BrostCast - Reden übers Revier mit Hajo Schumacher Archiv
34 Episoden
22 Minuten
Startups, Mittelstand, Wasserstoff. NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst im BrostCast über Handballschlachten in Rheinhausen, Oper in Duisburg, Disko-Besuche in Essen, den Ärger am Kreuz Oberhausen, die historischen Tücken des ÖPNV im Ruhrgebiet, Wirtschaftspolitik als Armutsbekämpfung, Exzellenz den Kampf gegen Clans und eine neue Generation von Revier-Bürgermeistern. Plus: eine Botschaft für die Gelsenkirchener Jugend.
52 Minuten
„Ein Monat München - das reicht“. Mit den Misfits gelang ihr die große Karriere, aber ihrem Oberhausen bleibt sie treu, „diese Pissstadt, die versucht, keine zu sein.“ Erfrischend deutlich berichtet Kabarettistin Gerburg Jahnke im BrostCast vom Zauber einer neuen Kaffeebude, dem Ärger mit der Bürokratie, der Suche nach einem neuen Revierstolz, den Anfängen des Ruhrgebietsfeminismus, dem Verschwinden der Solidarität, der Einsamkeit der Männer und warum sie erst einmal googlen musste, was dieses Gendern eigentlich bedeutet. Plus: Warum Kultur fast immer die Antwort ist, egal auf welche Frage.
1 Stunde 3 Minuten
Teilzeit-Veganer, Männer-Versteher und demnächst eine Rolle als wilder Wikinger: Ralf Möller wagte den Sprung von Recklinghausen nach Hollywood, trägt das Ruhrgebiet aber immer noch im Herzen. Der ewige Gladiator im BrostCast über Ratschläge für Olaf Scholz, die Kunst, in Würde zu altern, seine Ähnlichkeiten mit Elefant und Gorilla, ein kleines Yoga-Defizit, die Kunst, ein Kohleschiff anzuschwimmen, eine sorglose Kindheit am Rhein-Herne-Kanal, Schlägereien im Freibad, goldene Regeln für effektives Training und die Idee, dass Dolph Lundgren, Jean-Claude van Damme und Arnold Schwarzenegger ihn bei seinem Ministerpräsidenten-Wahlkampf unterstützen. Plus: Welchen Satz seines Vaters Ralf Möller nie vergessen wird.
1 Stunde 4 Minuten
Wie entsteht ein Gedicht? Was ist so schön am Kirchgang? Und was macht die Stadtbücherei Mülheim zu einem ganz besonderen Ort? Nora Bossong ist vielfach preisgekrönte Lyrikerin und Schriftstellerin. Als Metropolenschreiberin inspiziert sie das Revier mit dem Blick der Poetin. Im BrostCast verrät sie, wie der kreative Prozess zwischen Halden und Rissen verläuft, warum sie jedes Wochenende in die Kirche geht und wie sie mit dem ÖPNV im Ruhrgebiet kämpft. Plus: Warum man sich der Freundlichkeit der Mitarbeitenden in der Stadtbücherei Mülheim nicht entziehen kann.
57 Minuten
Männerhäuser, Männerberatung, Männergruppen – wo sind die Kerle hin, die nie Probleme hatten und wenn doch, dann mit reichlich Bier lösten? Im Brostcast erklärt Marc Pomplun von der Männerberatung Ruhr, warum Männer oft so technisch unterwegs sind, weshalb sie mit ihren Gefühlen nicht klarkommen und wieso manche sogar Unterschlupf in einem Männerhaus suchen. Fazit: Lockerlassen, Hilflosigkeit aushalten, Verlieren üben. Plus: Welcher Ruhrgebietsmann wirklich als Vorbild taugt.
42 Minuten
„Ach Du Schreck, die Gewitterfront kommt direkt auf uns zu!“ Früher hat sich Chantal Anders bei Blitz und Donner unter der Bettdecke verkrochen. „Ich war schißbüxig.“ Doch dann entdeckte sie ihre Leidenschaft für die Wetterfotografie. Im BrostCast erklärt Chantal Anders, warum sie Superzellen von Gewittern hinterherjagt, ihr Auto vom Hagel zerdellen und sich selbst von Blitzen grillen lässt. Zugleich liefert sie wichtige Informationen für Versicherungen und den Deutschen Wetterdienst. Ihr Traum: Erst Tornados in den USA jagen und dann Vulkanausbrüche in Italien fotografieren. Plus: Wo im Ruhrgebiet das Wetter am spannendsten ist und warum das Bergische Land eine Prüfung für jedes Gewitter bedeutet.
36 Minuten
„Ihre Arterien sehen noch ganz gut aus!“– Professor Tienush Rassaf leitet das Herzzentrum im Universitätsklinikum Essen und schätzt die Vielfalt seiner Aufgaben als Forscher und Manager, Arzt und Lehrer. Für den Brostcast bat der Spitzenmediziner den Moderator gleich mal zum Live-Check per EKG und Ultraschall. Unterstützt von der Brost-Stiftung erforscht Rassaf mit seinem Team derzeit, wie sich die Lebensqualität Sterbenskranker mit einfachen Mitteln verbessern lässt. Plus: Warum das deutsche Gesundheitssystem manchmal besser ist als sein Ruf.
46 Minuten
Kein Glaspalast, kein Vorzimmer, kein Chauffeur, kein Chefgehabe – Aysel Osmanoglu ist Vorstandssprecherin der GLS Bank, fährt lieber Rad als Limousine und pfeift auf Boni. Im BrostCast erklärt Bankerin Osmanoglu, welche drei Qualitäten das Geld hat, warum Millionengehälter nicht nötig sind und warum Wirksamkeit und Gemeinwohl wichtigere Werte sind als ein paar Krümel Rendite. Plus: Ein Einblick in ihre ganz persönliche Geldbiografie, die in der Türkei mit dem Schneidern von Textilien für deutsche Versandhäuser begann.
44 Minuten
Reporter-Legende Breuckmann über den Reiz von 68 und das schwierige Verhältnis zu seinem kriegstraumatisierten Vater, über Melancholie und die Jagd auf Barsche, Männermythen und Idole, über Schlitzohren und Angststörungen, über Rackerer und Künstler, die Macht von Fußball und Alkohol, über Spargeltarzan und Tanne, über den größten Moment des Ruhrgebiets und das weit entfernte Düsseldorf. Plus: Warum Rudi Assauer eine Ikone des Reviers ist.
42 Minuten
In Leipzig geboren, im Essener Ghetto aufgewachsen, einen neuen Ruhrgebiets-Sound geprägt. Mit ihrem Roman „Keine gute Geschichte“ schafft Autorin Lisa Roy eine neue, junge Perspektive auf Nostalgie und Armut. Über Papageien im Essener Norden und die unsichtbaren Grenzen des Reviers, über Klischeefallen und Bildungsbürger im sozialen Brennpunkt, über den kalten Blick von innen und den warmen Blick von außen, über richtige und falsche Sprachen, über Identität jenseits von Bier und Currywurst, über den Sinn von Sprachtests, Parallelgesellschaften und Herkunftsstolz. Plus: Was wichtiger ist als Geld.
54 Minuten
Duisburgs kommender Superstar über gescheiterte Transplantationen und Schläuche im Körper, Alpträume vom ewigen Sterben und Träume von einer Kickerkarriere, Putzigkeit als Waffe und die Heilkraft der Bühne, Teenager-Mütter und verschwundene Väter, Kumpels und Kritiker aus Marxloh sowie seine Patchwork-Familie next level. Plus: „Duisburg ist der beste Ort für schwere Krankheiten“.
44 Minuten
Schriftsteller Ingo Schulze hat sich mit seinem Nachwenderoman „Simple Stories“ ins kollektive deutsche Gedächtnis geschrieben. Jetzt sucht er als Metropolenschreiber der Brost-Stiftung die einfachen Geschichten im Ruhrgebiet. Er lässt sich durchs Revier reichen, vom Musikunterricht in Marxloh bis zur Kläranlage in Bottrop, vom Orchestergraben bis zum Waldspaziergang nach Duisburg, vom BVB bis Rot-Weiß Essen. Und Schulze staunt: dieser Reichtum, diese Vielfalt, diese Freundlichkeit. In der U-Bahn wird ihm sogar ein Platz angeboten. Plus Geheimtipp: Wolfgang Welt, ein unterschätzter Pott-Schriftsteller.
31 Minuten
Von den heimischen Gipfeln Südtirols ist Reinhold Messner,78, auf die Halden des Reviers geeilt, um für den Schülerwettbewerb „RuhrNatur" der Brost-Stiftung zu werben. Die Bergsteiger-Legende über Kulturlandschaften in den Alpen und an der Ruhr, über Klimakleber und freiwilligen Verzicht, über Fördertürme und Seilbahnstationen, über die Südtiroler Bergbauerndiät, sein letztes Museum und die Achtung vor den unbarmherzigen Regeln der Natur. Plus: Was Ruhrgebietskinder ihren Eltern aus Südtirol mitbringen sollten.
48 Minuten
Genossenschaftschef Uli Paetzel über einen renaturierten Fluss als Vorbild für ein modernes Deutschland, über Emscher-Spirit und Starkregen-Management, Voltaire und Ambiscara, Kanzler Scholz auf Sandhaufen und Weißwein aus Castrop-Rauxel, Koi-Karpfen und 1000 heimische Arten, die Vorzüge der Schwammstadt und ewigen Baustress, die Langmut der Ruhrgebietler und die Kunst, ein Budget auch über 30 Jahre einzuhalten. Plus: Warum das Revier eigentlich „Emschergebiet“ heißen müsste.
40 Minuten
Die beiden Palliativexpertinnen Banaz-Yasar und Selbach über Trauer-Routinen und Kurzzeit-Beziehungen, wegorganisierten Tod und den Mythos Morphium, aktives Gestalten des Sterbens und den Tod im Team, das Hoffen bis zum Schluss, die Kunst des bewussten Verabschiedens sowie den größten Wunsch aller Sterbenden. Plus: Schmerzhaftes Bereuen: „Hätte ich nur meinen schrecklichen Ehemann verlassen…“