NATURerKUNDEN Archiv
40 Episoden
50 Minuten
Eckhard Fuhr kam als Jäger über den Wolf aufs Schaf. Und lernte als Wolfsbeauftragter in Brandenburg den Wanderhirten Knut Kucznik aus Altlandsberg kennen. Der schwenkt nach 32 Jahren nun um von der Zucht seiner geliebten Fleischschafe zu den kleinen Skudden. Warum und was es mit dem Tier auf sich hat, erfahren wir bei einem seiner täglichen Rundgänge zur Herde. Und während der Autor und Journalist Eckhard Fuhr bei der Beschäftigung mit dem Schaf eine ganze Kaskade von Bezügen zur Agrar- und Kulturgeschichte findet und in seinem Tierportrait das wollige Tier aus seiner ewigen Opferrolle befreit, weiß der leidenschaftliche Hirte Knut Kucznik: »Ein guter Hirte gibt sein Leben für die Herde und die Herde gibt ihr Leben für den Hirten.« Shownotes: [Buch: Eckhard Fuhr Portrait Schafe](https://www.matthes-seitz-berlin.de/buch/schafe.html?lid=1) [Biografie Eckhard Fuhr](https://www.matthes-seitz-berlin.de/autor/eckhard-fuhr.html) [Webseite Knut Kuzcnik](https://www.kucznik.de/) Bewerte uns bei [Apple Podcast](https://apple.co/3H4vzlV) Folge uns auf [Spotify](https://spoti.fi/3ws8ODR) Kontaktiere uns gern auf Social Media: [MSB Facebook](https://de-de.facebook.com/matthes.seitz.berlin/) [MSB Twitter](https://twitter.com/matthesundseitz) [MSB Instagram](https://www.instagram.com/matthesundseitzberlin/) [MSB Youtube](https://www.youtube.com/channel/UCVDNf4t6D37eEXcIEB3ExfA)
26 Minuten
Je kleiner die Eidechse, umso größer ist ihre Hoffnung, ein Krokodil zu werden. Joachim Sartorius ist schon als Kind den Eidechsen verfallen, die sich in der gleißenden Sonne Tunis wärmten, wo er aufwuchs. Für ihn ist sie eine Chiffre für den Süden. Im Bann ihres starren, unverwandten Blicks, ihres Züngelns, des rasiermesserscharfen Eizahns, ihrer bekrallten Zehen und ihrer schillernden Färbung, berührt ihn der Hauch einer von Dinosauriern und Drachen bewohnten Urwelt. Wir streifen heute an den Terrarien der Echsen im Berliner Aquarium entlang – und sie starren zurück mit urzeitlichem Blick.
47 Minuten
»Vom Hering lernen heißt, Überleben lernen«, meint Holger. In Stralsund begann seine lebenslange Liason mit dem Hering, dem »Silber des Meeres – also besuchen wir das Meeresmuseum, staunen vor dem Heringsschwarm im Ozeaneum und können dort den Meeresbiologen Dr. Timo Moritz endlich befragen, was es mit dem Glanz der Schuppen auf sich hat, bevor wir im Stralsunder Fischgeschäft Rasmus das Rezept für den Bismarckhering in Erfahrung zu bringen versuchen. Im Mittelalter wurde er noch mit Gold und Pelzen aufgewogen, auf ihn, den ›König der Fische‹, gründeten sich ganze Reiche, die untergingen, wenn er ausblieb. Doch heute finden wir ihn auf der Speisekarte nicht mehr: »Dorsch und Hering sind aus – und kommen nicht wieder« sagt uns der Kellner im »Fischermänns«.
42 Minuten
Petra Ahne beschäftigt die Natur und vor allem unser Umgang damit. Der Wolf ist für sie ein Barometer dafür, wie der Umgang des Menschen mit der Natur ist. Der Umgang mit dem Wolf zeigt auf, wie viel Natur und Wildnis der Mensch zu ertragen bereit ist. Und er ist zurück in unseren Breiten. Mit ihm und jedem gerissenen Schaf kehrt auch eine unbändige Urangst zurück, die ein Dickicht aus Vorurteilen, Aberglauben und Nichtwissen nährt: Die Furcht vor dem vermeintlich blutrünstigen Räuber.
43 Minuten
Elefantengeschichte ist Menschheitsgeschichte – und umgekehrt. Davon ist Rüdiger Schaper überzeugt. Für den Menschen ist das schwerste Landsäugetier alles zugleich: Statussymbol und Fleischreservoir, Kriegswerkzeug und Arbeitstier, Rohstoffressource und Entertainer, Trophäe und Traumbild, Monster und Maskottchen. Rüdiger Schaper lässt keinen Zweifel daran, dass wir es sind, die von den Elefanten lernen können, und nicht umgekehrt. »Der Umgang mit Elefanten hat etwas ungeheuer Befreiendes: Er wirft einen mächtig auf sich selbst zurück.«
31 Minuten
Karin Schneider zieht allmorgendlich mit 3 Kg Taubenfutter los in den Park – und ich begleite sie. In unserem Gespräch verfolgt sie den Sturzflug der unverwüstlichen Taube von der himmlischen Friedensverkünderin zu den als Müll der Metropolen gebrandmarkten Ratte der Lüfte mit Scharfsinn und Empathie für die urbanen Außenseiter.
46 Minuten
Jutta ist Journalistin und Kulturwissenschaftlerin, sie schreibt für etliche Zeitungen und das Philosophiemagazin – und hat sich den Eseln und ihrem Eigensinn verschrieben. Sie weiß: kaum ein Tier in der Kulturgeschichte spielt eine so bedeutende Rolle. Jutta erzählt die erstaunliche Geschichte dieses Lastentiers, während ihre uckermärkische Eselin Fiona nicht immer ganz so will wie Jutta selbst.
48 Minuten
Cord Riechelmann ist Biologe und Philosoph und: Cord ist den Krähen tief verbunden. Beobachtet er die Vögel, weiß er: sie beobachten ihn schon viel länger. Und nicht nur ihn. »Die ganze Kulturgeschichte der Menschen vollzieht sich unter der Beobachtung der Krähen«, meint Cord. Im März machen wir uns auf den Weg und wollen sehen, was die Krähen da in dem Victoriapark treiben.
34 Minuten
Marc Engelhardt hat lange Jahre in verschiedenen Ländern Afrikas gelebt und ist dort dem Baobab regelrecht verfallen, dem Affenbrotbaum, diesem riesigen afrikanischen Wunder – ein wahres Ungetüm von einem Baum, der mit weit ausladenden Wurzeln gen Himmel gewachsen zu sein scheint. An einem eisigen Märztag erzählt er, im Berliner Wedding, was es mit dem Baobab auf sich hat: woher dieser riesige Baum kommt, was er den Menschen bedeutet und wie das Ungetüm in sein Leben kam.
47 Sekunden
Du interessierst dich für Tiere? Für Pflanzen? Wusstest du, dass die Taube einen Picasso von einem Matisse unterscheiden kann, dass es homosexuelle Krähen gibt, dass Nietzsche den Esel wegen seiner langen Ohren verachtete und dass der Baobab Zauberkräfte besitzt? Ich wusste das alles nicht und habe mich auf den Weg gemacht, mit Menschen, die es wissen müssen: Jeden Monat spreche ich mit Autor:innen der Reihe Naturkunden bei Matthes & Seitz Berlin über Tiere und Pflanzen, für die sie ein leidenschaftliches Interesse haben. Ich bin Meike Rötzer, Lektorin und Schauspielerin, habe während meiner Arbeit bei Matthes & Seitz Berlin viele Portraits der von Judith Schalansky herausgegebenen Reihe Naturkunden begleitet und mich dabei immer wieder gefragt, ob es stimmt, dass zu jedem Menschen ein bestimmtes Tier passt, eine bestimmte Pflanze. Die Frage kann ich immer noch nicht beantworten, aber ich bleib dran. Eine kleine Reise durch die Natur.