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Geschichten aus der Geschichte Archiv

612 Episoden
37 Minuten
Wir springen diesmal ins Jahr 1000 nach der Zeitenwende. Ort des Geschehens ist ein Ort, der im heutigen Iran liegt, Protagonist ist ein Gelehrter, der heute in erster Linie als Al-Biruni bekannt ist. Der Universalgelehrte, zu diesem Zeitpunkt erst 29 Jahre alt, erhält einen kuriosen Auftrag: er soll für seinen Herrn das ultimative Geschichtswerk schreiben. Wir sprechen darüber, mit welchen Schwierigkeiten al-Biruni dabei zu kämpfen hat, und warum er ohne Weiteres der Vater der Globalgeschichte genannt werden könnte.
36 Minuten
Wir springen etwa 100 Jahre zurück und beschäftigen uns mit Chemiegeschichte: Es geht um Salpeter. Ein Stoff, Kaliumnitrat, von dem Europa im 19. Jahrhundert abhängig war, denn er war Hauptbestandteil von Schießpulver und Basis von Düngemittel für die Landwirtschaft. Mitte des 19. Jahrhunderts begann dann der industrielle Abbau von Salpeter. Nach dem Salpeterkrieg, ab 1884, sicherte sich Chile praktisch das Monopol auf den Handel mit Salpeter, das vor allem in der Atacama-Wüste abgebaut wurde. Doch der Boom währte nur kurz: Mit dem Haber-Bosch-Verfahren stand bald eine Alternative bereit, die dazu führte, dass der Handel mit Salpeter in den 1920er Jahren zusammenbrach und die vielen Fabriken in der Atacama-Wüste zu Geisterstädten wurden – die heute Teil des UNESCO Weltkultur-Erbes sind.
42 Minuten
Wir springen in dieser Folge in die 30er Jahre des 20. Jahrhunderts und beschäftigen uns mit etwas Medizin- und Wissenschaftsgeschichte. Protagonisten der Geschichte sind der Nobelpreisträger Alexis und Carrel und - überraschenderweise - der Flugpionier Charles Lindbergh. Beide sind sie von einem Traum beseelt: den Menschen unsterblich zu machen. Wie sie das erreichen wollen und welche Wege sie bereit sind dafür zu beschreiten besprechen wir in dieser Folge.
43 Minuten
Wir springen etwa 100 Jahre zurück in die Sowjetunion und beschäftigen uns mit Trofim Denissowitsch Lyssenko und dem nach ihm benannten Lyssenkoismus. Der Agrarwissenschaftler entwickelt in den 1930er Jahren ein pseudowissenschaftliches Konzept, angelehnt an den Neo-Lamarckismus. Er vertrat aber nicht nur die Ansicht, dass Pflanzen Eigenschaften, die sie im Laufe ihres Lebens erworben haben, vererben können, sondern lehnte Mutation und Selektion gänzlich ab und negierte die Existenz von Genen als unsozialistisch und deshalb falsch. Allerdings gelingt es Lyssenko, Stalin von seinen Ideen zu überzeugen und so steigt sein Einfluss, bis der Lyssenkoismus nicht nur als alleinige Lehrmeinung festgeschrieben wurde, sondern die Genetik überhaupt als faschistische und bourgeoise Wissenschaft diskreditiert wurde und zahlreiche Forscher verfolgt wurden und ihre Stellen verloren. Und während der Lyssenkoismus viele Jahre als überwunden galt, lässt sich in letzter Zeit ein Neo-Lyssenkoismus beobachten.
36 Minuten
Wir springen in dieser Folge ins Frankreich des 17. Jahrhunderts. Im Jahr 1673 wird hier Julie d'Aubigny geboren und schnell stellt sich raus, dass sie einen Lebensweg beschreiten wird, der für eine junge Frau dieser Zeit äußerst ungewöhnlich ist. Fechtend und singend lebt und liebt sie sich u.a. durch Paris, Marseille und Brüssel, wohl ein Grund warum sie auch heute noch als eine der bedeutendsten Opernsängerinnen Frankreichs gilt.
1 Stunde 11 Minuten
In dieser Folge lassen wir uns viele kleine Geschichten erzählen: Mit Thomas Harbich, der auf Twitter täglich einen #WienFakt präsentiert, sind wir durch Wien gelaufen und haben uns Orte zeigen lassen, die wir auch nach vielen Wien-Jahren noch nicht kannten. Wir lernen viel über Wien, über Thomas und sein #WienFakt-Projekt und begeben uns auf eine kleine Entdeckungsreise (stellenweise auch Abenteuerreise!) durch den 1. Bezirk.
59 Minuten
Wie in der Jubiläumsfolge 150 versprochen, veröffentlichen wir auch das komplette Interview mit Walfried Malleskat vom Filmmuseum Bendestorf. In dem Gespräch, das Daniel im Filmmuseum geführt hat, erzählt Malleskat unter anderem von den Anfängen des Filmstudios Bendestorf, der Gründung der Jungen Film-Union 1947 durch Rolf Meyer, vom Film „Die Sünderin“ (1951) mit Hildegard Knef in der Hauptrolle und von der gegenwärtigen Situation des Filmmuseums. Denn heute wird in Bendestorf nicht mehr gedreht: Es sollen auf dem Gelände Wohnungen entstehen, weshalb mit dem Abriss der Produktionshallen begonnen wurde.
45 Minuten
Wir springen in das Jahr 1914 und beschäftigen uns mal wieder mit einer Expedition: der Imperial Trans-Antarctic Expedition. Unter der Leitung von Ernest Shackleton war das Ziel, die Antarktis zu durchqueren. Die Mission scheiterte, weil das Schiff mit dem sie unterwegs waren, die Endurance, von Eisschollen zerquetsch wurde und unterging. Es folgte ein Kampf gegen das Eis, der sie zunächst auf die Insel Elephant Island führte. Von dort gelang es Shackleton, mit einer kleinen Gruppe nach Südgeorgien zu segeln und Rettung zu holen. Während die Geschichte um die Endurance-Expedition bis heute immer wieder erzählt wird, geriet die Ross Sea Party bald in Vergessenheit. Shackleton’s Forgotten Men sollten auf dem letzten Drittel der Antarktisdurchquerung Nahrungsmitteldepots für Shackleton anlegen.
41 Minuten
Wir springen in dieser Episode ins Jahr 1841. Von einem kleinen japanischen Fischerdorf aus macht sich der 14-jährige Manjirō auf, um Arbeit als Fischer zu finden. Der darauf folgende Fischzug wird sein Leben  – und schlussendlich auch das Schicksal ganz Japans – nachhaltig verändern. Es geht um die USA, den Goldrausch und nicht zuletzt die Öffnung Japans für den Westen im 19. Jahrhundert.
45 Minuten
Wir beschäftigen uns diesmal mit Filmgeschichte und sprechen über ein Filmstudio, das den deutschen Nachkriegsfilm wesentlich geprägt hat: das Filmstudio Bendestorf. In Bendestorf, ein kleiner Ort in Niedersachsen, 30 Kilometer südlich von Hamburg, hat Rolf Meyer 1947 die Junge Film Union gegründet und ein Filmstudio aufgebaut. Der bekannteste Film, der in Bendestorf gedreht wurde, ist „Die Sünderin“ (1951) – mit Hildegard Knef in der Hauptrolle. Der Film führte zu heftigen Protesten und Auseinandersetzungen in der deutschen Nachkriegsgesellschaft – mit Stinkbomben und Boykotten. Die Junge Film-Union ging bald pleite, Meyer musste ins Gefängnis, aber in Bendestorf wurde weiter gedreht: Es entstanden nicht nur Filme, sondern auch TV-Produktionen, wie die 1. Familienserie im deutschen Fernsehen („Familie Schölermann„) und Shows für das Privatfernsehen, wie „Alles Nichts Oder?!“. Heute wird in Bendestorf nicht mehr gedreht: Es sollen auf dem Gelände Wohnungen entstehen, weshalb mit dem Abriss der Produktionshallen begonnen wurde. Walfried Malleskat leitet das Filmmuseum in Bendestorf und er erzählt in der Folge von der Geschichte und Gegenwart des Filmstudios.
40 Minuten
Wir springen in dieser Folge nicht weit zurück. Die Geschichte beginnt in den späten 50er Jahren des 20. Jahrhunderts. Wir befinden uns in Island, und wie der Name schon sagt, dreht sich die Geschichte unter anderem auch um Kabeljau. Denn der ist ein begehrtes Gut, nicht nur bei den isländischen, sondern besonders auch bei den britischen Fischern. So sehr, dass sich im Jahr 1958 ein Konflikt entfaltet, der bis in die späten 1970er Jahre reichen sollte.
32 Minuten
Wir springen in dieser Folge in das Mittelalter und beschäftigen uns mit dem Ende der Welt – zumindest wie es in der christlichen Weissagungsliteratur vorhergesagt wurde. Eine zentrale Rolle spielt dabei – neben dem Antichristen – der letzte (römische) Kaiser: der sog. End- oder Friedenskaiser. Vielfach galten die Friedriche als aussichtsreiche Kandidaten, allen voran der Staufer Friedrich II. Nach seinem Tod tauchten viele falsche Friedriche auf, die behaupteten der wiedergekehrte Kaiser zu sein. Der erfolgreichste dieser Friedriche war Dietrich Holzschuh, besser bekannt als Tile Kolup, der den regierenden König, König Rudolf von Habsburg, zum Eingreifen bewegte.
35 Minuten
Wir springen in dieser Folge ans Ende des 19. Jahrhunderts, wo unsere Geschichte aus der Geschichte beginnt. Nicht nur, aber auch in Deutschland hat der Siegeszug des Telefons begonnen. Damals, allerdings, noch ohne die Möglichkeit selbst die Nummer zu wählen. Stattdessen gab es Verbindungszentralen, in denen vornehmlich junge Frauen saßen, um die Anrufe durchzustellen. Wir sprechen über diese "Fräulein vom Amt": warum die Arbeit meist Frauen machten, welche Frauen das waren und wo sie heute sind.
33 Minuten
Wir springen in dieser Folge nach Südamerika in die La Plata-Region und beschäftigen uns mit dem bislang größten militärischen Konflikt des Subkontinents: den Tripel-Allianz-Krieg. Von 1864 bis 1870 kämpfte Paraguay gegen die Tripel-Allianz bestehend aus Argentinien, Brasilien und Uruguay. Der Krieg hatte für Paraguay, das ungefähr die Hälfte seiner Einwohner verlor, verheerende Folgen und prägt das Land bis heute. Wir sprechen darüber, wie es dazu kam, wie der Krieg verlief, welche Folgen er hatte und wie er bis heute erinnert wird.
50 Minuten
Wir springen in dieser Folge wieder tief ins Mittelalter. Wir sprechen über Barbara von Cilli, die Ehefrau des römisch-deutschen Kaisers Sigismund von Luxemburg. In der Geschichte lange Zeit als "Schwarze Königin" bezeichnet, ging Barbara schon früh nach ihrem Tod als eine der niederträchtigsten Königinnen des Mittelalters in die Geschichte ein. Wie es dazu kam, und warum wir auch nach Jahrhunderten viele Dinge aus der Geschichte hinterfragen sollten, klären wir in dieser Folge. Als Expertin stand uns diesmal Dr. Daniela Dvořáková zur Verfügung. Nicht nur durch ihre Monographie über Barbara von Cilli, sondern auch dankenswerterweise indem sie sich an einem schönen Samstagnachmittag in einem Kaffeehaus in Bratislava für diese Episode interviewen ließ.
Geschichten aus der Geschichte

Geschichten aus der Geschichte

Seit über zehn Jahren erzählen sich die Historiker Daniel Meßner und Richard Hemmer Woche für Woche eine Geschichte aus der Geschichte.