Anmeldung Registrierung
Auto Hell Dunkel
Erweiterte Suche

Kocheler ZwischenTon Archiv

58 Episoden
15 Minuten
„Wir machen Kunst für Menschen mit Menschen“, sagt Katrin Beck. Die Kulturmanagerin ist zusammen mit der Komponistin Manuela Kerer seit diesem Jahr neue künstlerische Leiterin der Münchener Biennale. Bei dem Festival für Neues Musiktheater, das ausschließlich Uraufführungen präsentiert, ist es ihr ein Anliegen, mit verschiedenen Produktionen möglichst viele Menschen zu erreichen. Vor allem aber sollen sich die Besucherinnen und Besucher des Festivals eingeladen und willkommen fühlen. Dafür sorgt Beck, die auch als Kulturvermittlerin aktiv ist, mit begleitenden Formaten, die das breitgefächerte Programm umrahmen. So sollen neue und inspirierende Erfahrungen ermöglicht werden.


https://www.beckmanagement.de/


https://www.muenchener-biennale.de/de
15 Minuten
„Ich glaube, dass Kunst keine PR-Strategie ist“, sagt Christian Schnurer. Der Installationskünstler und Bildhauer lehnt es ab, dass Kulturschaffende sich als Aktivisten begreifen. Dabei bezieht er in seinen eigenen Arbeiten dezidiert Position zu gesellschaftlichen Fragen und politischen Auseinandersetzungen – ob es um Migration, Krieg oder um die Einheit Europas geht. Daneben engagiert er sich für seine freischaffenden Kolleg*innen im Berufsverband Bildender Künstlerinnen und Künstler und als Initiator und Manager der Halle 6 in Münchens Kreativquartier. Dort finden Kunstschaffende der Freien Szene Raum zum Arbeiten und zum Wohnen. Denn Schnurer ist überzeugt: die Kreativen sind der Schlüssel, wenn es darum geht, die großen Probleme unserer Zeit in den Griff zu bekommen.


https://www.christian-schnurer.de/


15 Minuten
„Kunst findet nicht in einem leeren, abseitigen Raum statt“, sagt Friedrich Ani. Der Schriftsteller erschafft in seinen Kriminalromanen Figuren, wie man sie auch im echten Leben antreffen könnte. Unter anderem ist auch das ein Grund für die Popularität seiner Bücher. Nachdem Ani seit nunmehr dreißig Jahren fiktive Geschichten ersinnt, hat er zuletzt mit Schlupfwinkel ein autobiografisches Buch geschrieben, in dem er sich an sein Aufwachsen in einem bayerischen Dorf als Sohn einer Schlesierin und eines syrischen Arztes erinnert. Ob autobiografisch oder frei erfunden: Friedrich Ani entwickelt seine Figuren in einer Welt von heute, wo sie sich den Problemen und den Fragen unserer Zeit stellen müssen.
15 Minuten
„Viele Menschen suchen in der Kunst und in der Religion Ähnliches“, sagt Manuela Hartel. Die Video- und Installationskünstlerin sieht in der Kombination aus sinnlicher Wahrnehmung und geistig-spiritueller Dimension die Antwort auf ein menschliches Grundbedürfnis, das beide Bereiche verbindet. In ihren Arbeiten vereint sie Elemente verschiedener Kunst-Genres von Musik, über Theater bis hin zu bildender Kunst zu ganz eigenen Formen künstlerischen Ausdrucks. Dabei arbeitet Manuela Hartel oft mit Licht und lässt so aus Räumen illusionistische Orte entstehen, die Neugier wecken und zum Nachdenken anregen.


 


https://manuelahartel.de/


https://www.staatsoper-stuttgart.de/spielplan/a-z/station-paradiso/


15 Minuten
„Unsere Kultur geht darauf aus, dass wir Modelle geschäftstüchtig machen“, sagt Georg-Albrecht Eckle. Der Autor hat sich der Kultur von vielen unterschiedlichen Blickwinkeln aus kritisch genähert: als Dramaturg, Theaterleiter, Kritiker, Regisseur und in zahlreichen anderen Funktionen hat er ein tiefes Verständnis dafür entwickelt, was das Wesen von Kultur ausmacht. Für ihn gipfelt es im Schaffen solcher Persönlichkeiten wie des Philosophen Hegel, des Dichters Hölderlin und des Komponisten Beethoven: Sie zeigen in ihrer Arbeit, dass es auf den Prozess ankommt und nicht auf ein fixiertes Resultat. Von dieser Erkenntnis kann die Gesellschaft profitieren, ist Eckle überzeugt. Denn die Ergebnisoffenheit im Prozess bewahrt vor ideologischer Erstarrung.


15 Minuten
„Wofür komponieren wir heute noch, wenn eine derartige Inflation herrscht?“, fragt Manos Tsangaris. Der Komponist hat es sich zur Aufgabe gemacht, der betäubenden Allgegenwart von Musik heute etwas entgegenzusetzen. In seinen Stücken und Installationen stellt er deshalb das Publikum ins Zentrum des klanglichen und szenischen Geschehens. So wird die Wahrnehmung geschärft und ein neues Bewusstsein für Zusammenhänge geschaffen. Seine künstlerischen Projekte versteht Tsangaris durchaus in einem politischen Sinn. Aber auch darüber hinaus übernimmt er als Präsident der Akademie der Künste in Berlin politische Verantwortung, indem er sich für Kunst und Kultur engagiert und die Diskursfähigkeit in unserer Gesellschaft wachhält.


 


https://tsangaris.de/index.html


https://adk.de/akademie/mitglieder/manos-tsangaris


15 Minuten
„Die Kunst muss sich ihrer eigenen Macht bewusst sein“, sagt Barbara Lubich. Die Filmemacherin, Soziologin und Historikerin ist in Italien geboren und aufgewachsen und lebt heute in Dresden. In ihren Projekten verbindet sie Forschung, filmische Arbeit und Kunstschaffen miteinander. Außerdem ist sie Mitgründerin und treibende Kraft hinter der Dresdner Kultur- und Wohngenossenschaft Zentralwerk. Dort, wo ursprünglich Näh- und Schreibmaschinen produziert wurden, später jüdische Zwangsarbeiter für die Rüstungsindustrie der Nazis eingespannt waren und nach dem Krieg eine Druckerei für die Propaganda der DDR-Diktatur untergebracht war, leben und arbeiten heute Kulturschaffende aller Sparten und verwandeln das geschichtsträchtige Gelände in einen lebendigen und für alle offenen Ort.


 


 


https://www.barbara-lubich.net/


https://hechtfilm.de/


https://zentralwerk.de/


15 Minuten
„Kunst und Kultur ist nicht etwas, das im luftleeren Raum existiert“, sagt Michael Schmidt. Für den Musikwissenschaftler und Publizisten gehört Kultur im weitesten Sinn seit jeher ebenso zur Gesellschaft wie die Auseinandersetzung mit künstlerischen Inhalten. Kulturschaffende sollten in ihrer Arbeit daher immer auch vermittlerische Aspekte berücksichtigen. Das lehrt Michael Schmidt auch seine Studierenden an der Münchner Musikhochschule. Dabei geht es insbesondere um den Einsatz digitaler Medien in der Vermittlung aber auch um ethische Fragen rund um das künstlerische Tun. Seit über 20 Jahren leitet Michael Schmidt außerdem zusammen mit dem Literatur-Experten Martin Hielscher und wechselnden Autor*innen die Kocheler Literaturwerkstatt an der Georg-von-Vollmar-Akademie.
15 Minuten
„Man muss keinem Kind erklären, dass Kultur wichtig ist“, sagt Christiane Pfau. Die PR-Expertin für Kultur ist eine so verlässliche wie unverzichtbare Partnerin zahlreicher Kulturschaffender in München. Dass Kinder sich völlig selbstverständlich künstlerisch betätigen, liegt für sie ebenso auf der Hand, wie dass die Kultur zum Menschsein gehört. Damit das so bleibt, engagiert sie sich tatkräftig für die Münchner Kulturszene und zwar auch über ihre PR-Arbeit hinaus. Seit 15 Jahren gibt sie die Kulturzeitschrift Münchner Feuilleton, mit Berichten, Interviews und Besprechungen heraus. Den besonderen Herausforderungen, welchen Kunst und Kultur aktuell ausgesetzt sind, will Christiane Pfau auch als politische Akteurin begegnen und hat dafür zusammen mit ihrer Kollegin Kathrin Schäfer das „Bündnis Kultur“ ins Leben gerufen.


https://www.pfau-pr.de/





15 Minuten
„Es ist kein Zufall, dass alle Diktatoren der sogenannten richtigen Entwicklung der Kunst große Aufmerksamkeit schenkten“, sagt Vladimir Tarnopolski. Der russische Komponist weiß wovon er spricht. Für ihn hat jede Form der künstlerischen Äußerung eine politische Dimension, weil sie die Perspektive auf die Welt verändern kann. In der ukrainischen Stadt Dnipro geboren war Tarnopolski Jahrzehnte lang Schlüsselfigur der zeitgenössischen Musikszene Russlands. Er veranstaltete Festivals, baute Brücken zur westlichen Musikwelt und war bei seinen Studierenden am Moskauer Konservatorium für seine verbindliche, offene Art beliebt. Nach dem Einmarsch Russlands in die Ukraine verließ er seine Heimat, die seiner Arbeit keinen Boden mehr bot. Seither lebt er in Deutschland und komponiert gegen den Krieg und das diktatorische Regime Russlands an.
15 Minuten
„Wir wollen nicht belehren“, sagt Verena Hein. Die Kuratorin und Sammlungsleiterin der Kunst der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts der Pinakothek der Moderne hat zusammen mit ihrem Team eine Ausstellung auf Schloss Herrenchiemsee gestaltet, die dem Thema „Demokratie“ gewidmet ist. Die Ausflugsgäste, die das Schloss auf der Herreninsel besuchen, lernen hier Werke bedeutender Künstlerinnen und Künstler kennen, die sich mit demokratischen Werten in unterschiedlicher Form und aus unterschiedlichen Perspektiven auseinandersetzen. Dabei gilt es, möglichst viele Menschen mit dem Angebot zu erreichen und sie zum Nachdenken über die Demokratie anzuregen. Für Verena Hein ist das eine Herausforderung, der sie mit Optimismus und mit ihrer Leidenschaft für die Kunst begegnet.


 


https://www.pinakothek.de/de/kunst-und-demokratie


https://www.flux-munich.com/


 


15 Minuten
„Grundsätzlich glaube ich, dass es das nicht gibt, dass Menschen kein Interesse an Kultur haben“, sagt Daniel Grossmann. Seine Begeisterung für die Musik verbindet der Dirigent mit dem Anliegen, den Menschen jüdische Kultur nahezubringen. Dafür hat er im Jahr 2005 das JCOM (Jewish Chamber Orchestra Munich) gegründet. Gemeinsam mit den Musikerinnen und Musikern geht es ihm aber keineswegs nur darum, Musik jüdischer Komponistinnen und Komponisten aufzuführen. Workshops mit Kindern und Jugendlichen sind ebenso Teil der Arbeit wie Erklärvideos zu Begriffen aus der jüdischen Kultur oder Live-Musik zu Stummfilmen. Jedes Projekt von Daniel Grossmann basiert dabei auf einer konkreten Idee, die von ihm und seinem Orchester mit Professionalität und mit viel Herzblut realisiert wird. Darauf lässt sich die 20 Jahre währende Erfolgsgeschichte des Klangkörpers zurückführen.


 


https://jcom.de/


https://danielgrossmann.cargo.site/


15 Minuten
„Ich liebe es, mit Leichtigkeit schwere Themen anzugehen“, sagt Ruth Geiersberger. Für die Künstlerin und Performerin ist das Leben immer der größte Lehrmeister gewesen. Das hat auch ihren Ausbildungsweg geprägt: Körperarbeit, Stimme, Schauspiel, Improvisation. Aber eben auch Feldenkrais, Hospizbegleitung und Kranführerschein. Ihre vielfältigen Kenntnisse, Erfahrungen und Fähigkeiten fließen in ihre Arbeit ein, die sie als „Verrichtungen“ bezeichnet. Damit unterstreicht sie das Unprätentiöse aber auch das unbedingt Notwendige ihres Tuns. Ruth Geiersberger betreibt mit ihren künstlerischen Interventionen, Installationen und Performances eine Poetisierung des Alltags. Sie plädiert damit für einen anderen, einen kreativen Blick auf die Menschen und die Dinge um uns herum.


 


https://www.verrichtungen.de/about


15 Minuten
„Wir sollten mehr denn je auf unsere Sprache achten“, sagt Andrej Murašov. Der Autor und Rapper fordert einen achtsamen und zugleich kreativen Umgang mit der Sprache. Denn die gestaltet unsere Wirklichkeit entscheidend mit. In seinen Büchern und Rap-Songs erschafft er mit Worten ganz eigene Welten und erzählt Geschichten, die wiederum viel mit ihm selbst zu tun haben – als „Credibility“ wird das im Rap auf Neudeutsch bezeichnet. Und genau diese Art von Glaubwürdigkeit beweist Andrej Murašov auch in seinem gerade erschienenen zweiten Roman Der Himmel ist so laut. Darin schildert er die teils leidvollen Erfahrungen von vier Jugendlichen mit Migrationshintergrund und ihre schwierige Suche nach einer eigenen Identität.
15 Minuten
 „Manchmal ist es so, dass sich abstrakte Kunst eher dem Verständnis entzieht“, sagt Christiane Böhnke-Geisse. So geht es der Musikveranstalterin öfter mal auch mit der zeitgenössischen Musik, für die sie sich am Spielort schwere reiter in München engagiert. Auf das Verstehen kommt es dabei gar nicht unbedingt an, ist sie überzeugt. Eher darauf, was die Klänge in den Menschen bewegen. Faszination hängt ohnehin nicht vom Verstehen ab. Die Komponistinnen und die Musiker der freien Szene in München haben in Christiane Böhnke-Geisse jedenfalls eine so erfahrene wie passionierte Fürsprecherin. Ursprünglich zur Krankenschwester ausgebildet, hat sie mit ihrem unermüdlichen Engagement, mit Ausdauer und mit Charme bereits den Jazzclub Unterfahrt zum internationalen Renommee geführt.


Kocheler ZwischenTon

Kocheler ZwischenTon

Was bedeutet Kultur? Wie relevant ist Kultur für unsere Gesellschaft und warum? Wird Kultur von der Politik genügend unterstützt? Im Kocheler ZwischenTon, dem kulturpolitischen Podcast der Georg-von-V...