Wirtschaftspolitik für alle Archiv
24 Episoden
38 Minuten
Die EU beharrt auf der Personenfreizügigkeit. Dies sei aus ökonomischer Perspektive kaum nachvollziehbar, sagt Prof. Dr. Gabriel Felbermayr, Direktor des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung im Gespräch mit Prof. Dr. Christoph A. Schaltegger und Dr. Martin Mosler. Der Brexit habe der Welt die grosse politische Sprengkraft der Personenfreizügigkeit vor Augen geführt – und vor allem Verlierer produziert. Im Podcast präsentiert Gabriel Felbermayr einen Weg, wie die EU flexibler auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Länder eingehen könnte.
28 Minuten
Wir möchten Ihnen gerne unsere Beiräte etwas näher vorstellen. Um das Ganze etwas spannender zu machen, haben wir Dr. Alexandra Janssen und Prof. Dr. Mark Schelker vor die Wahl gestellt: Wahrheit oder Käse. Im Podcast stellen die beiden einander Fragen, die sie im Voraus nicht kennen. Keine Antwort zu geben, ist eine Option – jedoch muss dann ein Stück streng riechender Käse degustiert werden. So kommt es, dass unsere beiden Beiräte fast alle Fragen ihres Gegenübers beantworten – mit ganz wenigen Ausnahmen. Besonders spannend wird es, wenn Mark Schelker seiner Meinung Ausdruck verleiht, dass Hartkäse gar nicht räss sein kann. Mark Schelker weiss es nun besser.
34 Minuten
Das hat es noch nie gegeben: Prof. em. Dr. Dr. h.c. mult. Hans-Werner Sinn und Prof. Dr. Dr. h.c. Lars P. Feld interviewen sich gegenseitig. Der Clou: Die beiden Top-Ökonomen kennen die Fragen, die sie einander stellen werden, im Voraus nicht. Im Gespräch liefern beide wie gewohnt klare und fundierte Analysen zum aktuellen wirtschaftlichen Geschehen. Allerdings dreht sich die Diskussion nicht ausschliesslich um Ökonomie: Sie wollten immer schon immer einmal wissen, was es mit dem Bart von Hans-Werner Sinn auf sich hat? Oder was Lars P. Feld und Frank Zappa gemeinsam haben? Hören Sie rein! Nur so viel sei an dieser Stelle verraten: Die beiden hatten sehr viel Spass.
33 Minuten
Nur der Einzelne weiss, was für ein Leben er führen möchte und was ihn wirklich glücklich macht. Einen Zwang zur Selbstoptimierung oder Selbstentfaltung dürfe es nicht geben – so beschreibt der deutsche Starphilosoph Professor Dr. Markus Gabriel sein freiheitliches Gesellschaftsideal im Gespräch mit Dr. Melanie Häner, Leiterin des Bereichs Sozialpolitik am IWP. Der Staat, so Gabriel, müsse um die soziale Mobilität besorgt sein. Er solle die Möglichkeiten bereitstellen, so dass jedes Individuum seinen Platz in der Gesellschaft frei wählen kann. Darüber hinaus sollte die Politik aber nicht versuchen, zu stark auf das Leben von Familien und Individuen Einfluss zu nehmen.
35 Minuten
Professor Dr. Markus Gabriel gehört ohne Zweifel zu den gefragtesten Philosophen unserer Zeit. Vor Publikum läuft er jeweils zu Höchstform auf. Dabei denkt er nicht nur die Welt im wahrsten Sinne des Wortes neu, er macht Philosophie auch für alle verständlich. Kein Wunder also, erfahren seine Theorien weit über Fachkreise hinaus Aufmerksamkeit. Über den Menschen Markus Gabriel ist allerdings wenig bekannt. Im Interview mit Dr. René Scheu, Geschäftsführer des IWP, spricht er erstmals ausführlich über seinen Werdegang vom Arbeiterkind zum Professor. In seiner Erinnerung war Markus Gabriel ein «mehr oder weniger normales Kind» – was allerdings nicht ganz der Wahrheit entspricht.
40 Minuten
Der modernen Technik sei Dank: Die allermeisten Menschen lassen kaum eine Gelegenheit aus, um in den sozialen Netzwerken an ihrem Selbstbild zu feilen. Was hat das für Folgen für sie – und die Gesellschaft? Mit dieser Frage beschäftigt sich Professor Dr. Markus Gabriel, der wohl gefragteste Philosoph der Gegenwart, in seiner neuen Vorlesung, die er auf Einladung des Instituts für Schweizer Wirtschaftspolitik (IWP) am 20. Juni 2022 an der Universität Luzern gehalten hat. Der Starphilosoph erklärt nicht nur, warum wir in den sozialen Medien nicht zeigen, wer wir sind, sondern wer wir gerne sein wollen. Er zeigt auch, wie sich die grossen Technologiekonzerne diese Informationen zu Nutze machen, um das Verhalten der Nutzer zu steuern. Für Markus Gabriel ist es an der Zeit, dass die Nutzer angemessen kompensiert werden – dafür hat er eine einfache Lösung.
47 Minuten
Egal, wohin man schaut: Alles wird teurer. In der Schweiz sind die Preise im April 2022 im Vergleich zum Vorjahresmonat um 2.9 Prozent gestiegen, im Euroraum sind es sogar rund 8 Prozent. Im neuen Podcast des Instituts für Schweizer Wirtschaftspolitik an der Universität Luzern (IWP) erklärt der deutsche Topökonom Professor em. Dr. Dr. h.c. mult. Hans-Werner Sinn die Ursachen und Folgen der Inflation – ganz nach dem IWP-Credo «Wirtschaftspolitik für alle» auf verständliche Art und Weise. In seinem Vortrag vom 07. Juni 2022 an der Universität Luzern hinterfragt Sinn die auch unter Ökonomen weitverbreitete Sicht, dass die steigenden Preise in Europa lediglich eine Folge von Sondereffekten seien, wie etwa Lieferkettenprobleme oder pandemiebedingten Nachholeffekte. Vielmehr ist nach Sinn davon auszugehen, dass die stark gestiegenen gewerblichen Erzeugerpreise noch weiteres Inflationspotential bergen. Der Grund: Die Erzeugerpreise schlagen mit rund dreimonatiger Verzögerung auf die Konsumentenpreise durch. Für Sinn ist der Fall klar: «Wir spielen wirklich mit dem Feuer. Es geht jetzt nicht mehr um akademische Diskurse.» Die Inflationsspirale drehe und lasse sich nur mit harten geldpolitischen Massnahmen wieder stoppen. Jedoch zweifelt Sinn daran, dass die Europäische Zentralbank (EZB) über den nötigen Willen verfügt, die Situation in den Griff zu bekommen. Er kritisiert, dass die EZB seit langem versteckte Staatsfinanzierung betreibe. Anstatt sich auf den Erhalt der Geldwertstabilität zu fokussieren, schaffe die EZB möglichst günstige Finanzierungsbedingungen für die hochverschuldeten Staaten im Euroraum.
37 Minuten
Für Ökonomen dreht sich alles um Anreize. Und sie haben darum ein einfach gestricktes Menschenbild: der Mensch als eigennutzmaximierendes Wesen. Aber stimmt das wirklich? Nein, sagt Honorarprofessorin Dr. Dr. h.c. Monika Bütler, eine der führenden Ökonominnen und Expertinnen für Sozialpolitik in der Schweiz. Im Gespräch mit Professor Dr. Christoph A. Schaltegger, Direktor des IWP, erklärt Monika Bütler, wieso Gleichheit und Gerechtigkeit zwei Dinge sind und wieso Vermögensungleichheit ein ungeeignetes Mass für Ungleichheit ist.
1 Stunde 4 Minuten
Inflation, das meint wörtlich: Ausweitung, Aufblähung der Geldmenge. Und es bedeutet faktisch: weniger Kaufkraft für jene, die das Geld benutzen – also für uns alle. Kommt die heftige Inflation zurück, in der Welt, in Europa, in der Schweiz? Wen trifft sie – und wer profitiert? Wir fragen Ernst Baltensperger, Doyen der Schweizer Geldpolitik.