Beweggründe - der Podcast der UNO-Flüchtlingshilfe Archiv
29 Episoden
51 Minuten
Er kommt aus Österreich, lebte schon in der Türkei und in der Ukraine und momentan ist Berlin seine Heimat: Gerald Knaus. Der Sozialwissenschaftler und Migrationsforscher beschäftigt sich seit Jahren mit den Themen Migration und Flucht. So beobachtete er die Lage auf dem Balkan während des Jugoslawienkrieges und gilt als Architekt des Flüchtlingsabkommens zwischen der Europäischen Union und der Türkei. In unserer letzten Folge der zweiten Staffel von „Beweggründe“ erzählt er uns, welche Themen in Gesprächen über „Flucht“ dringend angesprochen werden müssen und warum die Genfer Flüchtlingskonvention momentan von vielen Ländern ignoriert wird. Hört gerne rein zum großen Staffelfinale!
1 Stunde 17 Minuten
Was macht einen Menschen zum Flüchtling? Welche Staaten nehmen die meisten Flüchtlinge auf? Was sind die Hauptgründe für eine Flucht? Fragen, mit denen sich Marcus Engler beschäftigt: Der Sozialwissenschaftler arbeitet beim Deutschen Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM) in Berlin. Was seine Antworten auf die oben genannten Fragen sind und was der Auslöser für ihn war, sich intensiv mit dem großen Thema „Migration“ zu beschäftigen, erfahrt ihr in unserer neuen Folge von „Beweggründe“.
42 Minuten
Roudy Ali musste gleich zweimal in ihrem Leben flüchten: Zunächst vor dem Krieg in ihrer Heimat Syrien, dann noch einmal aus dem Nordirak vor der Terrormiliz „Islamischer Staat“. Seit 2015 lebt sie nun in Deutschland als Journalistin und Aktivistin und engagiert sich selbst in der Flüchtlingshilfe. Insbesondere für Frauen setzt sie sich ein, da sie sich selbst aus einer Zwangsheirat befreien musste. Wie schwierig ihre Flucht war, warum sie den Menschen mit einem Baum vergleicht und warum es wichtig ist, auch mal „Nein“ zu sagen, hört ihr in unserer neuen Folge von „Beweggründe“.
37 Minuten
Welchen Stellenwert hat das Thema „Flucht“ im Laufe der Geschichte? Gab es jemals einen Zeitraum ohne Fluchtbewegungen? Solchen interessanten Fragen geht der Historiker Andreas Kossert nach. Er ist spezialisiert auf die Geschichte Ostmitteleuropas, blickt aber auch auf viele andere Regionen der Welt. Als Mitarbeiter am Dokumentationszentrum „Flucht, Vertreibung, Versöhnung“ in Berlin forscht er intensiv zum Thema „Flucht“ und hat dafür auch viele Einzelschicksale in den Blick genommen. Daraus entstand sein Buch „Flucht – Eine Menschheitsgeschichte“. Wie er auf die aktuellen Flüchtlingsbewegungen schaut und warum das Thema „Flucht“ ihn auch sehr persönlich betrifft, hört ihr in der neuen Folge von „Beweggründe“.
40 Minuten
Jasmina Hostert musste schon als Kind die Grauen des Krieges miterleben: In ihrer Heimat Bosnien-Herzegowina brach in ihre bis dahin heile Welt der Jugoslawienkrieg ein. Mit fatalen Folgen: Durch eine Granate verlor das Mädchen seinen rechten Arm. Zur besseren Behandlung nach Deutschland geschickt, fand Jasmina Hostert hier eine neue Heimat und fing an, sich politisch zu engagieren. Heute sitzt sie als Abgeordnete im Bundestag und muss auch angesichts des Kriegs in der Ukraine schwierige Entscheidungen treffen. Wie sie ihre persönlichen Kriegs- und Fluchterfahrungen geprägt haben und warum ihr das Ankommen in Deutschland teilweise schwer gemacht wurde, könnt ihr in unserer neuen Folge des Podcasts „Beweggründe“ hören.
40 Minuten
Der Krieg in Syrien tobt seit über zehn Jahren – und doch gerät er immer mehr in Vergessenheit. Muhannad Taha hat ihn selbst miterlebt. Er stammt aus Aleppo und musste mit seiner Mutter die schwierige Flucht über das Mittelmeer auf sich nehmen. Nun ist er in Deutschland, studiert Psychologie und engagiert sich selbst in der Flüchtlingshilfe. Warum er nach einer ersten Flucht doch wieder nach Syrien zurückgekehrt ist und warum ihn teilweise auch Schuldgefühle gegenüber anderen Flüchtlingen plagen, erfahrt ihr in unserer zweiten Folge der zweiten Staffel unseres Podcasts „Beweggründe“.
36 Minuten
Dass sein Lebensweg so verlaufen sollte, hätte Cawa Younosi wohl selbst nicht gedacht: Als Jugendlicher muss er alleine aus Afghanistan fliehen und kommt nach Deutschland. Nach dem Abitur und einer erfolgreichen Karriere als Kioskbetreiber kämpft er sich durch das Jura-Studium in Bonn. Heute ist er Personalchef bei einer der wichtigsten Firmen Deutschlands: SAP. Wie er dazugekommen ist, welche Tücken er im Studium überwinden musste und warum er sich lange als Kolumbianer ausgab, erfahrt ihr in unserer ersten Folge der zweiten Staffel unseres Podcasts „Beweggründe“.
41 Minuten
Die vielfach ausgezeichnete Autorin und Essayistin Lena Gorelik wurde 1981 im heutigen St. Petersburg geboren. Mit elf Jahren musste sie mit ihrer russisch-jüdischen Familie fliehen und kam als so genannte „Kontingentflüchtlinge“ nach Deutschland. Sie studierte an der Deutschen Journalistenschule in München und schreibt heute neben Büchern auch Kolumnen und Essays. Ihr neuer Roman "Wer wir sind" erschien im Mai 2021. Wie sie die Zeit in der Flüchtlingsunterkunft wahrgenommen hat, welche Bedeutung Sprache, Lichterketten und auch Humor für Gorelik haben und warum sie die Demokratie feiert, erzählt sie in einem sehr persönlichen Gespräch.
44 Minuten
Ilija Trojanow wurde 1965 in Bulgarien geboren und lebt mittlerweile in Wien. Mit seinen Eltern floh er als Sechsjähriger nach München. Die Familie hat hier politisches Asyl bekommen. Nach Stationen mit seinen Eltern in Kenia, später in Paris und schließlich in München, wo er an der LMU studierte, war Ilija Trojanow in den 90-er Jahren in Afrika und Indien. Mittlerweile wieder in Deutschland haben er vielbeachtete Bücher geschrieben, ist Kurator, Moderator Gastprofessor und viel ausgezeichneter Preisträger. Im Gespräch erzählt er sehr persönlich und humorvoll, was die Flucht mit einem Paralleluniversum zu tun hat und warum Sprache und das Beherrschen der Sprache nicht nur für Geflüchtete wichtig ist, sondern auch für die Mehrheitsgesellschaft.
25 Minuten
Sawsan Chebli wurde 1978 als zwölftes von dreizehn Kindern in Berlin geboren, Ihre Eltern sind 1948 vor dem Palästinakrieg in den Libanon geflohen und 1968 nach Deutschland gekommen. Bis zu Ihrem 12. Lebensjahr waren sie und ihre Familie staatenlos und lebten mit unsicherem Aufenthaltsstatus hier. Sawsan Chebli hat Politikwissenschaft studiert und früh angefangen, Erfahrungen im politischen Berlin zu sammeln, erst als Mitarbeiterin im Bundestag, im Berliner Senat und im Auswärtigen Amt. Seit 2016 ist sie Staatssekretärin in Berlin. Im Gespräch erzählt sie, was es bedeuten kann, als Kind von Geflüchteten aufzuwachsen, wie ihr Fluchthintergrund ihr politisches Engagement beeinflusst und wie sie mit Hass und Hetze, die ihr täglich online und offline begegnen, umgeht.
33 Minuten
Rauand Taleb wurde 1992 im Irak, im Nordosten der Autonomen Region Kurdistan, geboren. Als er sechs Jahre alt war, musste seine Familie aus dem Land fliehen und ist nach Deutschland gekommen. Nach der Schule hat er die Schauspielschule in Nürnberg besucht und ist inzwischen bekannt aus Film, Fernsehen & Theater. Im Interview erzählt er, wieso die Flucht für ihn als Kind ein großes Abenteuer war, warum er bei seiner ersten großen Rolle im Fernsehen recherchieren musste, was einen Flüchtling ausmacht und was der Schlüssel zu einer gelungenen Integration ist.
1 Stunde 5 Minuten
Enissa Amani wurde 1987 in Teheran, Iran geboren. Als sie ein halbes Jahr alt war, mussten ihre Eltern aufgrund von politischer Verfolgung fliehen und die Familie kam nach Deutschland. Hier ist Enissa in Frankfurt-Griesheim aufgewachsen und ist heute engagierte Human Rights Aktivistin, sondern auch eine in Deutschland und international bekannte Künstlerin. Im Podcast erzählt sie, wie es ist, trotz Flucht ins sichere Deutschland, weiter Momente der Angst zu haben, warum Milchschnitte von besondere Bedeutung für sie ist und warum ihr die Wörter „unser Mädchen“ so wichtig sind.
34 Minuten
Yared Dibaba wurde 1969 in Äthiopien geboren. 1979 musste er mit seiner Familie vor dem Bürgerkrieg im Land fliehen und kam als Flüchtling nach Niedersachsen. Heute lebt er noch immer im Norden Deutschlands, ist Schauspieler, Musiker und Autor und als Moderator auch viel im Fernsehen und bei Youtube zu sehen. Im Gespräch erzählt er von seiner norddeutschen Identität, warum offene Gespräche in der Familie so elementar wichtig sind und warum sein Vater nach Dibabas erster Fahrrad-Tour in Deutschland fast die Polizei rufen wollte.
44 Minuten
Marina Weisband wurde 1987 in Kiew geboren und kam mit ihrer jüdischen Familie 1993 als so genannte "Kontingentflüchtlinge" nach Deutschland. Heute ist sie Beteiligungspädagogin, Diplompsychologin, Netzaktivistin und politisch sehr engagiert. Im Gespräch erzählt sie vom Aufbruch in der Ukraine, dem Ankommen in Deutschland und darüber, wie ihr eigener Fluchthintergrund ihr Leben und ihr politisches Engagement geprägt hat. Persönlich, bewegend und voller Hoffnung - jetzt reinhören!