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TschuschenAquarium. Auf Tauchgang bei Wiener Typen Archiv

24 Episoden
38 Minuten
Renate Kaufmann war Lehrerin und sozialdemokratische Bezirksvorsteherin im 6. Wiener Gemeinde-Bezirk (Mariahilf). Gegen viele Widerstände und mit Hilfe der Grünen hat die SPÖ-Politikerin die Begegnungszone MaHü durchgedrückt. In der Pension startet die Politikerin nun als Oma-Influencerin durch: Sie bloggt und produziert Koch-Videos, die sie auf Instagram oder TikTok stellt. Mehr als eine Million User klickten ihr Mayonnaise-Rezept an. „Das ist ein Weg, mit jungen Menschen ins Gespräch zu kommen“, sagt sie.
34 Minuten
Seine YouTube-Videos zum Ukraine-Krieg haben den Kommandeur der Wiener Garde zum Influencer gemacht. Nüchtern, präzise und klar erklärt Oberst Markus Reisner die Zeitenwende militärisch. Hier erzählt er von seinen eigenen Auslandseinsätzen und warum er Soldat werden wollte.
31 Minuten
Tamara Scheers Steckenpferd ist die KuK-Armee. Aber die mit dem Staatspreis für Geschichte ausgezeichnete Militärhistorikerin interessiert sich weniger für Granaten und Kanonen, als für das babylonische Sprachgewirr im Vielvölkerstaat Donaumonarchie. Im Vielvölkerbezirk Ottakring aufgewachsen, freut sie sich über die zunehmende Ottakringisierung Wiens.
28 Minuten
Tanja Maljartschuk kam 2011 nach Wien, sie hatte sich in einen Österreicher verliebt. Dann gewann die Autorin den Bachmann-Preis. Heute muss sie die Ukraine erklären - und hat sich auf die ukrainischen Spuren in Wien kurz vor und nach dem Ersten Weltkrieg gemacht.
9 Minuten
QR-Codes verbinden Buch und Podcast, Texte und Audios. Das Multimedia-Projekt Tschuschenaquarium erscheint pünktlich zur Buchmesse Leipzig 2022. Schwerpunkt dort ist in diesem Jahr Österreich.
19 Minuten
Enes und Esra Özmen sind EsRap. In Ottakring sind die Geschwister aufgewachsen, ihre Großeltern waren einst als Gastarbeiter aus der Türkei gekommen. In der Schule hat Esra ihr Leben in der Zwischenwelt in Gedichte gegossen, die fing sie irgendwann an zu rappen. "Der Tschusch ist immer da" ist ihr Kommentar zur Wiener Arbeitswelt, sie singen über das Fremdsein, "Tschuschistan" und hauen "Ausländer mit Vergnügen" in your face. Tschuschistan ist ihr idealer Ort, ein Gefühl von Heimat.
15 Minuten
Als Journalist war er im Syrien-Krieg allen Seiten suspekt. Deshalb floh der Syrer aus Damaskus zunächst in den Libanon, dort schwärzte ihn sein Onkel bei der Polizei an. Er musste wieder weg. Ein Schlepper sprach ihn in Izmir an, weil er auf Arabisch telefonierte. In einem Schlauchboot setzte er über das Meer. Seine Tochter hat er erst nach der Familienzusammenführung in Wien kennengelernt. Mittlerweile lebt die Familie hier. Er hat einen festen Job als Bim-Fahrer. Entlang seiner Strecken kann er die Vielfalt der Stadt ausmachen: Araber, Jugos, Türken, Juden prägen das Bild der Wiener Bezirke. Das babylonische Sprachgewirr hört er in seiner Bim.
22 Minuten
Orges Toçe ist Vollblutmusiker. Der Sohn einer Komponistin und eines Schauspielers wuchs in Tirana schon mit Musik auf, dort studierte er selbst Violine. Nach ein paar Jahren in Spanien kam er 2003 nach Wien, hier studierte er Jazzgitarre. In verschiedenen Formationen macht er klassische und moderne Musik, mit seiner Band "Ockus Rockus" schlägt er die Brücke zum Balkan, mit albanischen Texten und einem Crossover, den er "Balkanbilly" nennt. Das Rock´n´Roll-Leben ist sehr anstrengend, sagt er, "zuviel Schnaps, zuwenig Bewegung.“ Copyright Musik: Ockus Rockus Band & Orges Toçe, mit freundlicher Genehmigung Orges Toçe
40 Minuten
Gursharan Singh Mangat kam als Kind ins Flüchtlingslager Traiskirchen. Seine Familie war vor dem ugandischen Diktator Idi Amin geflohen. Der junge Sikh wuchs im Arbeiterbezirk Favoriten auf, wo sie ihn "Tschusch" oder "Chinese" nannten. Seit einem Vierteljahrhundert importiert er asiatische Lebensmittel und ist Obmann der Wiener Sikhs. Während der Flüchtlingskrise organisierte er die Speisung der Vielen. "Jeder ist ein Sikh" (Schüler) bringt er sein spirituelles Credo auf den Punkt und verrät, dass Haare gar nicht so lang werden, wenn man sie nicht schneidet.
15 Minuten
Menerva Hammad hat ägyptische Wurzeln, ist aber in Wien-Floridsdorf und der Donaustadt aufgewachsen, "zwischen Proleten und Rechtsradikalen", sagt sie, im Gemeindebau. Ihr Kopftuch triggert Hass, im Burkini an der Donau wird sie bespuckt, das N-Wort wird der Muslima nachgerufen. Heute schreibt die Journalistin und Mutter Bestseller - über Frauen, Sex und Mutterschaft - und durchstößt damit eine gläserne Decke, errichtet von Lehrer und Lektorin. Sie ist Nomadin, lebt in Texas, in Schottland, in Kuwait, in Abu Dhabi, die Zusatzausbildung zur Sexualpädagogin ist daher auf standby. Fixpunkt für die Feministin bleibt Wien, "manchmal Alptraum, immer daham".
28 Minuten
Ronny Kokert hat als Jugendlicher monatelang im Krankenhaus gelegen. Eine traumatische Erfahrung, aus der er sich mit asiatischen Kampfkünsten aufrappelt, er wird sogar Taekwondo-Weltmeister. Während der Flüchtlingskrise lernt er Flüchtlinge im Lager in Traiskirchen kennen. Seitdem trainiert er die "Freedom Fighters" auch in seinem Wiener Dojo, hilft den Afghanen bei ihren Asylverfahren und bei der Suche nach einer Lehrstelle. Mehrfach besuchte er Europas Schandfleck, die Flüchtlingslager Moria und Karatepe in Griechenland. "Ein Verbrechen", sagt er.
33 Minuten
Paul Lendvai ist ein Zeitzeuge des Jahrhunderts. Der Journalist ist als einziges Kind einer jüdischen Bürgerfamilie in Budapest geboren, viele seiner Familienmitglieder wurden in Auschwitz ermordet. Nach dem Ungarn-Aufstand kam er nach Wien und blieb. Er war mit Bruno Kreisky bekannt, dessen Biographie er verfasste. Er gab ein Jahrzehnte lang die „Europäsche Rundschau“ heraus, mit seiner Frau Zsóka gründete er einen Verlag, spezialisiert auf ungarische Literatur. Auch mit Anfang 90 schreibt er noch jede Woche eine politische Kolumne, seine Bücher sind mit vielen Preisen geehrt worden. „Mein Vermächtnis sind meine Bücher“, sagt er.
33 Minuten
Als Flüchtling kam Vedran Džihić nach Österreich. In seiner bosnischen Heimatstadt Prijedor hatte er ethnische Säuberungen und Krieg erlebt. Heute ist er einer der renommiertesten Balkanexperten Österreichs.
28 Minuten
Das Tränengas der Militärs hielt ihre Mutter für "Chilies", die jemand nachts in der Pfanne briet, wegen der Unruhen schickt sie ihre einzige Tochter nach Europa. Mit 19 kommt Sohyi Kim nach Wien, und hier ist sie geblieben. Erst studiert sie Mode, mittlerweile ist sie aus Kochshows bekannt und erfreut die Wiener mit ihrer Fünf-Elemente-Küche. Ihre Antwort auf Blunzn und Wiener Schnitzel.
34 Minuten
Für Stefan Koidl-Sittler ist der Wurstlprater sein Universum. Er entstammt einer alten Schausteller-Dynastie, hat schon als Kind die "Röhrl am Schießstand gesteckt" und lebt mit seiner Familie bis heute Backstage hinter dem Blumenrad, einem seiner Fahrgeschäfte. Bei der Brautschau hat er es "wie die Habsburger" gemacht - er heiratete eine Frau aus einem anderen Prater-Clan.
TschuschenAquarium. Auf Tauchgang bei Wiener Typen

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Auf Tauchgang bei Wiener Typen