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212 Archiv
37 Episoden
46 Minuten
Seine Karriere hat den in München geborenen Politikwissenschaftler Yascha Mounk in die USA geführt, wo er an zwei renommierten Hochschulen – an der Harvard Universität in Cambridge und der Johns Hopkins Universität in Baltimore – unterrichtet. Er wurde konsequenterweise im Laufe der Zeit amerikanischer Staatsbürger. Aber seit dem Ausbruch der Covid-19-Pandemie hat er öffentlich darüber nachgedacht, ob es nicht angesichts der Verhältnisse in den Vereinigten Staaten klüger sei, zumindest zeitweise wieder nach Deutschland zurückzukehren. Aufgrund solcher und anderer Wortmeldungen, hauptsächlich im Politik- und Kulturmagazin The Atlantic, ist Mounk zu einem gefragten Interviewpartner geworden. Wir hatten das große Glück, dass er und Sebastian sich schon eine Weile kennen und konnten ihn so für unsere 22. Podcast-Folge gewinnen. Das Thema geht vielen unter die Haut: Trumps autoritäre Rhetorik klingt gefährlicher denn je. Denn in der aktuellen Krise zeigt sich nicht nur seine Inkompetenz an der Schaltstelle der Macht. Sondern Gouverneure wie Andrew Cuomo im Staat New York stellen ihn medial und im Managament der staatlichen Maßnahmen zum Schutz der Bürger in den Schatten. Täglich behauptet Trump, dass seine Macht total ist. Und droht damit, sie mit Hilfe seiner kleptokratischen Küchenkabinette auch anzuwenden.
34 Minuten
New York hat schon viele Nackenschläge abbekommen. In den letzten fünfzig Jahren waren das die Fastpleite der Stadt, der Anschlag am 9. September 2001, der Börsencrash von 2008, Hurricane Sandy 2012. Aber diese Krise ist anders: mit mehr Toten, mit einem Mehr an Verunsicherung und mit einer nie gekannten Perspektivlosigkeit. Wir haben in unserer aktuellen Folge all das sowie die politische Bedrohung mit einem Möchtegern-Diktator im Weißen Haus thematisiert. Wir haben die Absicht, uns schon bald mit weiteren Facetten dieser Krise zu beschäftigen. Stay tuned.
1 Stunde 17 Minuten
Für einen optimalen Einstieg und den besten Überblick über die Arbeit amerikanischer Museen mit zeitgenössischer Kunst konnten wir mit der schwäbischen Kunsthistorikerin Dr. Catharina Manchanda sprechen. Sie ist die für diese Schaffensperiode verantwortliche Kuratorin am Seattle Art Museum, das nicht so sehr im Scheinwerferlicht steht wie die Kunstpaläste in New York. Aber wie es an der Ostküste zugeht, weiß sie durchaus. Das Museum of Modern Art und eine Ausstellung mit Gerhard Richter war einer ihrer Zwischenschritte auf ihrem Karriereweg im amerikanischen Kulturberrieb. In dem ist der exquisite und extrem teure deutscher Maler aktuell sogar wieder ein Thema. Problem: Die Epidemie hat dafür gesorgt, dass das Met Breuer in Manhattan mit seiner Retrospektive ("Painting After All") geschlossen ist. Kein Problem für uns. Denn wir hatten diesen Podcast bereits vorher im Kasten.
1 Stunde 4 Minuten
Unser Gespräch mit dem New Yorker Schriftsteller Joshua Cohen über Peter Handke, Harold Bloom und seine jüdische Familiengeschichte mit Wurzeln in Deutschland und Ungarn, über seinen Blick auf die Welt und die Stoffe seiner Romane, die von der Literaturkritik in höchsten Tönen gelobt werden.
1 Stunde 20 Minuten
Das Journalisten-Paar Christina Horsten und Felix Zeltner hat vor einer Weile aus einer typischen New Yorker Großstadtnot eine Tugend gemacht. Als die beiden gezwungen waren, sich eine neue Wohnung zu suchen, entschieden sie sich für ein eigenwilliges Abenteuer. Sie zogen bewusst jeden Monat um. Durch jeden Wohnungswechsel waren sie in der Lage, ein anderes Viertel und deren Bewohner zu erkunden. Aus der Tour d'horizon zogen sie jede Menge Stoff für ein ganzes Buch. "Stadtnomaden – Wie wir in New York eine Wohnung suchten und ein neues Leben fanden" kam im April heraus und schildert die Erfahrungen ausgiebig. Wir wollten etwas mehr wissen und besuchten die beiden in der Wohnung, in der sie am Ende ihres Vagabunden-Daseins eine dauerhafte Bleibe fanden.
1 Stunde 15 Minuten
Man konnte früher – besonders als Bewohner der Stadt New York – über die überspannte Eigenliebe eines Typen wie Donald Trump leicht hinwegsehen. Auch wenn er seinen Namen an jedes Gebäude heftete, mit dem er etwas zu tun hatte. Das funktioniert nicht mehr, seit er mit derselben ausgewachsenen, und nach Expertenmeinung krankhaften psychischen Störung das Schicksal eines ganzen Landes bestimmt. Das Problem ist nicht auf ihn beschränkt. "Trumpism", also jener Kult, den er mit dem Wechsel in die Politik angeschoben hat, dient er als Identifikationsfigur einer anonymen, geistig stumpfen und reaktionären Masse, die ihre eigene gesellschaftliche Psychose auslebt. Wie das zusammenhängt, wie Narzissmus Tyrannei heraufdämmern lässt und ermöglicht, das hat uns die Psychologin Elizabeth Mika erklärt, die auf Twitter als "Aunt Emma" einem größeren Publikum ihre warnenden Gedanken mitteilt. Sie gehört zum Kreis jener Fachleute, die mit dem Buch "Wie gefährlich ist Donald Trump? 27 Stellungnahmen aus Psychiatrie und Psychologie" vor zwei Jahren ein Tabu ihres Berufsstands durchbrachen und Trump aus der Ferne diagnostizierten. Das Buch wurde in den USA im Frühjahr aktualisiert. Und der Titel dem angewachsenen Stand der Dinge angepasst: "The Dangerous Case of Donald Trump: 37 Psychiatrists and Mental Health Experts Assess a President - Updated and Expanded with New Essays".
1 Stunde 16 Minuten
Man hat ihn einen "sanften Revolutionär" genannt, weil er nicht – wie manche seiner Mitstreiter in die Politik ging, sondern nach dem Ende der Studentenbewegung einen Verlag gründete. Der hielt sich zunächst an Leitlinien, wie die im Titel der Zeitschrift „Erziehung und Klassenkampf“ bereits deutlich wurden, und publizierte den Überraschungsbeststeller "Männerphantasien" von Klaus Theweleit, ein Erklärungsversuch der Grundlagen des deutschen Fasschimus. Aber irgendwann setzte er literarhistorische Schwerpunkte in seiner Arbeit und brachte das heraus, was er selbst gerne las. Als erster wagte er es, Friedrich Hölderlins Handschriften in Faksimiles zu veröffentlichen. Nach 33 Jahren editorischer Feinarbeit war die 20-bändige Hölderlin-Ausgabe komplett. Ebenso von Bedeutung: seine Kafka-und Kleist-Editionen. Für so etwas bekommt man als Ex-APO-Mann irgendwann das Bundesverdienstkreuz, aber keine schwarzen Zahlen mit vielen Nullen auf dem Bankkonto. Weshalb der mit sehr viel Ironie und leisem Humor ausgestattete ehemalige Studentenführer KD Wolff für sich die Berufsbezeichnung "Bankrotteur" in Anspruch nimmt. Tatsächlich ist er längst Rentner und lebt ganz solide in einem mehrstöckigen Altbau im Frankfurter Nordend. Dort haben wir ihn vor ein paar Wochen besucht und uns für den "212 Podcast" vor allem einen ganz bestimmten Teil seiner schillernden Biographie erzählen lassen: seine besondere und zugleich brüchige Beziehung zu den Vereinigten Staaten.
1 Stunde 5 Minuten
„They say there’s always magic in the air – on Broadway” – so besangen die Drifters im Jahr 1962 New Yorks berühmtesten Straßenzug. Der Name strahlt hell wie Neonlicht und klingt wie eine Stephen-Sondheim Melodie. Der Begriff steht für das berühmteste Unterhaltungsviertel der Welt – das Carrée rund um den Times Square mit seinen 41 Theatern, in denen jahrein und jahraus Hit-Musicals wie "Wicked" oder "Hamilton" ein Millionenpublikum anlocken und Hollywood-Schauspieler in klassischen Dramen Abend für Abend der Herausforderung ehrlicher Bühnenarbeit stellen. Für die neueste Folge von "212" haben wie mit einem der großen Macher am Broadway gesprochen. Todd Haimes ist Direktor des Roundabout Theatre – dem größten nicht-kommerziellen Theater der USA. Das hat insgesamt fünf Bühnen und setzt auf Qualität. Haimes hat uns in seinem Lieblingstheater, der einstigen Glamour-Disco "Studio 54", getroffen und uns sein Leben als Influencer und Visionär des New Yorker Entertainment-Betriebs erklärt.
1 Stunde 9 Minuten
Die Ausbildungseinrichtung gab es nur 14 Jahre. Aber sie liefert auch noch 100 Jahre nach ihrer Gründung Stoff für eine kritische Überprüfung all dessen, was im Laufe der Zeit unter den Teppich gekehrt wurde. Weil viele Bauhaus-Dozenten, vertrieben von den Nazis, nach Amerika auswanderten und hier weiter arbeiten und unterrichten konnten, verschob sich das Bild der wegweisenden Qualitäten der Bauhaus-Jahre. Der politische und gesellschaftliche Kerngedanke, der Designern eine besondere Verantwortung zumaß, wurde mit Hilfe typischer merkantiler Mechanismen in den USA weggewischt. Und natürlich wurde gleich eine der wichtigsten Figuren standhaft ignoriert: Der Architekt Hannes Mayer, der zweite Direktor des Bauhauses. Das hat Dara Kiese, Professor am Pratt Institute in New York, schon immer gestört. Uns hat sie gesagt sie, warum. Eine Podcast-Folge für Menschen mit Sinn für den Kontext von Ästhetik im Alltag.
56 Minuten
Zehn Jahre war Arne Friedrich der Mann in der Fußball-Nationalmannschaft, der Top-Stars wie Cristiano Ronaldo oder Lionel Messi ausschaltete. Insgesamt 82 Länderspiele absolvierte der Mann mit der Nummer 3 zwischen 2002 und 2011 im Trikot des DFB, bevor eine schwere Rückenverletzung seine Laufbahn beendete. Heute pendelt Friedrich zwischen Los Angeles und Berlin, betreibt eine Stiftung zur Integration von Flüchtlingskindern und hostet einen Podcast zum Thema Neubeginn im Leben. Der kommt Anfang September unter der Webadresse http://fromdonetodare.com/ heraus Wir haben uns mit ihm über Rassismus im Fußball und die gesellschaftliche Verantwortung von Berufssportlern unterhalten. Und über den schwierigen Übergang vom Profi-Sport ins Zivilleben.
48 Minuten
Sebastian hat das berühmt gewordene Paar auf dem Cover des Dreifach-Albums aufgestöbert, die zu einem der Symbole von Love and Peace wurden, wie man sie damals zelebriert hat. Jürgen war bei der Neuauflage des Festivals von 1994 in Saugerties. Aber das war nicht alles. Beide Podcast-Macher landeten auf unterschiedlichen Wegen zwischendurch auf der legendären Festival-Wiese in Bethel. Das Thema "Woodstock" hatte schon immer etwas Magnetisches. Jetzt - zum 50. Jahrestag - konnten sie für diese Podcast-Folge die ausgedehnte Spurensuche mit einem bemwerkenswerten Zeitzeugen abrunden. Beim Interview mit dem Musiker und Komponisten Ken Lauber, der damals in Woodstock lebte und 25 Jahre danach in Bethel ein Alternativ-Revival-Konzert mit Richie Havens, Arlo Guthrie und Canned Heat mit auf die Beine stellte, ließ sich dokumentieren, wieviel (und gleichzeitig wie wenig) tatsächlich vom Mythos Woodstock übrig geblieben ist.
1 Stunde 11 Minuten
Zu seinen Veröffentlichungen gehören hunderte von Cartoons, darunter einer der zu erfolgreichsten der letzten 25 Jahre, aber auch von der Kritik sehr gelobte Kriminalromane. Die erste Serie dieser Bücher spielte in Frankreich. Der neueste Roman, der Anfang September auf Englisch auf den Markt kommt, ist The Good Cop (Willi Geismeier Mysteries) und spielt im München der Weimarer Zeit und ist bewusst als Analogie auf die heutigen Verhältnisse in den USA gedacht https://www.amazon.com/dp/B07TXL5MBQ/ref=dp-kindle-redirect?_encoding=UTF8&btkr=1
39 Minuten
Wir blicken aus Anlass der runden 10 auf alle unsere bisherigen Podcast-Folgen zurück und servieren einen Sampler mit ein paar Highlights. Darunter: ein kleines Dankeschön an unsere Hörer. Denn wir verlosen unter denen, die eine nicht sehr schwierige Quizfrage beantworten, insgesamt zwei Bücher, die die beiden Podcast-Macher in diesem Jahr auf den Markt gebracht haben: einen dicken und dichten New-York-Führer, den Sebastian Moll geschrieben hat, und die Dirk-Nowitzki-Biographie von Jürgen Kalwa. Viel tun muss man nicht, um eine Chance auf einen der beiden Preise zu haben. Reinhören und eine ziemlich einfache Frage beantworten, die wir ganz am Schluss dieser Episode stellen.
1 Stunde 34 Minuten
Amerika erlebt dank Donald Trump einen ungeheuren Stress-Test: Das gesamte demokratische System steht auf der Kippe. Was kaum jemand so gut und kompakt erklären kann wie Teri Kanefield. Und zwar im 280-Anschläge-Takt von Twitter-Texten. Was sie über die Gefahren, über Impeachment und die Rolle des Rechtsstaats denkt, ist zum Lesestoff für Zehntausende geworden. Noch interessanter: Wer sie ausführlich befragt, erhält einen ergiebigen Grundkurs in amerikanischer Geschichte und den ewigen Kampf um Wahrheit und Wirklichkeit.
1 Stunde 1 Minute
Neben ihrer Tätigkeit als US-Korrespondenten für deutsche Medien haben sich beide Podcast-Macher in der Vergangenheit ausgiebig mit dem Radsport beschäftigt. Jürgen Kalwa im Rahmen einer umfassenden Rekonstruktion der Machenschaften von Lance Armstrong, einem Buch über die Aufarbeitung des mit diesem Namen verbundenen Doping- und Betrugsskandals. Sebastian Moll als journalistischer Begleiter der Tour de France in all den Jahren, in denen dieser Lance Armstrong die Schlagzeilen dominierte so wie etliche andere Skandale des Radsports auch. Er war dadurch ganz nah dran. Grund genug, um in der ersten Podcast-Folge zum Thema Sport aus aktuellem Anlass - den Starttermin der Tour de France 2019 - das Rad ein bisschen weiter zu drehen. Zumal Sebastian nur wenige Tage zuvor eine zufällige, aber nicht weniger denkwürdige Begegnung hatte: Er traf bei einem Ausflug mit dem Rad auf der anderen Seite des Hudson River niemand anderen als Floyd Landis, jenen Fahrer, der die Entlarvung von Armstrong ins Rollen brachte. Dies ist zudem die zweite Folge, in der wir am Schluss eine spezielle Empfehlung abgeben. Diesmal geht es um Triathlon, einen Ausdauer-Rekord und den Film, der eine amerikanische Psychopathologie im Umgang mit Hochleistungssport nachzeichnet: “Iron Cowboy”.