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El Schalom Archiv
94 Episoden
22 Minuten
Aus aktuellem Anlass wird die Übertragung des Hörbuches "Die Adoption" durch einen persönlichen Zwischenruf unterbrochen. Aus persönlicher Perspektive schildert der Autor das vielschichtige deutsch-russische Erleben von 1960 bis heute. Einfache Antworten können da nicht gegeben werden, aber die eindeutige Auskunft: Krieg ist ein Verbrechen. Aber wie reagiert man darauf richtig?
Musik von der lizenzfreien Plattform Soundcloud: Intro und Ex: von Marruchino, Another Brick in the wall; Krish Ashok, We shall overcome; Sacre Fleur, Hevenu shalom; Al Stirling, Imagine; Bruce Springsteen, We shall overcome.
Musik von der lizenzfreien Plattform Soundcloud: Intro und Ex: von Marruchino, Another Brick in the wall; Krish Ashok, We shall overcome; Sacre Fleur, Hevenu shalom; Al Stirling, Imagine; Bruce Springsteen, We shall overcome.
11 Minuten
Knapp der Gestapo entronnen fahren Blum und Hesse weiter Richtung Westen, steigen aber bald in einem Provinznest wieder aus. Doch auch hier scheinen sie keineswegs sicher. In einem Geräteschuppen allerdings zelebrieren sie eine Teestunde.
18 Minuten
Die Uniform, mit der Blum nun mitten durch Utrecht marschiert bewährt sich sogleich als Instrument zur Rettung Verfolgter. Hesse beobachtet dieses Schauspiel besorgt. Als die beiden dann auf dem Weg zum Zug nach Den Haag unterwegs sind, erwartet sie neuer Schrecken: die Gestapo ist ihnen auf den Fersen.
Die Idee zur Köpenikade stammt von meinem alten Englischlehrer Helmut Eckhoff (1915-2015). Zu seiner Person siehe FOlge 24 dieses Podcasts.
Die Idee zur Köpenikade stammt von meinem alten Englischlehrer Helmut Eckhoff (1915-2015). Zu seiner Person siehe FOlge 24 dieses Podcasts.
17 Minuten
Als der Morgen graut beschließen die Reisenden, das zerstörte Abteil zu verlassen, jedoch nicht ohne zuvor einen hilfreichen Wechsel der Kleidung vorzunehmen: aus Blum wird nun ein Major. Das ist der Beginn einer etwas anderen Köpenikade.
24 Minuten
Langsam dämmert der Morgen und die Reisenden können sich ins Gesicht schauen. Neben rabbinischer Weisheit tritt nun die unglaubliche Fortsetzung der Geschichte Blums mit der Gestapo (keine Erfindung, sondern in weiten Teilen entnommen aus der Lebensbeschreibung Friedrich Weinrebs, Die langen Schatten des Krieges, 3 Bde.).
17 Minuten
Nachdem der bombardierte Zug umkippte, befinden sich die Reisenden wie eingeschlossen in dem Abteil. Nach ersten Missverständnissen beginnt eine langsame Identifizierung des Gegenübers, ein Erklären der Herkunft und des Versagens.
22 Minuten
Bei einem Bombenangriff wird der Zug schwer getroffen. Das Abteil, gerade noch zum militärischen Befehlsstand erklärt, gerät in Chaos. Wo ist der Major geblieben? Hesse und Blum sammeln sich langsam in der Dunkelheit. Erste tiefere Reflexionen folgen, leise Offenbarungen, dann Missverstehen und schließlich lähmendes Schweigen.
14 Minuten
Im roten Plüsch der 1. Klasse der Reichsbahn sitzen ein Major, ein Pastor und ein holländischer Jude. Sie mustern sich vorsichtig. Als der Zug bei Utrecht hält, kommt es zu ersten Gesprächen. Der Major nimmt gleich militärische Aufgaben wahr und bezieht die Mitreisenden ein. Man rätselt noch, wer sich hinter den Anderen verbirgt.
9 Minuten
Victor Blum, der Jude auf der Flucht und Pastor Hesse begegnen sich in einem der alten preußischen Zugabteile 1. Klasse, die noch mit rotem Plüsch ausgeschlagen sind. Nun kommen die beiden Protagonisten zusammen und Blum sammelt einen Eindruck von dem, der ihm da gegenübersitzt. Aber da ist auch noch ein anderer, der hat etwas Bedrohliches an sich.
12 Minuten
Die Perspektive wechselt erneut zu dem parallel reisenden Pfarrer Hesse, der auch eine der ständigen Kontrollen mitmacht, abgeführt und dann verhört wird. Der alles und jedes kontrollierende Nazistaat mit seinen Polizeibehörden wird vorgeführt und gleichsam auch wieder überlistet.
14 Minuten
Das Kapitel schildert die gefahrvolle Reise des Geflüchteten Victor Blum durch Holland 1944. Überall Kontrollen, Gefahren und man weiß nicht, ob die inneren Befürchtungen angemessen oder übertrieben sind, jeder Schritt muss überlegt sein bis hin zur kleinsten Kleinigkeit. Abrath schildert in seinem Roman historisch recherchierte Gefahrenquellen aus der Sicht eines Einzelnen und lässt aus dieser Innenperspektive die Angst vor Entdeckung spürbar werden. Dann aber wieder überkommt seinen Protagonisten eine unbeschreibbare Gelassenheit, gespeist aus tieferen Quellen.
22 Minuten
Das Kapitel ist eine Hommage an den guten alten Briefwechsel, der in den Kriegszeiten einen ganz besonderen Stellenwert hatte. Die hier wiedergegebenen Niederschriften sind sehr nah an tatsächlichen Gegebenheiten formuliert. Es war eben seinerzeit die einzige Möglichkeit, etwas von den Familienangehörigen zu erfahren und oft musste man zudem zwischen den Zeilen lesen, weil der Briefverkehr in der Diktatur einer strengen Zensus unterlag. Der Briefwechsel zwischen H. Klugkist Heße und seinem Sohn Franz (1917-2013) liegt tatsächlich mit 700 Schreiben vor und wird demnächst veröffentlicht.
18 Minuten
Das Kapitel schildert nun wieder aus der Perspektive des geflohenen Juden Victor Blum, wie dieser auf seine schier unglaubliche Lebensrettung vieler holländischer Glaubensgenossen zurückblickt. Er hatte die Gestapo mächtig an der Nase herumgeführt, eine britische Behörde mitten im besetzten Holland aufgebaut, die auf obskure Weise akzeptiert wurde. Das ist eine Erzählung aus wahrer Begebenheit, die Friedrich Weinreb in seiner Darstellung "Die langen Schatten des Krieges" aufgezeichnet hat.
18 Minuten
Im zweiten Kapitel des Romans "Die Adoption" wird die andere Hauptperson vorgestellt: der Pfarrer Hermann Klugkist Hesse (1884-1949), außerdem der Großvater des Autors, den dieser sehr wirklichkeitsgetreu darzustellen gesucht hat. Im Gegensatz zu Victor Blum eine ganz echte und nicht erfundene Person. Gottfried Abrath hat als Historiker deren Tagebücher bearbeitet und kennt sich daher bestens in diesem Leben aus, schon beinahe ungewöhnlich für einen Enkel. Gerade die langjährige Beschäftigung hat ihn auch auf die Idee zu dem vorliegenden Roman gebracht. Denn immer wieder trieb den Enkel um, warum auch sein so menschenfreundlicher Opa zwar viel und nachdenklich zu predigen wusste, dieser aber auch in seinen geheimsten Aufzeichnungen nur so wenig zu der Verfolgung der jüdischen Mitbürger*innen zu sagen wusste, geschweige denn, dass er öffentlich das Wort ergriff. War es Angst, war es schlicht ein Wegdenken von der Menschenvernichtung, war es Orientierung an den eigenen großen Sorgen um die Söhne? Hesse jedenfalls schaute immer wieder in die Vergangenheit und war in erster Linie betroffen von einer untergehenden Welt, zerrüttet von permanenten Alarmen und vor allem von dem großen Bombenangriff auf Wuppertal 1943. Eine Reise aber wird viel verändern.
13 Minuten
Holland 1944: der jüdische Rechtsanwalt Victor Blum muss fliehen, weil die Gestapo ihn enttarnt hat.
Intro /Extro: BWV 921 nach einer Aufnahme von Robert Hill
Intro /Extro: BWV 921 nach einer Aufnahme von Robert Hill