Wunderbar Together Archiv
163 Episoden
1 Stunde 9 Minuten
Heute starten wir in den Podcast nicht mit Smalltalk, sondern mit Real Talk. „Der Teil des Unternehmerseins, der normalerweise nicht besprochen wird“, sagt unser Gast, der nach 14 Jahren als digitaler Vorzeigeunternehmer, als Star der Berliner Startup-Szene, als Merkels Digitalberater und Revolutionär der Wissenschaft, zum ersten Mal Menschen entlassen muss. Ijad Madisch, Gründer und CEO von Researchgate, hätte das Gespräch mit uns auch einfach absagen können - aber „wenn ich was zugesagt habe, dann halte ich es auch.“ Und so sprechen wir über die vergangenen Tage, warum er 10% seiner Mitarbeitenden kündigen muss und was vor ihm und uns liegt. „Der atomare Winter fängt jetzt erst an. Und die überleben werden, sind die, die jetzt handeln“, sagt Ijad. Mit dem harten Einschnitt reagiert er auf das Nachlassen der Anzeigendollars, die bis heute den Hauptumsatz von Researchgate bedeuten. „Das Advertising hat uns profitabel gemacht, aber langfristig wird es nicht unser Modell sein.“
1 Stunde 26 Minuten
“Yeah yeah yeah.” So entspannt eröffnet unser heutiger Gast den Podcast. Kein Wunder: Er hat einen spielfreien Tag und nur noch eine Massage vor sich. Und mit der Karriere läuft es für den 27-Jährigen Stuttgarter hammermäßig: Stammspieler in der NFL bei den Las Vegas Raiders, 1.5 Millionen Gehalt und mit über 200 Kilo beim Bankdrücken topfit. Welcome Jakob Johnson! Jakob entdeckt Football zufällig, aber verfällt dem Sport komplett. Fußballerkarriere und auch Medizinstudium, die Träume gibt er auf. Stattdessen geht er vom Abi in Stuttgart direkt auf eine High School in Jacksonville, Florida, der Heimat seines Vaters, um sich von dort als Footballer hochzuarbeiten. Dort erlebt er “das Amerika, das man in den Filmen nicht sieht”.
1 Stunde 48 Minuten
Vom vierhändigen Klavierspiel zu kotzenden Kindern bis hin zu Elon Musk - in dieser 55. Episode von Wunderbar Together mit Professor (!) Adrian Daub ist alles drin. Adrian, der mit Partner und Kind in San Franciscos "Gayborhood”, dem Castro, lebt und Literaturwissenschaften und Germanistik in Stanford lehrt, ist aktuell vor allem deswegen in deutschen Medien zu finden, weil er als einer der besten Erklärer für einen Ort gilt, der uns seit Jahrzehnten als Mythos angepriesen wird: das Silicon Valley.
1 Stunde 18 Minuten
Er findet Wände streichen super, glaubt an die Renaissance der Tür und ist Ingenieur an der Spitze von F. Schumacher & Co, einem New Yorker Interior Design Unternehmen mit großer Tradition: unser heutiger Gast Timur Yumusaklar. Olli weilt im Urlaub, und Timur und Felix treffen sich im Podcast-Studio des New Yorker Workspace NeueHouse zu einem seltenen in-Person-Podcast.
58 Minuten
Es ist Basketball-EM in Deutschland (ab 1.9.) und heute zu Gast ist einer, der den Kindheitstraum von Olli und Felix lebt: Daniel Theis. Er ist deutscher NBA-Spieler – und das auch noch bei den Chicago Bulls, den Boston Celtics, und ganz aktuell, bei den Indiana Pacers – legendäre Teams in der besten Basketball-Liga der Welt. Gerade ist der 30-jährige auf Europareise, um mit der deutschen Nationalmannschaft endlich Europameister zu werden. Olli hat ihm in Köln ein Mikro untergejubelt - und ein paar Tage später aus Amsterdam exklusiv in den Podcast geschaltet, was bereits für [Schlagzeilen](https://www.zeit.de/news/2022-08/22/basketballer-theis-strebt-probetraining-bei-vfl-wolfsburg-an?utm_referrer=https%3A%2F%2Fwww.google.com%2F) gesorgt hat.
1 Stunde 55 Minuten
“Ich bin eigentlich ein Performance-Marketing-Typ.” Wer bei dieser Berufsbeschreibung schon abschnallt, so wie Felix, der muss seinen Gurt heute extra festzurren. ROI. TKP. WPP. Leads. Brands. Pitches. Das gehört ebenso zum Vokabular dieser Folge von Wunderbar Together wie Brooklyn versus Pott, Menschen vs Vieh, und Geld vs Spaß. Und eine Weltpremiere: zum allersten Mal hosten wir unseren Gast gemeinsam in einem echten, nicht-virtuellen Studio, über den Dächern von Köln bei der Agentur OSK. Gänsehaut!
1 Stunde 39 Minuten
Airbnb nach Deutschland gebracht? Check. Dating-App im Silicon Valley gegründet? Check. In der Pandemie ein Haus gekauft, ein Kind zur Welt gebracht und US-Staatsbürgerin geworden? Alles: Check! Wenn man auf Deutsch über das Silicon Valley spricht, führt an Kati Schmidt aka Kalifornia Kati kein Weg vorbei. Sie ist nicht nur eine der spannendsten Macherinnen dort, sondern auch jemand, der die Startup-Welt kennt wie kaum jemand und ganz offen über ihre Ups and Downs spricht, damit andere daran wachsen können: “Die ‘pay forward’ Kultur hier sollte man unbedingt in Anspruch nehmen – auch ich hätte das als Gründerin noch viel mehr tun sollen. Seid furchtlos! Die Leute sagen schon irgendwann Nein.”
1 Stunde 52 Minuten
Mit dem Kognitionsforscher Joscha Bach zu sprechen, ist ein bisschen wie eine Sinfonie seines berühmten Vorfahren, Johann Sebastian Bach, zu hören. Man versteht nicht alles, aber man genießt, lernt und wächst an dem, was die eigenen Ohren mitbekommen. Ein paar Takte zur Kostprobe: „Ich habe kein Interesse daran, das zu tun, was der Rest der Welt tut. Denn das, was der Rest der Welt macht, ergibt meist keinen Sinn.“ „Künstliche Intelligenzen sind unsere Kinder.“ „Die Menschen, die auf den Mars umsiedeln, werden nur noch wenig Ähnlichkeit mit unserer jetzigen Lebensform haben.“
1 Stunde 4 Minuten
Lucie Pohl ist überall: auf der Bühne, in Podcasts, Videospielen, Filmen, Serien, Werbespots, aber vor allem ist sie eins: lustig. Wie das geht, wenn man Deutsch ist, hat sie spätestens vor zehn Jahren mit ihrem Soloprogramm “Hi, Hitler!”, basierend auf einem kindlichen Verhörer und mit großem Erfolg in den USA, UK und Deutschland aufgeführt, bewiesen. Und sie schafft es auch mit uns: Wir lachen so viel, dass wir nur die Hälfte unserer Fragen schaffen. Das heißt: Lucie muss wiederkommen!
1 Stunde 16 Minuten
Zum ersten Mal dieses Jahr haben wir einen Podcast draußen aufgenommen, in der physischen Welt, genauer im Keller des Edel-Co-Working-Space “NeueHouse” mitten in Manhattan. Der Grund: unser Gast hat ihn gegründet, und sitzt nun dort Felix gegenüber am Mikrofon, in roten Schuhen, dunklem Jackett und leicht heiserer Stimme: Yoram Roth. Yoram ist Kultur-Investor zwischen New York und Berlin. Er ist an so vielen Unternehmungen beteiligt, dass man von außen leicht den Überblick verliert. Die bekanntesten in den USA und der Welt sind wahrscheinlich NeueHouse und das Foto-Event-Museum Fotografiska. Die bekanntesten in Deutschland sind das Medienhaus tip, und Clärchens Ballhaus. Dazwischen gibt es noch viel mehr: Galerien, Restaurants, Bars, stille Beteiligungen. Und ein Leben zwischen zwei Kontinenten, das Yoram weitestgehend selbst managed. “Wenn mich jemand fragt, wo lebst du? Dann sage ich ‘in Rimowa’”.
1 Stunde 23 Minuten
Christian Beedgen – oder Der Beedgen, wie er von Freunden und Familie liebevoll genannt wird – lebt den Traum vieler Unternehmer: er hat sein Silicon Valley Startup Sumologic nicht nur selbst mitgegründet, sondern auch erfolgreich an die Börse gebracht. Das Handelsblatt nennt ihn den „erfolgreichsten noch aktiven deutschen Gründer“ im Silicon Valley. Christians Firmenidee: großen Firmen helfen, ihre digitalen Systeme zu überwachen und am laufen zu halten, und das alles in der Cloud.
59 Minuten
Eva ist aus Mannheim, recht neu im Musikgeschäft und liebt Rockmusik. Trotzdem nimmt sie den unmöglichsten Job an, den ihre Firma zu bieten hat: die internationale Vermarktung einer chaotischen Hip-Hop-Straßengang aus New York namens Wu-Tang Clan. Als sie das Debütalbum zum ersten Mal hört, ist sie auf Hochzeitsreise am Strand von Hawaii – und weint in ihren Walkman. “Ich dachte, ich hätte den größten Fehler meines Lebens gemacht.” Doch der Clan wird ihr Lebensjob. Fast zwanzig Jahre lang verbringt sie mit der größten Hip-Hop-Band der Welt. Viele Welthits, ein Kidnapping und einige horrende Telefonrechnungen später - “der Zugang zu Telefonen war die einzige Chance, die Jungs zu überreden zu Radiosendern zu gehen” - ist Eva nicht nur immer noch mit dem Kopf des Clans, RZA, im Geschäft. Sie hat auch ein hinreissendes Buch geschrieben: "Wu-Tang is forever" ist ein raues Protokoll, mitverfasst von der Journalistin Annette Utermark, und liest wie eine Mischung aus Krimi, Memoir und Komödie.
1 Stunde 28 Minuten
“Früher waren wir alle Nerds, Musik zu produzieren war kompliziert. Heute ist es viel leichter geworden, auch schon 11-Jährige sind mit ihrem Phone am Start”, sagt Con Köhncke. “Und wenn deine Beats fresh sind, ist es egal, ob du in Zürich sitzt oder in Los Angeles.” Den meisten von uns, die Musik hören, bleiben die eigentlichen Macher im Kleingedruckten verborgen. Für Con sind sie seine Kunden und Freunde – er sitzt mit ihnen im Studio oder stellt ihnen neue Sounds vor. Als Mit-Geschäftsführer von Native Instruments, einer Musikfirma, die weltweit Instrumente synthetisiert und für Produzenten und DJs als Software und Hardware bereitstellt, operiert Con Köhncke im Maschinenraum der amerikanischen Musikindustrie. Seine Arbeit findet dort statt, wo aus einem Sound ein Track und aus einem Track ein Hit wird.
1 Stunde 26 Minuten
Konstantin Guericke sagt von sich selbst, er sei „retired“. Mit Rentner-Klischees hat das aber wenig zu tun, sondern: „ich kann tun, was ich will, wann immer ich will, mit wem ich will – ohne zwangsläufig Geld damit zu verdienen.“ Diese völlige Freiheit hat sich der 54-jährige als Unternehmer im Silicon Valley erarbeitet. Sein größter Erfolg: die Erfindung und Mitgründung der Plattform LinkedIn, die heute mit 810 Millionen Mitgliedern zu den größten sozialen Netzwerken der Welt zählt. Mit dem Verkauf der Plattform an Microsoft begründete er sein Vermögen. Die Plattform nutzt er heute nur sporadisch – und hält den Kreis seiner Kontakte klein: „Nicht über 150.“
1 Stunde 50 Minuten
Den kreativen Tausendsassa Paul Ripke zu interviewen ist ein Luxus, aber auch eine Herausforderung: Er moderiert selbst viel und gerne, ist leidenschaftlicher Geschichtenerzähler – und er hat immer viel mehr im Gepäck als in eine Podcast-Folge passen würde. Wichtige Info: Wir haben die Podcast-Episode wenige Tage vor dem Start des schrecklichen Angriffskriegs durch Russland auf die Ukraine aufgenommen. Wir haben deswegen - und weil es auch nicht unser Kernthema ist - kaum über den Russlandkonflikt gesprochen. Zur Erinnerung: Paul war einer der allerersten Gäste bei Wunderbar Together – damals noch auf Englisch. "What are we doing here? Three potatoes talking Denglish?" hat er damals gefragt und damit eine Diskussion ausgelöst, die Olli und Felix schließlich dazu gebracht hat, die Sprache zu wechseln. Paul ist spätestens eine Berühmtheit, seit er 2014 die Deutsche Nationalmannschaft zum Weltmeistertitel begleitete und im Moment des Triumphs vor den Augen der Welt mitfeierte und -knipste. In Wahrheit ist der Junge aus Heidelberg aber seit Jahrzehnten ein hartgesottener Menschenkenner und -begleiter mit Kamera, der in der Hip-Hop-Szene groß wurde und über den Fußball in die Formel 1 fand. Birkenstocks, kurze Hose und T-Shirt behielt er auch als Edelfotograf der Rennfahrer stets an – und wurde so hinter der Kamera selbst zur Marke.