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Wirtschaft Welt und Weit Archiv

128 Episoden
51 Minuten
Jede Woche drehen wir den Globus neu, diesmal kommt er auf dem afrikanischen Kontinent zum Stehen: "Wirtschaft Welt und Weit" schaut auf Kenia. Viele sehen in dem ostafrikanischen Staat ein Vorbild bei den erneuerbaren Energien: Kürzlich erst hat Bundeskanzler Olaf Scholz kenianische Geothermieanlagen besichtigt.


Kann Deutschland in diesem Bereich von Kenia lernen, oder war der Besuch nur Symbolpolitik? Und wie steht es um eine Zusammenarbeit im IT-Sektor? Nairobi ist in diesem Bereich so stark, dass es in der Branche gerne auch mal "Silicon Savannah" genannt wird. Was ist davon zu halten, wenn Deutschland angesichts des Fachkräftemangels die Anwerbung kenianischer IT-Profis erleichtern will?


Und hat die deutsche Wirtschaft in Kenia überhaupt noch eine Chance, gegen die Chinesen zu bestehen, die längst große Infrastrukturprojekte realisiert haben? Über dies und mehr diskutiert Host Mary Abdelaziz-Ditzow mit den Kenia-Experten Julian Hilgers und Asmau Nitardy.


Julian Hilgers ist Wirtschaftsjournalist und will in seinem Afrika-Podcast "55 Countries" zu einem differenzierten Afrika-Bild beitragen. Er hat bereits in Kenia gelebt und gearbeitet. Asmau Nitardy ist Halb-Kenianerin und im Land aufgewachsen. Sie beobachtet die deutsch-kenianischen Wirtschaftsbeziehungen als Ostafrika-Expertin des Afrika-Vereins der deutschen Wirtschaft. 


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48 Minuten
Nie war der Unmut über die Wirtschaftskrise in der Türkei so groß wie in diesen Tagen: Die türkische Lira ist schwach, die Inflation hoch, dazu kommt das Erdbeben mit seinen verheerenden Folgen. Deutsche Unternehmen, die bereits in der Türkei engagiert sind, kommen mit der aktuellen Situation trotzdem vergleichsweise gut zurecht. Wie kommt das? Sind die Unternehmer Krisen gewohnt?


Im Podcast "Wirtschaft Welt & Weit" geht es heute um die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und der Türkei. Braucht das Land einen politischen Richtungswechsel, oder hat sich die Wirtschaft schon auf fünf weitere Jahre unter Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan eingestellt? Wo genau liegen Potenziale zur Zusammenarbeit?


Die türkische Bevölkerung ist jünger als die deutsche. Kann die Türkei ein Partner sein, um den Fachkräftemangel in Deutschland zu beheben? Und welches Potenzial liegt im Bereich Energie?


Natürlich darf auch der geopolitische Blick nicht fehlen: Die Türkei ist NATO-Partner, pflegt aber auch vielfältige wirtschaftliche Beziehungen mit Russland. Über dies und mehr diskutiert Host Mary Abdelaziz-Ditzow mit den Türkei-Experten Thilo Pahl und Janis Hübner.


Thilo Pahl ist Vorstand der deutsch-türkischen Industrie- und Handelskammer mit Sitz in Istanbul und zugleich Delegierter der Deutschen Wirtschaft in der Türkei. Und Janis Hübner ist Asien-Analyst bei der DekaBank und hat das Land aus volkswirtschaftlicher Perspektive schon seit Jahren genau im Blick.


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26 Minuten
Im Podcast "Wirtschaft Welt & Weit" hören Sie heute den zweiten Teil unseres Europa-Spezials. Dabei schauen wir erneut auf die Europäische Union als Ganzes. Laut Nicola Beer, Vizepräsidentin des EU-Parlaments, muss die EU schneller und schlanker werden, um im Wettstreit mit den Supermächten nicht den Anschluss zu verlieren. Beim europäischen Alternativprojekt zur neuen chinesischen Seidenstraße wurde bisher zu viel diskutiert: "In der Zeit, wo wir noch das Formular suchen, haben die Chinesen die Brücke schon gebaut", so ihr Fazit.


Host Mary Abdelaziz-Ditzow diskutiert auf dem Ludwig-Erhard-Gipfel mit Beer und weiteren Gesprächspartnern über die Zukunft der EU, den Green Deal und, warum die USA attraktiver für die Halbleiterbranche sind als Europa. Dabei muss Europa voll auf Innovation setzen.


Zur Diskussionsrunde zählen auch Christian Illek, Finanz-Chef der Deutschen Telekom, Nico Nusmeier, der Chef der Schörghuber Unternehmensgruppe, und Dirk Stenkamp, stellvertretender Präsident des Deutschen Instituts für Normung.


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29 Minuten
Der 9. Mai 1950 gilt als Geburtsstunde für die Europäischen Union, wie wir sie heute kennen. Deshalb wird zu diesem Datum der Europatag gefeiert. Die inzwischen 27 Mitgliedsstaaten würdigen ihr friedliches und einheitliches Miteinander.


Auch im Podcast "Wirtschaft Welt & Weit" schauen wir rund um den Europatag auf die EU als Ganzes. Wo steht die Europäische Union heute? Wie behauptet sie ihren Platz im Spannungsfeld zwischen den USA und China? Und vor allem: Wie kann sie sich besser aufstellen für die Zukunft? Dies und mehr war Thema auf dem Ludwig-Erhard-Gipfel.


Host Mary Abdelaziz-Ditzow hatte dort Gelegenheit, mit der Vize-Präsidentin des Europäischen Parlaments, Nicola Beer, zu diskutieren. Ebenfalls mit dabei waren Christian Illek, Finanz-Chef der Deutschen Telekom, Nico Nusmeier, der Chef der Schörghuber Unternehmensgruppe, und Dirk Stenkamp, stellvertretender Präsident des Deutschen Instituts für Normung. Ingo Friedrich, Präsident des Europäischen Wirtschaftssenats, stieß ebenfalls hinzu und komplettierte die Gesprächsrunde. Hören Sie heute den ersten Teil unserer Doppelfolge zur Europäischen Union.


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25 Minuten
Im Podcast "Wirtschaft Welt & Weit" geht es erneut um die Niederlande. Heute hören Sie den zweiten Teil unserer Doppelfolge, die sich mit den wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und unseren direkten Nachbarn befasst. In der vergangenen Woche hatten wir schon ausführlich über eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit beim grünen Wasserstoff gesprochen. Pünktlich zum Königstag schauen wir nun darauf, wie sich beide Länder schon jetzt ergänzen und was wir für die Zukunft voneinander lernen können. Deutschland ist stärker industriell geprägt, die Niederlande sind dafür viel innovativer. Ein gutes Fundament für die Zukunft? Darüber diskutiert Host Mary Abdelaziz-Ditzow mit den beiden Wirtschaftsexperten André Wolf und Carsten Brzeski. 


André Wolf ist Ökonom am Centrum für Europäische Politik und ist spezialisiert auf den Themenbereich Energie. Und Carsten Brzeski arbeitet als Chefvolkswirt Deutschland der ING Bank. Er kennt die Niederlande sehr gut und weiß somit beide Länder gleichermaßen wirtschaftlich einzuschätzen.


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24 Minuten
Im Podcast "Wirtschaft Welt & Weit" drehen wir den Globus immer wieder neu, dieses Mal ist er direkt nebenan zum Stehen gekommen. Unsere niederländischen Nachbarn sind der wichtigste europäische Handelspartner Deutschlands - und haben zudem eine große Bedeutung für unsere Energieversorgung. Das Land zählt zu den Top Drei unserer größten Erdgaslieferanten.


Auch über das Zeitalter der fossilen Energien hinaus sehen Experten hohes Zukunftspotenzial: Nach einer Studie des Centrums für Europäische Politik haben die Niederlande und das Bundesland NRW gemeinsam die besten Chancen, zu einem Wasserstoff-Hub für ganz Europa zu werden.


Warum genau, schildert der Ökonom André Wolf, Autor der Studie in der aktuellen Podcast-Folge. Die Runde komplett macht Carsten Brzeski, Chefvolkswirt Deutschland der ING Bank. Er kennt die Niederlande gut und weiß beide Länder gleichermaßen wirtschaftlich einzuschätzen.


Host Mary Abdelaziz-Ditzow diskutiert im ersten Part mit beiden Gästen weitere Fragen zum Thema Energie: Ein strategisch wichtiger Teil des deutschen Stromnetzes liegt zurzeit ja noch in niederländischer Hand. Macht ein Rückkauf Sinn? Und was bedeutet das aus Verbrauchersicht? 


Die deutsch-niederländischen Beziehungen sind eng und vielfältig, und deshalb behandeln wir sie ganz ausführlich in einer Doppelfolge. Der zweite Teil wird nächste Woche veröffentlicht.


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37 Minuten
Im Podcast "Wirtschaft Welt & Weit" schauen wir auf Indonesien. Das Inselarchipel ist das wirtschaftsstärkste Land in Südostasien. Zu den größten Handelspartnern Deutschlands zählt der Inselstaat zwar nicht. Doch strategisch wird das Land für uns immer wichtiger - vor allem vor dem Hintergrund, unsere Abhängigkeit von China zu reduzieren.


Dieses Jahr ist Indonesien Partnerland der Hannover Messe. Das Land will weg vom Image des Kohle- und Palmöl-Exporteurs hin zu einem nachhaltigen Standort, der auch für erneuerbare Energien, E-Mobilität und Biotreibstoffe steht. Das Land ist reich an Nickel, das für die Produktion von E-Auto-Batterien benötigt wird.


Können deutsche Unternehmen davon profitieren? Oder ist China längst Platzhirsch? Und wie lässt sich Indonesien eigentlich geopolitisch verorten? Über das und mehr diskutiert Host Mary Abdelaziz-Ditzow mit den Indonesien-Experten Frank Malerius und Jan Rönnfeld. 


Jan Rönnfeld ist Hauptgeschäftsführer der Deutsch-Indonesischen Handelskammer in Jakarta. Und Frank Malerius hat das Land für Germany Trade & Invest, die Außenwirtschaftsagentur der Bundesrepublik Deutschland, ganz genau im Blick. 


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45 Minuten
Im Podcast "Wirtschaft Welt & Weit" drehen wir den Globus jede Woche neu - und dieses Mal landen wir im Senegal. Die westafrikanische Republik gilt als vergleichsweise sicheres und stabiles Land in der Region. Aufgrund der kolonialen Vergangenheit ist Frankreich wichtigster europäischer Handelspartner. Aber auch deutschen Unternehmen dient das Land als Sprungbrett ins französischsprachige Afrika.


Welche Rolle spielen wir dort wirtschaftlich? Hat Deutschland im Senegal bessere Karten als Frankreich? Und welche Rolle spielt China? Liegen chinesische Investoren auch im Senegal längst meilenweit vorn? Über das und mehr diskutiert Host Mary Abdelaziz-Ditzow mit den beiden Afrika-Expertinnen Mirabell Mayack und Khadi Camara.


Mirabell Mayack arbeitet für "African Investment Intelligence", einer Art Schufa für Investoren im frankophonen Subsahara-Afrika. Sie liefert Zahlen, Daten und Fakten über den Senegal an Berater, Anwaltskanzleien und Investoren. Khadi Camara ist stellvertretende Leiterin der Abteilung Länder & Märkte des Afrika-Vereins der deutschen Wirtschaft und begleitet deutsche Unternehmen seit sechs Jahren beim Markteintritt und bei der Projektentwicklung im Senegal.


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24 Minuten
Im Podcast "Wirtschaft Welt & Weit" hören Sie den zweiten Teil einer Doppelfolge zu Polen. Nachdem wir in der vergangenen Woche das schwierige politische Verhältnis zwischen Deutschland und Polen diskutiert haben, geht es jetzt um die boomenden wirtschaftlichen Beziehungen beider Länder. Die laufen bestens: Ökonomisch sind Deutschland und Polen sehr eng miteinander verflochten. Wie kommt das? Hat sich Polen dabei aus der Rolle des "kleinen Bruders" hochgearbeitet? Und wird der Wiederaufbau der Ukraine nach einem hoffentlich baldigen Kriegsende zu gesundem Wettbewerb führen oder die politischen Konflikte verschärfen? Über dies und mehr diskutiert Host Mary Abdelaziz-Ditzow mit den Polen-Experten Nils Kreimeier und Piotr Buras.


Nils Kreimeier ist leitender Redakteur beim Wirtschaftsmagazin Capital und kümmert sich dort schon seit vielen Jahren um Osteuropa-Themen. Piotr Buras leitet das Warschauer Büro des "European Council on Foreign Relations", eines Think-Tanks für europäische Außen- und Sicherheitspolitik.


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32 Minuten
Im Podcast "Wirtschaft Welt & Weit“ schauen wir in einer Doppelfolge nach Polen. Der erste Teil bietet diesmal reichlich Raum für die politischen Beziehungen: Wie kommt es, dass sich das Verhältnis zwischen Deutschland und Polen seit dem Ukraine-Krieg eingetrübt hat? Was ist dran an den Vorwürfen, Deutschland habe durch seine Nähe zu Russland einen Teil dazu beigetragen, den Boden für den Ukraine-Krieg zu bereiten? Das und mehr klärt Host Mary Abdelaziz-Ditzow mit den Polen-Experten Nils Kreimeier und Piotr Buras.


Nils Kreimeier ist leitender Redakteur beim Wirtschaftsmagazin Capital und kümmert sich bereits seit vielen Jahren um Osteuropa-Themen. Und Piotr Buras leitet das Warschauer Büro des "European Council on Foreign Relations“, eines Thinktanks für europäische Außen- und Sicherheitspolitik. 


Der zweite Teil der Doppelfolge wird nächste Woche veröffentlicht und schaut dann ganz genau auf die wirtschaftliche Zusammenarbeit von Deutschland und Polen, die im Gegensatz zu den politischen Beziehungen förmlich boomt.


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37 Minuten
Im Podcast "Wirtschaft Welt & Weit" hören Sie den zweiten Teil unserer Doppelfolge zu Kuba. Der Karibikstaat leidet seit mehr als sechs Jahren unter den Folgen des US-Handelsembargos. 


Host Mary Abdelaziz-Ditzow diskutiert mit Jenny Morín Nenoff und Marcel Kunzmann über die Schwierigkeiten, die deutsche Unternehmen bei einem Einstieg in den kubanischen Markt bewältigen müssen, aber auch über die Chancen, die sich dort bieten.


Jenny Morín Nenoff ist Referentin beim Deutschen Akademischen Austauschdienst. Sie ist Deutsch-Kubanerin und hat in der Vergangenheit bereits den ökonomischen Transformationsprozess auf Kuba analysiert. 


Und Marcel Kunzmann forscht seit Jahren über Kuba - etwa am International Institute for the Study of Cuba an der Universität Buckingham - und betreibt mit "Cuba heute" die älteste Nachrichtenseite, die sich im deutschsprachigen Raum mit dem Karibikstaat beschäftigt. 


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41 Minuten
Jede Woche drehen wir den Globus neu, und diesmal bleibt er in der Karibik stehen: Im Podcast "Wirtschaft Welt & Weit" schauen wir in einer Doppelfolge nach Kuba. Teil eins erklärt, welche Auswirkungen US-Sanktionen, Misswirtschaft und die Corona-Pandemie auf die kubanische Wirtschaft haben und wie die Menschen vor Ort damit umgehen.


Host Mary Abdelaziz-Ditzow diskutiert mit Jenny Morín Nenoff und Marcel Kunzmann über den digitalen Schwarzmarkt, aber auch über die hohe Inflation, den Internetausbau auf der Insel und welche Möglichkeiten sich bieten, um die Wirtschaft weiterzuentwickeln.


Jenny Morín Nenoff ist Referentin beim Deutschen Akademischen Austauschdienst. Sie ist Deutsch-Kubanerin und hat in der Vergangenheit bereits den ökonomischen Transformationsprozess auf Kuba analysiert. Marcel Kunzmann forscht seit Jahren über Kuba - etwa am International Institute for the Study of Cuba an der Universität Buckingham - und betreibt mit "Cuba heute" die älteste Nachrichtenseite, die sich im deutschsprachigen Raum mit dem Karibikstaat beschäftigt.


Teil zwei der Doppelfolge wird nächste Woche veröffentlicht.


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18 Minuten
Ein Jahr nach dem russischen Überfall haben sich die EU-Staaten auf das inzwischen zehnte Sanktionspaket geeinigt. Der Westen kappt weitere wirtschaftliche Beziehungen, um Russland zu schwächen und Putins Invasion in der Ukraine zu stoppen. Auch in der Taiwan-Krise könnte Wirtschaft als eine Art Waffe eingesetzt werden. Allerdings dient sie hier der Abschreckung Chinas - in der Hoffnung, die Eskalation dieses Konfliktes von vornherein zu verhindern.


Der chinesische Staatschef Xi Jinping betrachtet Taiwan seit Jahren als abtrünnige Provinz. Er verfolgt eine sogenannte "Ein-China-Politik", nach der es nur ein großes China gibt, zu dem auch Hongkong, Macau und eben Taiwan gehören. Die Situation ist angespannt. Käme es zu einem Krieg um den Inselstaat, hätte das weltweit massive wirtschaftliche Auswirkungen. Denn das Land ist ein wichtiger Halbleiterproduzent: Ohne Mikrochips aus Taiwan würden die Import- und Exportraten in vielen Ländern sinken.


Wie bedeutend die Hightech-Chips auch für uns in Deutschland sind, hat sich bereits in der Corona-Pandemie gezeigt: Lieferkettenprobleme verlangsamten die Produktion in vielen Bereichen enorm, etwa im Autobau. Da Halbleiter aus Taiwan besonders klein und leistungsstark sind, war das nicht so einfach zu kompensieren.


Seit der russische Angriffskrieg unsere Abhängigkeit von russischem Gas offenbart hat, steht auch die enge wirtschaftliche Vernetzung mit China verstärkt im Fokus. Die Politikwissenschaftlerin Daniela Schwarzer beobachtet die deutsch-chinesischen Handelsbeziehungen ganz genau. Durch Putins Angriff auf die Ukraine habe diese Problematik nun eine ganz neue Dringlichkeit erhalten, erklärt sie im Podcast "Wirtschaft Welt & Weit".


Wirklich unabhängig zu werden, scheint dabei kaum möglich: Gerade erst meldet das Statistische Bundesamt, dass China im siebten Jahr in Folge Deutschlands wichtigster Handelspartner ist. Der Wert der gehandelten Waren lag bei 297,9 Milliarden Euro. Dabei importieren wir deutlich mehr aus China als wir dorthin exportieren. Viel zu einseitig, warnen Experten.


Der Geopolitik-Experte Stefan Bayer sieht die deutsch-chinesischen Wirtschaftsbeziehungen jedoch aus einem ganz anderen Blickwinkel: Für ihn sind sie vor allem ein wichtiges Mittel, um Frieden zu wahren. Die Chinesen, so glaubt Bayer, wüssten ganz genau, dass bei einem Angriff auf Taiwan sehr große wirtschaftliche Verluste auf ihr Land zukämen. Der Forschungsleiter Geopolitik und Strategien am German Institute for Defence and Strategic Studies hofft auf "die Stärke der ökonomischen Austauschbeziehungen und dass sie heilend wirken auf Aggressionspotenziale".


Wirtschaft wäre in der Taiwan-Krise somit eine Waffe zur Abschreckung - mit dem Ziel, die chinesischen Besitzansprüche im Zaum zu halten. Für Bayer ist das auch bitter nötig. Denn ein chinesischer Angriff auf Taiwan würde seiner Einschätzung nach erhebliche Verwerfungen mit sich bringen, auch an den weltweiten Finanzmärkten. "Wir müssen alles tun, um das zu vermeiden", so seine eindringliche Warnung. Denn sollte die Taiwan-Krise eskalieren, wären die Folgen "noch viel gravierender als das, was wir derzeit in der Ukraine beobachten."


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31 Minuten
Die aktuelle Folge des Podcasts „Wirtschaft Welt & Weit“ befasst sich voll und ganz mit der neuen Weltordnung. Anlässlich des Jahrestags des Ukraine-Krieges setzen wir einen starken geopolitischen Schwerpunkt und schauen ganz genau darauf, wie die russische Invasion in der Ukraine die Welt neu sortiert: Wo genau ist Europas Platz auf der Weltbühne zwischen den USA und China? Kann Europa rohstoffreichen Ländern in Afrika ein wirklicher Partner sein und China Konkurrenz machen? Oder kommen wir längst zu spät?


Dies und mehr diskutiert Mary Abdelaziz-Ditzow mit der Politikwissenschaftlerin Daniela Schwarzer und mit Stefan Bayer, Forschungsleiter Geopolitik und Strategien am German Institute for Defence and Strategic Studies (GIDS). Und weil das Thema so komplex ist, bereiten wir es in einer Doppelfolge für Sie auf. Der zweite Teil folgt nächste Woche.


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20 Minuten
Kasachstan ist Deutschlands wichtigster Wirtschaftspartner in Zentralasien. Das neuntgrößte Land der Welt ist nur dünn besiedelt, aber um so reicher an Rohstoffen. Wertvolle Ressourcen, die Europa gerade dringend braucht, um die Energiewende voranzutreiben. Schaut man auf die Landkarte, liegt Kasachstan mitten zwischen Europa und China. Und auch wirtschaftlich kommt Interesse von beiden Seiten.


Kasachstan ist direkter Nachbar Chinas. Beide Länder teilen sich eine rund 1800 Kilometer lange Grenze. Im Zuge der neuen Seidenstraße, mit der der chinesische Präsident Xi Jinping seit 2013 in den weltweiten Ausbau von Handelswegen investiert, hat Kasachstan eine große Bedeutung auf der Landroute. So sind dort etwa riesige Container-Umladeplätze entstanden, die aufgrund unterschiedlicher Spurbreiten von Eisenbahntrassen nötig wurden, erklärt Hendrik Wehlen, Logistikexperte der VTG AG, dem größten privaten Waggonanbieter in Europa.


China und Kasachstan sind ökonomisch längst stark miteinander verflochten. Doch auch der Westen hat das wirtschaftliche Potenzial des Landes erkannt. So hat die EU-Kommission, nach langen Jahren in der Zuschauerrolle, nun ihre eigene Investitionsinitiative gestartet: Bei "Global Gateway" will sie bis zum Jahr 2027 Gelder in Höhe von rund 300 Milliarden Euro mobilisieren, um Infrastrukturprojekte in Schwellen- und Entwicklungsländern auf- und auszubauen. Kasachstan ist ganz vorn mit dabei, mit Projekten zu grünem Wasserstoff und kritischen Rohstoffen.


Entscheiden muss sich Kasachstan dabei nicht. Der deutsche EU-Botschafter Michael Clauß erklärt, Drittländer könnten sowohl mit China als auch mit Europa unterschiedliche Projekte realisieren. Zu Anfang habe China mit Sorge auf die europäische Initiative geblickt, erklärt Clauß im Podcast "Wirtschaft Welt & Weit". Inzwischen hätten die Chinesen aber erkannt, dass "Global Gateway" kein "Kampfinstrument" sein will. Oder kann. Denn auch wenn die EU erstmals ganz neue Sichtbarkeit als geopolitischer Player erlangt hat, ist Chinas Vorsprung einfach enorm.


Kooperation statt Konfrontation ist also das Mittel der Wahl der Europäer: Beide Projekte könnten sogar mehr als nur koexistieren, erklärt der EU-Botschafter: "Theoretisch ist es durchaus möglich, dass wir mit dem chinesischen Seidenstraßenprojekt kooperieren." Allerdings nur zu europäischen Konditionen: So müsse man etwa die Schuldentragfähigkeit der jeweiligen Länder im Blick haben und europäische Standards einhalten. Bisher sieht er das bei chinesischen Projekten nicht gegeben.


Wirtschaftlich soll die Initiative der EU-Kommission also kein Konkurrenzprojekt zur neuen Seidenstraße sein, sondern eher eine Alternative. Global Gateway legt einen Fokus auf grüne Projekte und auf nachhaltige Kooperationen, die den Partnerländern langfristige Vorteile bieten. Heißt konkret: Es sollen Arbeitsplätze für die lokale Bevölkerung entstehen, Know-how transferiert und Umweltstandards eingehalten werden. Global betrachtet ist es für Clauß trotzdem "eine Systemkonkurrenz, die sich hier manifestiert."


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