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Ö1 Radiokolleg Archiv

192 Episoden
22 Minuten
Wege zu einer institutionellen Reform.

Der Politikwissenschaftler Herfried Münkler sieht die EU vom Untergang bedroht, wenn nicht in absehbarer Zukunft wichtige institutionelle Reformen eingeleitet werden: Europa brauche weniger Einstimmigkeit, mehr strategische Führung und eine vertiefte Zusammenarbeit jener Staaten, die bereit sind, militärische Verantwortung übernehmen. Doch welche institutionellen Reformen sind tatsächlich notwendig und durchsetzbar, damit Europa künftig schneller entscheidet, gemeinschaftlich handelt und seine strategischen Ziele wirksam umsetzt?

Gestaltung: Johannes Gelich. Redaktion: Ina Zwerger. Gesendet in Ö1 am 23.09. 2026.
22 Minuten
Wege zu einem neuen europäischen Selbstbewusstsein.

Ein handlungsfähiges Europa braucht nicht nur wirtschaftliche Stärke und sicherheitspolitische Autonomie, sondern auch ein gemeinsames Selbstverständnis. Doch welche Werte und Überzeugungen verbinden die Europäer in einer zunehmend polarisierten und machtgetriebenen Welt? Und wie könnte in Europa ein (neues) Gefühl der Zusammengehörigkeit jenseits von Nationalismus und Patriotismus entstehen?

Gestaltung: Johannes Gelich. Redaktion: Ina Zwerger. Gesendet in Ö1 am 24.09. 2026.
14 Minuten
Der Rapper Mo Zaman lebt in Wien. Geboren im Iran, aufgewachsen in Afghanistan, beginnt er früh zu schreiben und Musik zu machen - und gerät damit in Konflikt mit seinem Umfeld. 2016 verlässt er seine Heimat. Es ist der Beginn einer jahrelangen Flucht über den Iran, die Türkei und Griechenland bis nach Österreich.

"Red Light" folgt seiner Geschichte als musikalisch-dokumentarische Erzählung - und als Coming-of-Age eines Künstlers, der unterwegs seine Sprache findet. Die 4-teilige Serie erzählt diese Entwicklung in Anlehnung an Friedrich Nietzsches drei Verwandlungen des Geistes: Kamel, Löwe und Kind. Auf seinem Weg verbinden sich Erinnerung und Gegenwart zu einer Geschichte über Anpassung, Rebellion und die Freiheit, die eigene Stimme zu erheben.

Gestaltung: Franziska Grillmeier, Anja Troelenberg. Gesprochen von: Tilman Tuppy. Studiotechnik: Jakob Kainz. Redaktion: Monika Kalcsics. Gesendet in Ö1 am 14. 09. 2026.
16 Minuten
Der Löwe.

Als Mo Zaman Afghanistan 2016 verlässt, trägt er bereits seinen Künstlernamen: Zaman, das persische Wort für Zeit. Er arbeitet als Schweißer und lebt in einem notdürftig hergerichteten Raum auf dem Betriebsgelände. Nachts schreibt er Songs und rappt allein vor dem Spiegel. "Die Musik war mein einziger Freund." Als sein Visum abzulaufen droht, macht er sich gemeinsam mit anderen zu Fuß durch die Berge auf den Weg zur türkischen Grenze. Auf iranischer Seite schießen Grenzsoldaten auf die Gruppe. In der Türkei angekommen, scheint das Schlimmste zunächst überstanden - bis ihn die Polizei an einem Busbahnhof festsetzt.

Gestaltung: Franziska Grillmeier, Anja Troelenberg. Gesprochen von: Tilman Tuppy. Studiotechnik: Jakob Kainz. Redaktion: Monika Kalcsics. Gesendet in Ö1 am 14. 09. 2026.
15 Minuten
Das Kind.

In der Türkei gewinnt Mo Zaman eine Rap-Challenge, nimmt seinen ersten offiziellen Song mit einem geliehenen iPhone auf und produziert das Album "Nakhoda" - auf deutsch: "Der Kapitän". Kurz darauf gerät er in eine schwere Krise. Im Spiegel erkennt er sich fast nicht wieder und begreift genau darin die Möglichkeit eines Neubeginns: "Wie ein weißes Blatt, auf das ich schreiben konnte, was ich wollte." Sein Aufenthalt bleibt jedoch unsicher. Er wagt die Überfahrt nach Griechenland. Noch an der Küste, zeigt ein Schmuggler auf ein rotes Licht am Horizont. Dort, heißt es, liege die Freiheit.

Gestaltung: Franziska Grillmeier, Anja Troelenberg. Gesprochen von: Tilman Tuppy. Studiotechnik: Jakob Kainz. Redaktion: Monika Kalcsics. Gesendet in Ö1 am 14. 09. 2026.
15 Minuten
Mo Zaman.

Als Mo Zaman 2019 im Flüchtlingslager Moria auf der Insel Lesbos ankommt, gleicht es einer provisorischen Stadt: Tausende Menschen aus aller Welt warten in Zelten und selbst gebauten Unterkünften auf die Entscheidung über ihre Asylanträge. Die Erinnerungen an die Überfahrt, der Lärm und die Enge verwandeln sich in immer neue Texte: "Aus den Bildern wurden Sätze, die sich reimten." Als Moria ein Jahr später abbrennt, dreht er in den Ruinen das Musikvideo zu seinem Song "Dead Rabbits". Ein Auftritt beim Donauinselfest führt ihn 2022 nach Wien. Dort stellt er einen Asylantrag - und scheitert. Im Berufungsverfahren nimmt er seine Musik mit vor Gericht.

Gestaltung: Franziska Grillmeier, Anja Troelenberg. Gesprochen von: Tilman Tuppy. Studiotechnik: Jakob Kainz. Redaktion: Monika Kalcsics. Gesendet in Ö1 am 14. 09. 2026.
22 Minuten
Knochen, Gelenke, Sehnen, Zähne, Augen, Ohren - die Funktionen der unterschiedlichen Teile des menschlichen Körpers haben ein Ablaufdatum. Wir werden aber immer älter - und brauchen Ersatz: Künstliche Hüft-, Knie- und Schultergelenke, künstliche Linsen gegen den Grauen Star, Zahnimplantate und natürlich feinelektronische Hochleistungsprothesen - wie funktionieren die "Ersatzteile" im inneren des Körpers und außen? Und wohin geht es in Zukunft? Werden uns Chips eingesetzt? Innenorgane im Labor gezüchtet? Wo liegen die Grenzen moderner Prothetik?

Gestaltung: Sabine Nikolay. Redaktion: Monika Kalcsics. Gesendet in Ö1 am 14.09. 2026
22 Minuten
Ersatzteile: außen

Ein schlimmer Unfall, eine schwere Erkrankung. Immer wieder passiert es, dass Extremitäten so zerstört sind, dass man sie "abnehmen" - also amputieren muss. Doch das bedeutet heute nicht mehr das Ende von Freizeitausflügen, regelmäßiger Arbeit, Tanzvergnügen oder sogar Hochleistungssport. Moderne Prothesen sind aus leichten Materialien, haben Gelenke, die dank hochkomplizierter Elektronik fast genauso gut funktionieren, wie die organischen und sie werden über die körpereigenen Nervenleitungen gesteuert. Was sind die Voraussetzungen damit das gelingen kann? Wo werden sie angefertigt, wie funktionieren sie? Mit dabei unter anderem der Paraolympionike Patrick Mayrhuber an seinem Arbeitsplatz, dem Prothesenhersteller Otto Bock.

Gestaltung: Sabine Nikolay. Redaktion: Monika Kalcsics. Gesendet in Ö1 am 15.09. 2026.
22 Minuten
Ersatzteile: innen

Arm- und Beinprothesen kennen wir, weil sie sichtbar sind. Aber wussten Sie, dass es auch Aortenbogenprothesen gibt, die eingesetzt werden, wenn das größte Gefäß des menschlichen Körpers zu reißen droht? Auch die Linsen im menschlichen Auge werden längst schon durch Prothesen ersetzt, wenn die körpereigenen durch hohes Alter vom Grauen Star getrübt werden. Und natürlich kennen wir alle das Klingeln der Metalldetektoren am Flughafen, wenn die Hüft- oder Knieprothesen älterer Menschen "anschlagen". Letztere einzusetzen, gilt fast schon als Routine. Doch wie geht das? Was muss man beachten? Was kann bei der Implementierung künstlicher Gelenke schiefgehen?

Gestaltung: Sabine Nikolay. Redaktion: Monika Kalcsics. Gesendet in Ö1 am 16.09. 2026.
22 Minuten
Zukunft als Cyborg?

Vieles ist heute schon möglich, manches braucht in der Entwicklung länger. So ist es bereits möglich mithilfe von Cochlea-Implantaten gehörlosen Menschen das Hören wieder zu ermöglichen. Und auch Schwerhörige profitieren von der Technologie: Ihnen wird ein "Knopf" auf den Kopf gesetzt, der magnetisch mit einem Innenteil verbunden ist. Außen befindet sich ein Mikrofon, innen eine Leitung, die die Audiowellen direkt an die Cochlea sendet. So wird das beschädigte Innenohr umgangen und der Mensch hört wieder. Werden wir in Zukunft Kameras anstelle der Augen haben? Maßgeschneiderte elektronische Gliedmaßen wie in "Star Wars"? Und Innenorgane die aus eigenen Zellen im Labor gezüchtet unsere erkrankten ersetzen können?

Gestaltung: Sabine Nikolay. Redaktion: Monika Kalcsics. Gesendet in Ö1 am 17.09. 2026.
22 Minuten
9,2 Millionen Expertinnen und Experten gibt es dazu in diesem Land. Denn jeder Mensch hat selbst die Schulbank gedrückt oder zumindest - falls man zu Hause unterrichtet wurde - in der einen oder anderen Weise Kontakt zu einer Bildungseinrichtung gehabt und sei es auch nur in Form einer Externistenprüfung. Eine etwas andere Schulsendung möchte diese Radiokolleg-Reihe sein. Es geht darum, zu ergründen, wie sehr, wie nachhaltig und wie entgrenzt Schule über das Klassenzimmer hinaus prägt.

Gestaltung: Daphne Hruby. Redaktion: Monika Kalcsics. Gesendet in Ö1 am 07. 09. 2026.
22 Minuten
Zurück an den Start

Endlich das Matura-Zeugnis in der Hand, flugs raus aus dem Gebäude und Falco auf den Lippen: "Nie mehr Schule". Keine Schule mehr? Was für ein Trugschluss. Wer Kinder hat, sieht sich allzu schnell wieder in diese Zeit zurückversetzt. Und das oft mit doppelt so großem Aufwand wie zuvor. Hat man als Heranwachsender "nur" die Schulbank gedrückt, wird erwartet, als Elternteil bei Hausaufgaben mitzulernen, für Besprechungen in die Bildungseinrichtung zu pilgern und sich bei Schulausflügen und sonstigen Aktivitäten zu engagieren. Dabei werden teils auch eigene Erlebnisse auf die Kinder projiziert. Welche Erfahrungen machen Eltern in dieser Rolle und was löst dieses Schul-Déjà-vu bei ihnen aus?

Gestaltung: Daphne Hruby. Redaktion: Monika Kalcsics. Gesendet in Ö1 am 08. 09. 2026.
22 Minuten
Hausaufgaben

Schule findet keineswegs nur während des Unterrichts statt. Hausaufgaben und Nachhilfe erstrecken sich in Frei- wie Ferienzeit. Längst hat sich drumherum ein eigener Geschäftszweig mit Nachhilfeinstitutionen gebildet. Man lernt bekanntlich fürs Leben. Doch wer lehrt einen das Lernen lernen?

Gestaltung: Daphne Hruby. Redaktion: Monika Kalcsics. Gesendet in Ö1 am 09. 09. 2026.
22 Minuten
Von der Fachexpertise zur Sozialarbeit.

Wer sich für den Weg der Pädagogin oder des Lehrers entscheidet, hat sein Leben einem der wichtigsten Ziele verschrieben: die Zukunft mitzuprägen. Denn die Schülerinnen und Schüler von heute sind die Gesellschaft von morgen. Wie nehmen Unterrichtende die Veränderungen wahr: die systemischen, die Erwartungshaltungen und die neuen Rollenverteilungen?

Gestaltung: Daphne Hruby. Redaktion: Monika kalcsics. Gesendet in Ö1 am 10. 09. 2026.
14 Minuten
Der Machttechniker Niccolò Machiavelli

Niccolò Machiavelli (1469 - 1527) gilt als Inbegriff für einen kühl kalkulierenden, von moralischen Überlegungen befreiten und bewusst manipulativen Umgang mit Macht. Basierend auf eigenen Erfahrungen und Einsichten als hochrangiger Beamter und Diplomat des Stadtstaates Florenz formulierte er in seinem Handbuch "Il Principe" ("Der Fürst") Prinzipien, wie ein Herrscher seine Macht am besten behalten und am effektivsten einsetzen kann.

Gestaltung: Richard Brem. Redaktion: Ina Zwerger. Gesendet in Ö1 am 07.09.2026.