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Litradio Archiv
500 Episoden
20 Minuten
Im Rahmen von Leipzig Lost — Litradio Live haben wir März mit der Lyrikerin Tamara Štajner gesprochen. Sie wurde in Slowenien geboren, ist klassische Violistin, Autorin und Performerin. 2020 wurde sie zudem als Mitglied der Jungen Akademie in die Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz aufgenommen. „Schlupflöcher“ ist ihr erster Gedichtband und Gegenstand dieses Gesprächs. Der Verlag (Wunderhorn) schreibt folgendes darüber: „Tamara Štajners Gedichte lassen sich sowohl in Textform als auch akustisch genießen: Die Violistin und Autorin legt ihre poetischen Texte mit musikalischen Vortragsanweisungen an. Dieser Entstehungsprozess lässt sich auf der Ausklappseite exemplarisch nachvollziehen. QR-Codes ermöglichen den Zugang zu Štajners Video- und Audio-Versionen der Texte. Thematisch verhandeln die Gedichte auf vielfältige Art und Weise Štajners slowenische Herkunft. Krško, zum Beispiel, ist ihr in Südostslowenien befindlicher Heimatort. Die Gedichte über der sava, green louie, von infusionsbäumen und von wachträumen greifen die Corona-Erkrankung ihrer Eltern in der Infektionsklinik von Ljubljana auf. Und Küstenkind wiederum leuchtet Augenblicke aus dem Leben ihres Großvaters aus, der auf der Insel Lošinj eine Ferienanlage gegründet hatte, nachdem er sieben Jahre lang auf der nahegelegenen Insel Goli Otok ein politischer Gefangener gewesen war, weil er in den Reihen der slowenischen Partisanen kämpfte. Darüberhinaus bewegen sich die Gedichte in Szenen eines professionellen Wiener Künstlerinnenlebens der Gegenwart mit all seinen ästhetischen, sinnlichen wie existenziellen Verflechtungen.“ Foto: Andrej Grilc
40 Minuten
Live aus dem Studio von „Litradio Live - Leipzig Lost“ (der 2-tägigen Sendung zur ausgefallenen Buchmesse) haben wir eine kleine Nabelschau betrieben: Wie geht es uns nach zwanzig Folgen und woher kommt die Kraft für die nächsten zehn. Was hatten wir vor und was ist daraus geworden? Und natürlich: Haben wir da jetzt eigentlich schon was gelernt? Mit diesem Rückblick beenden wir auch die Sendepause der letzten Wochen und ab nächster Woche geht es dann ganz regulär und wie gewohnt weiter.
26 Minuten
Dilek fliegt von Istanbul nach Frankfurt. Ob das Regime etwas gegen sie in der Hand hat, weiß sie nicht, aber sie weiß, dass es möglich ist. Ihre Cousine Ayla versucht, was sie von Dilek über das Heimatland ihrer Eltern hört, mit dem in Einklang zu bringen, was sie von ihren Eltern erzählt bekommt. Tekin sitzt in Istanbul, starrt auf sein Handy und wartet, dass Dilekt sich meldet. Anna Yeliz Schentke erzählt in ihrem Debütroman "Kangal" davon, was die permanente Paranoia, die ständige Möglichkeit der Überwachung, mit einem Menschen macht, vom Verhältnis derer, die fliehen, zu denen, die das nicht können oder wollen, und davon, dass Widerstand nicht kostenlos, aber auch nicht umsonst ist. Litradio hat sie zum Gespräch getroffen.
1 Stunde 1 Minute
Wir reden darüber, wie das ist, die ganze Zeit übers Schreiben zu reden: Zum großen Schreibschul-Gipfeltalk hatte das Litradio Ruth-Maria Thomas vom Deutschen Literaturinstitut Leipzig, Nicole Collignon vom Institut für Sprachkunst Wien sowie Lara Hajj Sleiman, Alumna des Schweizerischen Literaturinstituts in Biel an der Strippe, um sich über Leben, Schreiben, dekadente Fördergelder aus den Alpen und Wutanfälle in der Textwerkstatt zu unterhalten.
27 Minuten
Schon immer haben drei Bestandteile ausgereicht, um die Welt neu zu erschaffen und zurück ins Chaos zu stürzen: Vater, Mutter, Kind. Yade Yasemin Önder bringt diese Akteure so virtuos auf Kollisionskurs, dass einem die Luft wegbleibt: ein im schönsten Sinne atemberaubendes Debüt. Lotta und Thore aus der Litradio-Redaktion sprechen über dieses Buch: Wir wissen, wir könnten, und fallen synchron Roman von Yade Yasemin Önder Im Jahr nach Tschernobyl wird die Ich-Erzählerin geboren, irgendwo in der Westdeutschen Provinz, als »Mischling aus meiner Mutter und meinem Vater«, wie es heißt. Doch die intakte Kernfamilie währt nicht lange: Der türkische Vater (so übergewichtig, dass man »fast nichts mit ihm machen kann, was mit Schwerkraft zu tun hat«) stirbt. Alleingelassen ergeben Tochter und Mutter eine toxische Mischung. Der Roman erzählt, wie ein Mädchen hinausfindet aus einer beschädigten Familienaufstellung hinein in eine düster-funkelnde BRD. Er erzählt von einem Großvater mit Loch im Hals, von Sommern in Istanbul, die nach zu heißen Elektrogeräten riechen und nach Anis; von Dingen und Menschen, die auf Nimmerwiedersehen aus dem Fenster fliegen. Es ist die Geschichte einer jungen Frau, die sich immer wieder verliert und wiederfindet, auseinanderfällt und neu zusammensetzt. Bei alldem bleibt der Vater ein Wiedergänger, der deutlich macht: Auch jemand, der fehlt, kann zu viel sein. Yade Yasemin Önder studierte (nach dem Abitur auf zweitem Bildungsweg) Literatur- und Erziehungswissenschaften an der HU Berlin, Literarisches Schreiben am Deutschen Literaturinstitut Leipzig und Szenisches Schreiben an der Universität der Künste Berlin. Ihr erstes Theaterstück »Kartonage« wurde zu den Autorentheatertagen 2017 eingeladen und am Wiener Burgtheater uraufgeführt. 2018 war sie Gewinnerin des open mike in der Kategorie Prosa, 2019 Preisträgerin des Martha-Saalfeld-Förderpreises, 2020 erhielt sie das Arbeitsstipendium Literatur des Berliner Senats und eine Einladung zum Heidelberger Stückemarkt. 2021 ist sie Stipendiatin der Kulturakademie Tarabya Istanbul. Foto: By Amrei-Marie - Own work, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=115949951
21 Minuten
U.N.W.E.I. - Um Nichts, wie eigentlich immer - Folge 3: Möwen. Ein Badespaß by Litradio
33 Minuten
Die Radiokneipe begleitet Dr. Elena Carloff an Bord des schnellen Kreuzers ISS Enceladus auf ihrer Reise Richtung Proxima Centauri. Anschließend führen wir ein Gespräch mit der Autorin Lara Hajj Sleiman über das Genre Science Fiction, seine Traditionen und Möglichkeiten, ihre Haltung zum Weltraum, und rühren zwischendurch verlegen unseren Kaffee um. Außerdem hören wir ihren Text "Joanas Herz, Teil I" in einer zusammen mit dem Musiker Tupac Torres bearbeiteten Fassung.
29 Minuten
Im Rahmen der Gesprächsreihe Debütanz sind bei litradio Menschen zu Gast, die ihr Debüt veröffentlicht haben. In der fünften Folge spricht Lea Draeger über ihren Roman Wenn ich euch verraten könnte, der Anfang 2022 bei Hanser erschienen ist.
37 Minuten
Like Lovers Do (Memoiren der Medusa) heißt das Stück von Sivan Ben Yishai, das nun bei Suhrkamp als Buch und Hörspiel erschienen ist. Durch eine Verdichtung gewaltvoller Erfahrungen hindurch, rast ein Bus voller Freund*innen durch die brutale Vergangenheit, um in eine neue Zukunft einzubrechen. Auf Deutsch, Englisch und Hebräisch zoomte ich mit der Autorin und erlebte ein Gespräch, das noch viel länger hätte dauern können. Wer über das das Schreiben innerhalb und gegen patriarchale Machtstrukturen, dem Verhältnis von Sprache und Bild sowie dem Wunder der Übersetzung hören möchte, ist hier richtig. Sivan Ben Yishai, geboren 1978 in Tel Aviv, lebt seit 2012 in Berlin. Ihre Stücke werden viel gespielt. Mit LIEBE/ Eine argumentative Übung wurde sie zum Mülheimer Dramatiker*innenpreis 2020 eingeladen, mit Like Lovers Do (Memoiren der Medusa) in der Inszenierung von Pınar Karabulut an den Münchner Kammerspielen zum Berliner Theatertreffen 2022. Sie schreibt auf Englisch. (Suhrkamp)
48 Minuten
Der Buchbranche geht es eigentlich bestens. Braucht es die Leipziger Buchmesse nicht mehr, weil sich Bücher auch ohne diese Veranstaltung verkaufen? Oder geht es bei der gesellschaftsbildenden, integrativen Wirkung der Leipziger Messe, die 2022 zum dritten Mal hintereinander - bestenfalls nur noch zum Teil pandemiebedingt - ausgefallen ist, doch noch um etwas anderes? Gibt es so etwas wie den Literaturbetrieb als die Infrastruktur des Geisteslebens überhaupt noch? Über die Relevanz dieses Literaturbetriebs haben wir mit drei Verleger:innen gesprochen: mit Christiane Frohmann (Frohmann Verlag), Nikola Richter (mikrotext) und Daniela Seel (kookbooks). Das Gespräch führte Guido Graf. Es war Teil des zweitägigen Live-Events "Litradio Live - Leipzig Lost" am 17. und 18. März 2022.
60 Minuten
Rot (Hunger) heißt Senthuran Varatharajahs neuster Roman, erschienen bei S.Fischer. Es erzählt von Kannibalismus und Trennung, Vereinigung und Abstand. Es spricht in einer gebrochenen Sprache, die sich nicht zusammenfassen lässt. Senthuran Varatharajah hat sich in Berlin mit mir zusammengesetzt um über das Buch, sowie dem Schreiben peripheren, doch dem Autor*innen-Dasein existentiellen Fragen zu reden: Was bedeutet es in der literarischen Öffentlichkeit zu stehen? Was bedeutet es heutzutage ein Buch im deutschen Literaturbetrieb zu veröffentlichen? Und was ist bei diesem Werk besonders?In dieser Stunde hört ihr aufgrund technischer Störungen wenig von mir, dafür einen Auszug aus Rot (Hunger), aus dem Mund des Autoren. "Senthuran Varatharajah, geboren 1984 in Jaffna, Sri Lanka, studierte Philosophie, evangelische Theologie und vergleichende Religions- und Kulturwissenschaft in Marburg, Berlin und London. 2016 erschien sein Debütroman »Vor der Zunahme der Zeichen«, der mehrfach ausgezeichnet wurde." (S.Fischer)
49 Minuten
Gestohlene Luft: so lautet der Titel des letzten Lyrik-Bandes, den Yevgeniy Breyger bei kookbooks veröffentlicht hat und aus dem er liest, nachdem er ein ausführliches Gespräch mit Guido Graf geführt hat: über den Krieg in der Ukraine, seine Kindheit in Charkiv, über die dortige literarische Szene und über sein eigenes Schreiben. Yevgeniy Breyger studierte Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus in Hildesheim, Literarisches Schreiben am Deutschen Literaturinstitut Leipzig und Curatorial Studies an der Hochschule für Bildende Künste Städelschule in Frankfurt am Main. Er war Herausgeber der Tippgemeinschaft, der Jahresanthologie der Studierenden des Deutschen Literaturinstituts, sowie der Anthologie Ansicht der leuchtenden Wurzeln von unten - Lyrik aus den deutschsprachigen Literaturinstituten Biel, Hildesheim, Leipzig, Wien. Veröffentlichte in Zeitschriften und Anthologien, u.a: Jahrbuch der Lyrik, Lyrik von jetzt 3, Bella triste und Edit. 2016 erschien sein Debütband flüchtige monde bei kookbooks. Der Band wurde unter die Gedichtbände des Jahres im Literaturhaus Berlin und unter die besten Lyrikdebüts des Jahres im Haus für Poesie ausgewählt. Sein zweiter Band Gestohlene Luft ist im Oktober 2020 bei kookbooks erschienen. Yevgeniy Breyger ist Mitglied des Dichter*innenkollektivs Salon Fluchtentier. Er lebt und arbeitet in Frankfurt am Main. Foto: Yevgeniy Breyger
47 Minuten
Debütanz - Folge 04 - Olivier David "Keine Aufstiegsgeschichte" by Litradio
22 Minuten
U.N.W.E.I. - Um nichts, wie eigentlich immer - Folge 2 - Auftauchende Gedanken zum Bewohnen by Litradio