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SocUNIBAS Public Lectures Archiv

22 Episoden
1 Stunde 6 Minuten
Mit dem Konzept des Anthropozäns beschreibt man derzeit die gegenwärtige ökologische Krise, wobei der Begriff durchaus umstritten ist. Wir leben vielmehr im Kapitalozän, im Zeitalter des Kapitalismus, so der Einwand der Kritiker*innen. Der Vortrag versucht dieser Gegenüberstellung zu entkommen und eine anti-utilitaristische Kritik sowohl des Anthropozän- als auch des Kapitalozän-Konzepts zu entwickeln, um produktiver nach einer möglichen Überwindung der Ausbeutung der Natur durch den Menschen fragen zu können.
53 Minuten
Die Vorlesung beginnt mit einigen Klärungen zu dem hier zugrunde gelegten Begriff des Kapitalismus als eines Systems entgrenzter Märkte. Es wird dann gezeigt, inwiefern ein solcher Kapitalismusbegriff für eine religionssoziologische Perspektive anschlussfähig ist. Die These lautet, dass beide, Kapitalismus und Religion, je spezifische Antworten auf das von Luhmann aufgewiesene Problem der Intransparenz der modernen Gesellschaft für sich selbst darstellen, und es wird untersucht, worin sich diese Antworten unterscheiden.
1 Stunde 5 Minuten
In this lecture, the environmental historian Jason W. Moore explores the history class, civilizational crisis, and climate change in the Holocene. Arguing against the neo-Malthusianism implicit in the Anthropocene narrative, Moore argues for an alternative: not “Man and Nature” but “Climate and Class.” Exploring great climate/class crises from the Bronze Age to the Little Ice Age, Moore shows how climate changes have been entangled with civilizational crises. Viewing civilizations as world-ecologies of power and re/production in the web of life, we can bring into focus of the unity of today’s climate crisis as one of “social formation” entwined with “earth formation.” In this planetary crisis, rising atmospheric greenhouse gas concentrations are joined with the climate class divide, climate apartheid, and climate patriarchy.
1 Stunde 11 Minuten
Die Deindustrialisierungswellen in Westeuropa in den letzten drei Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts werden aus kapitalismuskritischer Sicht immer wieder mit der „Krise“ des fordistischen Akkumulationsregimes in Westeuropa in Verbindung gebracht. Was bleibt von dieser Krise aus der Rückschau? Welche Produktionsregime traten an seine Stelle? Der Vortrag vergleicht britische, französische und westdeutsche Varianten industriekapitalistischer Entwicklung „nach dem Boom“ und fragt nach Spielräumen und Gestaltungsoptionen in der Deindustrialisierung.
55 Minuten
Die globale Verbreitung der Covid-19 Pandemie hat sowohl die Praktiken wie auch die Regierung von Mobilität und Immobilität verändert. Dies hat bereits gravierende Auswirkungen auf Grenzen, Arbeit und soziale Reproduktion gezeitigt. Es sind der Ausbau digitaler Infrastrukturen und globaler Logistiken, die Boten einer veränderten Konfiguration unserer Lebenswelten sind.
55 Minuten
The history of capitalism can be viewed as one in which more and more aspects of life are drawn within the scope of the adversarial relationship whereby the value created by living labour is appropriated by capital. This is an ongoing process in which technological change plays an important role. This presentation will look at some of the ways in which the current wave of digitalisation is leading to a marketisation and commodification of social reproduction.
1 Stunde 6 Minuten
Das Thema der Vorlesung ist die Kritik des Kapitalismus. Kritiken des Kapitalismus gibt es in verschiedenen Formen. Die kritische Theorie der Gesellschaft hat in den vergangenen Jahrzehnten eine spezifische kritische Sicht ausgearbeitet, die umfassend viele Bereiche der kapitalistischen Lebensweise thematisiert und dabei nicht allein nur die Ökonomisierung zum Gegenstand der Kritik macht. Auch das zerstörerische Naturverhältnis, die Kriegsdynamik, der Rassismus, Antisemitismus und der Sexismus werden in den Blick genommen. Doch vor allem geht es um das entgangene Lebensglück, die die irrationale Aufrechterhaltung längst überholter Verhältnisse zur Folge hat.