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Die Anachronistin Archiv

44 Episoden
11 Minuten
Bis jetzt war das Haus in Melick für mich einfach nur ein halb verrotteter Schuppen irgendwo im Nirgendwo. Ich hab mir vorgestellt, dass vielleicht ein Bauernhaus in der Nähe war und sonst nichts. Aber da sollte mich mein Vater eines besseren belehren. Er erinnert sich an eine Kneipe, eine ziemlich heruntergekommene Kaschemme, genau gegenüber von diesem verrotteten Schuppen in dem er mit seiner Familie gewohnt hat. Den Holländern ging es um 1933 herum kaum besser als den Deutschen. Die Arbeitslosigkeit war groß – die Lage unsicher. Viele der arbeitslosen Männer tranken sich in Kneipen durch den Tag. Auch die Kneipe gegenüber, sie hieß "De Tonn" – also "Die Tonne", war jeden Tag voll. Ganzer Artikel: http://www.die-anachronistin.de/melick-von-onkels-schlaegern-und-eiern/ Musik: Anja Arnold | http://www.klangbuedchen.de
6 Minuten
Fünf Monate ist es jetzt her, dass ich das Blog gestartet hab. Die meiste Zeit ist es mir gelungen, wöchentlich zu schreiben. Grade hängt‘s. Das liegt vor allem daran, dass sich mein Schreibtisch biegt unter dem Material, das ich inzwischen rangeschafft habe. Ich komm einfach nicht nach mit sichten, lesen und schreiben. Musik: Anja Arnold | http://www.klangbuedchen.de Ganzer Artikel unter: http://www.die-anachronistin.de/unter-papier-vergraben/ Musik: Anja Arnold | http://www.klangbuedchen.de
17 Minuten
Es ist ein bisschen schwierig, sich eine Geschichte vorzustellen, wenn man das Ende schon kennt. Wenn man die gesamte Entwicklung bereits vor Augen hat. Und trotzdem versuche ich mir immer klar zu machen: das Ganze war ein Prozess. Geschichten erzählen ja nur die Spitze des Eisberges. Aber so ein Leben besteht ja nicht nur aus diesen Spitzen. So ein Leben besteht vor allem aus Alltag. Aus diesen täglichen 24 Stunden, die wir versuchen mit Tätigkeit zu füllen. Tag für Tag für Tag… – bis eine Woche um ist, ein Monat oder auch ein Jahr. Wie also hat dieser Alltag ausgesehen für meinen Großvater? Artikel lesen: http://www.die-anachronistin.de/erste-station-melick/ Musik: Anja Arnold | http://www.klangbuedchen.de
10 Minuten
“Die (Tante von Joseph Goebbels, Anm. d. Autorin) brachte immer die neuesten Nachrichten und Briefe von ihrem Neffen und dann wurden die Briefe und die Zeitungen, die wurden zu Klopapier geschnitten. Damals gab es ja kein Klopapier, das waren ja Plunschklos waren das und da wurde Zeitung kaputt geschnitten, und die knautsche man sich ein bisschen und putzte sich den Arsch damit ab. Und da hatte mein Vater erste Informationen über Joseph Goebbels – via Klopapier.” Artikel lesen: http://www.die-anachronistin.de/klopapier-aus-goebbels-briefen/ Musik: Anja Arnold | http://www.klangbuedchen.de
14 Minuten
Wenn mein Vater von der Flucht und seiner Zeit in Holland spricht, bekommt er oft leuchtende Augen. Für ihn war das alles ein riesiges Abenteuer. Das meiste davon zumindest. Und er freut sich, darüber sprechen zu können: “Ich erlebe das dann alles noch mal”, hat er bei meinem letzten Besuch Anfang Februar gesagt – und sich aufrichtig gefreut. Kein Wunder, schließlich war er damals noch ein kleiner Junge. Die Dramen der Geschichte spielen sich oft zwischen den Zeilen ab. Wie das Drama der Ehe zwischen meinem Großvater und seiner Frau Käthe – meiner Oma. Artikel lesen: http://www.die-anachronistin.de/kein-weg-zurueck/ Musik: Anja Arnold | http://www.klangbuedchen.de
13 Minuten
Historische Orte sind immer ein bisschen seltsam. Und Berlin hat ganz schön viele davon. Vor allem da, wo die ganzen Regierungsgebäude sind, schreien einen die Epochen regelrecht an. Ich bin in der Niederkirchner-Straße 8 verabredet in der Topografie des Terrors. Direkt gegenüber dem Abgeordnetenhaus und dem Martin-Gropius-Bau. Vor mir fahren doppelstöckige Touribusse vorbei. Und ich versuche mir vorzustellen, wie es hier 1942 ausgesehen haben könnte. Ich betrete das Gelände mit gemischten Gefühlen, weil ich nicht so recht weiß, was mich erwartet. Artikel lesen: http://www.die-anachronistin.de/zwischen-den-zeiten-teil-3/ Musik: Anja Arnold | http://www.klangbuedchen.de
19 Minuten
Da liegt er jetzt. Der dicke schwere Aktenordner. Als der Zug losrollt, muss ich wieder an mein Gespräch mit meinem Kollegen Matthias von Hellfeld denken. Bei unserem Gespräch im August 2014 hat er mir erklärt, wie man solche Akten lesen muss – und woran ich zum Beispiel Folter erkenne: “Es gibt so ein paar Formeln, unter denen man lesen kann, hier ist doch was gewesen. Am meisten ist das ‘unter besonderem Vorhalt’ oder ‘auf Vorhaltung’ wurde dem Gefangenen noch einmal erklärt, er möge sich erinnern. Manchmal hat der Protokollant den Satz abgebrochen, daran kann man sehen, hier ist einfach jemand ohnmächtig.” Zum Artikel: http://www.die-anachronistin.de/zwischen-den-zeiten-teil-1/ Musik: Anja Arnold | http://www.klangbuedchen.de Sprecher: Sebastian Sonntag | http://www.sebastiansonntag.de
11 Minuten
Wir halten das oft für selbstverständlich. Ein Leben in Freiheit. Ein Leben mit allen Freiheiten. Ein Leben, für das die Jugend zur Zeit meines Großvaters noch ziemlich kämpfen musste. Das waren ganz seltsame Anwandlungen, die die jungen Leute da damals hatten. Ich will euch nicht unnötig auf die Folter spannen, aber für mich war es wichtig einordnen zu können, wie mein Großvater tickte – und woher er seine Ideen hatte. Deshalb will ich euch kurz entführen in die 1920-30er Jahre – die große Zeit der Bündischen Jugend. Artikel: http://www.die-anachronistin.de/ein-leben-in-freiheit/ Musik: Anja Arnold | http://www.klangbuedchen.de
10 Minuten
Als junge Frau muss sie eine besondere Faszination auf meinen Großvater gehabt haben. Sie war laut, schlagfertig, lachte gerne und liebte die Natur. Ihr Vater war Schreiner. Und auch der Rest der Familie stammte aus dem Handwerker-Millieu. Mein Großvater gehörte zu dieser Zeit dem Quickborn an. Der war den höher gebildeten Jungs vorbehalten. Außerdem war der Jugendbund eine Abstinenzler-Vereinigung. Das heißt: kein Nikotin, kein Alkohol. Ich schätze, mein Großvater war ein Mensch, dem Selbstdisziplin nicht besonders schwer gefallen ist. Alles was er tut klingt nach jemandem, der sich gut unter Kontrolle hat. Aber auch er hatte seine schwachen Momente... Musik: Anja Arnold | http://www.klangbuedchen.de Blogpost: http://www.die-anachronistin.de/ueber-die-verhaeltnisse/
8 Minuten
Mein Aufnahmegerät läuft schon seit über einer Stunde. Und mein Vater redet und redet. Er hat diese Geschichten schon hunderte Male erzählt. Manche davon kenne ich schon. Trotzdem sitze ich einfach nur da und höre zu. Wer mich kennt, weiß, dass das selten ist. Als er eine kurze Pause macht, sieht er mich aus seinen alten, wässrigen Augen erwartungsvoll an: “Frag mich! Frag mich!”, fordert er mich ungeduldig auf… Musik: Anja Arnold | http://www.klangbuedchen.de
11 Minuten
“Wir sahen, dass die Vertreter des Sozialismus sich nicht entschieden für eine soziale Neuordnung einsetzten, dass die Vertreter des Nationalismus nicht das Wohl des Volkes und der Nation, sondern egoistische Ziele im Auge hatten, dass die Vertreter des Katholizismus nicht die Weite zeigten, die der Weltkirche ansteht, dass die Vertreter des Christentums mit der Nächstenliebe nicht ernst machten.” Theo Hespers, Jahr unbekannt
9 Minuten
Wenn ich mich recht erinnere war ich auf der Suche nach einem Thema. Und wie das so ist, wenn man ziellos vor sich hin surft in diesen unendlichen Weiten namens WWW – irgendwann landet man auf einer Seite, die mit dem Ausgangspunkt der eigenen Bemühungen genau nichts mehr zu tun hat. Ich bin auf dem Wikipedia-Artikel von meinem Großvater gelandet. Den hab ich so semi-interessiert überflogen. Kenn ich ja alles. Nur ein Link hat mich stutzig gemacht. Der zu einem Referat des Quickborn. Alle Links zum Podcast: http://www.die-anachronistin.de/damit-prokrastiniert-man-nicht/ Musik: Anja Arnold | http://www.klangbuedchen.de Sprecher: Klaus Jansen | http://www.herrjansen.de/
11 Minuten
Es gibt diese Situationen im Leben, die einen komplett fassungslos machen. Ein Satz, ein ungläubiger Blick, die Suche nach der versteckten Kamera – und die kurz aufkeimende Frage, ob jetzt Zufall oder Schicksal ihre Finger im Spiel haben. Wie die Geschichte weitergeht? Auf www.die-anachronistin.de erfahrt ihr mehr. Musik: Anja Arnold | www.klangbuedchen.de
4 Minuten
Am 12.12.1903 – vor genau 111 Jahren – wurde mein Großvater geboren: Theodor Franz Maria Hespers. Für mich ist mein Großvater ein Mythos. Eine Heldenfigur. Und jemand, der mein Leben bis heute beeinflusst. Er starb am 09.09.1943 in Berlin Plötzensee – ermodert von den Nazis. Wie die Geschichte weitergeht? Auf http://www.die-anachronistin.de erfahrt ihr, wie es weitergeht. Musik: Anja Arnold | http://www.klangbuedchen.de
Die Anachronistin

Die Anachronistin

Ein Podcast über die Lebensgeschichte des Widerstandskämpfers Theo Hespers und seiner Nachfahren