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Michael Kotsch Archiv

137 Episoden
6 Minuten
Rund 600 000 Menschen feiern in Berlin den „Christopher Street Day“. Zwischenzeitlich gehört das Sex- Event zu den meistbesuchten Veranstaltungen der deutschen Hauptstadt. Auch in vielen anderen Metropolen der Welt werden mit dem „Christopher Street Day“ sexuelle Vielfalt und Freizügigkeit gefeiert. Vor mehr als 50 Jahren wurden Homosexuelle in den USA und in den meisten Ländern Europas diskriminiert. Zwischenzeitlich gehören sie vielerorts zu den Trendsettern. Manche Besucher des „Christopher Street Days“ äußern mittlerweile ihr Unbehagen, angesichts werbender Zurschaustellung sexueller Vorlieben und offen praktiziertem Sex auf der Mega- Party. Einigen geht so etwas zu weit und sie fragen sich, was das noch mit dem ursprünglichen Anliegen der Veranstaltung zu tun hat. Außerdem hat sich das Event zu einem Multimillionen- Geschäft entwickelt, bei dem für alles geworben wird, was sich verkaufen lässt. „Quer“ zu sein ist für viele heute Mainstream.
11 Minuten
Siebenbürgen hat noch immer einen geheimnisvollen Klang. Heute leben hunderttausende Nachfahren „Siebenbürger Sachsen“ in Deutschland. In Rumänen kann man Reste ihrer 800 Jahre alten Kultur bewundern. Dazu gehören 150 unterschiedlich gut erhaltene Kirchenburgen. Viele Innenstädte Siebenbürgens lassen bis heute ihren deutschen Einfluss erkennen. Ursprünglich waren die Siebenbürger Sachsen gläubige Leute. Jahrhundertelang wehrten sie sich gegen eine Zwangsislamisierung durch die Türken. Seit der Reformation waren sie begeisterte Anhänger Luthers. Im Alltag spielten Glauben, Gott und Bibel immer eine hervorragende Rolle. Anfang des 20.Jahrhnderts fanden sich unter ihnen allerdings auch zahlreiche Anfänger des Nationalsozialismus.
9 Minuten
Rumänien ist ein sehenswertes Land. Gerade war ich für einige Zeit dort. In Deutschland verbinden noch immer viele Menschen mit Rumänien vor allem Armut und Kriminalität. Dabei ist die Wahrscheinlichkeit überfallen zu werden in Spanien oder Italien wahrscheinlich deutlich größer. Rumänien ist ein Land mit großartiger Natur und schönen historischen Innenstädte. Die meisten Menschen sind freundlich und hilfsbereit. In Rumänien sind die Leute auch deutlich gläubiger als in den meisten Ländern Westeuropas. Außerdem gibt es dort auch noch vieles anderes zu entdecken.
11 Minuten
Künstliche Intelligenz ist in aller Munde. Hier sieht man die nächste technische Revolution. Wer hier rechtzeitig einsteigt, der kann viel Geld verdienen und die Zukunft beeinflussen. Bei ihren bisherigen Einsätzen produzieren die Systeme Künstlicher Intelligenz ganz erstaunliche Ergebnisse. Sie können dazu beitragen langweilige Routinearbeit zu erleichtern, Forschung zu beschleunigen und sich wiederholende Prozesse sicherer zu machen. Auf der anderen Seite kann Künstliche Intelligenz deutlich schlechter kontrolliert und korrigiert werden. Künstliche Intelligenz kann Menschen entmündigen und durch falsche Information irreführen bzw. ideologisieren. Im Extremfall kann Künstliche Intelligenz sogar die ganze Menschheit auslöschen.
11 Minuten
Der Fernsehsender ARTE steht oft für interessante Dokumentationen. „Evangelikale. Mit Gott an die Macht“ aber ist schlampig recherchiert und zeichnet eher ein Zerrbild als die Realität. Statt auch nur am Rande auf den Alltag evangelikaler Christen in Europa einzugehen, gibt es vor allem eine Pauschalkritik republikanischer Politik in den USA. Auch ARTE reiht sich damit in die Sender ein, die evangelikale Christen als geeignete Sündenböcke und Buhmänner entdeckt haben. Dahinter verbirgt sich häufig allerdings weniger die Wirklichkeit als die religionskritische Weltanschauung der Filmemacher. - Wer im Mainstream sein will, der sollte heute eben keine christlichen Überzeugungen mehr vertreten.
7 Minuten
In der Schweiz löste ein provokativ inszeniertes Wurstessen erhebliche Unruhen aus. Erst führte es zu heftigen Diskussionen, dann zu einschneidenden Reformen. Zu allen Zeiten wollen die Herrschenden das Denken und Leben der Menschen bestimmen. Zu Beginn des 16.Jahrhunderts war das vor allem die katholische Kirche. Deren detaillierte Speise- Regeln nahm Ulrich Zwingli zum Anlass für eine grundlegende Neuorientierung in Glaubensfragen. Die Reformation ist nicht nur eine Geschichte theologischer Diskussionen. Vor 500 Jahren betraf sie das alltägliche Leben von vielen Millionen Menschen. Da ging es unter anderem auch um Essen und Trinken, Heiraten, Arbeiten und um den Krieg. Wie man über Gott und den Sinn des Lebens denkt, das hat vielfältige Auswirkungen. Das „Wurstessen von Zürich“ hat die Schweiz bis heute geprägt.
11 Minuten
Rote Herzen stehen für Liebe. Mancher „verschenkt“ sein Herz an einen anderen Menschen. Auch wenn sie sonst ziemlich ruppig auftreten, sind viele fest davon überzeugt, im tiefsten Innern ein „gutes Herz“ zu haben. In der Bibel ist das Herz die Instanz für Werte und Wille. Reinhard Hirtler ist ein vielgehörter Redner. Etwas vorschnell verbindet er das biblische Herz mit dem Herz als Organ und zieht daraus allerlei spekulative Schlüsse. Das Gewissen, den Verstand und andere Instanzen der Persönlichkeit lässt er dabei außen vor. Ohne zu beachten, dass Gott das Herz als grundsätzlich fehlgeleitet betrachtet, fordert er dazu auf, mit Meditation und Anstrengung sein eigenes Herz zu optimieren. Das ist aber gleich aus mehreren Gründen ziemlich problematisch.
5 Minuten
Mehr als 70 Menschen haben sich in Kenia zu Tode gehungert, um „Jesus zu sehen“. So zumindest wurde es von ihrem Sektenführer versprochen. Nicht nur Kenianer sind entsetzt über diesen tödlichen Missbrauch des christlichen Glaubens. Ab einem bestimmten Zeitpunkt waren die Verführten nicht mehr in der Lage, zwischen Wahrheit und Lüge zu unterscheiden. Echter Glaube kann Menschen Glück und Sinn vermitteln. Religiöser Fanatismus aber kann zu Wahnsinn und grausamen Taten verführen. Es wäre nun allerdings fatal, Glauben alleine aufgrund seines Missbrauchs unter Generalverdacht u stellen.
7 Minuten
Es ist erstaunlich, dass ein Professor der amerikanischen Eliteuniversität Yale zu einem Massen- Selbstmord alter Menschen aufruft. Es ist aber auch erstaunlich, dass die öffentliche Reaktion auf diese Forderung relativ verhalten bleibt. In den westlichen Industrieländern werden alte Menschen immer häufiger zu Problemfällen erklärt. Seit einigen Jahren wird ihr „Lebenswert“ öffentlich infrage gestellt. Nach einer jahrzehntelangen kinderfeindlichen Politik und der Sanktionierung millionenfacher Abtreibung wird nun zunehmend am Lebensrecht der Kranken und Alten gerüttelt. Zukünftig sollen mehr Menschen dazu gedrängt werden, möglichst früh Sterbehilfe für sich in Anspruch zu nehmen. Aus christlicher Sicht ist das eine lebensverachtende Perspektive.
14 Minuten
Diakonie ist ein wichtiger Aspekt praktisch gewordener Nächstenliebe. Schon lange bevor eine staatliche Sozial- und Krankenversorgung eingerichtet wurde, halfen überzeugte Christen den Menschen aus ihrer Umgebung in großem Umfang. Eine ganz besondere Rolle spielten in diesem Zusammenhang die Diakonissen des 19.Jahrhudnerts. Wilhelm Löhe war ein Pfarrer, dem seine Gemeinde und das Leiden der Anderen am Herzen lagen. In zahllosen Predigten und Schriften half er Menschen Trost, Orientierung und den Sinn ihres Lebens bei Gott zu finden. Bei dem von ihm in Neuendettelsau gegründeten Diakonissenhaus arbeiten heute rund 10 000 Personen.
3 Minuten
In Schottland ist gerade ein neuer Regierungschef gewählt worden. Zur Auswahl standen Humza Yousaf und Kate Forbes, ein praktizierender Muslim und eine gläubige Christin. In den Medien wurde Forbes insbesondere wegen ihres Glaubens kritisiert, weil sie auch in der Politik für christliche Werte plädierte. Zwischenzeitlich wird es von britischen Medien offensichtlich als Nachteil angesehen, christliche Überzeugungen zu vertreten. Statt Positionen mit ihren Argumenten einfach nur darzustellen, wird nur noch die eigene, postmoderne Meinung als zulässig angesehen. Immer stärker werden Christen in Europa sozial diskriminiert, wenn sie sich zu ihren Überzeugungen stellen.
6 Minuten
„Todesstrafe für Homosexuelle.“ Das ist natürlich eine Schlagzeile wert. Der selbsternannte Evangelist einer kleinen Freikirche in Pforzheim hatte das gefordert, nachdem er vorher schon in Görlitz wegen Aufrufen zu Hass und Gewalt verurteilt worden war. Hier will jemand offensichtlich provozieren und man muss sich natürlich fragen warum? Würde es dem Prediger primär um Sünde gehen, dann müsste er sich wohl, wie Jesus, zuerst gegen Materialismus und fromme Heuchelei wenden. Sein Vorbild ist ein amerikanischer Pastor, der dort durch die Ansage Aufmerksamkeit erregte, für den Tod Barack Obamas zu beten.
8 Minuten
Esoterik boomt. Die Zahl der Menschen, die sich selbst als spirituell bezeichnen wächst beständig. Ein platter Materialismus befriedigt immer weniger. Esoterisch ausgerichtete Menschen treten nur selten einer festen Gruppe bei. Stattdessen sucht man nach Glück, Energie und vor allem nach sich selbst; in Büchern, Podcasts, Seminaren und Videos. Das lassen sich Esoteriker zumeist viel Zeit und Geld kosten. Zwischenzeitlich werden auch immer mehr Christen zu Esoterikern. Die Aussagen Jesu und der Bibel sind ihnen zu eng und zu negativ. Sie wollen nur noch vom Himmel hören und nichts von der Hölle, nur von ihrem eigenen, unermesslichen Wert und nichts von Sünde, nur noch von Segen und nichts von Fluch. Ein paar Bibelverse und fromme Begriffe werden dann mit Meditationen, Suggestionen und vor allem mit dem Hören aufs eigene Gefühl vermischt.
9 Minuten
Individualismus ist angesagt in den westlichen Industrieländern. Viele machen sich selbst zum Hauptprojekt ihres Lebens. Die Beziehungen zu anderen Menschen werden danach ausgewählt, inwiefern sie einen selbst weiterbringen. Diese Perspektive vertreten auch manche Christen. Ein Leben alleine mit Gott, und vielleicht noch mit der Bibel, finden sie viel entspannender als Gemeinde.  

Jesus aber hat Gemeinde gewollt, auch wenn sie manchmal nerven kann. Die geistliche Gemeinde bietet einen Schutzraum, eine große Familie. Die Gemeinde ist der Platz, wo Christen ihre von Gott geschenkten Begabungen einsetzen sollen. Hier finden sie Ermutigung, geistliche Orientierung und manchmal auch Korrektur. Aus Gottes Sicht ist Gemeinde mehr als ein frommer Verein …
8 Minuten
Klimaerwärmung ist in aller Munde. Kinderbücher, Kirchenkreise, Journalisten und Politiker überbieten sich in umfassenden Forderungen zum Klimaschutz. Firmen bewerben ihre Produkte als klimaneutral. Andere bieten die Möglichkeit, sich von der Klima-. Verantwortung loszukaufen. Manche fordern sogar die Aussetzung demokratischer Rechte, wenn es um die Rettung des Klimas geht.   

Kaum jemand bestreitet heute noch die Relevanz ökologischer Fragen; momentan vor allem auf das Klima bezogen. Immer häufiger drängt sich allerdings der unangenehme Eindruck einer Ideologie auf. Feststehende Phrasen werden unablässig wiederholt. Kritische Bemerkungen werden mit Hass und Diffamierungen beantwortet. Für einige ist die Klimafrage zu einer Religion geworden, die alles andere überschattet.