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IPU Berlin Archiv
51 Episoden
16 Minuten
Die Beziehung zwischen Eltern und Kind in den Blick nehmen: Die von IPU-Professorin Christiane Ludwig-Körner entwickelte Eltern-Säugling-Kleinkind-Psychotherapie bietet Hilfe, wenn junge Eltern sie benötigen. Im Beitrag erklärt sie gemeinsam mit Gabriele Koch aus der Forschungsgruppe der IPU, warum die frühe Lebensphase so wichtig für das spätere Leben ist, wie eine gute Entwicklung aussehen kann und welche Unterstützungsmöglichkeiten sinnvoll sind. Kontakt zur Forschungsgruppe kann online, per E-Mail oder Telefon aufgenommen werden. SKKIPPI-Forschungsgruppe: www.skkippi.de Tel.: 030-300 117 775 Telefonische Sprechzeiten: Mo-Fr 12.00 – 14.30 Uhr E-Mail: skkippi@ipu-berlin.de
1 Stunde 3 Minuten
Was hat die Psychoanalyse zu Social Media zu sagen? Der Vortrag von Prof. Dr. Elfriede Löchel stellt kontroverse Konzepte zu diesem relativ jungen Forschungsfeld vor. Das Überwiegen einer kulturpessimistischen Sicht und der Mangel an klinischer und empirischer Forschung werden kritisch beleuchtet. Drei psychoanalytische Schlüsselbegriffe – Ödipuskomplex, Fort-Da-Spiel und Übergangsraum – werden daraufhin befragt, inwieweit sie sich zur Erfassung neuer subjektiver Phänomene eignen. Exemplarisch werden Ausschnitte aus Forschungsinterviews vorgestellt, in denen zwanzigjährige Studierende über ihre persönliche Erfahrung mit Facebook sprechen.
1 Stunde 17 Minuten
Prof. Dr. Hartmut Rosa entwickelt in seinem Vortrag zunächst – in Auseinandersetzung mit Überlegungen Erich Fromms – die These, dass das moderne Weltverhältnis von der Angst existentieller Isolation und Einsamkeit beherrscht ist, aus der sich drei problematische Strategien der Weltbearbeitung ergeben: Eine erste und dominante Reaktion auf die Isolationsdrohung besteht in der Entwicklung einer aggressiven Weltbeziehung, deren Ziel die (grenzenlose) Verfügbarmachung von Welt ist. Die zweite Reaktionsweise besteht im Streben nach einer entindividualisierenden Fusion mit einem kollektiven Ganzen. Als dritte Reaktionsform schließlich lässt sich ein depressives Weltverhältnis beobachten, das mit dem Verlust jeglicher Selbstwirksamkeitshoffnung verknüpft ist. Demgegenüber versucht der Vortrag dann die Konturen eines alternativen Weltverhältnisses zu entwerfen, das zwischen der Allmachtsphantasie der ersten und der Ohnmachtserfahrung der dritten Strategie eine ‚mediopassive‘ Form der Weltbeziehung realisiert, in der sich Subjekte weder als allmächtige Täter noch als ohnmächtige Opfer, sondern als teilmächtige, selbstwirksame und responsive Teilhabende verstehen. Auf diese Weise lassen sich politische, ökologische und biographische Weltbeziehungen neu denken.
1 Stunde 28 Minuten
Lesung mit dem Autoren und Schauspiel Joachim Meyerhoff an der IPU Berlin. In „Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war“ wird auf eine humorvolle, anekdotenhafte und melancholische Weise die Kindheit des Autors behandelt. Joachim Meyerhoff erzählt von seinen damaligen Erlebnissen und Erfahrungen sowie der Kinder- und Jugendpsychiatrie in Hesterberg bei Schleswig, die sein Vater leitete. Bei allem Humor bildet am Ende die Erfahrung von Verlust, Tod und Sehnsucht den Kern des Romans. Das Buch ist Teil einer Romanreihe, deren erstes Werk Amerika bildet und die auf den gleichnamigen Theaterstücken basiert, die der Autor auch selbst inszenierte. Seit 2018 ist Meyerhoff Ensemblemitglied der Berliner Schaubühne. Zum Buch: Der Protagonist in Joachim Meyerhoffs zweitem Roman ist der jüngste Sohn eines Direktors einer Kinder- und Jugendpsychiatrie und wächst zwischen etwa 1.200 Patienten des Vaters auf – eine Situation, die ihm durchaus gefällt. Mit Vater, Mutter und zwei älteren Brüdern lebt der junge Held auf dem Psychiatriegelände und kommt immer wieder mit den Patienten in lebendigen Kontakt, etwa wenn ein riesiger Patient ihn auf den Schultern durch das Arbeitsgelände trägt. Das Familienleben erweist sich als abwechslungs- und konfliktreich: Die beiden großen Brüder sind mit ihren Hobbies beschäftigt und haben für ihren kleinen Bruder nur wenig übrig. Der Vater widmet sich überwiegend der Arbeit und den Theorien. Selbst die Freizeit verbringt er überwiegend mit Büchern in seinem Lesezimmer. Dagegen ist er in praktischen Dingen weitestgehend unbeholfen, weshalb vor allem die Mutter den Alltag besorgt.
55 Minuten
In no other time and place was Freudian psychoanalysis more successful than in the first two Cold War decades in the US. This was also a time and place when psychoanalysis was intensely conservative – especially sexually conservative. In this lecture, Dagmar Herzog shows that the florid misogyny and homophobia were not merely products of generalized Cold War trends, but rather a side-effect of widely broadcast battles over the relationship between religion and psychoanalysis, as the “Jewish science” of psychoanalysis underwent a process of “Christianization” in the postwar US. In addition, tracing the arc from Karen Horney’s Neurotic Personality of Our Time to Alfred Kinsey’s Sexual Behavior in the Human Male, the lecture will explore how complex processes of de- and resexualization and profound ambivalence about the status and meaning of the concept of “libido” were at the heart of a succession of fierce rivalries that helped determine the directions taken by American Freudians – with consequences for the fate of Freudianism as a whole. Dagmar Herzog is Distinguished Professor of History at the Graduate Center, City University of New York. Her most recent books are Cold War Freud: Psychoanalysis in an Age of Catastrophes (Cambridge 2017), Unlearning Eugenics: Sexuality, Reproduction, and Disability in Post-Nazi Europe (Wisconsin 2018), and Lust und Verwundbarkeit: Zur Zeitgeschichte der Sexualität in Europa und den USA (Wallstein 2018).
52 Minuten
„Is it just me or is it getting crazier out there?“ – Joker, gespielt von Joaquin Phoenix, stellt diese Frage einer Sozialarbeiterin im Betreuungsgespräch. Dass die szenischen Räume, die Filme entfalten, eine verwandte Frage an die Gesellschaft stellen, wird bei kontroversen Filmen besonders deutlich. „Joker“, mit dem Goldenen Löwen auf der diesjährigen Biennale in Venedig ausgezeichnet, hat viele wütende, ja vernichtende Kritiken bekommen. Was taucht in den Besprechungen auf, was wird nie erwähnt, was wird projektiv hinzugefügt? Die Bestimmung der Abwehrvorgänge lässt sich, so die These des Vortrages von Prof. Dr. Reinhold Görling, als Hinweis auf die ebenso unausgesprochenen wie drängenden Fragen der Gegenwart lesen.
1 Stunde 27 Minuten
Prof. Dr. Dr. Dorothea Huber von der IPU Berlin spricht im Rahmen der Reihe "Psychoanalysis meets Organisation" über Burn-out. Es wird der Burn-out-Begriff eingeführt und kritisch diskutiert. Verschiedene Behandlungskonzepte werden kurz umrissen, einschließlich präventiver Maßnahmen. Das Konzept zur Behandlung berufsbezogener Störung der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, München Klinik, wird dargestellt, ebenso eine empirische Studie zur Effektivität dieses Vorgehens, wobei die Patient_innen mit berufsbezogenen Störungen den anderen in der Tagesklinik behandelten Patient_innen gegenübergestellt werden.
28 Minuten
An international research network that seeks to overcome war-related traumas. Headed by the IPU, this research network began a few years ago with the aim of bringing the once deeply hostile nations in the Balkan region into dialogue with each other. The core concept was and is Social Trauma, a clinical concept used to describe the mass traumatisation of whole groups of people. It is necessary in the project to look beyond the scientific horizon: The cooperation with people from refugee work was approached as well as the exchange with political decision-makers. In this audio report, you can listen how the work in the network began, which problems arose and how the story of the network evolved. Music by Denis Stelmach – Afraid of Destiny (Main Theme, Intro/Outro) https://icons8.com/music/author/denis-stelmach, Moroza Knozova – O https://icons8.com/music/author/moroza-knozova, Max Sergeev – Other Rivers https://icons8.com/music/author/max-sergeev and Ilya Marfin – Think of you https://icons8.com/music/author/ilya-marfin
7 Minuten
In diesem Jahr soll ein Gesetz zur Reform der Psychotherapeutenausbildung in Kraft treten. Zentrale Änderung ist die geplante Einführung eines sogenannten Direktstudiums Psychotherapie. Während aktuell ein Abschluss in Psychologie zur postgradualen Ausbildung in Psychotherapie an einem staatlich anerkannten Ausbildungsinstitut berechtigt, soll das Studium künftig mit einer Approbation enden. In einer dreijährigen Weiterbildung sollen die Kandidat_innen dann ihre Kenntnisse und Fähigkeiten in einem der wissenschaftlich anerkannten Psychotherapieverfahren vertiefen. Die Approbation würde sie berechtigen, in einer Klinik oder an einem Institut angestellt zu werden und so von Anfang an Geld zu verdienen. Aktuell stellt insbesondere das erste praktische Jahr der Ausbildung die Kandidat_innen vor finanzielle Probleme, da die Kliniken in dieser Zeit nur sehr geringe Vergütungen zahlen. Die IPU-Präsidentin sieht anhand der Reform des Psychotherapeutengesetzes jedoch keine finanzielle Besserstellung. Im Gegenteil befürchtet sie, dass eine Senkung des Lohnniveaus bevorstünde. Derzeit bekommen Ausbildungskandidat_innen ab dem zweiten Jahr in den Ausbildungsinstituten etwa 85 bis 90 Prozent der von den Krankenkassen gezahlten Stundenhonorare. Weitere Kritik übt Quindeau an den Kürzungen der akademischen psychologischen Studieninhalte, die durch eine Gesetzesreform nötig wären. Es müssten in derselben Studienzeit von 10 Semestern berufspraktische Kenntnisse vermittelt werden, die nicht zusätzlich gelehrt werden können, da der Umfang der Lehrveranstaltungen begrenzt ist. Diesbezüglich bemängelt die IPU-Präsidentin zudem, dass in den Reformprozess die Universitäten zu wenig einbezogen wurden.
1 Stunde 37 Minuten
Sonja Wittes kürzlich erschienenes Buch „Symptome der Kulturindustrie“ geht der Frage nach dem Unbewussten in der Kulturindustrie auf besondere Weise nach: Gerahmt von den Kategorien des Spiels und des Unheimlichen werden filmtheoretische Denkfiguren und verschiedenste ästhetische Inszenierungen auf Symptome hin befragt, deren Deutungen Aufschluss geben über den konstitutiv konflikthaften Charakter der Kulturindustrie. Ausgehend vom Unbewussten wissenschaftlichen Denkens werden so Spiel und Unheimliches kulturtheoretisch ausgeleuchtet und Verbindungen zwischen psychoanalytischer und Adornos Kritischer Theorie sowie aktuellen kulturwissenschaftlichen Positionen erschlossen. In der Deutung von Theorien und ästhetischem Material wird Kulturindustrie als Konstellation von Widersprüchen entfaltet. Dr. Sonja Witte studierte Kulturwissenschaft, Philosophie und Soziologie. Derzeit ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin im MA Studiengang Psychoanalytische Kulturwissenschaften an der International Psychoanalytic University (IPU) Berlin.
45 Minuten
When survivors go ashore European and partner countries, they encounter people who feel the immediate urge to help - but also people full of resentments, anxieties and doubts. Both, optimistic compassion and fearful avoidance are rooted in unconscious convictions and expectations, shaped by different national histories along the Balkan route and in the target countries. Since 2017, the international DAAD research network "Migration, Trauma in Transition" has been working to make the psychological expertise of scientists available to refugee aid. Clinical and psychological trauma researchers are working with experts from refugee work. On 1 December 2018, a conference with political decision-makers from countries along the Balkan route was held at the IPU Berlin to develop the practical implementation of this knowledge. A central component were three parallel workshops on the topics of integration, education and mental health. The Conference modified and finalised best practice recommendations. This public presentation followed the workshops, the results of the issues addressed were presented and discussed.
45 Minuten
Dr. Ronny Jahn von der IPU Berlin hält den Auftaktvortrag in der Vortragsreihe „Psychoanalysis meets Organisation“ 2018/2019. Er spricht darüber, warum es so schwer ist, Interesse für das Qualitätsmanagement zu wecken und wie sich das ändern kann. Die flächendeckende Einführung von QM in Organisationen jeder Couleur ist ein Phänomen, das aus praktischer wie organisationssoziologischer Perspektive erklärungsbedürftig ist und aufgeklärt werden will. Unter anderem stellen sich in diesem Zusammenhang folgende Fragen: Warum stellt sich die Motivationsfrage im Zusammenhang mit QM? Worin gründet organisationaler Widerstand gegen QM? Wie kann diesem produktiv begegnet werden? Ronny Jahn ist Soziologe, Organisationsberater und Supervisor (DGSv). Er leitet die beratungspraktische Ausbildung im Studiengang Leadership und Beratung an der IPU Berlin und ist geschäftsführender Gesellschafter des Beratungsunternehmens P + O. Ronny Jahn promovierte an der Universität Potsdam und forscht in der Tradition der Objekten Hermeneutik zu Gruppen- und Organisationsdynamiken.
1 Stunde 31 Minuten
Public panel discussion event on the DAAD-supported international research network: "Trauma, Trust and Memory – Social Trauma and Reconciliation in Psychoanalysis, Psychotherapy and Cultural Memory". • Damir Arsenijevic (University Tuzla, Bosnia-Herzegovina) • Andreas Hamburger (IPU Berlin, Spokesperson TTM) • Camellia Hancheva (University Sofia, Bulgaria) • Carmen Scher (IPU Berlin, Coordinator TTM) • Chair: Martin Teising (IPU Berlin, President) Social trauma affects groups of people who share common experiences of war, persecution or genocide. The most recent cases of these are the conflicts in the Balkan region in the 1990s or the still ongoing war in Syria. In 2012, an international research network was established, consisting of professors, students, up-and-coming scientists and researchers, as well as Western Balkan experts from Bosnia-Herzegovina, Serbia, Bulgaria and Germany. On a specialist level, research areas in psychoanalysis, the social sciences, cultural studies and psychology are represented here. This academic network provides a bridge-building model of trauma transformation, reconciliation and recovery through academic reconstruction and cross-border dialogue. It has already resulted in a "Social Trauma" compulsory elective module that is recognised by all of the project partners and is being taught at the seven participating partner universities. The initial project phase that focused on "Trauma, Trust and Memory – Social Trauma and Reconciliation in Psychoanalysis, Psychotherapy and Cultural Memory" was brought to a conclusion in 2016. The outcomes from this are reflected in the first joint book that has now been published, which, in addition to contributions from Vamik Volkan and Mark Solms, also presents research results from students in the network. Since 2017, the follow-up project "Migration – Trauma in Transition. Exploring Sociotraumatic Roots of Dealing with Refugees" has been up and running.
54 Minuten
„Totgesagte leben länger. Das Revival der Religion in der säkularisierten Welt“. Die Veranstaltung wurde moderiert von Dr. Gerhard Schneider, Mannheim.
28 Minuten
Weihnachten – Zeit für die Familie, viel Essen und noch viel mehr Geschenke. Wir kennen das alle. Wenn man diese Dinge einmal beiseite lässt – den Einkaufsstress, die geschmückten Weihnachtsbäume, den Weihnachtsmann und das alljährliche Gedudel der immer gleichen Weihnachtsschlager –, dann bleibt vor allem eines: Weihnachten als ein emotionales Ereignis. Weihnachten, das Fest der Liebe. Was an diesem Fest psychoanalytisch interessant sein kann, haben wir mit Lilli Gast besprochen. Die ehemalige Vizepräsidentin und Professorin für Theoretische Psychoanalyse und Subjekttheorie hat uns mal wieder an der IPU besucht, um über Kommerz und den schönen Schein an Weihnachten zu sprechen. Vor allem geht es aber um die Kehrseite der glänzenden Fassade: Um Weihnachten als ein Ereignis voller Ambivalenz. Im Gespräch erwähnte Literatur: Starobinski, J. (1994). Gute Gaben, schlimme Gaben: die Ambivalenz sozialer Gesten. Frankfurt/Main: S. Fischer. Derrida, J. (1991). Donner le temps 1.: La fausse monnaie. Paris: Galilée.