezeugt. Von Abgrenzung unterschiedlicher Arten kann also keine Rede sein. Dennoch ist der Neandertaler vor 40.000 Jahren ausgestorben, während sein Verwandter den gesamten Erdball erobert hat. Warum? Manche argumentieren, der Neandertaler lebt immer noch - in uns. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 16. 09. 2026.

Gestaltung: Robert Czepel
25 Minuten
Warum Einzelpersonen mehr bekommen als Institutionen

Zeitungen, Rundfunk, Parteien, Kirchen, Universitäten oder staatliche Stellen verlieren für viele Menschen an Autorität. Gleichzeitig gewinnen einzelne Stimmen an Einfluss, beispielsweise Podcaster und Influencerinnen, die politische, kulturelle und gesellschaftliche Entwicklungen für ihr Publikum einordnen. Diese identifizierbaren Personen versprechen Nähe, Haltung und Wiedererkennbarkeit. Was bedeutet diese Entwicklung für das Verständnis von Öffentlichkeit und die demokratische Orientierung? Und wozu könnte der Vertrauensverlust der Institutionen führen, wenn Expertise immer stärker über Charisma und persönliche Ansprache vermittelt wird? - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet am 15. 09. 2026.

Gestaltung: Kaspar Arens
24 Minuten
Was Ernst Haeckels Klassiker uns heute noch sagt

Mit seiner 1866 erschienenen "Generellen Morphologie der Organismen" machte der Zoologe und Philosoph Ernst Haeckel Darwins Evolutionstheorie im deutschsprachigen Raum bekannt. Der talentierte Zeichner erstellte Stammbäume des Lebens, systematisierte die belebte Natur nach Form und Gestalt und prägte den Begriff "Ökologie". Einflussreich für spätere Forschergenerationen wurde seine Auffassung von der Vernetzung aller Organismen. Spuren seines Denkens finden sich in der modernen Biologie und Genetik. Andere Ideen, wie jene zur Embryonenentwicklung, haben sich als falsch oder ungenau erwiesen oder werden heute kritisch gesehen, vor allem Haekels sozialdarwinistische Überlegungen. Das Erbe des Naturforschers lässt sich im "Phyletischen Museum" in Jena erkunden, wo er 1919 gestorben ist. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 14. 09. 2026.

Gestaltung: Ilse Huber
25 Minuten
Im OPEN SPACE zu Gast: Ildiko Hamos vom World Food Programme der Vereinten Nationen

Laos ist eines der letzten Länder der Welt mit Hammer und Sichel auf Flaggen im Straßenbild. Das langgestreckte Binnenland zwischen Thailand, China, Vietnam und Kambodscha wird seit 1975 von der kommunistischen Einheitspartei regiert. Eine hohe Inflation lässt die Kaufkraft schwinden. Mangelernährung in den Dörfern soll durch Infrastrukturmaßnahmen reduziert werden. Ildiko Hamos arbeitet seit zehn Jahren für das World Food Programme der Vereinten Nationen in Laos. Die in Wien geborene, studierte Sprachwissenschaftlerin lebt mit ihrer Familie in der Hauptstadt Vientiane. Sie hat viele Hilfsprojekte in den Dörfern des gesamten Landes begleitet. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 10. 09. 2026.

Moderation: Lothar Bodingbauer
25 Minuten
Ein LKW-Fahrer, der nachts mit seinem tonnenschweren Fahrzeug über die Autobahn brettert und sich danach an nichts erinnern kann; ebenso wie der Mann, der im Schlaf sexuell übergriffig wird oder die Frau, die im Bett unbewusst wilde Tanzbewegungen macht: All das sind Beispiele für so genannte Parasomnien, für ungewöhnliche und unerwünschte Verhaltensweisen oder Erlebnisse, die während des Schlafs auftreten können - häufiger bei Kindern bis zur Pubertät, aber auch bei einem geringen Prozentsatz von Erwachsenen. Das bekannteste, wenn auch bei weitem nicht einzige Beispiel für diese Art von Störung ist das Schlafwandeln. Bisweilen können Parasomnien auch Symptome für Krankheiten aufweisen. (Wh. v. 17. 03. 2026) - Eine Eigenproduktion des ORF, ausgestrahlt am 09. 09. 2026.

Gestaltung: Sabrina Adlbrecht
25 Minuten
Die Sesshaftwerdung des Menschen begann im Nahen Osten und breitete sich von dort über Anatolien auf die Balkanhalbinsel aus. Ein archäologischer Fund in Südserbien öffnet ein Fenster in die Welt der ersten sesshaften Europäer: die Überreste einer neolithischen Siedlung erzählen, wie Ackerbau, Viehzucht und erste Dörfer vor 8.000 Jahren entstanden - und wie diese Lebensweise über den Balkan nach Mitteleuropa kam. Die Funde verraten einiges über das Zusammenleben und die soziale Struktur in den ersten Dörfern Europas. Auch Funde der charakteristischen Linearbandkeramik, die später ganz Mitteleuropa prägte, wurden hier ausgegraben. Sie konnte sich über das Flusssystem Axios-Vardar-Morava verbreiten, einer der wichtigsten Verkehrsachsen zwischen Ägäis und Donau. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 08. 09. 2026.

Gestaltung: Lucia Steinwender
25 Minuten
Was Farben über das Universum erzählen

Blau leuchtende Sterne, rote Planeten, bunte Galaxien: Farben prägen unser Bild vom Weltall. Im Licht von Sternen, Planeten und Galaxien stecken nahezu alle Informationen, die sich aus der Ferne über sie gewinnen lassen. Die Spektralanalyse, also die Zerlegung des Lichts in seine Wellenlängen bzw. Farben, ist dabei das wichtigste Werkzeug der Astronomie. Damit lässt sich ermitteln, woraus Sterne bestehen, wie schnell sich das Universum ausdehnt oder welche Elemente in den Atmosphären ferner Planeten vorkommen. Das spielt vor allem bei der Erforschung von Exoplaneten und möglichen Spuren außerirdischer Lebensformen eine zentrale Rolle. Danach wird auch am Institut für Astrophysik der Universität Wien gesucht. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 07. 09. 2026.

Gestaltung: Robin Aydinonat
25 Minuten
Wer an Zikaden denkt, hat meist den lauten Sommergesang aus Italien, Kroatien oder Griechenland im Ohr. Doch die meisten Arten sind viel kleiner und bleiben unbemerkt, auch in Österreich. Hierzulande sind derzeit 688 Zikadenarten nachgewiesen. Der Biologe und Zikadenforscher Gernot Kunz von der Universität Graz beschäftigt sich seit mehr als zwanzig Jahren mit dieser wenig beachteten Tiergruppe. In einem südsteirischen Weingarten zeigt er, wie Zikaden gefangen und bestimmt werden und wie deutlich sie auf unterschiedliche Bewirtschaftung reagieren können. Beim nächtlichen Lichtfang wird eine erstaunliche Vielfalt an Farben, Formen und Lebensweisen sichtbar. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 03. 09. 2026.

Gestaltung: Kathrin Horvath
25 Minuten
Wie aus dem "Reichsparteitagsgelände" ein Begegnungsort werden soll

Nach der Machtübernahme 1933 in Deutschland beschlossen die Nazis, Nürnberg zur "Stadt der Reichsparteitage" zu machen. Diese wurden von der NSDAP jährlich bis 1938 hier veranstaltet. Albert Speer sollte dafür ein gigantisches Gebäudeensemble auf einer Fläche von elf Quadratkilometern errichten. Aufgrund des Kriegsausbruchs wurde aber nur ein kleiner Teil realisiert. Der diente nach dem Krieg schon der Erinnerungskultur. Nun wird dort aber im großen Stil umgestaltet. Das Zeppelinfeld mit seiner Tribüne soll bis 2030 zu einem Lern- und Begegnungsort, die Kongresshalle in den nächsten drei Jahren zu einem Kulturort ausgebaut werden. Eine neue Dauerausstellung informiert mit aktuellen Forschungsergebnissen über die Nutzung des Geländes während des Kriegs. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 02. 09. 2026.

Gestaltung: Stefan May
25 Minuten
1858 entdeckt ein französischer Marinearzt in einer Strafkolonie eine Fliege, deren Larven sich in lebendes Fleisch der Gefangenen bohren - er bezeichnet sie als hominivorax, "menschenfressend". Bei Nutztieren sorgt diese Plage über Jahrzehnte für gigantische wirtschaftliche Schäden. Mitte des 20. Jahrhunderts wird der Schraubenwurm erst in Nordamerika, später in Mexiko und anderen Ländern Mittelamerika ausgerottet. Doch seit 2023 ist der Parasit plötzlich wieder da und verbreitet sich mit einer Geschwindigkeit, die biologisch unmöglich scheint: schneller als die Fliege, die ihn überträgt. Die Suche nach der Ursache führt unter anderem zu illegalen Viehschmugglern in den unberührten Wälder Mittelamerikas. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 01. 09, 2026.

Gestaltung: Laura Salm-Reifferscheidt
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