Küchenradio (mp3) Archiv
413 Episoden
4 Stunden 3 Minuten
Gunnar malt Nackte und ist Stammgast im KitKat. Dass es dort auch Nackte gibt, soll schon vorgekommen sein, vieles aber, was über diesen Laden erzählt wird, ist ein Mythos. Sagt Gunnar. Meist wird nur gekuschelt. Gunnars Mutter kennt Joachim Gauck aus dem Sandkasten und findet, dass er immer schon so war, wie er jetzt ist, schon als Kind. Ein Gespräch in Gunnars Küche über die Unschuld der Kunst, die Schuld im Leben und Shakespeare in Rostock. Wir waren alle so entzückt voneinander, dass wir Gunnar vielleicht nochmal einladen, dann aber als Gastmoderator. Gibt´s Einwände?
56 Minuten
Oliver Kluck schreibt Theaterstücke wie Versuchsanordnungen. Das Theater ist sein Labor, aber die Regisseure dürfen mitexperimentieren, in dieser Spielzeit unter anderem an den Stücken "Wartesaal der Zukunft" in Recklinghausen und "Das Prinzip Meese" in Berlin. Letztes Jahr bekam er beim Theatertreffen den Förderpreis für Neue Dramatik verliehen. Die Figuren, die er erfindet, machen ihn das Leben schwer, so wie damals seine Klassenkameraden oder Hochschul-Professoren. Zu unserer Verabredung im Prater-Garten kam Oliver Kluck in einer quasi mageschneiterten Shorts.
1 Stunde 30 Minuten
Marco Clausen und Robert Shaw haben an der Ecke Moritzplatz und Prinzessinnenstrae, mitten an einer Verkehrsinsel in Kreuzberg, den Prinzessinnengarten eingerichtet: Eine mobile Gemüse-Oase mit Gastronomie und Stauden-Experten. Gärtner Matze und Historiker Marco berichten über seltene Gemüse-Sorten in Brotkisten, pflanzengestützte Geschäftsmodelle und Tomaten aus Sibirien.
2 Stunden 41 Minuten
Dirk Marquard ist Besitzer und Geschäftsführer von Staufenbiel Berlin: In vier Läden verkauft er Modellflugzeuge, Hubschrauber, ferngesteuerte Autos und Monster-Trucks. Dirk zeigt uns, wie Hubschrauber fliegen, wie sie im Film-Business eingesetzt werden und was Modellbau mit Rüstungstechnik zu tun hat. Katja stellt sich gut an beim Heli-Fliegen, wird von den Modell-Geeks angehimmelt und kauft sich ein Flugzeug.
1 Stunde 12 Minuten
Wer nun behauptet, wir wären in der irakischen Botschaft gewesen, irrt sich. Denn die irakische Botschaft in Deutschland befindet sich heute irgendwo im Westen. Wer sich dagegen auf dieses Gelände im Pankower Nobelviertel rund um die Tschaikowskistrae traut, ist formaljuristisch auf irakischem Boden. Zu DDR-Zeiten war diese wunderbar verwunschene Villa irakisches Hoheitsgebiet, und das ist nie zurückgenommen worden, und weil die in Bagdad offenbar gerade andere Probleme haben, als sich um alte Immobilien zu kümmern, kann niemand daran gehindert werden, über den Zaun zu steigen und in den Hinterlassenschafen von 40 Jahren arabischer Republik zu schmökern. Obwohl Raver, Metalldiebe und womöglich der Mossad längst die interessantesten Stücke gesichert haben, liegt noch genügend herum. Cindy, Frau Katja und Onkel Andi ist es gelungen, weitere Kostbarkeiten zu sichern und für das irakische Volk vorübergehend in Obhut zu nehmen, u.a. die ausführliche Beschreibung der Schlacht um die Halbinsel Faw, die ohne die geschickte Führung des genialen Feldherrn Saddam Hussein so nicht möglich gewesen wäre. Auerdem können wir, wer das will, nun gern bescheinigen, dass er oder sie im Irak nicht wegen irgendwelcher Straftaten gesucht wird. Ein exterritoriales Küchenradio unter kundiger Anleitung von Hans-Michael von den Berliner Unterwelten. Fotos: Gato
56 Minuten
Eigentlich keine schlechte Idee: nach der Weltpremiere von Romeo And Juliet in Yiddish auf dem Jüdischen Filmfestival zu Berlin begeben sich Regisseurin, Produktion und Darsteller in ein gemütliches italienisches Restaurant auf dem Prenzlauer Berg, ein kleines Küchenradio Team, verstärkt von Co-Moderatorin Shlomit Lasky, stoen dazu und reden entspannt über Brooklyn, orthodoxe Sekten und deren Aussteiger, über die jiddische Sprache in New York und die Unmöglichkeit der Liebe zwischen spinnefeinden Clans - leider blieb das ein schöner Plan: Denn auer der völlig entfesselten, weil direkt aus der Sonntagsafterhour herausgeschleusten Cindy kam kaum jemand zu Wort, auch die orthodoxen Damen und Herren nicht wirklich. Alles wie immer also - aber das Essen war wirklich gut.
1 Stunde 44 Minuten
Jürgen Neumann hat vor acht Jahren Freifunk gegründet. Aus der Ostberliner WLAN-Initiative ist veritable Funk-Forschung geworden. Mit der Freifunk-Technik verbinden sich afrikanische Dörfer mit dem Internet und das Rote Kreuz freut sich über krisensicherer Katastrophen-Kommunikation. Jürgen Neumann sagt, wie alles losging, wo Freifunk heute steht und welche Projekte am Horizont zu erkennen sind: Mobiltelefone, die sich selbstständig vernetzten und Telefonate ohne Telefon-Unternehmen. Im zweiten Teil reden wir über die Digitale Dividende, das 800 MHz-Band also, das durch die Digitalisierung des Antennen-TV frei wurde. Es wird gerade versteigert, soll auch deutsche Dörfer mit Breitband versorgen. Jürgen erklärt, warum die Versteigerung anachronistisch ist und welche Technik wirklich Bits nach Barum bringen könnte.
1 Stunde 18 Minuten
Yaneq macht Privatfunk, Musik, Parties, redet gern mit Künstlern über ihre Kunst und war mal im Internat. Auf motor.fm hat er eine eigene Sendung "radio arty". Es gibt Maccaroni und eine Gast-Moderatorin: "Chrystal" aus P-Berg. Zum Nachtisch trinken alle Wodka aus Eierbechern und spätestens nach 15 Minuten verschwindet auch der zarte Brummton.
1 Stunde 3 Minuten
Farnaz Seifi haben wir auf der re:publica getroffen. Sie stammt aus Teheran, wohin sie im Moment besser nicht mehr reisen sollte. Seitdem sie wegen ihrer oppositionellen Tätigkeiten im Gefängnis war, könnte sie wieder verhaftet werden.
Wegen ihres digitalen Engagements gilt Farnaz als eine Art Landesverräterin, heute bloggt sie deshalb aus einem sicheren Drittland. Trotzdem werden sie und ihre Familie massiv unter Druck gesetzt, auch ihr Bruder musste deswegen schon ins Gefängnis. "Wir sprechen im Iran von einer Zeit vor und nach den Wahlen" sagt Farnaz. Sie selbst war bei den Wahlen das letzte mal in ihrem Land. Ansonsten lebt die 28-jährige im Exil und schreibt von dort über die Situation im Iran, die sie von auen betrachtet als noch viel schlimmer empfindet. Ihren Blog können wir leider nicht verlinken. Die Mitbegründerin von Zanestan, dem ersten feministischen Onlinemagazin im Iran, schreibt mittlerweile unter einem Synonym. Ein Küchenradio auf Englisch, Deutsch und etwas Farsi, das Cindy - nicht überraschend - selbstverständlich beherrscht.
Wegen ihres digitalen Engagements gilt Farnaz als eine Art Landesverräterin, heute bloggt sie deshalb aus einem sicheren Drittland. Trotzdem werden sie und ihre Familie massiv unter Druck gesetzt, auch ihr Bruder musste deswegen schon ins Gefängnis. "Wir sprechen im Iran von einer Zeit vor und nach den Wahlen" sagt Farnaz. Sie selbst war bei den Wahlen das letzte mal in ihrem Land. Ansonsten lebt die 28-jährige im Exil und schreibt von dort über die Situation im Iran, die sie von auen betrachtet als noch viel schlimmer empfindet. Ihren Blog können wir leider nicht verlinken. Die Mitbegründerin von Zanestan, dem ersten feministischen Onlinemagazin im Iran, schreibt mittlerweile unter einem Synonym. Ein Küchenradio auf Englisch, Deutsch und etwas Farsi, das Cindy - nicht überraschend - selbstverständlich beherrscht.
45 Minuten
Das Team spielt Chatroulette. Am Anfang ist der Ton aus dem Chatroulette nicht da. Später kommt er dazu, macht aber keinen groen Unterschied. Cindy, Onkel Andi und Otto essen den österlichen Weihnachtskuchen (Part 2). Dank dafür dem Spender!
1 Stunde 42 Minuten
Aus aktuellem Anlass mal wieder Zeit für ein ausführliches Update. Daniel Schmitt aus dem Kernteam von Wikileaks.org berichtet über die stürmische Zeit für das Projekt zwischen Herbst 2009 und heute: Genese der Icelandic Modern Media Initiative, einem Versuch, Island zum sicheren Hafen für Informationen, Informanten und Informierte zu machen. Daniel referiert den Stand dieses Gesetzespakets. Natürlich geht es auch um die jüngsten Klagen der Wikileaks-Macher über Nachstellungen unbekannter Mächte. Dabei geht es auch um die Aussagen eines 17jährigen Wikileaks-Unterstützers, der von der isländischen Polizei vernommen wurde. In diesem Punkt tauchten kurz nach der Aufnahme neue Hinweise auf, die nahe legen, dass die Geschichte etwas anders abgelaufen sein könnte, als von Daniel geschildert. Es ist vieles unklar und er war halt nicht dabei. Für Updates folgt Wikileaks auf Twitter. Daniel kündigt an, dass Wikileaks demnächst rund 37.000 interne NPD-Emails aus den letzten Jahren veröffentlichen wird - Gelegenheit, um noch mal Wikileaks´ wunden Punkt anzusprechen: Die redaktionelle Kontrolle. Inwieweit trägt Wikileaks Verantwortung für die Folgen einer Veröffentlichung? Wie stehen die Macher zur Güterabwägung zwischen öffentlichem Interesse und den Persönlichkeitsrechten unbeteiligter Dritter? Das war auch schon ausführlich Thema bei Daniels erstem Besuch im Küchenradio. Heute wirft er noch ein neues, bedenkenswertes Argument auf die HD und klagt über die Medien - natürlich kriegen wir die Kurve zu einem hoffnungsvollen Ausblick. Spender für Wikileaks bitte hier entlang.
1 Stunde 6 Minuten
Weil ihr gerade ordentlich was für die Ohren habt, gibt es mal wieder ne Runde ohne Gast. Es geht um Reisen, Privatsphäre und am Ende mal wieder etwas um die Zukunft des Projekts.
1 Minute
Andrej Holm ist Stadtsoziologe an der Uni Oldenburg und lebt in Berlin. Die Bundesanwaltschaft ermittelt seit zweieinhalb Jahren gegen ihn wegen Verdachts auf Mitgliedschaft in einer kriminellen (lange: terroristischen) Vereinigung.
Andrej erklärt, wie das alles kam, was Verhaftung, Gefängnis und die berwachung seines Lebens mit ihm gemacht haben und welche Lehren zu ziehen sind für das Verhältnis von Staat und Bürgern.
Andrej erklärt, wie das alles kam, was Verhaftung, Gefängnis und die berwachung seines Lebens mit ihm gemacht haben und welche Lehren zu ziehen sind für das Verhältnis von Staat und Bürgern.
2 Stunden
Bastian Steffen lebt seit 25 Jahren in Lagos, spielte mit 9 dort Fuball, ging zu Schule, arbeitete im Shrine von Fela Kuti und managte dessen Sohn Femi Kuti. Bastian über das Leben in Nigerias Hauptstadt und seine Erfahrungen mit zwei der wichtigsten Musiker Afrikas.