Verurteilt! Der Gerichtspodcast Archiv
171 Episoden
1 Stunde 3 Minuten
Ein Hochstapler, der sich als Pilot ausgibt, spricht wildfremde Menschen an, zum Beispiel am Bahnhof, wenn sie ihren Zug verpasst haben. Er ist hilfsbereit, bietet Jobs in der Luftfahrt an oder begleitet sie auch mal zum Klamottenkauf. Tatsächlich ist der angebliche Pilot aber ein Dieb und Betrüger. Das sagt jedenfalls die Staatsanwaltschaft Frankfurt. 5 Taten wirft sie ihm vor - begangen in nur vier Wochen im Frühsommer 2016. Und offenbar waren es nicht die ersten und scheinen auch nicht die letzten gewesen zu sein. Der Mann ist nämlich Wiederholungstäter.
1 Stunde 6 Minuten
Der 37-jährige Grzegorz W. war Hilfspfleger und besuchte viele Menschen in ganz Deutschland. Er war Haushaltshilfe, versorgte sie und immer wieder verabreichte er ihnen auch Insulin - selbst dann, wenn es gar nicht induziert war. Nachdem 2018 ein 87 Jahre alter Pflegebedürftiger starb und seine Leiche obduziert wurde, geriet Grzegorz W. in Verdacht. Noch am Tag der Obduktion wurde er verhaftet. Die Staatsanwaltschaft München I hat ihn wegen 6 Morden und 3 versuchten Morden angeklagt. Außerdem wirft sie ihm Raub, Diebstahl, Betrügereien und gefährliche Körperverletzung vor.
1 Stunde 10 Minuten
2. Am 7. März 2024 packt Andreas W. seine wenigen Habseligkeiten zusammen, steckt ein Küchenmesser ein, verlässt seinen Heimatort im rheinland-pfälzischen Taunus und macht sich auf den Weg nach Frankfurt. Er will eine schwere Gewalttat begehen. Im Bahnhofsviertel angekommen sucht er sich ein Opfer. Es ist ein 43 Jahre alter Obdachloser, der im Rollstuhl sitzt. Andreas W. verwickelt ihn in ein Gespräch. Als der Rollstuhlfahrer sich von ihm abwendet, sticht er ihm 10mal von hinten wuchtig in den Rücken. Schwer verletzt wird der Rollstuhlfahrer ins Krankenhaus gebracht, wo er stirbt. Im Frühjahr 2025 steht Andreas W. in Frankfurt vor Gericht. Mord wirft ihm die Staatsanwaltschaft vor und nennt ein verstörendes Motiv für die Bluttat.
1 Stunde 4 Minuten
Mit Tempo 130 rast ein 24-Jähriger im Oktober 2022 durch Wiesbaden. Er fährt über rote Ampeln, über die abgetrennte Busspur. Und: Er übersieht ein Auto, das abbiegen will. Ungebremst rast der schwere Wagen in den Kleinwagen. Der Fahrer wird aus dem Auto geschleudert, prallt mit dem Kopf auf den Asphalt. Der 30-Jährige erliegt einen Tag später seinen schweren Verletzungen. Im Sommer 2023 beginnt der Prozess gegen den Unfallfahrer vor dem Landgericht Wiesbaden. Angeklagt ist er wegen Mordes, Straßenverkehrsgefährdung und verbotenem Kraftfahrzeugrennen. Gut 20 Tage lang verhandelt das Gericht, versucht sich dem Geschehen unter anderem mit VR - also Virtual Reality - zu nähern und verkündet Ende 2023 sein Urteil.
1 Stunde 2 Minuten
Im Juli 2024 gibt der US-Rapper Travis Scott zwei ausverkaufte Konzerte im Frankfurter Waldstadion. Schon nach dem ersten Auftritt melden sich mehrere Besucher bei der Stadionwache, weil ihnen vor der Bühne Goldketten vom Hals gerissen wurden. Nach dem zweiten Konzert kann die Polizei die Diebe an einer Raststätte kurz hinter Frankfurt festnehmen: fünf junge Männer im Alter von 21 bis 28 Jahren, die mit einem Mietwagen aus Italien angereist sind. Die nächsten Monate verbringen sie in Untersuchungshaft, bis Anfang 2025 vor dem Landgericht Frankfurt der Prozess gegen sie beginnt.
1 Stunde 2 Minuten
Im Juni 2024 verbringt eine 42-Jährige ihre Mittagspause in der Sonne am Frankfurter Mainufer. Sie sitzt auf einer Bank unterhalb der EZB, als sie plötzlich von hinten ein Mann angreift. Der 20-Jährige geht mit einem Teppichmesser auf sie los. Die Frau überlebt den Messerangriff schwer verletzt. Der Täter wird sofort gefasst. Er sitzt in einem Gebüsch, als ihn die Polizei entdeckt. Der Mann macht einen verwirrten Eindruck. Im Februar 2025 steht er in Frankfurt vorm Landgericht. Es ist ein Unterbringungsverfahren. Es geht darum, ob er für immer in eine psychiatrische Klinik muss - und nicht ins Gefängnis.
1 Stunde 16 Minuten
Glashütten bei Frankfurt ist eine beschauliche Taunusgemeinde, die zum Wochenendausflug lockt. Hier findet die Polizei Anfang 2021 in einem Haus ein riesiges Waffenarsenal. Granaten, Munition und Sprengstoff sind dort in Massen gelagert. Kurz danach nehmen Spezialkräfte einen ehemaligen Bundeswehrsoldaten, seinen Bruder und den Vater fest - wegen Terrorverdachts. Der ehemalige Hauptgefreite wollte laut Staatsanwaltschaft aus rechtsradikalen Motiven eine Kampforganisation nach nationalsozialistischem Vorbild aufbauen. Sein Vater und sein Bruder sollen das gewusst und die Waffen gehortet haben. Im Juni 2022 beginnt vor dem Frankfurter Landgericht ein langer Prozess.
1 Stunde 17 Minuten
Am 8. Oktober 1994 gehen Yvonne und Jasmin feiern. Die 16-Jährigen besuchen eine Diskothek in Elz zwischen Frankfurt und Koblenz. In dieser Nacht kommen sie nicht mehr nach Hause. Ein Holzhändler findet 2 Tage später ihre Leichen im Wald. Und dann vergehen sieben Jahre, in denen die Ermittelnden fieberhaft nach dem Täter suchen. Ein Strumpf, der auf einer der Leichen gefunden worden war, liefert schließlich den entscheidenden Hinweis. Eine damals neue Kriminaltechnologie, die DNA-Analyse, bringt den Durchbruch, denn ein Massenspeicheltest überführt den Täter. Am 18. September 2001 wird Lutz K., 41 Jahre alt, verhaftet. Er gesteht und belastet seine Frau. Auch sie wird verhaftet. 2002 beginnt der Prozess gegen das Ehepaar in Limburg vorm Landgericht. Der Vorwurf: Doppelmord!
59 Minuten
Ein Sommertag im Juli 2010. Ein Frankfurter Pärchen streitet sich an einem Kiosk im Westend, weil der 49jährige Mann mal wieder eifersüchtig ist. Er beschimpft und beleidigt seine Freundin. Auch zuhause geht der Streit weiter, eskaliert schließlich. Der 49-Jährige gerät so in Rage, dass er die Katze seiner Freundin angreift und misshandelt. Daraufhin greift die 30-Jährige zum Küchenmesser und sticht mehrfach auf ihren Freund ein. Schwer verletzt verlässt er die Wohnung, ruft einen Rettungswagen und kommt ins Krankenhaus. Seine Freundin wird festgenommen, angeklagt wegen versuchten Totschlags und steht im Herbst 2011 in Frankfurt vorm Landgericht.
1 Stunde 12 Minuten
Im Januar 2020 kann ein 52-Jähriger seine kleine Tochter in der Nacht nicht beruhigen. Das Kind schreit und schreit. Er schüttelt das vier Monate alte Baby so heftig, dass Halima schwer verletzt wird. Wenige Wochen später stirbt es an seinen Verletzungen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt lange. Erst 2024 steht Halimas Vater vor Gericht. Der Vorwurf vor der Schwurgerichtskammer des Frankfurter Landgerichts lautet gefährliche Körperverletzung mit Todesfolge. Die Richterinnen und Richter geben sich viel Mühe, bevor sie zwei Monate später Anfang Dezember 2024 ihr mildes Urteil verkünden.
1 Stunde 10 Minuten
Es hat knapp 15 Jahre gedauert, bis die Taten von einem Gericht geahndet worden sind. 2010 vergewaltigt ein Pfarrer nach dem Religionsunterricht eine Schülerin in der Frankfurter Waldorfschule. Schon zuvor hatte er ihr am Rande der Konfirmandenstunde sexualisierte Gewalt angetan. Zehn Jahre lang kann Anna darüber nicht reden. Jahre, in denen sie sich stark verändert und die Schule abgebrochen hat. Dann endlich schafft sie es, und Anna zeigt den ehemaligen Pfarrer sogar an. Es beginnt ein langer Kampf, bis der mittlerweile 65-Jährige im Jahr 2024 endlich vorm Frankfurter Landgericht steht.
1 Stunde 8 Minuten
Im März 1998 wird der Taxifahrer Hans Plüschke auf einer Bundesstraße Nähe Hünfeld in Osthessen erschossen. Morgens um 4 Uhr, nachdem er seine letzten Fahrgäste in einer Diskothek abgeholt hat. Er stirbt durch einen gezielten Schuss ins rechte Auge. 36 Jahre zuvor, im Sommer 1962, starb an der gleichen Stelle der Hauptmann der Nationalen Volksarmee NVA, Rudi Arnstedt. Auch durch einen gezielten Schuss ins rechte Auge. Todesschütze war Taxifahrer Plüschke, damals noch Bundesgrenzschützer an der deutsch-deutschen Grenze. Im Westen war von Notwehr die Rede, im Osten von einem Mordkomplott - und von Rache. War der Taxifahrermord 35 Jahre später also ein Racheakt der Stasi?
44 Minuten
Am 8. Januar 2022 lag in Schmitten im Taunus in der Nähe des Feldbergs viel Schnee. An diesem Nachmittag spielten Kinder und Jugendliche in dem Wintermärchen, während ein Anwalt in der Nähe spazieren ging. Plötzlich wird er von einem Schneeball getroffen. Er macht den Werfer aus, einen 9-Jährigen, schnappt sich den Jungen, schubst ihn in den Schnee, tritt nach ihm und seift das Kind mit Schnee ein. So ermittelt es später die Frankfurter Staatsanwaltschaft und klagt den Juristen wegen Körperverletzung an. Im Oktober 2024, fast 2 Jahre später, treffen alle wieder aufeinander: im Amtsgericht in Königstein.
60 Minuten
In einem Frankfurt Restaurant eskaliert am späten Abend des 6. August 2011 ein Streit zwischen einem Koch und seinem Chef. Im Verlauf des Streits greift der Koch - 44 Jahre alt - zum Fleischermesser und sticht auf den 50 Jahre alten Restaurantbetreiber ein. Dann rennt er auf die Straße, legt schließlich das Tatmesser weg und lässt sich widerstandslos festnehmen. Sein Chef kommt mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus - und überlebt. Mitte 2012 steht der Koch in Frankfurt am Main wegen versuchten Mordes vorm Landgericht. Die Staatsanwaltschaft glaubt, dass er um seinen Job gebangt hat, weil der Chef einen Partner ins Geschäft holen wollte. Deshalb sei er so ausgerastet.
1 Stunde 3 Minuten
Am 19. Februar 2020 erschießt der 43-jährige Tobias R. aus rassistischen Motiven neun Hanauer. Danach tötet er seine Mutter, dann sich selbst. Seither tyrannisiert sein Vater die Hinterbliebenen der Opfer des rassistischen Anschlags. beleidigt Hanaus Oberbürgermeister Kaminsky, verstößt regelmäßig gegen das Gewaltschutzgesetz. Danach darf er sich nämlich nicht dem Grundstück der Familie Unvar nähern - und tut es trotzdem. Schon einmal ist er deshalb verurteilt worden. Doch er gibt keine Ruhe. Im Herbst 2024 steht er erneut in Hanau vor Gericht. Ein Prozess, den er abermals nutzt, um sich zu inszenieren. Ein Prozess, der aber auch die Justiz massiv herausfordert.