Bay Benzmann - Management und Märkte Archiv
65 Episoden
27 Minuten
Nur 1 % der deutsche Bevölkerung nutzt die elektronische Patientenakte, obwohl sie für alle seit Januar 2021 erhältlich ist. In der zweiten Folge über das Gesundheitssystem in Deutschland zeigen die Moderatoren Karl-Christian Bay und Rolf Benzmann warum diese Patientenakte eine Voraussetzung für die Verbesserung von Prozessen im Gesundheitssystem ist. Ein „Opt Out“ halten sie deshalb für sinnvoll, sprich die Patientenakte für alle einzuführen, sodass nur der Einzelne im konkreten Fall sich dagegen entscheiden kann. Mit den gewonnenen Daten gebe es zahlreiche Möglichkeiten Prozesse zu verbessern, Trends zu erkennen und neue Möglichkeiten in der Telemedizin zu schaffen. Bei letzterer könnten erheblich etwa Transportkosten- und Aufwände reduziert werden. Daneben machen sie deutlich, dass die von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach initiierte Krankenhausreform erfordert, dass es leistungsfähige ambulante Behandlungszentren gibt.
44 Minuten
Das deutsche Gesundheitssystem gilt als eines der besten der Welt, zugleich scheint es sehr ineffizient und für zukünftige Herausforderungen ökonomisch nicht leistungsfähig. Die Moderatoren Karl-Christian Bay und Rolf Benzmann vergleichen das deutsche – auf Selbstverwaltung basierende – System mit den Strukturen anderer Länder. Auffällig ist, so Karl-Christian Bay, dass falsche Anreizsysteme bestehen und daneben es an einem grundlegenden Verständnis für Art und Umfang einer regionalen Daseinsvorsorge mangelt. Beide sind sich einig, dass eine mangelnde Prozessdurchgängigkeit die Qualität und Geschwindigkeit der Gesundheitsleistungen verringert. Außerdem, so Rolf Benzmann, wäre ein „Health in all policies“ Ansatz wünschenswert, bei welchem alle gesellschaftlichen Lebensbereiche „Gesundheit mitdenken“ und zu einer breiten Gesundheitskompetenz der Menschen in der Bevölkerung führen.
34 Minuten
Bis zu 86 % der globalen Treibhausgas-Emissionen könnten durch Technologien aus dem Maschinen- und Anlagenbau eingespart werden, sagt eine Studie. Die Innovationsbereitschaft der Branche ist sehr hoch, wie etwa bei der Nutzung von Sensorik für Wartungs- und Serviceintervalle deutlich wird. Grundsätzlich können durch kommunizierende Maschinen die Anwendungsbereiche- und auch die Tiefe verbessert werden, allerdings mangelt es Standards zur Datenqualität. Die Unternehmen stehen vor der Herausforderung digitale Kompetenzfelder für Betriebssysteme aufzubauen. Ein innovationsfördernder – und technologieoffener Regulierungsrahmen wäre aus Sicht von Moderator Karl-Christian Bay notwendig ohne allerdings einen Bürokratieaufbau.
33 Minuten
Ohne den Maschinenbau wird’s nichts mit der Nachhaltigkeit, da sind sich Karl-Christian Bay und Rolf Benzmann einig. Rund 3 Millionen Beschäftigte arbeiten in Deutschland in rund 80.000 Unternehmen. Die Zahlen machen deutlich: die Branche ist mittelständisch geprägt. 98 % der Unternehmen haben weniger als 200 Mitarbeiter. Damit wird auch deutlich: Standards sind wünschenswert und notwendig. Insbesondere die Konnektivität treibt die technologische Entwicklung voran. Noch ist Deutschland Vorreiter bei Patenten – aber liegt das am Ende etwa daran, dass sich andere erst gar keine Mühe geben wollen?
29 Minuten
Als starke ressourcenbindende Industrie ist eine nachhaltige Strategie zentral. Doch wie kann diese gelingen? Erste Ansätze gibt es bereits in dem pre owned Artikel, also solche Produkte die bereits im Besitz eines anderen waren, weiter genutzt werden können. Riesige Herausforderungen bestehen insbesondere in der Adressierbarkeit der Textilbestandteile um ein effizientes Recycling zu organisieren. Die Textilien der Zukunft werden intelligenter sein und sich in Design, Funktion und Komfort den Wünschen des Träges anpassen. Wie in anderen Industriezweige wird außerdem der Einsatz für KI im gesamten Produktion und Distributionsprozess noch eine Ressourcen freilegen. Eines wird aber in Zukunft Bestand haben, so Co-Moderator Karl-Christian Bay: dass Design weckt auch künftig das Bedürfnis.
33 Minuten
Die deutsche Textilindustrie genießt weltweit einen guten Ruf, auch vor dem Hintergrund dass sie historisch selbst über die Produktionsanlagen verfügt hat. Heute kennzeichnend die Branche ist, dass wenige Konzerne an der Spitze sind – mit Branchenprimus Adidas aus Herzogenaurach – und daneben viele kleinere mittelständische Betriebe sich auf dem Markt befinden. Eine der größten Herausforderungen für die Textilindustrie ist den hohen Ressourcenverbrauch zu reduzieren und die Lieferkette gemäß der gesetzlichen Vorgaben zu organisieren. Auch vor diesem Hintergrund spielt Reshoring – also das Zurückholen der Produktion – eine zunehmende Rolle. Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass es zu erheblichen Preissteigerungen bei nachhaltig produzierten Textilien im Vergleich zu Fast Fashion Produkten kommen wird.
29 Minuten
Im dritten und letzten Teil der Reihe zur Transformation der Automobilbranche sind sich die beiden Moderatoren Karl-Christian Bay und Rolf Benzmann sicher, dass das Auto zur Erlebniswelt wird. Voraussetzung dafür ist allerdings das autonome Fahren, damit sich der Fahrer - ohne Ablenkung durch das eigene Steuern des Fahrzeugs - den künftigen „Apps“ widmen kann: ob rollendes Car-Office, Ruheraum, Seminarplatz oder rollendes Heimkino. Analog der Digitalplattformen könnte dabei die Erhöhung der Verweildauer zentral sein, sodass die Reise tatsächlich immer mehr zum eigentlichen Ziel wird. Karl-Christian stellt fest, dass die deutschen Hersteller noch nicht die „Tankstellen der Zukunft“ als integraler Bestandteil der User-Experience erkannt haben. Denn hier wird Handel, Austausch und damit letztendlich auch Geschäft stattfinden – und Kundenbindung erzeugt.
35 Minuten
Im zweiten Teil zur Automobilbranche sprechen die Moderatoren Rolf Benzmann und Karl-Christian Bay über Transformation. Diese wird vor allen Dingen künftig über die Konnektivität getrieben, da jene dem User / Fahrer völlig neue Mobilitätserlebnisse bescheren wird. Umso weniger verwunderlich, dass die Software damit der neue Motor eines Automobils ist. Konnektivität und Software erfordern wiederum eine Regulierung des Internets in Deutschland, da dieser Markt bereits durch internationale Digitalkonzerne beherrscht wird und wenig Chance für die hiesige Industrie liefert. Mit neuen Produkten der Automobilkonzerne wächst zugleich auch die Herausforderungen einen Unternehmensumbaus. Wünschenswert wäre zuletzt, dass die Politik die Mobilitätswende mit allen Betroffenen moderiert.
34 Minuten
Die Moderatoren Rolf Benzmann und Karl-Christian Bay setzen sich in dem ersten Teil dieses neuen Dreiteilers mit dem relevantesten Wirtschaftszeig in Deutschland auseinander: der Automobilindustrie. In dieser Folge erfahren die Zuhörer einiges über die Organisation und Struktur dieser Branche und die wichtigsten Kennzahlen. Zum Beispiel: mit einem Eigenproduktionsanteil von rund drei Viertel verfügt die Branche etwa über eine erstaunlich hohe Fertigungstiefe. Rund 70 % der Wertschöpfung findet am Standort Deutschland statt. Die beiden Moderatoren sind davon überzeugt, dass die Elektromobilität die bisherige Partnerschaft zwischen OEM und Zulieferer in Frage stellt. Die Abkürzung OEM steht für Original Equipment Manufacturer, was so viel bedeutet wie Erstausrüster oder Originalgerätehersteller. Ein OEM stellt Produkte oder Komponenten her, die er jedoch nicht selbst an Endkunden verkauft. Der Begriff „OEM“ wird in der Automobilindustrie synonym mit einem Fahrzeughersteller verwendet. Die Software wird die Hardware schlagen, da sind die beiden sich sicher. Die nächste Folge wird sich mit dem Thema Transformation in der Automobilbranche auseinandersetzen, der dritte und letzte Teil zur Automobilbranche behandelt das Thema Innovation und Geschäftsmodelle.
45 Minuten
In der dritten und letzten Folge zur Lebensmittelbranche widmen sich die Moderatoren Rolf Benzmann und Karl-Christian Bay der Transformation und Innovation. Für beide braucht es neben einer entsprechenden Veränderungsbereitschaft erhebliche Mittel, da sind sich beide einig. Diese Mittel werden aktuell insbesondere in die Steigerung der Effizienz gesteckt. Gerade beispielsweise im Bereich des Energiemanagements in Supermärkten und Discountern stecken erhebliche Potentiale. Für den Verbraucher fordert Karl-Christian Bay ein Verbot eigene Siegel und Zertifikate herzustellen, da diese irreführend seien. Durch eine verbesserte Logistik sieht Rolf Benzmann die Chance, die Warenlager mit Kooperationen auch anderen zu öffnen. Im Bereich der Produkte sehen beide große Chancen in lokalen Lieferketten, glauben aber auch dass der Food-Startup Szene noch radikale Neuerungen bis hin zu einem breiteren Einsatz von Lebensmittel-Druckern ermöglichen wird. Treiber für neue Produkte werden dabei insbesondere solche sein, die den ESG Kriterien entsprechen.
39 Minuten
Der Lebensmitteleinzelhandel zeichnet sich hierzulande insbesondere durch Discounter auf der einen Seite und Supermärkte auf der anderen Seite aus – allerdings nähern sich die beiden Modelle in den letzten Jahren immer mehr an: Discounter investieren in eine hochwertige Präsentation der Artikel, während Supermärkte zunehmend auf preisaggressive Produkte setzen. Fantasie sieht Moderator Karl-Christian Bay in der künftigen Gestaltung von Erlebniswelten, wie sie etwa der Ex-Fussballstar Holger Stanislawski in seinem Supermarkt in Hamburg zeigt. Hier spielen Kinder auf einem kleinen Fußballfeld, während die Eltern – am besten bei Convenience Food – zuschauen. Gerade letzteres wird zunehmen, so Bay. Moderator Rolf Benzmann wittert in der Digitalisierung der Branche große Chancen, insbesondere durch ein effizientes Direktmarketing. Achtung Spoiler: welche Rolle spielen Innovationen wie Lebensmitteldrucker und Megatrends in unserer künftigen Ernährung?
37 Minuten
Die Lebensmittelbranche gehört zu den größten Wirtschaftszweigen in Deutschland mit über 5 Millionen Beschäftigten. Neben der Lebensmittelindustrie gehören das Lebensmittelhandwerk sowie der Lebensmittelhandel dazu. Die Branche zeichnet sich durch eine hohe Produktvielfalt (über 170 Tausend verschiedene Artikel) und insbesondere in Deutschland einem starken Wettbewerb mit geringen Margen aus. Die Moderatoren Rolf Benzmann und Karl-Christian Bay sprechen in dieser Auftaktfolge zu der Lebensmittelbranche über Organisation und Struktur (große Ketten versus kleine Betriebe) sowie Herausforderungen in der Transformation (stationär versus Lieferung). Auch Ernährungstrends spielen künftig eine immer wichtigere Rolle.
46 Minuten
Noch haben hierzulande die klassischen Medienanbieter wenig Karten in dem sich rasant wachsenden E-Sport Markt. Und das obwohl dieser gewaltige Reichweiten, clevere Geschäftsmodelle und spannende crossmediale Vermarktungsmöglichkeiten bietet. Unter E-Sports versteht man den sportlichen Wettkampf mit Computerspielen, bei welchen allerdings längst die reale mit der virtuellen Welt konvergieren. Nahezu alle relevanten Sportvereine tragen sich mit dem Gedanken, ihre Community auch virtuell zu bedienen und zu integrieren. Doch auch andere Branchen wie etwa die Autoindustrie haben die Möglichkeiten digitaler Geschäftsmodelle in der E-Sport Welt erkannt. Durch die NFT Technologie (Non Fungible Token) werden digitale Wirtschaftsgüter geschaffen, deren Erwerb und Handel gerade für die jüngeren Generationen eine hohe Selbstverständlichkeit genießen. Während Karl-Christian Bay wenig Reiz im Kauf eines Metaverse-Grundstücks in Miami erkennt, sieht Rolf Benzmann in der digitalen virtuellen Welt eine Chance für Wirtschaftswachstum bei welchen natürliche Ressourcen trotzdem geschont werden könnten.
47 Minuten
Sage und schreibe über 11 Stunden werden Medien in Deutschland bei der Bevölkerung genutzt – und zwar täglich. In der zweiten Folge über die Unterhaltungs- und Medienbranchen widmen sich die Moderatoren Rolf Benzmann und Karl-Christian Bay der Transformation der Fernseh-, Kino- und Radio- Branche. Bei dem verfügbaren Zeitbudget des Nutzers sehen die beiden eine Sättigung, aufgrund welcher sich der Verdrängungswettbewerb zwischen den Marktteilnehmern im Medien- und Unterhaltungsbereich zuspitzen wird. Beim Fernsehen, so sind sich die beiden einig, haben Amazon Video, Netflix und Co. längst die Renaissance des Pay TVs in Deutschland eingeläutet, sodass auch mehr klassische Sender mit Bezahlangeboten nachziehen werden – und müssen. Kinos können neue Potentiale als Erlebnisarenen mit Live-Übertragungen von Veranstaltungen - vergleichsweise der „früheren Public Viewings“ entwickeln und sollten dafür ihre Infrastruktur technisch und gastronomisch ausbauen. Radio-Sender haben die Chance durch effektive Produktions- und Distributionsprozesse Special-Content weiterzuentwickeln und damit einen größeren Markt zu adressieren.
39 Minuten
Die Unterhaltungs- und Medienbranche umfasst einen Milliarden-Markt mit wenigen sehr großen Playern. Die erfolgreichsten konvergieren ihre Geschäftsmodelle (Abo, Werbung, Daten) entlang des Nutzers. Karl-Christian Bay ist davon überzeugt, dass die Unternehmen bei weitem noch nicht das Potential der genierten User-Daten genutzt haben. Rolf Benzmann sieht in der Qualität des Inhaltes eines Renaissance, sofern dieser Werte wie Achtsamkeit, Respekt und auch Wertschätzung – gerade in der tagesaktuellen Berichterstattung – bedient. Neben der multimedialen Produktion von Inhalten ist die Kompetenz der Darstellung sowie die Organisation der Ausspielkanäle in der Zukunft zentral. Gerade auch Nischenanbieter wie z.B. Gabor Steingart I The Pioneer bedienen ein sich wandelndes Mediennutzungsverhalten.